• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Verzweifelt und traurig

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Verzweifelt und traurig

    Hallo!
    Ich möchte mal unabhängige Meinungen zu unserer Situation hören...
    Und zwar geht es ums Kinderkriegen. Ich bin Mitte dreißig und seit 5 Jahren mit meinem Mann (Ende 30) verheiratet. Als wir heirateten war der Kinderwunsch für uns beide +/- abstrakt. Wir sagten beide: Kinder ja, aber jetzt noch nicht. Seit etwa 1,5 Jahren ist der Kinderwunsch bei mir konkret und pünktlich alle halbe Jahr bekommen wir uns darüber in die Wolle. Es ist nicht so, dass wir uns richtig doll streiten und die Fetzen fliegen. Es ist mehr so, dass unsere Meinungen unversöhnlich sind und ich heulen muss und dann alles wieder verdränge und wir weiter machen, wie bisher. Insgesamt ist unsere Beziehung harmonisch und wir lieben uns wirklich sehr. Ich fühle mich bei ihm wohl und geborgen. Ich will keinen anderen Mann. Nur in diesem – eigentlich existentiell wichtigen Punkt – finden wir keine Lösung. Anfang diesen Jahres dann hat er „Ja“ zu einem Kind gesagt, unter bestimmten Voraussetzungen. Diese sind erfüllt. Wir machten ab, dass ich meine Pillen noch aufbrauche (ich hatte noch für 6 Monate) und wir es dann „probieren“. Seit 1 Woche nehme ich die Pille nicht mehr. Gestern hab ich es ihm gesagt. Daraufhin brach ein Gewitter los. Unter Heulen und Zähneklappern gestand er mir, dass er es nicht könne, selbst wenn er wolle. Er habe viel zu große Angst davor, ein Kind zu haben und um die 20 Jahre dafür Verantwortung zu tragen. Nur aus Liebe zu mir ein Kind in die Welt zu setzen sei dämlich. Er fürchtet, daran würde unsere Beziehung scheitern, weil der Stress mit dem Kind zu viel für uns sei. Er wolle nicht länger von zuhause wegbleiben, nur weil er keine Lust auf ein nerviges Kind hat. Und es tue im so leid, er käm sich schlecht uns gemein vor, schließlich habe er es mir versprochen...
    Es ist ihm klar, dass unsere Beziehung auch daran scheitern kann, dass wir kein Kind bekommen und ich es ihm immer vorwerfe, dass er sich geweigert hat. Oder dass ich ihn verlasse, um mit einem anderen Mann eine Familie zu gründen. (Rein theoretisch, ich wüsste gar nicht, wo ich so jemanden kennen lernen sollte außerdem will ich ihn gar nicht verlassen, weil ich ihn doch liebe!) Ich weiß echt weder ein noch aus. Wir sind beide total am Ende und verzweifelt.

    Zu allem Überfluss ging ich nach stundenlanger Heulerei gestern Abend in die Kirche – einfach um alleine zu sein und Ruhe zu finden. Und es war Gottesdienst und gerade las jemand die Stelle aus der Offenbarung vor, wo Maria schwanger war und „das Kind in ihrem Leib vor Freude hüpfte“ und sie ihm unter Schmerzen das Leben schenkte. Toll, was?
    Ich weiß wirklich nicht, wie es weiter gehen soll…

    Hopi


  • RE: Verzweifelt und traurig


    Hi Hopi,

    du tust mich sehr leid und das was ich dir jetzt schreibe wird dir noch mehr weh tun. Ich kann leider nicht anders. Um es ehrlich zusagen: Dein Mann hat dich seit über 5 Jahren betrogen!!!!

    Er hat dich 5 Jahre lang angelogen und zerstört gerade deinen kompletten Lebensentwurf. Entweder Ihr findet eine einvernehmliche Lösung oder du mußt dich von ihm schleunigst trennen, denn die Zeit arbeitet gegen dich.

    Ciao,

    Parmenion

    PS.: Solltest du katholisch sein, dann kannst du die Ehe anolieren lassen. Da von seiner Seite die Voraussetzungen für eine Ehe nicht gegeben waren.


    Kommentar


    • nachtrag


      Hi Hopi,

      ein kurzer Nachtrag. Ich glaub nicht, dass schon alles verloren ist und Ihr keine Chance habt zu einer einvernehmlichen Einigung zu kommen. Aber mach deinem Mann klar, dass er gerade deine ganze Lebensplanung kaputt macht und dass er dich im Endeffekt seit 5 Jahren belügt und betrügt.

      Ich weiß ich kann ziemlich krass sein. Es ist in diesem Zusammenhang noch zu fragen, welchen deiner Lebensentwürfe er noch zu tropedieren gedenkt.

      Ciao,

      Parmenion

      Kommentar


      • RE: Verzweifelt und traurig


        Hallo Hopi,

        Parmenion hat leider Recht -

        Du beschreibst einen Mann, der Dir das gesagt hat was Du hören wolltest. Im Grunde genommen scheint es aber, dass er nicht wirklich Verantwortung übernehmen will und nicht zu dem steht, was er sagt.

        Wenn Kinder und Familie eines Deiner zentralen Lebensziele sind, würde ich mir sehr gut überlegen, ob Du darauf verzichten willst. Was passiert, wenn er sich in 5 Jahren wegen einer jüngeren von Dir trennt?

        Ich wünsch Dir viel Glück - und es gibt genug Männer, die Partner UND Vater sein wollen!

        Kommentar



        • RE: Verzweifelt und traurig


          Hallo Hopi!

          Ich sehe die ganze Sache nicht so hoffnungslos wie meine
          beiden Vorschreiber.
          ich denke ein Gespräch mit einer dritten Person könnte Euch helfen, es ist absolut nichts ausergewöhnliches, daß es Männer schwer fällt diese entscheidung für sich zu treffen da sind jede Menge Existenzielle Ängste von Seiten Deines Mannes ernstzunehmen und zu beseitigen.
          Das ist denke ich eine Sache der Möglichkeit und kein Trennungsgrund.

          Wie sieht denn Eure finanzielle Lage aus und wie stellst Du Dir ein leben mit kind vor?

          Steck nicht den Sand in den Kopf, hier ist noch lange nicht alles verloren:-))
          lG Zoe die am WE auch mal Ihren Schatz wegen absetzten der Pille befragte und ein nein geerntet hat:-((

          Kommentar


          • RE: Verzweifelt und traurig


            Hallo Zoe und Vorschreiber!

            Ich bin mir so unsicher... einerseits will ich ihn nicht verlieren, er bedeutet mir sooo viel. Ich nehme seine Ängste ernst. Aber ich kann ihm nicht helfen. Es ist alles so irrational.

            Als er in der Vergangenheit ablehnend reagierte schob er immer Gründe vor wie Arbeit, Geld, seine chronische Darmerkrankung. Ich kann sehr viel besser damit umgehen, dass er jetzt zugibt, dass er schlicht eine Scheißangst hat. Das macht mich todtraurig, aber nicht so wütend wie bei den anderen Ausreden.
            Finanziell sind wir zwar nicht auf Rosen gebettet, aber es geht uns gut. Wir sind ganz normales Mittelmaß. Wenn ich ein oder zwei Jahre pausiere, passiert uns nichts – wir müssen uns einschränken, klar, aber wir kämen ganz gut zurecht. Mein Job ließe mit hoher Wahrscheinlichkeit Heimarbeit und Teilzeitarbeit zu.

            Ich bin mir darüber bewusst, dass ein Leben mit Kind alles verändert. Aber ich bin bereit, das in Kauf zu nehmen. Ich sehe nicht alles so schwarz wie er. Ich male es mir aber auch nicht schön. Ich denke, ich kann es relativ realistisch einschätzen, da ich von Verwandten und Freunden viel mitbekomme (und da gibt es vieles, was hochgradig nervig ist).
            Aber ich wollte schon immer Kinder. Ich habe nicht promoviert, weil ich wusste, ich finde als Dr. rer. nat. keinen familienverträglichen Job. Ich habe mir einen Job gesucht, bei dem ich Job und Kind einigermaßen gut unter einen Hut bekommen könnte. Wir sind vor 2 J. in eine 4 Zimmer Wohnung gezogen und ein Zimmer ist noch immer ein bisschen Rumpelkammer, da es ja irgendwann mal sowieso das Kinderzimmer werden sollte. Haha.

            Ja, ich komme mir verarscht vor, aber ich bin nicht wütend, nur traurig. Wenn ich seine Ängste doch begreifen könnte und sie ihm nehmen. Ich weiß nicht, was es ist, woher es kommt, ob er mal ein Trauma erlebt hat oder so. Mir ist das Kinderkriegen auch nicht 100% geheuer, weil ich nicht abschätzen kann, was einen da *wirklich* erwartet, aber ich bin bereit, mich darauf einzulassen. Man kann doch nicht alles im Leben planen.


            PS Ich bin übrigens nicht katholisch und nicht mal besonders gläubig. In die Kirche gehe ich eigentlich nur an Weihnachten zum Gottesdienst und sonst nur „als Zuflucht“, wenn ich traurig und verzweifelt bin und zur Ruhe kommen will.

            Kommentar


            • RE: Verzweifelt und traurig


              Liebe Hopi!

              Eigentlich geht es mir ähnlich wie Deinem Mann mit dem Unterschied, daß ich weiß worauf ich mich einlasse, als ich meinen Schatz kennenlernte sagte der mir klipp und klar das er noch ein Kind möchte, für mich war bis dato klar ich will keins mehr aber jetzt mit der Zeit gefällt mir der Gedanke immer mehr und doch bleiben die Zweifel es ist ein wechselbad der Gefühle am WE z.B. hätte ich am liebsten Nägel mit Köpfen gemacht aber meiner will noch ein halbes Jahr warten womit er durchaus recht hat.
              mein Problem ist das ich immer älter werde meine Tochter immer größer und ich wieder von vorn anfange wenn meine Tochter aus dem gröbsten raus ist , daß macht mir auch Angst auch weil ich es im Moment so wie es ist schön finde und nur hoffen kann das ein Kind dies nicht kapput macht.
              Aber dieses Risko muß man hinnehmen wer weiß schon was passiert man kann wirklich nicht alles planen ein bisschen Mut gehört schon dazu.
              Gruß Zoe

              Könntest Du denn mit der Entscheidung gegen ein Kind leben oder wäre dies für Dich unvorstellbar???

              Kommentar



              • RE: Verzweifelt und traurig


                So wie ich das sehe, hast Du Dein Leben in den letzten Jahren genau darauf ausgerichtet.

                Mich erinnert das irgendwie an meine Eltern - meine Mutter wollte von Anfang an Kinder - mein Vater aber nur, "weil man irgendwann halt Kinder hat". Heute haben meine Schwester und ich den Kontakt zu unserem Erzeuger abgebrochen.

                Ich wünsche mir irgendwann (wenn ich denn mal die passende Partnerin gefunden habe) Kinder - und ich weiß auch nicht genau, wie das sein wird. Aber ich denke, dass Menschen das schon so oft hinbekommen haben - warum sollte ich das nicht auch schaffen?

                Ich kann Dir nur raten, Dir jetzt Gedanken zu machen und Dir vielleicht auch professionelle Hilfe zu holen - nicht erst wenn Deine Kinder da sind und die Beziehung dann zur Qual für Dich und Deine Kinder wird.

                Kommentar


                • RE: Verzweifelt und traurig


                  Hallo!

                  Könntest Du denn mit der Entscheidung gegen ein....

                  Ich weiß es nicht. Im Moment finde ich alles auch ohne Kind sehr nett . Lange ausschlafen, Urlaub machen, nicht auf den Cent gucken müssen. Aber innendrin tickt die biologische Uhr. Und die sagt mir: Es bleibt mir nicht mehr viel Zeit. Ja, ich will ein Kind. Wäre ich oder mein Partner steril, würde ich keine krampfigen Invitrofertilisationen oder Hormonstimulanzien-Theater mitmachen. Dann wäre es Schicksal und ich würde mich schweren Herzens damit abfinden. Aber so ist es Angst, die alles lähmt und verhindert.
                  Das kampflos hinzunehmen bin ich nicht bereit.

                  Kommentar


                  • Nachtrag / bezieht sich auf den Beitrag von Hopi


                    mein letzter Beitrag bezieht sich auf Hopi
                    Zoe war schneller...

                    Kommentar



                    • Thema Eigenliebe


                      Hallo Hopi,

                      euer Problem kann, muss aber nicht, seine Wurzeln in mangelnder Eigenliebe haben. Versuche einmal in Dich hinein zu hören und meine VERMUTUNGEN (keine Tatsachen, keine Behauptungen, nur Vermutungen) etwas abzuklopfen:

                      Dein Mann hat Angst, dass sein jetzt so festgefügter Alltag aus den Fugen gerät. Das ist eine Behauptung, die er - wie Du oben schilderst - selbst aufgestellt hat. Nun gut.

                      Vermutung:
                      Er braucht Deine ganze Liebe, um einen Ausgleich für fehlende Eigenliebe zu bekommen. Seine Kindheit war belastet von Strenge, Gewalt, Disziplin, Härte, hohen Ansprüchen/Forderungen, die ihm keinen Platz ließen, sich anders als in die vorgegebene Richtung zu entwickeln. Er adaptierte die Gedanken seiner Eltern und richtete sein Leben danach aus. Auch als Erwachsener tat er instinktiv noch das, was er im Elternhaus gelernt hatte: er richtete sein Leben nach den Vorstellungen seines Elternhauses aus und gab damit die Macht über sein Leben aus der Hand, fühlte sich als Opfer der "Umstände". Er hat nicht gelernt, sich selbst zu lieben, weil es nicht wichtig ist, um erfolgreich, "ein Mann", ein guter Sohn/Bruder/Ehemann zu sein. Er kann nicht JA sagen zu einem Kind, weil sein Bezug zu dem Begriff Kindheit kein positver ist. In Wirklichkeit verarbeitet er immer noch das Bild seiner Kindheit, das er innerlich ablehnt, weil es ihn nicht glücklich gemacht hat - und genau so eine Kindheit will er nicht für sein Kind. Wenn Du ihm sagst, es wird ein Kind sein wie Du: liebenswert, liebevoll, wertvoll, dann wird alles in ihm schreien: das bin ich nicht und darum will ich das nicht. Aber er kann das nicht in Worte fassen. Er will die Schmerzen nicht erleben, seine Kindheit noch einmal zu betrachten, nach den eigenen Wurzeln und Fehleinschätzungen zu suchen und ENDLICH das Kind in sich selbst zu lieben.

                      So. Soweit der Katalog meiner Vermutungen. Es gibt eine Chance, diesem Mann Mut zu machen, seine Zukunft selbst in die Hand zu nehmen, indem er seine Vergangenheit als abgeschlossenen Teil seines Lebens begreift, auf den er keinen Einfluss mehr hat. Aber den Zeitpunkt, wann er selbst diesen Schritt zu tun bereit ist, den kannst Du nicht forcieren, der kommt irgendwann von selbst.

                      Ich weiß nicht, ob Du selbst Dein eigenes Lebensbild ändern möchtest und vielleicht selbst ähnliche Bilder in Dir trägst, die Dir den Weg zur Selbstliebe versperren. Vor allem weiß ich nicht, ob Du die Zeit aufbringen willst, die Lektionen abzuwarten, die Dein Mann noch braucht, um sich selbst lieben zu können. Das Ticken der biologischen Uhr wird ja lauter, drohend im Hintergrund.

                      Vielleicht könnte euch eine gemeinsame Suche nach den Quellen für mangelnde Selbstliebe helfen, diese Krise gemeinsam durchzustehen. Du kannst darauf vertrauen, dass ihr einen gemeinsamen Weg gehen werdet, der euch beide glücklich macht oder Du kannst jetzt sagen: ich habe meinen Weg zum Glück bereits gefunden und nur dieser ist für mich richtig. Dann musst Du ehrlich mit Dir sein und diesen Weg gehen. Denn jeder Mensch ist nur für sein eigenes Glück und sein eigenes Leben verantwortlich, nicht für Glück und Zufriedenheit eines anderen Menschen. Jeder kann nur sich selbst verändern, nicht aber andere Menschen. Die Veränderung kommt aus einem selbst oder gar nicht.

                      Ich wünsche Dir viel Vertrauen, Mut und Zuversicht für Dein weiteres Leben.

                      Grüße
                      Anke

                      Kommentar


                      • RE: Thema Eigenliebe


                        Hallo AnkeF,

                        da hast Du vermutlich Recht....

                        Kommentar


                        • RE: Verzweifelt und traurig


                          "Als er in der Vergangenheit ablehnend reagierte schob er immer Gründe vor wie Arbeit, Geld, seine chronische Darmerkrankung"

                          mit anderen worten: er wollte noch nie kinder. hat sich aber nicht getraut, dir das ins gesicht zu sagen - weil er dich nicht verlieren wollte

                          kenn ich doch von mir selbst auch. ich will und wollte nie kinder, hab mir aber eingeredet, das könnte sich ja mal ändern. und das auch meiner lebensabschnittspartnerin (mit kinderwunsch!) so vermittelt

                          ich hab lediglich nicht den fehler (deines partners) gemacht, mich zu einem bestimmten zeitpunkt für dieses "sich ändern" zu verpflichten. sondern lieber alles offen und in schwebe gelassen. auch nicht so toll, oder?

                          tatsache scheint mir, daß er eben einfach keine kinder will. höchstens "dir zuliebe" vater würde, bzw. sich von dir dazu "zeingen" lassen würde

                          willst du das? sind das wirklich gute voraussetzungen für eine vaterschaft?

                          aus meiner sicht spricht das tatsächlich eher für eine trennung, wenn dir kinder wichtiger sind als dieser mann. wobei mir bewußt ist, wie unfair es ist, dir diese entscheidung abzuverlangen

                          Kommentar


                          • RE: Thema Eigenliebe


                            Hallo Anke!

                            Als ich deine Worte las, musste ich unwillkürlich grinsen, obgleich im Kern einiges an deinen Vermutungen dran sein kann. Du malst ein Bild eines strengen, engen Elternhauses, das einem die Luft zum Atmen nimmt. Das Gegenteil war der Fall. Mein Partner ist ein Kind der 68er-Generation und er wurde – wenn überhaupt – sehr frei und antiautoritär erzogen. Seine Eltern gaben ihm alle Freiheiten und er durfte mit 15 oder 16 alleine ein Jahr durch Amerika tingeln. Ich weiß nicht, ob bei all der Freiheit die Liebe und Geborgenheit zu kurz kamen. Ich glaube, er hat früh gelernt, dass er sich – wenn überhaupt – nur auf sich selbst verlassen kann. Vielleicht hat er die Freiheit, alles selbst entscheiden zu dürfen und dass die Entscheidungen von seinen Eltern mitgetragen wurden, als Desinteresse erlebt. Er hat wohl auch viel Scheiß gebaut –jetzt nicht im Sinne von kriminell oder so. Aber er hat es lange schleifen lassen und erst im dritten Anlauf eine Ausbildung beendet und mit Ende zwanzig einen ersten „richtigen“ Job gehabt. Jetzt ist er eher „spießig“ und hat große Probleme mit Leuten, die ihre Kinder nicht erziehen wollen/können.
                            Ich weiß es nicht. Er spricht kaum von seiner Kindheit, während ich noch immer davon „zehre“. Ich hatte eine tolle Kindheit, ich hatte viele Freunde und wir haben eine so unvergessliche Zeit miteinander verbracht. Ich sage, ich hatte eine tolle Kindheit, obwohl sich meine Eltern trennten, als ich 11 war und danach nichts mehr so war, wie vorher. Seine Eltern trennten sich, als er 15 war. Er ging zu seinem Vater, seine Schwester zur Mutter. Er ging zum Vater, weil da leckerere Sachen in der Tiefkühltruhe waren. Ernsthaft.
                            Zu seinem Vater hat er kaum Kontakt, ebenso zu seiner Schwester und deren Tochter. Sie sind ihm beinahe gleichgültig. Auch der Rest der Familie (Onkel, Tanten etc.) ist ihm unwichtig. Seine Mutter dagegen mag er sehr und unterstützt sie in jeder Hinsicht.
                            Das mit der Eigenliebe, da ist sicherlich was dran.
                            Ich werde nicht aufgeben. Ich will ein Kind und das will ich von dem Mann, den ich liebe, aus ganzem Herzen liebe. Irgendwie muss es einen Weg geben.

                            Danke!
                            Hopi

                            Kommentar


                            • RE: Thema Eigenliebe


                              ich denke, es ist eine mischung aus egoismus und angst vor kontrollverlusten.
                              was nichts sonderlich ungewöhnliches ist .
                              ohne damit deine persönliche situation schwarzsehen zu wollen, möchte ich aber anmerken, dass ich fälle später vaterschaften kenne, wo sich die einstellung der männer mit zunehmendem alter plötzlich veränderte. (die näherrückende bedrohung der eigenen sterblichkeit ruft ja häufig auch die große sinnfrage und eine rückbesinnung auf ursprüngliche werte hervor),
                              freilich war die kindsmutter dazu dann aber in der regel nicht jene frau, die ihren kinderwunsch dem mann zuliebe zurückgestellt hat, denn deren biologische uhr war leider bereits vor dem sinneswandel abgelaufen.

                              ich kann dir dazu nichts weiter sagen, ohne mich allzuweit in rauhe und stürmische gefilde vorzuwagen, denn ich tendiere eher zu der gesellschaftlich verpönten haltung, dass frauen ja nicht nur die kinder tragen und gebären müssen, sondern sie statistisch gesehen in sehr vielen fällen irgendwann auch alleine erziehen.
                              und deswegen auch nicht unbedingt den absoluten segen eines mannes abwarten müssen.
                              ich habe hier schon einmal gesagt, dass ich der meinung bin, wir wären längst ausgestorben, wenn der kinderwunsch der männer der allesentscheidende faktor wäre
                              wer allerdings eine klassische familiensituation anstrebt und an diese konzepte glaubt, muß eben versuchen, einen wunsch zum gemeinsamen ziel umzubauen.
                              oder einen willigeren mann finden.

                              Kommentar


                              • RE: Thema Eigenliebe


                                @found
                                :-) gute Einstellung, eigentlich.

                                Kommentar


                                • RE: Thema Eigenliebe


                                  "und deswegen auch nicht unbedingt den absoluten segen eines mannes abwarten müssen"

                                  wie meinst du das jetzt?

                                  irgendeiner muß ja wohl den vater machen - zur humanen parthenogenese ist es noch ein kleiner weg ;-)

                                  Kommentar


                                  • RE: Thema Eigenliebe


                                    "dass frauen ja nicht nur die Kinder tragen und gebären müssen, sondern sie statistisch gesehen in sehr vielen fällen irgendwann auch alleine erziehen.
                                    und deswegen auch nicht unbedingt den absoluten segen eines mannes abwarten müssen.
                                    ich habe hier schon einmal gesagt, dass ich der meinung bin, wir wären längst ausgestorben, wenn der Kinderwunsch der männer der allesentscheidende faktor wäre
                                    wer allerdings eine klassische familiensituation anstrebt und an diese konzepte glaubt, muß eben versuchen, einen wunsch zum gemeinsamen ziel umzubauen.
                                    oder einen willigeren mann finden."

                                    Gibt meine Meinung ziemlich genau wider.
                                    Außerdem hat Hopi, von all dem bisher gelesenem, einen Großteil ihres Lebensentwurfes, und -Planung (Job, Wohnung) nach ihrem in ihr innewohnenden Kinderwunsch gestaltet. Das spricht schon Bände bezüglich der Intensität deines Kinderwunsches.

                                    So gesehen, entweder nimmst du, Hopi, ihm die Angst mittels professioneller Hilfe, "überrascht" ihn, sprich setzt ihn bereits vor vollendeten Tatsachen (du wärst nicht die erste Frau, die aus Liebe zu gemeinsamen Kindern diesen Plan Realität werden läßt - oftmals mit nachträglichem Erfolg) - in diesem Fall aber, mußt du mit dem Risiko der Alleinerziehung rechnen; weitere Alternative du läßt ihn gehen und suchst nach einem kinderfreundlicheren Mann (davon gibt es viele da draußen :-) oder beugst dich seiner Angst und seinem Verantwortungsmangel in dieser Hinsicht und mußt dich eines Tages wahrscheinlich mit schmerzhaften Konsequenzen konfrontiert sehen (in meinen Augen bezüglich deines Falles, ein schlimmer Fehler) - Verbitterung, Betrogen- / Beraubtseinsgefühl, Einsamkeit (falls er sich andersweitig orientiert hat, da doch noch spontaner Kinderwunsch), Leere im Herzen, da absolut keine Kinder und Enkel in der eigenen Verwandtschaft, die zu Besuch kommen bzw. um einen herumtoben - für mich persönlich - jemand der ebenfalls auf jeden Fall in Zukunft gerne Kinder haben möchte - sind diese Vorstellungen grausam, erst recht grausam was dein Mann mit dir seit ein paar Jahren abzieht.

                                    Sorry, aber ihr seid erwachsene, vernünftige Menschen, ihr seid nicht alleine, selbst wenn er Angst hat - du bist vor Ort und deine Familie würde euch sicherlich im Notfall den Rücken stärken.
                                    Aber dieses Theater, das er mit dir abzieht, geht ja mal gar nicht... es tut mir wirklich leid für dich.

                                    Ich vermute ein wenig hast du seine Reaktion vorhergesehen bzw. vorausgeahnt - zumindest, dass es massive "Probleme" seinerseits geben wird, ansonsten hättest du nicht eine Woche verstreichen lassen. Die Tatsache, dass er dann diesen Zusammenbruch vor deinen Augen hatte, hat dich zutiefst bestürzt, nicht unbedingt weil du derartig überrascht hiervon warst, sondern viel eher weil du deine insgeheime, diffuse Befürchtung nun endlich und unwiderruflich bestätigt hattest. Seine Ausflüchte in den vergangenen Jahren haben dich auf die Palme gebracht (und nicht nur traurig gemacht), weil du wahrscheilich instinktiv wußtest bzw. befürchtetest, diese wären nicht mal annähernd die Wahrheit.

                                    Kommentar


                                    • "überrasch" ihn


                                      "sprich, setz ihn bereits vor vollendete Tatsachen"

                                      mich überrascht, wie frau so was ernsthaft empfehlen kann

                                      einerseits wird die verantwortungslosigkeit der väter beklagt, andererseits es als völlig selbstverständliches recht der frau betrachtet, den kindsvater gar nicht an der entscheidung über die fortpflanzung teilhaben zu lassen

                                      wozu auch. zahlen muß er ja sowieso

                                      Kommentar


                                      • RE: "überrasch" ihn


                                        Danke für den Beitrag. Man fragt sich wirklich, was in den Köpfen solcher Zeitgenossen vor geht.

                                        Kommentar


                                        • tja


                                          das tut weh, ist aber leider immer möglich, männer.
                                          kann man nie wissen...
                                          deswegen paßt schön auf und nehmt die verhütung am besten selbst in die hand (oder so) wenn ihr ganz sicher gehen wollt..

                                          komm herbei, anke, und beteure aufrichtig, dass wirklich nicht alle frauen so sind, nur die ganz schlimmen.

                                          Kommentar


                                          • RE: Thema Eigenliebe




                                            Komet schrieb:
                                            -------------------------------
                                            Ich vermute ein wenig hast du seine Reaktion vorhergesehen bzw. vorausgeahnt - zumindest, dass es massive "Probleme" seinerseits geben wird, ansonsten hättest du nicht eine Woche verstreichen lassen.

                                            Ja, ich hatte Schiss.Weil ich befürchtet habe, der Trouble geht von vorne los. War ja nicht unberechtigt...


                                            Komet schrieb:
                                            -------------------------------
                                            Die Tatsache, dass er dann diesen Zusammenbruch vor deinen Augen hatte, hat dich zutiefst bestürzt, nicht unbedingt weil du derartig überrascht hiervon warst, sondern viel eher weil du deine insgeheime, diffuse Befürchtung nun endlich und unwiderruflich bestätigt hattest.

                                            Kann sein. Ich war erstaunt, wie ruhig ich eigentlich geblieben bin. Ich meine, ich hab schon geheult, aber eher so, leise, ruhig und nicht verzweifelt und von Krämpfen geschüttelt. Ich habe meinen Partner bisher erst einmal weinen sehen und dass er es sooo schwer nimmt (das ist der falsche Ausdruck... mir fällt aber nix besseres ein), hat mich bestürzt. Aber mir war das irgendwie doch lieber, endlich die ganze Wahrheit zu hören...

                                            Komet schrieb:
                                            -------------------------------

                                            Seine Ausflüchte in den vergangenen Jahren haben dich auf die Palme gebracht (und nicht nur traurig gemacht), weil du wahrscheilich instinktiv wußtest bzw. befürchtetest, diese wären nicht mal annähernd die Wahrheit.

                                            Ja, das stimmt exakt. Nur helfen tut mir die Erkenntnis leider null :-(
                                            Entweder wir scheitern an dieser Sache oder wir gehen sie mit professioneller Hilfe an. Weitermachen wie bisher geht nicht mehr. Das würde ich nicht aushalten. Ich habe mehr als ein Jahr erfolgreich verdrängt.

                                            Kommentar


                                            • No comment!


                                              Liebe found,

                                              haben wir ein persönliches Problem?

                                              Ich wüsste nicht, warum ich dieses Reiben an der Wunschlampe in irgend einer Weise honorieren sollte. Hilft das irgendwem in irgendeiner Weise weiter? Also.

                                              Grüße
                                              Anke

                                              Kommentar


                                              • RE: Thema Eigenliebe


                                                Liebe Hopi

                                                Ich verfolge diesen Beitrag nun seit du ihn reingestellt hast und komme nicht umhin, dir nun auch noch meinen Senf dazuzugeben.

                                                Eigentlich hast du konkret 3 Möglichkeiten: Du kannst natürlich einfach versuchen schwanger zu werden (ist aber eher unklug, da du nicht voraussehen kannst, wie der Ausgang der Geschichte sein wird.). Zweitens könntest du die Sachlage einfach hinnehmen und deine Trauer "überwinden" (auch unklug, da es irgendwann zu schwersten Selbtvorwürfen kommen könnte). Oder aber Drittens: Du nimmst zusammen mit deinem Mann professionelle Hilfe in Anspruch und ihr findet gemeinsam mit dieser Person (ev. ein Therapeutenpaar?) heraus, ob seine Aengste unüberwindbar sind, oder ob es eine Chance gibt, dass er sich umstimmen lässt (diese Lösung scheint mir vernünftig und ich denke auch, dass er sich dir hier nicht verweigern darf - denn mindestens dies ist er dir wirklich schuldig!).

                                                Hoffe, du siehst nach dem heutigen Tag ein wenig klarer?

                                                lg, Kyria



                                                Kommentar


                                                • RE: Verzweifelt und traurig


                                                  Also, ich habe den Eindruck, dass er prinzipiell schon Kinder möchte, nur jetzt, wo es losgehen soll, eine Heidenangst vor Verantwortung und den möglichen Konsequenzen (also auch Dich zu verlieren) hat. Wie verhält er sich denn allgemein bei Begegnungen mit Kindern ??

                                                  Seine Bedenken finde ich gut. Er macht sich Gedanken um die Verantwortung einem Kind gegenüber. Und fürchtet, Dich bei all dem Stress zu verlieren. Das ist doch sehr positiv.

                                                  Was ist denn für Dich wichtiger? Wenn Du eine Entscheidung fällen müsstest? Er - ohne Kinder? Oder ohne ihn - aber Kinder? Stell Dir mal vor, die Umsetzung des Kinderwunsches wäre tatsächlich ohne Mann umsetzbar
                                                  - rein spekulativ -, dennoch müsstest Du Deinen Partner verlieren, in dem Moment, wo Du Dich für ein Kind entschiedest, welche Entscheidung würdest Du fällen?
                                                  Kind oder Mann?

                                                  Und wenn es das Kind ist, dann sag ihm das. Dass Dir Dein Kinderwunsch wichtiger, existenzieller ist. Dann kann er entweder mitziehen, weil es keineswegs dämlich ist, nur aus Liebe zu Dir ein Kind in die Welt zu setzen, gar nicht.

                                                  Oder er kann sagen, das schaffen wir nicht, ich fürchte so sehr , Dich dabei zu verlieren, dass ich schon vorher den Schwanz erziehe, ohne es überhaupt versucht zu haben. Das wird er mit Sicherheit nicht tun.

                                                  Kommentar

                                                  Lädt...
                                                  X