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"zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

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  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

    Danke Tired, du hast genau meine Gedanken formuliert. Venus, du willst keine Zeit mehr mit deinem Mann, aber du stiehlst ihm seine Zeit. Ihm die Wahrheit vorzuenthalten, weil es besser für ihn sein KÖNNTE, wirkt, ohne den Mann zu kennen, ziemlich überheblich.
    Venus, du beschreibst das Entdecken der Verbindung mit Adonis schon als etwas schicksalhaftes. Euer Ding steht über allem, es ist das Absprungbrett zu einem neuen, vollkommenen Leben. Hindernisse wie deine Ehe sind da höchstens noch lästig. Und weißt du was: Das ist vollkommen ok. Dir einzureden, dass dein Mann das am Ende alles aus Liebe auch so sehen muss, ist falsch.
    Golems Vergleich ist sicher falsch: In seiner Beziehung ging es beiden Seiten ja immer darum, die Verbindung aufrechtzuerhalten. In meiner Ehe ist das auch immer so gewesen. Und das ist genau der Unterschied zu deiner Ehe. Du hast das Ende beschlossen, dein Mann braucht das aber nicht zu wissen. Ich formuliere absichtlich provokant: Weil sein Sex eh Scheiße ist, weil er dir in der Beziehung seit der Hochzeit die Luft nimmt.
    Ich finde, er muss das wissen.

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    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

      Liebe Leute (Tired, Herr_Lich, Gucki),
      sorry, ihr schießt euch wohl gerade auf mich ein, weil einige von euch offenbar in meiner Situation eine passende Projektionsvorlage für eigenen noch zu verarbeitenden Schmerz gefunden haben.
      Nach dem Motto: warum den Finger in die Wunde legen, wenn man die Faust reinstecken kann, behauptet ihr, es würde meinem Mann besser gehen, wenn ich ihm "die Wahrheit" sagen würde, denn ER leidet ja wegen mir (kein Sex- ist das das schlimmste, was einem passieren kann?... was, wenn er sich damit arrangiert hat wie er behauptet? Hatte er in seiner 1. Ehe auch 6 Jahre lang - und mit mir nun seit etwas über 1 Jahr...).
      Nicht ich verdiene Zuspruch, denn ICH sei verantwortlich, ihm die Entscheidung zu überlassen, ob er mich Betrügerin noch will oder mich lieber auf die Strasse setzen mag. ICH müsste mich dem - am besten sofort - stellen. (Ich "Sünderin"?!) Ich kenne meinen Mann sehr gut, ich war in 17 Jahren max. 1 Woche von ihm getrennt. Wir standen bis vor 1 Jahr in absolut allen Themen unseres Lebens im engsten intensivsten und vollkommen offenen Austausch. Wer von Euch hat im Vergleich soviel Zeit mit seinem jew. Partner verbracht?
      Aber ER schreibt hier nicht, sondern ich. Weil ich an einer Schwelle in meinem Leben stehe, die ihn mit betrifft, und das ist niemandes Schuld. Die Schwelle ist der Weg zu meinem "neuen Leben" in einer völlig neuen Arbeitsumgebung, die auch Lebensumgebung ist. Mein Studium verschafft mir Zutritt zu der Welt, in die ich gehöre, und meinen Mann habe ich in der Zeit getroffen, als ich noch nicht an diesem Ort war. Viele Seiten von mir hat er deshalb zunächst gar nicht kennengelernt, denn die blieben einfach verborgen, weil sie in diese Welt nicht passten. Ich habe eben wie die meisten Menschen viele Facetten, und so habe ich igs. 23 Jahre als Chefsekretärin, Exec. Assistentin etc. blabla in div. Großkonzernen ausgehalten.
      Im DAX30-Konzern war leider eher kein Platz für Kunst und Kulturanalyse. Eine schöne Ausnahme gab es, einen kunstbegeisterten Ex-Chef, Jurist, der mich auch beruflich gefördert hat, weil er mein Organisationstalent schätzte und mein Interesse an allen möglichen juristischen Feldern und den Forschungsprojekten in der Firma. Als dieser Mentor in den Ruhestand ging, und ich dann die Abteilung wechselte, weil mit ihm der einzige fortschrittlich denkende Vorgesetzte dort abgetreten ist, wurde es immer unangenehmer und zuletzt schier unerträglich für mich. Es war ein großes Glück (oder "Schicksal"), dass ich diese Abfindung angeboten bekam und mein Mann mit meiner Idee, (wieder) studieren zu gehen, einverstanden war.
      Nun wird dieses "neue Leben" u.a. zur Trennung von ihm führen, denn er hat mich bis zur Schwelle begleitet, hat mir auch noch darüber geholfen (indem er dem Studium zugestimmt hat - die Alternative wäre allerdings höchstwahrscheinlich ein Burnout meinerseits gewesen, ich hatte in den Jahren vor dieser Abteilungsumstrukturierung und dem folgenden Abfindungsangebot ernsthafte Gesundheitsprobleme in dem Konzernjob).
      A. hat mir für den Trennungswunsch einen (deutlichen) Anlass gegeben, aber er ist nicht der Grund. (Natürlich liebe ich es, über ihn zu phantasieren, denn ich liebe ihn, ich liebe alles, was irgendwie mit ihm zu tun hat, er hat meine Lebensfreude neu erweckt! Dafür werde ich ihn immer lieben! Ich liebe es mir vorzustellen, mit ihm einen Alltag zu haben usw, ich bin ein Mensch mit ganz normalen banalen Wünschen, Bedürfnissen und Träumen!)
      Tired auf deine Frage, welche Veränderungen meinem Mann aufgefallen wären: DAS ist meinem Mann aufgefallen, dass ich trotz der vielen Arbeit im Studium glücklich wirkte und stark, nicht weil ich verliebt war, sondern weil ich liebte. Und das hatte nicht nur mit A. zu tun, sondern auch mit der Tatsache, dass ich mein Studienfach sehr mag! Diese Power, die ich durch A. bekommen habe, hat mir auch geholfen, durch diese mega-stressige Phase der letzten 2 Semester hindurch zukommen, ohne ernsthaft krank zu werden.
      Tatsächlich bin ich fast abgedreht mit dem krassen Terminstress im Studium kurz vor der Abgabe der Bachelorarbeit, weil mein Mann zwar durchaus auch rücksichtsvoll sein kann, aber nicht soviel Ruhe geben kann, dass ich innerhalb von 6 Wochen eine Abschlussarbeit in Ruhe zuhause schreiben konnte. Ich war auch gesundheitlich stark angeschlagen und erhole mich aktuell immer noch davon.
      (Hintergrund: Insgesamt habe ich mein Studium von 6 Semestern quasi in 4 Semestern durchgezogen mit Praktikum und Extra-Prüfung, weil ich als Quereinsteiger angefangen habe. Habe davor 2 Semester lang andere Fächer studiert, aber beides ergänzt sich ganz hervorragend. War nur extra-Arbeit. Und ich wollte eben fristgerecht fertig werden, damit ich den Abschluss habe, den Masterstudiengang direkt starten kann und nicht 1 Jahr warten muss, und durch den Abschluss auch eine höhere Verdienstklasse erreicht habe, z.B. für Jobs als studentische Hilfskraft im Institut. Alles Aktionen, die meine beruflichen Zukunftsaussichten verbessern sollten.)
      Mein Mann hat ja durch die Altersteilzeit mehr Zeit, als er gebrauchen kann, und hat sich auch noch frei genommen kurz vor meinem Abgabetermin, so dass ich nichtmal dann in Ruhe arbeiten konnte. In der Zeit ist mir endgültig klar geworden, dass ich einen Zufluchtsort brauche, einen Rückzugsort für mich und meine Arbeit. Und möge mir niemand unterstellen, dass ich meine Bedürfnisse meinem Mann ggü nicht deutlich formuliert habe. (Es hat mir auch leid getan für ihn, aber es war doch eher Zufall, dass ich und nicht in dieser Prüfungssituation war. Hätte ja auch umgekehrt sein können - er bildet sich beruflich weiter, ich muss ihm Raum geben. Dann hätte ich dazu viele Möglichkeiten gehabt, weil ich Freunde und Bekannte habe, mit denen ich was hätte unternehmen können. Mein Mann leider nicht. Und nun steht er auch noch kurz vor der Rente. Früher dachte ich, das wird super, weil ich sehr gerne sehr viel Zeit mit ihm verbracht habe. Nie hätte ich gedacht, dass sich das mal in die Angst verkehrt, wie wir das aushalten sollen bzw. dass ich ihn mal irgendwann nicht mehr "wollen" könnte als Ehemann, sondern "nur" noch als Freund.)
      ICH - und nicht ER - schreibe hier, weil ich traurig bin, was ich alles hinter mir lassen werde, wenn ich meinen Weg weiter gehe, all die Hoffnungen auf ein glückliches Leben mit meinem Mann, das vertraute Zusammensein, was uns immer so viel Halt gegeben hat, und wer weiß was ich noch alles loslassen muss... meine Sexualität ja auch zur Zeit, aber damit arrangiere ich mich gerade, und interessanterweise hat mir das Schreiben in diesem Forum dabei sehr geholfen. Also nicht nur das Schreiben, sondern natürlich auch die Anregungen durch euch!
      Ich schreibe hier, weil ich immer wieder mit meinen eigenen Ängsten konfrontiert werde und manchmal auch zweifle, dass ich die nötige Kraft habe, mit fast 50 nochmal völlig neu anzufangen, weil ich mich manchmal sogar lebensmüde fühle und weil ich deshalb Zuspruch gebrauchen kann. Ich schreibe hier, weil es mir das Herz bricht, dass meine Ehe nun kaputt geht. Ich keinen "schönen" Weg hinaus finde, der nicht mit Schmerzen verbunden ist. Und ich auch noch die Initiatorin dieses Endes bin.
      Also soll ich jetzt eurer Meinung nach - jetzt - am besten sofort - den brutalen Weg gehen, denn es gibt DIE "Wahrheit", und natürlich ist sie ein Menschenrecht und der einzige Weg zur Befreiung meines armen betrogenen Mannes, damit dieser mit fast Mitte 60 nochmal neu anfangen kann? Ihn seht ihr als Opfer meiner Machenschaften? Weil ich glaube, mich trennen zu müssen, weil ich glaube, die Trennung ist Teil meines Weges?
      Ich glaube immer noch, dass die Trennung ansteht, aber ich glaube auch, dass ich merke, wenn die Zeit für mich reif ist, und ich das dann so gestalten kann, dass es am wenigsten schmerzt. Ich liebe meinen Mann, aber ich liebe auch mich selber (Heureka! danke Euch für diese Erkenntnis!), und wenn ich mir selber jetzt den Boden unter den Füßen wegziehen würde, wem wäre dann geholfen? Ich suche Unterstützung für den Übergang, und ich verstehe auch, wenn ihr mich nicht versteht, auch wenn es mir natürlich anders lieber wäre. Jedenfalls danke für Eure Anteilnahme - an meinem "Schicksal" (;o)) und auch dem meines Mannes! Und das ist NICHT ironisch gemeint!
      Herzliche Grüße
      Venus


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      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

        Also ich für meinen Teil habe keine solche Wunde und lege auch keine Faust in deine.
        Es war einfach nur meine Sichtweise und ich habe ja auch geschrieben dass jeder in einer solchen Situation selber verantworten muss wie er sich entscheidet und genau deshalb, weil du hier schreibst und das womit du am Besten leben kannst die eigentliche Rolle spielt.

        Ich verurteile nicht dass du nicht ehrlich bist, ich kanns sogar verstehen.
        Es war einfach nur mal eine andere Seite die ich beschrieben habe und für die Seite deines Mannes, trägst du mit die Verantwortung, im Sinne von dem was bei einem Schweigen auf ihn zukommen und auch in dem Sinne was bei Offenheit passiert.
        Egal welcher Weg, das Ergebnis ist dann das womit du leben musst und von daher ist es auch ok nichts zu sagen, wenn du damit leben kannst dass es vielleicht doch anders gesehen wird als erwartet und das gilt es eben auch zu bedenken, dass er anders darüber denken könnte als du annimmst.

        damit dieser mit fast Mitte 60 nochmal neu anfangen kann?
        Sorry, aber das finde ich jetzt wirklich ein wenig schräg?
        Willst du damit sagen dass er zu alt ist um sein Leben neu ordnen zu können, sich vielleicht sogar nochmal zu verlieben und du deshalb den Weg gehst wo er die Zweisamkeit noch genießen kann solange sie dauert und es ein Geschenk für ihn ist, weil zu alt für was anderes?

        Im Grunde sehe ich dich nicht negativ, sicher nicht so wie du es mir vorwirfst, aber ich denke du bist auf eine Sichtweise fokussiert die ruhiges Fahrtwasser verspricht bis alles geregelt ist und ziehst andere Möglichkeiten und Empfindungen deines Mannes gar nicht erst in Betracht.

        Es ist doch so, wir denken jemanden gut zu kennen, aber wir gehen eigentlich immer nur von dem aus was wir selber über den anderen denken und fühlen, auch im Bezug auf Ehepartner, da reibt sich mancher nach Jahrzehnten die Augen wenn er erkennt dass er anders tickt als gedacht.
        Sei offen dafür dass dein Mann dich in dieser Hinsicht überraschen könnte, auch darauf sollte man vorbereitet sein.

        Nochmal, ich sehe in dir nicht die böse, aller höchstens die fixierte.;-)

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        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

          Vielleicht siehst du meine Beiträge nicht so auf die untreue Ehefrau abzielend, wenn ich dir verrate dass es mir nicht darum geht wie du dich verhältst.
          Vielleicht ein Makel meinerseits, aber es ist nun mal so dass ich gerne mehrere Seiten und Möglichkeiten durchspiele, unterschiedliche Sichtweisen und Entwicklungen in Betracht ziehe und dann (vielleicht leider), auch bei solchen Themen anbringe.
          Das ist nichts persönliches, sondern einfach nur ein eventuell zu großer Radius in dem ich mich beim Antworten bewege.

          Ja, so ist das mit mir und mir auch bewusst dass es nicht immer gut ankommt.

          Also nochmal, ich denke auch dass es dein Leben ist, deine Entscheidung und deine Verantwortung, daran will ich gar nicht rütteln, das ist einfach so.

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          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

            Und nochmal ich:

            Weil ich glaube, mich trennen zu müssen, weil ich glaube, die Trennung ist Teil meines Weges?
            Nein, das habe ich doch nie geschrieben und ich denke dass auch keiner der anderen ein Problem damit hat.

            Es geht wohl eher darum, wie sich die Leute eine faire Trennung vorstellen und da kollidieren die Vorstellungen.

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            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

              Liebe Venus, auch ich will dich nicht verurteilen. Es geht nicht um dich als "Sünderin". Wer bin ich, sowas zu verurteilen. Wie Tired schreibt: Es geht niemandem darum, die Entwicklung und die Entscheidungen in deinem Leben zu verurteilen.

              In meinem Fall hast du vollkommen Recht: da ist eine Wunde. Weil es bis heute keine Erklärung gibt, außer "ich habe halt keine Lust", und weil auf die Frage "Hast du damit abgeschlossen? Weißt du, dass du nie mehr Lust haben wirst?" höchstens die Antwort kam "Was soll das denn jetzt? Wie kommst du darauf, ich habe halt JETZT keine Lust." Und das ist im Prinzip seit elf Jahren so. Dass es eine Wunde ist und nicht gut, das merkt man auch daran, wie meine Frau reagiert, wenn sie etwas von meinen Affären mitbekommt. Sie sieht sich in dieser Hinsicht offensichtlich als Versagerin. Das ist nicht nur meine Interpretation, irgendwann hat sie es auch so formuliert - allerdings in einer Krisenphase, in der sie davon auszugehen schien, dass unsere Ehe nicht wirklich eine Zukunft hat.

              Zurück zu deiner Ehe: Nein, ich verurteile dich nicht. Ich halte dich nicht für die Böse. Ich halte dich eher für die Verträumte, die manche Aspekte beiseite lässt.

              Richtig schwierig wäre es, wenn du wirklich meintest, du müsstest für das Glück deines Mannes mitdenken, für ihn Entscheidungen treffen. Wie Tired sagt: Am Ende könnte er dich mit seiner Reaktion sehr überraschen.

              Natürlich kann er mit Mite sechzig neu anfangen. Natürlich kann er noch eine sexuelle Erweckung erleben. Vielleicht warst du für ihn genauso die Falsche wie er für dich.

              Und nein, ich meine nicht, dass du heute mit maximaler Härte alles kaputtschmeißen musst. Aber dein Mann sollte eine Chance haben. Ich bin seit bald 24 Jahren mit meiner Frau zusammen. Wir sind allgemein sehr offen zueinander. Und gerade deswegen finde ich die Vorstellung unerträglich, diese Offenheit könnte in den letzten Jahren nur gespielt gewesen sein.

              Wenn du andere Threads in diesem Forum verfolgst, dann wirst du übrigens feststellen, dass das ein ganz normales Muster ist: Menschen kommen mit einem Problem hier hin, das sie selber nicht einfach aus der Welt schaffen können. Viele wollen Bestätigung für ihre Ansichten, viele wollen sich auskotzen, die meisten wollen Unterstützung. Und ganz oft kommt in der Diskussion der Punkt, an dem Leute wie Tired oder Elektraa sagen: "Könnte es nicht auch so und so sein? Hast du schon einmal darüber nachgedacht?" Es ist ganz typisch, dass sie damit unbewusst exakt die Position des Partners einnehmen, über die ein Threadersteller sich auskotzt. Das können die beiden sehr gut: Andere Perspektiven ins Spiel bringen. In deinem Fall sind es Tired und ich, die sagen: Vielleicth wäre ein ganz anderer Weg für deinen Mann (und am Ende wahrscheinlich für dich) der bessere. Wir raten dabei rum. Wenn ich zu emotional und zu verdammend wirke, weil ich mich plötzlich besser in deinen Mann versetzen kann als in dich, dann tut mir das leid. Seit ich angefangen habe, mich mit ihm zu identifizieren, geht es mir schlecht mit deiner Geschichte. Aber ich bin nicht dein Mann.

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              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                Liebe Tired, lieber Herr_Lich,
                es ist wahr, dass ich bisher nicht die Perspektive meines Mannes eingenommen habe, weil ich es tatsächlich zu schmerzhaft finde. Es ist extrem hart, mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert zu werden, mit dem Alter(n), und dann noch mit so einem Beziehungsproblem. Natürlich würde er aus allen Wolken fallen (obwohl er das Fallschirmspringen ja jetzt aufgibt - gequälter kleiner Scherz), wenn ich ihm von A. erzählen würde. Er weiß zwar, dass sich auch andere für mich interessieren/interessiert haben, aber er vertraut mir völlig. Ob er jetzt oder später davon erfährt, der Effekt wäre sicherlich der gleiche. Der Zeitpunkt ist eher für mich von Bedeutung, damit ich meine Ausweichmöglichkeit habe, auch falls mein Mann dann mal Abstand braucht, um nachzudenken.

                Die Frage ist immer, soll/muss man "Untreue" gestehen oder sollte man das mit sich selber ausmachen und die Leichen im eigenen Keller gefälligst selbst begraben. Ich weiß darauf keine Antwort. Ich bin auch einmal betrogen worden, mein Ex-Partner hatte ein schlechtes Gewissen und hat es mir gestanden, weil mir damals beim Sex aufgefallen war, dass irgendwas nicht stimmte - ich fand ihn plötzlich übergriffig, hab ihn konfrontiert, und er brach in Tränen aus und berichtete. Damals befand ich mich gerade mitten in einer echt invasiven Umzugsphase wegen ihm, weil er nen Job in einem anderen Bundesland angenommen hat. Ich hatte gerade meinen Job gekündigt, war noch im Vertrag und hatte meine Wohnung gekündigt und ne neue gemietet, bin monatelang jedes WE 300 km hin und hergependelt mit dem Zug. Ich spürte in mich hinein, ich überlegte und beschloss, ich bin noch nicht fertig mit diesem Mann. Und siehe da, wir haben zusammen noch mehrere Weltreisen gemacht und eine Menge erlebt, in tiefer Freundschaft, bis sich zeigte, dass wir uns in sehr unterschiedliche Richtungen entwickelten und er sich leider nicht mehr dem Leben, sondern zunehmend dem Alkohol hingab (das war schon seine Tendenz vor unserer Beziehung). Er wurde dann ausfallend und gewalttätig. Das führte letztlich zur Trennung. Aber nicht der Betrug. Hätte er mir den nie gestanden, hätte das was geändert? Keine Ahnung...

                @Tired: Klar könnte mein Mann auch mit Mitte 60 noch neu anfangen, aber ich "weiß", er will das (jetzt) gar nicht. Heißt aber nicht, dass es nicht vielleicht sogar besser für ihn wäre. Vielleicht könnte er richtig gute neue Erfahrungen mit anderen Menschen machen und sowas kann ja nur positiv sein. Vielleicht würde er neu anfangen wollen, wenn ich ihm von A. erzähle. Oder ich lasse das und gehe eben so. Aber die Trennung wäre womöglich leichter für ihn, wenn er sich "berechtigt" fühlen würde, weil ich diejenige bin, die alles kaputt gemacht hat. Vielleicht versinkt er auch in Depressionen. Vielleicht akzeptiert er meinen Abschied nicht und versucht mich aufzuhalten. Wer weiß...

                Herr_Lich, ich habe mir auch schon überlegt, dass er genau wie ich mit A. vielleicht durch eine andere Frau so einen Hormonschub bekommen könnte, dass er sich wieder jung und stark und froh fühlt. Dass seine misanthropische Haltung, die zwar immer schon latent so vorhanden war, auch was mit sinkenden Hormonspiegeln zu tun haben könnte und er sich neu in das Leben verlieben könnte. Ich würde es ihm wirklich wünschen. Kann sein, dass ich dafür erst mal aus seinem Leben verschwinden müsste, damit ihm jemand anders begegnet.

                Ich weiß nur eins, genau jetzt ohne festen Job und Einkommen oder wenigstens nen "Fuß in der Tür" am Institut hab ich nicht den Mut und die Kraft, diesen Schritt zu gehen, so mies es vielleicht auch rüberkommt. Ich hatte nicht vor, bei meiner Freundin auf der Couch zu "enden" ohne eine gewisse strategische Vorsorge für meine selbständige Zukunft. Und klar stelle ich meine Ansprüche und Bedürfnisse in dem Moment vor die meines Mannes. Klar ist das egoistisch gedacht. Aber ich habe ja nicht vor, ihn jahrelang munter weiter zu betrügen und mich von ihm "finanzieren" zu lassen. Und ob ich seine Zeit stehle... naja, es ist ja nicht so, dass er nur wartet, ob ich mich jetzt trenne oder nicht und nur aus Pflichtgefühl mit mir zusammen ist. Er ist grundsätzlich ein freier Mann.
                Also schreibt mir gerne weiter Eure Meinung, zeigt mir ruhig Eure Ideen zur Perspektive meines Mannes. Auch wenn Ihr mich in vielem vielleicht nicht versteht (z.B. meine "seltsame" und seltene Liebe zu A....), gehe ich mal davon aus, dass mich tendenziell die meisten Menschen so sehen würden...
                Da fällt mir noch ein echter Sch... Spruch ein: "Life is not fair". Da ham wir's. (
                Danke Euch!
                LG, Venus

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                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                  Hallo Venus,

                  wenn man diesen Beitrag von Ihnen in eine Kurzformel transferierte, dann käme heraus, dass sich Menschen in einer Partnerschaft oft so divergierend entwickeln, dass die anfangs gemeinsame Linie zwangsläufig auseinander läuft.

                  Ich habe in der Paartherapie häufig erlebt, dass diese Divergenz besonders problematisch ist, wenn ein Paar mit deutlichem Altersunterschied - das viele glücklich Jahre zusammen gelebt hatte - etwa das 50. Jahr der Frau erreicht hat.

                  Schon rein biologisch verschieben sich bei einem Mann mit 65 Jahren die Ansprüche an das Leben, und wenn der wichtige Stellenwert der beruflichen Tätigkeit wegfällt, können sowohl der Selbstwert als auch die Kommunikationsbedingungen sich so verändern, dass auch ohne Beziehungsprobleme eine gewisse Perspektivlosigkeit eintritt.

                  Diese Vorstellung hatten sicher mehrere Autoren bei ihren Beiträgen zu Ihrem Thema.

                  Zurück zur o.g. Situation:
                  Wenn nun zu der problematischen Situation des Mannes noch die Mitteilung hinzu käme, dass ein potenter Jüngerer in die Beziehung "eingedrungen" ist und diese nun deshalb beendet wird, gäbe es wohl keinen wirklichen Neuanfang für ihn mehr.
                  Diesen Gedanken sollte man bei allem Bestreben nach unbedingter Offenheit wenigstens in Betracht ziehen..

                  Da Sie an verschiedenen Meinungen interessiert sind, betrachten Sie diesen Beitrag auch nur als eine Variante.

                  Beste Grüße

                  Dr. Riecke

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                  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                    Ob er jetzt oder später davon erfährt, der Effekt wäre sicherlich der gleiche.
                    Für ihn sicherlich nicht, für dich vielleicht.

                    Wenn du ihn nun schonst, weil du denkst er ist schon so alt und auf dich fixiert, so abhängig, dass er die Zeit noch genießen soll und du ihm damit was gutes tust und dich in zwei, drei Jahren trennst, dann ist er vielleicht dann in einer Situation die ihm nicht mehr das möglich macht was er heute noch tun würde, wenn er denn von all dem wüsste.

                    Und was ist mit dir wenn er nun tatsächlich abbauen würde in zwei, drei Jahren?
                    Wäre dann eine Trennung noch möglich wenn du ihn eigentlich dadurch schonen wolltest indem du wartest?
                    Wäre es dann leichter für dich zu gehen und ihn zurückzulassen, wissend dass für ih der Zug nun endgültig abgefahren ist und es vorher noch hätte funktionieren können dass er sich neu und zufrieden einrichtet?

                    Es ist eigentlich nur ein Verschieben der unangenehmen Konsequenzen, aber auch wenn es hart wäre, heute weißt du einigermaßen was euch mit solch einer Entscheidung erwartet, wenn du diese Entscheidung erst in einiger Zeit kund tust weißt du jetzt noch nicht einmal ob sie dann noch ohne ein noch schlechteres Gefühl umsetzbar wäre und dann hättest du eben noch eine gewisse Verantwortung falls er tatsächlich von Gebrechen ereilt werden sollte die heute noch nicht in Sicht sind.
                    Damit wäre euch beiden die Chance auf einen Neuanfang genommen.

                    Also nur weil du mehrmals sein Alter angeführt hast und seine Vergänglichkeit, was ich eigentlich etwas anders sehe, es gibt alte mittsechziger und junge mittsiebziger die sogar in diesem Alter damit beginnen ihr Leben umzukrempeln und froh sind diese Gelegenheit noch bekommen zu haben.

                    Auf was ich hinaus will ist, dass all deine Gründe ihn betreffend (sofern du dich da nicht irrst), es mit der Zeit für ihn nicht besser machen, sondern eventuell wesentlich schlechter und schmerzhafter und damit auch für dich.
                    Einen Mann den du jetzt schonen willst wegen des Alters usw. den schonst du nicht wenn er in einem noch höheren Alter damit konfrontiert wird.
                    Eigentlich würde aus der Sichtweise heraus eine Trennung gar nicht infrage kommen, weil du ihm jetzt die Zeit gönnst und dich später aufgrund einer eventuell noch schlechteren Verfassung nicht trennen könntest, wenn es darum ginge das er möglichst wenig Schmerz erlebt, der dürfte aber gerade dadurch am Ende erhöht werden.

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                    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                      Muss er denn wissen dass es da einen potenten Jüngling gibt?
                      Schonen könnte man ihn ja auch indem man sagt wie es ist, dass man sich auseinander entwickelt hat, das wäre ja ohnehin die Wahrheit, der Jüngling nur eine Folge dessen die am Ende nicht relevant ist, auch nicht für die Trennungspläne.

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                      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                        Hi Tired,
                        nein, so war das nicht gemeint - Vergänglichkeit betrifft uns alle, ich meinte nicht nur seine! Allerdings hat er in der letzten Zeit verstärkte Probleme mit Arthrose, die ihn sportlich einschränkt, und er leidet im allgemeinen selber sehr unter der Vorstellung, alt zu werden und auch unter dem von ihm so wahrgenommenen Hormonabfall, obwohl er versucht, mit Vernunft dagegen anzugehen. Ich selber komme mit der Idee von Vergänglichkeit auch schlechter zurecht als ich dachte. Die Trauer über Abschiede und Verluste aller Art (auch potenzielle) trifft mich jedesmal im Innersten.
                        Bzgl. "Offenheit" zum Grund der Trennung habe ich ja meine Überlegungen gelistet. Auch bzgl. der Optionen, die mein Mann ohne mich durchaus noch haben könnte.
                        Ein potenter Jüngling, das ist witzig, A. ist so alt wie ich ;o) - nein, so unsensibel bin ich wahrhaftig nicht, dass ich jemandem sowas um die Ohren schlagen würde. Aber mir wurde ja schon beinahe vorgeworfen, ich sei nicht "ehrlich". Ich denke nicht, dass brutale Ehrlichkeit um jeden Preis das ist, was sich die meisten Menschen wünschen. Es hat auch nicht notwendigerweise was mit Liebe und Respekt zu tun.
                        Mit dem "gleichen Effekt" bzgl. Trennung meinte ich nicht, dass es für ihn weniger schmerzhaft wird, wenn er es später erfährt. Für ihn ist es immer gleich "negativ", ob heute oder nächstes Jahr. Für mich macht es einen Unterschied, wie beschrieben.
                        Diese ganze Situation ist einerseits so banal (wie Dr. Riecke ja schildert, kommt sowas ständig vor...) und andererseits irgendwie so traurig... und gerade nimmt mir das alles wieder Energie, die ich eigentlich für mein Studium brauche. Ich werde mich jetzt mal ne Weile mit der Medienanalyse des deutschen Nachkriegskinos beschäftigen, bevor ich wieder auf diesem Bildschirm erscheine.
                        Danke für deine Gedanken!
                        LG, Venus

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                        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                          ... da ich mich bei der Filmanalyse mit Psychoanalyse beschäftigen muss, fiel es mir gerade in Bezug auf meine Beziehungen wie Schuppen aus den Haaren ;o):
                          mein Mann > Thanatos; A. > Eros. Na denn. Das macht absolut nichts einfacher. Vielleicht lauern noch tiefere und v.a. hilfreichere Erkenntnisse auf dem Weg...
                          Bis bald
                          LG, Venus

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                          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                            Liebe Leute (Tired, Herr_Lich, Gucki),
                            sorry, ihr schießt euch wohl gerade auf mich ein, .....

                            ....... Ich kenne meinen Mann sehr gut, ich war in 17 Jahren max. 1 Woche von ihm getrennt. Wir standen bis vor 1 Jahr in absolut allen Themen unseres Lebens im engsten intensivsten und vollkommen offenen Austausch. Wer von Euch hat im Vergleich soviel Zeit mit seinem jew. Partner verbracht?
                            Hallo Venus

                            Nein, ich habe nochmal mein Beitrag gelesen und kann nirgends ein "einschiessen" rauslesen. Müsstest Du mir genauer erklären. Im Gegenteil habe ich geschrieben, dass sowohl ich einige Zeit meine Eskapaden für mich behielt. Und genauso habe ich geschrieben, dass auch meine Frau wohl sogar etliche Jahre ihre Gedanken für sich behielt.....wir beide aus unterschiedlichen Gründen.

                            Die Gedanken von Dr. Riecke kann ich nachvollziehen. Für mich ist wichtig, dass ich weiß was ich tue - und dass ich auch damals, als ich zum ersten Mal außerhalb Ausgleich suchte und fand und drüber schwieg, wusste was ich tue und warum ich das tue. Von daher, wenn Du dir deines Weges sicher bist - ich widerspreche nicht.

                            Und meine Frau kenne ich nächstes Jahr seit 40 Jahren. Habe also schon gut das doppelte deiner Zeit mit ihr verbracht..........ob 17 oder 40 Jahre finde ich aber egal, wenn eine Ausnahmesituation entschieden werden muss.

                            Dass Schreiben im Forum und der Austausch weiterhilft kann ich bestätigen. Ich habe nicht viele, die von meiner Situation wissen und mit denen ein Austausch darüber möglich wäre. Von daher ist das Schreiben hier oder woanders für mich wesentlich zum Sortieren meiner Gedanken und zum Finden von Selbstbewusstsein für mein Tun und Handeln. Schön dass Du das ähnlich empfindest, das bringt uns gedanklich näher.

                            @ an Alle:
                            die Situation von Herr_Lichs Frau zu meiner ist wohl schon deutlich unterschiedlich. Meine weiß recht genau, dass sie auch von der Perspektive her keine Lust hat und geht fest davon aus auch nie mehr haben wird. Als sie mir das in dieser Konsequenz kommuniziert hat wurde mir schon der Boden unter den Füssen weggezogen. Ich habe mich gefragt, ob ich mit dieser Perspektive in der Beziehung bleiben will. Und diese Frage war über etliche Monate für mich offen.
                            Letztendlich weiß ich bisher auch nur, dass ich es versuchen will.

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                            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                              Die einfachere und für dich selber beste Variante Venus, wird es wohl sein das zu tun womit du leben kannst.

                              Man muss sicher unterschiedliche Szenarien bedenken, aber wenn du für dich sagst dass es besser ist später darüber zu reden, dass du überzeugt bist es ist für dich und ihn besser, dann ist es das was du auch vertreten kannst.

                              Bei Ehrlichkeit kann es sicher passieren dass er in einem Loch versinkt, das kann auch passieren wenn du wartest, man weiß es nicht und ich kann das auch nicht beurteilen.
                              Du musst am Ende die Entscheidung treffen mit der du am ehesten zufrieden sein wirst, die du vor dir selber vertreten kannst und mehr kann ja auch niemand erwarten, von wegen: Nach bestem Wissen und Gewissen".

                              Es wäre nicht mein Ding, aber wir sind ja zum Glück auch nicht alle gleich in den Ansichten und bei deinem Mann kann man ohnehin nur vermuten wie er sich bei welchem Szenario fühlt, was für ihn besser wäre und wir Menschen neigen dazu anzunehmen dass so ziemlich jeder und in jedem Fall lieber die Wahrheit wüsste, aber wissen kann man das natürlich auch nicht, im Bezug auf deinen Mann.
                              Möglich das er jetzt sagen würde dass er alles wissen will, aber sich ein halbes Jahr später wünschen würde im glückseligen Nichtwissen zu leben.
                              Das weiß niemand und leider wird das dann auch keine Rolle mehr spielen wenn es mal raus ist, egal ob morgen oder in fernerer Zukunft.

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                              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                Ganz normal sagen, was Sache ist, das wär wohl jedem das liebste, wenn man ihm so begegnet.
                                Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit ist wohl die größte Ehrerbietung die man jemanden geben kann und zugleich ist das Liebe.

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                                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                  Liebe Venus, sieh das als ganz besondere Kostbarkeit, die jetzt auf jedem von euch zukommt.

                                  Dein Lebensgefährte hat sich schon das Grab geschaufelt, er steht nicht mehr auf, siecht irgendwie vor sich hin und hält sich an dir fest, im Glauben, er ist schwach.
                                  Er hat sich damit abgefunden, dass alles ist, wie es heute ist.
                                  Kein Sex mehr, keine Herausforderung mehr, alles recht komfortabel gemütlich, aber eben, er bereitet sich schon vor aufs Ende und zieht sich schon mit der Gitarre auf den Knien in seine Ecke zurück.
                                  Das ändert sich natürlich, wenn du gehst! Da wird er wieder munter!
                                  Er wird bemerken, dass er so viel noch leisten kann, wenn du nicht mehr für ihn sorgst, dann macht er das natürlich wieder selbst und zugleich ist er dann fitter, reger, wacher wieder.
                                  Nichts ist tödlicher, als wenn auf einem erwachsenen Menschen jemand einwirkt, als wär er dessen Betreuung und Fürsorge.
                                  Das hilft, um jemand in Abhängigkeit zu bringen, darum macht man das ja.

                                  Klar wird er schockiert sein ein paar Tage. Das muss man einkalkulieren und nach den paar Tagen wird er wie ausgewechselt reden, sprechen, sein, handeln.

                                  Das ist wie wenn man das Alte zerfetzt, damit das Neue ins Spiel kommen kann. Vor dem darfst du dich nicht fürchten, vor diesem Zerstören eines Rituales, das man gelebt hat.
                                  Natürlich schaut das aus, als würde alles nur noch Chaos sein, die erste Zeit.

                                  Du musst ihm halt die Furcht nehmen, dass du ganz aus seinem Leben gehst. Sei nach wie vor seine Freundin, die aufrichtig und ganz ehrlich und ganz offen mit ihm ist und natürlich nach wie vor Ansprechpartner und ganz selbstverständlich auch die, die ihn liebt.

                                  Das einzige, was sich geändert hat, das ist die Zukunftsvariante, die man sich ausgemalt hat. Das muss nicht bedeuten, dass diese schlecht ist. Ganz im Gegenteil, er wird aufblühen, das wirst du schnell merken.

                                  Er wird eine andere Frau suchen, jemand, der mit ihm vielleicht die Welt bereist. Jemand, der mit ihm in Saus und Braus lebt, frisch verliebt und völlig anders, als man mit dir leben konnte.

                                  Gönne ihm ein vorzügliches Neues Dasein. Das was er nie dachte, dass es noch möglich ist für ihn. Er wird staunen und sich wundern, wie er nur festhalten konnte und wollte an diesem Grab, das er als Gültig gesehen hat und halt nicht zu ändern.

                                  Ebenso macht auch die Ehefrau von A ganz bestimmt mal einen Kummerkloß, bis auch sie ganz ganz schnell merkt, es hat sich alles gebessert, nicht verschlechtert.

                                  Macht euch einfach los und liebt euch. mehr ist doch nicht zu tun!

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                                  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                    Liebe Venus, mir geht es nicht um das Gestehen von Untreue. Mir geht es darum, dass du deine Zukunft seit einem Jahr ohne ihn planst. Dieses Jahr hast du ihn für den Markt schon älter gemacht. Wieder ist das eine parallele, die ich zu mir sehe. Wenn in meiner Ehe so ein Ende käme, bei dem ich wüsste, dass es für sie seit 2008 absehbar war, dann würde es für mich bedeuten, dass sie mir elf jahre gestohlen hat.

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                                    • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                      Liebe Elektraa,

                                      dein letzter Beitrag hat mir mal wieder die Tränen in die Augen getrieben und mich gleichzeitig froh gemacht, denn ich glaube, dass ich das hinbekommen kann... es ist das, was ich will, und es ist das richtige, wenn/weil es meinem Mann die Möglichkeit eröffnet, sehr viel glücklicher zu werden als er es jetzt ist. Denn meine Stimmung beeinträchtigt ihn natürlich, mit jemand anderem wäre es vielleicht sehr viel angenehmer.

                                      Nebenbei schickt das Leben mal wieder deutliche Zeichen - eine Nebenkostenabrechung, die zehnfach erhöht ist (und auch sonst fehlerhaft), weil unser Vermieter alle Parteien aus dem Haus ekeln will, um angeblich die Wohnungen kernzusanieren und dann einzeln zu verkaufen (wir glauben, er will abreißen und neu bauen, würde sich eher lohnen). Seit er die Hütte gekauft hat, gibt es regelmäßig Stress mit ihm, alle Parteien im Haus gehen gemeinsam anwaltlich gegen ihn vor. Zwar können wir hier noch wohnen bleiben für die nächsten 6 Jahre, aber es wird halt immer ungemütlicher und die Wohnung auch nicht besser, der Vermieter kümmert sich um nichts. In dieser Hinsicht steht also eine Entscheidung an - mein Mann und ich werden umziehen müssen, und dann wird es ernst mit der eigenen Bleibe. Und ich müsste ihm das natürlich vorher kundtun, dass ich sowas vorhabe. Wäre ganz gut, ich würde jetzt schon ein Zimmer finden. Mal sehen, was der Mensch von sich gibt, der mir neulich dieses Angebot gemacht hat. Ob das seriös bzw. akzeptabel für mich ist. Das werde ich am kommenden Donnerstag eruieren, zumindest ist das mein Plan.

                                      Von A. hab ich seit dem 15.11. nichts mehr gehört. Er ist jetzt auch offline. Ich habe keine Möglichkeit, ihn zu kontaktieren außer Besuch, und das werde ich mal besser bleiben lassen.
                                      Mein Mann ist gerade zum Flugplatz gefahren, um sein Equipment zu verkaufen bzw. Aushänge zu machen dafür. Ich werde gleich einen Spaziergang machen und mich danach der Vorbereitung meiner nächsten Gruppenmoderation fürs Studium widmen.
                                      Alles geht irgendwie weiter, alles "fließt"... oder? Mal sehen...

                                      Herzliche Grüße und einen schönen sonnigen Sonntag
                                      Venus

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                                      • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                        Lieber Herr_Lich,
                                        ich will jetzt nicht den Erbsenzähler machen, aber ich plane nicht seit 1 Jahr die Trennung. Das einzige, was ich für 2019 geplant habe, war meine Bachelor-Arbeit fristgerecht fertig zu bekommen (30.09.). Ich war gar nicht in der Lage bei meinem Arbeitspensum, irgend etwas anderes konkret in Angriff zu nehmen. Dass es zu einer Trennung von meinem Mann kommen würde als notwendigen nächsten Schritt meiner Lebensentwicklung oder wie auch immer man das nennen kann, war mir nur klar, weil ich eben "verstanden" habe, was da zwischen A. und mir geschehen ist und dass das quasi lebensverändernd für mich war/ist. Nicht nur für mich, sondern nun auch für meinen Mann - womöglich auch für A. und seine Frau. Der Mensch ist halt keine Insel, so ziemlich jede Entscheidung, die man trifft, hat Auswirkungen auf andere. Aber das wissen wir ja alle längst.
                                        Und ehrlich gesagt, ich war erstmal eher erschüttert über diese Erkenntnis als erfreut. Aber der Kontakt mit A. hat mir das Gefühl gegeben, dass ich das alles gut in Ordnung bringen kann, mit Liebe und Respekt... und ohne den Kontakt hatte ich dann das Gefühl, ich bin dem allen nicht gewachsen, es ist sowieso sinnlos, so eine Lebensänderung jetzt noch zu versuchen... ich war emotional vollkommen abhängig von Bestätigung. Und nun habe ich die nicht mehr und komme wohl auch so klar. Denn es ist doch wahr, dass ich meinen Mann möglicherweise davon abhalte, sein Leben für sich viel besser zu gestalten. Und das werde ich nicht mehr lange tun (s. mein Post an Elektraa).
                                        Mit Glück lässt sich im Frühjahr nächsten Jahres was Konkretes umsetzen, oder auch schon eher. Wir werden da einen Weg finden. Ich werde gerne weiterhin berichten!
                                        Ich liebe meinen Mann zu sehr, um ihm sein Leben zu vermiesen.
                                        LG, Venus


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                                        • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                          Lieber Gucki,
                                          dann hab ich in deinem letzten Beitrag was fehlinterpretiert, mir kam es vor, als hättest du auch die "Ehrlichkeitskeule" rausgeholt ;o)
                                          Vor der Begegnung mit A. bin ich meinem Mann ja auch sexuell entgegengekommen, obwohl ich keine Lust mehr verspürte, aber ich hoffte, dass wenigstens er noch was davon hat. Ich fand (und finde das immer noch), dass man, will man eine Ehe retten, sich um diesen Aspekt auch aktiv kümmern muss. Sexualität, erotische Liebe, ist nicht das einzige, was eine Ehe zusammenhält, aber für viele doch sehr wichtig und so war es auch bei meinem Mann und mir. Auch wenn wir eine ausgeprägte Freundesliebe haben, ist es doch für die meisten Männer - und so auch für meinen Mann - wichtig für sein Rollenverständnis von Männlichkeit, dass Sex stattfindet. Das kann ich nachvollziehen. Ich habe getan, was ich konnte.
                                          Erst seit ich verstanden habe, was mir mit A. geschehen ist (und das war, bevor ich mit A. Sex hatte!), war Sex mit meinem Mann für mich plötzlich "tabu". Das wäre mir - paradoxerweise - zu viel an Betrug gewesen. Mein Körper = ich war A. treu. Ich konnte nicht mehr anders.

                                          Übrigens, 40 Jahre Ehe klingt im Vergleich zu 17 Jahre "Treue" und 18 Jahre Beziehung wie eine Ewigkeit, aber mein Mann war ja auch fast 25 Jahre verheiratet, hat aber aufgrund seines Berufs (Militär) kaum Zeit mit der Frau verbracht. Sie haben sich so schlecht verstanden, dass eine so intensive Beziehung, wie er sie zu mir hatte, niemals eine so lange Zeit ausgehalten hätte. Das war nur aufgrund des Abstandes möglich. Ich meine also, wie gut man jemanden kennt, hängt nicht so sehr von den Jahren der Bekanntschaft/Ehe ab, sondern von der Zeit, die man sich tatsächlich intensiv mit dem anderen Menschen beschäftigt hat. Und ich habe mich sehr intensiv mit meinem Mann beschäftigt. Womöglich kennst du deine Frau ja auch sehr gut, aber dann ist da doch eine Dimension ihres Wesens, die dir verborgen scheint oder die du eben nicht verstehen kannst. Vielleicht ist ihr diese Seite ihres Selbst ebenso verborgen, und sie hat nur keinen Bedarf, das zu ändern, warum auch immer. Vielleicht ist ihr das gar nicht bewußt.
                                          Natürlich ist ein Mensch mit vielen Facetten immer fähig, einen zu überraschen, und ich kann mir bei meinem Mann entsprechend auch sehr unterschiedliche Reaktionen auf meinen Trennungsvorschlag vorstellen. Und wie Dr. Riecke schrieb - unsere Lebensziele divergieren bzw. ich weiche plötzlich ab... eigentlich hätten wir fast schon damit rechnen können, aber dann wiederum konnte ich mir niemals vorstellen, dass mein Mann mal "alt" wird, d.h. der Altersunterschied, der ihn für mich zur Zeit unseres Kennenlernens überhaupt erst attraktiv gemacht hat, irgendwann zum Negativfaktor werden könnte.
                                          Ich werde mir die größte Mühe geben, ihm nicht im Wege zu stehen, denn ich liebe ihn ja (s.o.)
                                          LG, Venus


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                                          • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                            Es ist eigentlich dann gar nicht mehr auszuziehen, warum auch? Wieso dieser Zusatzstress???

                                            Als Überbrückung habt ihr euch noch gegenseitig Hilfe zu sein, das wär wohl das Gesündeste und Koscherste.

                                            Es sind jetzt die ganzen Aufklärungsgespräche dran, die Wohnung muss richtig leicht zu verlassen sein, der ganze Krempel entsorgt und weggeschafft, sich gegenseitig trösten und begleiten ins Neue, in die ganzen Herausforderungen alle, dazu brauchts doch Unterstützung!

                                            Die müsstest du ihm schon anbieten und auch geben. Nicht ausziehen und friss, werd damit selber fertig.. nein, wir klären uns auf, wir gehen gemeinsam Scherben wegräumen und hören uns natürlich zu, was jeden von uns so bewegt jetzt.

                                            Es ist jetzt wirklich Aufbruchstimmung, die müsst ihr nutzen! Nicht wegschleichen heimlich und eine Kasemate beziehen, die Müllberge zurücklassen. Hier ist Mithilfe wichtig, ihr seid Freunde und klar werdet ihr euch gerade da jetzt nicht alleine lassen.

                                            Du musst nicht fliehen, gerade das wär fies und grob fahrlässig dir gegenüber, ihm gegenüber.

                                            Was glaubst du, wie sich das jetzt positiv auswirken wird auf eure Gespräche, auf euch selbst, wenn diese Tabus gesprengt sind und diese Unehrlichkeit, die ihr da am Tisch habt, gesprengt ist.

                                            Von wegen Trauerfall..Abbruch, neu gebaut wird jetzt! Es wird wunderschön!

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                                            • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                              "neu gebaut wird jetzt! Es wird wunderschön!"

                                              Das kann es - aber jeder für sich.

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                                              • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                                "neu gebaut wird jetzt! Es wird wunderschön!"

                                                Das kann es - aber jeder für sich.
                                                Auf diese Perspektive lenken sich die wenigsten, ( die an Trennung denken) die meisten reden sich vor, das ist nun eine Kathastrophe, die auf einen zurollt, statt darin eine richtige Chance zu erkennen.

                                                Ich kann es auch nicht verstehen, wenn man sofort wieder mit wem anderen zusammenzieht, ohne diese Lust auszukosten, mal ohne Anhang zu sein.

                                                Diana, mal ehrlich, meinst du wirklich, dein A braucht gleich wieder eine Frau, die schmachtend nach Beziehung trachtet??

                                                Der kackt sich doch in die Hose, wenn du neben ihm wohnst.
                                                Du bist doch wesentlich beweglicher wie er! Das beschämt ihn doch. ( jetzt noch, so schnell, drum ist er sicher versteckt und meldet sich nicht).

                                                Lass ihn zuerst einmal Mann werden und eigenständig sein Leben in die Hand nehmen. Kannst ja seine Mätresse sein ein paar Jahre und in aller Ruhe aufkommen zu seiner Größe, die er anpeilt.

                                                Gib ihm alle Zeit der Welt und deinem Mann auch, um zu verdauen können und umdenken zu lernen.

                                                Sei Nebensache, die schönste Nebensache neben juchee, ich lebe, wie mir gefällt!

                                                Ihr alle Beteiligten seid jetzt im besten Alter, so richtig durchzustarten, jeder für sich, aber, dadurch, dass ihr euch weiterhin mögt, ist keiner einsam.

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                                                • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                                  Diana muss umgetauscht werden in Venus, dann stimmts.

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                                                  • Re: "zwischenmännliche" Beziehungen: Leidenschaft und Leid

                                                    Liebe Elektraa, lieber Herr Dr. Riecke,
                                                    das schrieb ich ja bereits in meinem Eingangspost und danach ebenfalls noch mehrfach, dass ich (endlich wieder) alleine leben möchte. (Das konnte ich in meinem ganzen Leben leider nur einige Jahre genießen, und es war bzgl. Wohnsituation die beste Zeit! Nie habe ich mich so frei gefühlt! ) Dann könnte ich arbeiten wann ich will und würde niemanden stören. Wer mich besuchen will, ist jederzeit herzlich willkommen.
                                                    Meine Überbrückungsidee ob meiner finanziellen Situation war deshalb, zunächst einen Atelier-/Arbeitsraum zu finden.
                                                    Jede(r) der Beteiligten dieser Geschichte hat sein/ihr eigenes Leben und vermutlich ist es auch für alle besser, erstmal jeweils einen eigenen Rückzugsraum zu finden. Aber ich kann nur für mich sprechen.
                                                    Elektraa, Diana und Adonis wurden übrigens auch schon mal zusammen gesehen ;o)
                                                    Davon abgesehen - die Idee, dass es sich dabei um einen für alle tendenziell positiv besetzten Neubeginn handelt, finde ich wundervoll. So darf man das Leben auch mal betrachten! Nicht alles muss immer problembeladen sein! Danke!
                                                    Herzliche Grüße
                                                    Venus

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