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Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos

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  • Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos

    Hallo,
    ich bin ratlos und habe keine Kraft, keine Idee mehr, was ich tun kann.
    Mein Partner, mit dem ich seit 3 Jahren zusammen bin, ist oft sehr eisig, sehr respektlos. Wenn ich nicht so funktioniere, wie er das will, geht das gar nicht. Er behandelt mich vor anderen wie ein Kind, maßregelt mich, manchmal ist es ein Dauerbeschuss. Körperliche Nähe kennt er nicht´und kann auch mich nicht berühren, also in den Arm nehmen. Seine Katze dagegen, die ihm keine Widerworte gibt, nimmt er in den Arm, liebkost sie, spielt mit ihr. Es ist ihm aber unangenehm, wenn ich ihn versuche zu umarme. Er ist oft wie ein kleines Kind, sieht auch gern Zeichentrickfilme. Ich denke, das ist relevant, weil er sich wie ein Kind verhält, dass mit einer eiskalten Mutter großwurde. Aber wo bleibe ich. Ich habe Mitleid mit ihm, aber meine Liebe geht bald kaputt.
    Seine Dauerkritik ist ihm - so denke ich manchmal - gar nicht bewußt. Aber es sind ständige Spitzen, die unendlich stressen.
    Er trinkt auch ziemlich. Ziemlich viel. Er hat zu nichts Lust, ausser am WE zu Hause mit Kätzchen und Wein. Dann hat er Weltschmerz und wird, wenn er sich angegriffen fühlt, richtig bösartig. Wenn ich weine, sitzt er da und es regt sich nichts in ihm. Er schimpft erbarmungslos weiter.
    Ich bin langsam in mein Leben zurückgekehrt, weil ich es nicht mehr aushielt. Ich habe mein Leben langsam zurück.
    Hat jemand ähnliches erlebt?
    Herzlich
    Caro


  • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


    Hi Caro,

    was meinst du damit:

    [quote Caro35]
    Ich bin langsam in mein Leben zurückgekehrt, weil ich es nicht mehr aushielt. Ich habe mein Leben langsam zurück.[/quote]

    Hast du dich getrennt, oder lebt ihr nicht zusammen?

    Kommentar


    • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


      Hallo Tired,

      ich bin in meine Wohnung zurückgekehrt, habe wieder eigene Interessen reaktiviert. Aber getrennt haben wir uns nicht. Wir sehen uns 1 oder 2 mal pro Woche.
      Ich weiß nicht mehr, was ich tun kann. Sicher habe ich auch Fehler gemacht, ganz sicher. Aber ich kann da auch dran arbeiten, er sieht keinen Handlungsbedarf bei sich. Ich weiß echt nicht weiter. Es ist so verfahren und ich denke, er ist krank.
      Ich weiß, dass jeder sein Mäckchen hat, auch psychische Störungen, aber dieses Verhalten ist für mich unergründlich. ich habe schon überlegt, ob er schizoid ist, narzistisch oder einfach infantil. Ich habe einfach keine Ahnung und keine Kraft mehr.

      Caro

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      • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


        Also habt ihr vorher zusammengelebt und du bist jetzt wieder ausgezogen, in deine Wohnung?

        Hat er sich nicht gewundert, mal nachgefragt und sich irgendwie bemüht dich bei sich zu behalten?

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        • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


          Doch, hat er und ich habe ihm gesagt, dass ich mich nicht nur unterordne, sondern auch Interessen habe, auch Freunde und nicht nur nichts mache. Aber er macht nichts mit mir, er reagiert überhaupt nicht. Sagt manchmal, er liebt mich, aber ausser Worten keine Änderung. Immer wieder aggressives Verhalten.

          Kommentar


          • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


            Du wirst da auch nicht viel ändern können, den Wink mit dem Zaunpfahl hat er bekommen, aber anscheinend hat er eine Persönlichkeit die es nicht zulässt Fehler bei sich zu sehen und auf dich zuzugehen.
            Ich denke du musst überlegen ob du unter diesen Umständen mit ihm zusammen bleiben möchtest, also quasi indem du ein Parallelleben führst in dem du deine Interessen pflegst und auf der anderen Seite eine Beziehung mit einem Mann der nicht in der Lage ist auf dich einzugehen. Oder, ob du lieber Schluss machst und dir einen Netten suchst, der dich zu schätzen weiß und durch den du Bestätigung anstatt ewige Kritik erfährst.
            Also wenn du ihm nicht gerade verfallen bist, solltest du noch einmal eine Aussprache mit ihm suchen und wenn er immer noch meint das er der Beste ohne Fehl und Tadel ist wüsste ich wie ich mich entscheiden würde.
            Wirklich ändern kann sich nur etwas wenn dein Freund einsieht das er dich nicht gut behandelt und wohl auch ein persönlichkeits Problem hat und wenn er begreift das eine Partnerin auch mal geknuddelt werden möchte und kein kleines mehr Kind ist. Vielleicht hat er Nähe selber nie erfahren, wenn er wollte dann könntet ihr sicher daran arbeiten und Stück für Stück mehr Nähe aufbauen. Es scheint aber so zu sein das er da kein Problem sieht und er behandelt dich auch sehr respektlos ohne es zu bemerken und wenn er dir keinen Respekt entgegenbringen kann, nicht einsieht das er sich nicht gut dir gegenüber verhält dann wird er auch nie etwas daran ändern und eure Beziehung kann dann natürlich auch nicht besser werden.

            Rede offen mit ihm und schau inwieweit er sich darauf einlässt und ob es Sinn macht weiter an ihm festzuhalten.

            Kommentar


            • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


              Tja, Du hast Recht. Ich sehe das auch so.
              Ich für mich sehe nur nach 1.000 Gesprächen kein Weiterkommen mehr. Er gibt mir keinen Kuss, wenn ich komme, wenn ich gehe. Weder auf die Wange, noch auf den Mund. Das war schon immer so. Wenn ich ihn umarme, lässt er die Arme hängen. Wenn er Nähe sucht, hat er die von seiner Katze. Sie ist immer bei ihm. Zu ihr ist er sehr nett. Ich habe alles 10.000 mal angesprochen. Wäre auch stimmig, wenn seine Partnerin genauso ticken würde, aber ich brauche mal eine Umarmung, mal ein Trösten.
              Es ist so, ich komme fröhlich hin, meist in letzter Zeit fahre ich weinend nach Hause, weil er wieder so herzlos verletzend ist.
              Erzähle ich ihm von einer Schwäche, wird er mir die bei nächstbester Gelegenheit unter die Nase reiben. Ich fühle mich nur so abqualifiziert und so war es auch, als ich bei ihm wohnte. Ein Horrortrip. Ich bin froh, langsam wieder zu mir zu kommen und wieder manchmal etwas Freude zu haben.
              Caro

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              • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


                @Dr. Riecke:
                Hallo Herr Dr. Riecke,
                wie sehen Sie die Chance, eine solche Beziehung zu retten?
                Sehen Sie da irgendein krankes Verhalten?
                Gruß
                Caro

                Kommentar


                • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


                  "Sehen Sie da irgendein krankes Verhalten? "

                  Es ist nicht krank (das ist etwas Episodisches), sondern sicher eine Persönlichkeitsstörung mit krankhaften Verhaltensweisen.

                  Das scheint etwas spitzfindig, ist aber für Sie von elementarer Bedeutung. Denn eine Krankheit entsteht, wird behandelt und gebessert oder geheilt.
                  Eine Persönlichkeitsstörung ist die Wesensart, der besondere Charakter, der sich vom normalen gesellschaftsgemäßen Verhalten fast immer in störender Weise abhebt und - das ist das Entscheidende - nicht prinzipiell verändert werden kann.
                  Auch die beste Psychotherapie kann in diesen Fällen nur einige Verhaltensweisen "beeinflussen", wenn der Betreffende das wirklich will.

                  Das ist aber selten der Fall, weil kein Leidensdruck und damit auch kein Änderungsbedarf vorhanden ist.

                  Kommentar


                  • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


                    [quote Caro35]Ich bin froh, langsam wieder zu mir zu kommen und wieder manchmal etwas Freude zu haben.[/quote]

                    Das solltest du dir auch nicht mehr nehmen lassen, du merkst ja selber das es mit ihm schlechter geht, also lieber ohne ihn als neben ihm zu verdorren.

                    Kommentar



                    • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


                      Ich frage mich gerade wie er es (mal) angestellt hat um dir zu Gefallen ?

                      Kommentar


                      • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


                        Hallo,
                        @Herr Dr. Riecke, danke für Ihre Antwort.
                        Damit ist die Frage schon irgendwie beantwortet, für mich, weil ich weiß, dass er keinen Leidensdruck hat oder falls er doch eine Ahnung davon hat, dass etwas bei ihm falsch läuft, ihn nicht ursächlich bei sich sieht. Einer Therapie würde er sich zu 100% nicht öffnen.

                        @Rintintin2
                        Er war sehr charmant, männlich, humorvoll und schien mir aktiv.
                        Ich war zu der Zeit noch diejenige, die sich untergeordnet hat, ohne auf ihr eigenes Leben zu sehen und sich um sich zu kümmern. Schnell haben die Beleidigungen angefangen, das abwertende Verhalten kannte ich aber von früher und musste erst mal lernen, das nicht als normal zu sehen, sondern es auch wirklich zu erkennen. Ich merkte dann, dass ich oft körperlich total verspannt war, krank war und verzweifelt, weil ich total demontiert wurde und das ich eigentlich fahren wollte, wenn es wieder los ging. Das fing ich dann an zu tun und es ging mir schlagartig so, als hätte ich Freigang. Ich habe es genossen. Und so bekam ich zunehmend Distanz. Er hat seine guten Seiten, auf jeden Fall. Er ist gradlinig, hat Humor, ist intelligent, Ich hatte geglaubt, in ihm dem Mann meines Lebens begegnet zu sein. Er wollte ganz schnell, dass ich zu ihm ziehe, was mir vorher noch nie passiert war. Ich fühlte mich geborgen, sicher und gut. Aber wie gesagt, das hielt nicht lange. Keine körperliche Nähe, aber auch KEINE, außer Sex. Kein, aber auch keinerlei Eingehen auf meine Interessen, dazu war er nicht in der Lage, vielleicht in sich gefangen mit einer Störung und kranken Verhaltensweisen, wie Dr. Riecke meinte. Anfangs funktionierte das, als ich vielleicht ebenso gestört, mich total unterordnete, er alles unter kontrolle hatte, dann aber muckte ich auf und entdeckte für mich, dass ich auch ein Recht auf Leben habe.
                        Caro

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                        • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


                          Also ein Blender.
                          Da hast du ganz schön was mitgemacht.
                          Mitleid solltest du kein bisschen haben.
                          & bitte, falls er sich melden sollte, **du bist natürlich weg auf der reise zu dir**...& das kann Selbstverständlich Dauer!

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                          • Ratlos


                            Hallo Ihr lieben Forumsmitglieder,
                            danke Euch allen für Eure Antworten.
                            Gestern war ich nochmal bei ihm. Es war fürchterlich, eine ätzende Kritik nach der anderen, ein Verhalten, als wäre ich ein Kind, eine Strenge. Es ist durchaus so, dass ich mich manchmal kindisch verhalte, aber es rechtfertigt nicht solch ein Verhalten. Er trinkt dann auch ein Glas Wein nach dem anderen. Auch das Trinkverhalten ist nicht mehr normal, so empfinde ich es auf jeden Fall. Er kann aber gar nicht mehr reden und entspannen, wenn er nichts trinkt. Ich habe ihn gebeten, es in dem Maße zu lassen, aber er kann sicher nicht. Weil er abhängig ist. Ich bin froh, dass ich nicht dort eingezogen bin, denn es wäre mein Untergang gewesen. Schon ein paar Stunden mit ihm, wenn er getrunken hat wie gestern, sind das Grauen. Mir fehlt da einfach die klare Linie, das liegt aber daran, dass es mir - und das ist dann wohl auch irgendwie gestörtes Verhalten - ganz extrem schwerfällt, eine Beziehung zu beenden, weil ich dann ein unheimliches Mitleid, ein unheimlich schlechtes Gewissen habe. Heute fühle ich mich, als hätte man mich durch den Fleischwolf gedreht. Es ist schlimm, wenn man mit ansieht, wie jemand sich am helllichten Tag so betrinkt und seicht redet und dann verbal aggressiv wird. Es ist ihm nicht einmal bewußt. Sage ich es zu ihm, ist er gekränkt, Kritik kann er sowieso nicht annehmen und schlägt sofort mit weiteren Gehässigkeiten zurück. Dann wollte er noch, dass ich bei ihm bleibe.
                            Ich bin froh, wenn das Wochenende bald vorbei ist und auf mir nicht mehr mein eigener und sein Erwartungsdruck lasten und ich wieder mein eigenes Leben leben kann. Wenn er nüchtern ist, erscheint er mir sachlicher, erwachsener, charmanter. Dann kommt auch nicht so viel Kritik. Dann erinnere ich mich an den Menschen, in den ich mich verliebt habe. Aber das war wohl ein Irrtum. Denn das Trinkverhalten hatte er schon sehr lange.
                            Traurige Grüße
                            Caro

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                            • Re: Ratlos


                              " - ganz extrem schwerfällt, eine Beziehung zu beenden, weil ich dann ein unheimliches Mitleid, ein unheimlich schlechtes Gewissen habe."

                              Mitleid ist einfühlbar und ehrenwert, aber besonders bei Abhängigen grundfalsch und störend.
                              Mitleid manipuliert das eigene Verhalten in eine Richtung, die dem Abhängigen wegen des Hinauszögerns von Schnitten, eher schadet.

                              Kommentar


                              • Re: Ratlos


                                Er sagt aber, er trinke den Wein, um sich zu entspannen, um für seinen Job Ideen zu entwickeln. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich im Irrtum bin oder er. Eigentlich bin ich sicher, dass er trinkt. Dann aber höre ich von anderen, aber er ist doch so groß und kräftig, er verträgt das. Er kann ja auch Tage abstinent sein. Aber ich glaube, sie verharmlosen aufgrund eigener Interessen, um sich mit der "Wahrheit" nichts zu verderben.
                                Bald ist es auch kein Mitleid mehr. Bisher ist mein gestörtes Gefühl, dass ich ein Kind allein lasse. Ich habe ihm schon gesagt, trotz Mitleid, ich würde sofort fahren, wenn er wieder trinken würde, das habe ich auch getan, ebenso fahre ich erst gar nicht mit, wenn er wieder sagt, ich will heute mal so richtig "feiern". Er sagt, ich würde da etwas überbewerten, das wäre nicht so.
                                Ich verliere langsam jeden Respekt vor ihm. Er kommt wieder, wenn er nüchtern ist, das ist direkt eine Wohltat. Aber ich komme mir vor, als wären schwarze Wolken über mir, wenn ich neben ihm sitze, er trinkt ein Glas nach dem anderen und zwar hintereinander, schnell und ohne Unterbrechung. Ich kann nicht mehr lachen, wenn er das tut, es ist ja auch nicht zum Lachen. Nur im betrunkenen Zustand kann er sich noch mir annähern, das will ich aber definitiv nicht. Nur betrunken kann er über Gefühle reden und die sind meist trüb, weinselig, weltverbessernd bis bösartig, gemein und völlig respektlos. Erzähle ich ihm irgendeine Schwäche, kann ich sicher sein, dass er sie bei nächstbester Gelegenheit gegen mich verwendet, schlimmstenfalls noch vor anderen.
                                Ich denke, ich sollte ihm ein Ultimatum stellen aufzuhören oder ich gehe. Aber es fällt mir schwer.
                                Traurige Grüße

                                Kommentar


                                • Re: Ratlos


                                  [quote Caro35]Heute fühle ich mich, als hätte man mich durch den Fleischwolf gedreht. [/quote]

                                  Hi Caro,
                                  du hast die richtige Entscheidung getroffen.
                                  Das du dich so fühlst ist ganz normal und wenn er dich noch mal beknien sollte das du zurück kommst musst du hart bleiben.
                                  Süchtige leben davon das sich andere so fühlen, sie leben von deren schlechtem Gewissen, dem Verantwortungsbewusstsein an falscher Stelle und nutzen das gnadenlos aus um sie zu manipulieren und bei der Stange zu halten.
                                  Solange das funktioniert haben sie auch keinerlei Grund ihr Leben zu ändern, du gibst ihm also mit deiner Entscheidung die Chance zu erkennen das er etwas ändern muss und wenn du wieder schwach wirst wird sich nichts ändern.

                                  Mach dir klar das du mit der Trennung dass Beste getan hast um ihm zu helfen, dann fühlst du dich vielleicht auch etwas besser.

                                  Kommentar


                                  • Re: Ratlos


                                    Ich habe die Beziehung leider noch nicht beenden können.
                                    Ich bin lediglich gefahren, weil ich keine Kraft mehr hatte zu sagen, hör auf mit dem Trinken. Ich kann mich selbst schon nicht mehr hören und weiß, dass er dann total verletzt und aggressiv reagiert.

                                    Ich denke aber, ich werde nicht umhin kommen, ein Ultimatum zu stellen aufzuhören. Ich weiß, dass wäre das vorläufig Ende unserer Beziehung. Weil er süchtig ist und nicht aufhören will. Er sagt, ich wolle sein Leben verändern. Er findet immer Gründe. Aber ich werde das akzeptieren, das Ende, weil er vielleicht dann und nur auf diese Weise zur Besinnung kommt und selbst eine Chance hat. So kann ich nicht weitermachen und er auch nicht. Es ist nur unglaublich schwer.

                                    Kommentar


                                    • Re: Ratlos


                                      [quote Caro35]Er kann ja auch Tage abstinent sein.[/quote]

                                      Das hat nicht viel zu sagen, wenn man süchtig ist muss sich das nicht körperlich sein, also kein Zittern usw. Es gibt auch vorwiegend psychisch Abhängige, genauso wie die berühmten Quartalssäufer, die halten es auch eine Weile ohne aus sind aber trotzdem abhängig und stürzen regelmäßig ab.

                                      Stell ihm ein Ultimatum, wenn er das nicht durchhält kannst du ziemlich sicher sein das die Sucht stärker als die Liebe ist und schlecht fühlen musst du dich auch nicht. Entweder er hat Verständnis und lässt es sein, oder er ist süchtig und kann es nicht lassen. Du hast jedes Recht der Welt dich vor seiner Sucht zu schützen auch wenn die Mittel etwas brachial erscheinen so sind sie für dich die einzige Möglichkeit dich selber vor den Folgen seiner Sucht und einer evtl. Co. Abhängigkeit zu schützen.

                                      Kommentar


                                      • Re: Ratlos


                                        Danke Tired,
                                        ja, für mich scheint es auch brachial, aber ich kann nicht mehr.
                                        Ich ertrage - und ich sag es jetzt mal hart - diesen Suff nicht mehr.
                                        Vor einer Woche sollte ich ihm schon Wein mitbringen, weil er da schon nicht mehr selber fahren konnte. Das erinnerte mich an Co-Abhängige und ich habe es nicht getan und ihm gesagt, dass ich DAS nicht unterstütze. Ich werde wohl da durch müssen und ihm sagen, dass ich ihn liebe, aber nicht ständig betrunken. So richtig nüchtern wird er ja gar nicht mehr.
                                        Er wird sich auf kein Ultimatum einlassen, er sagt, ich spinne, ich wäre total am durchdrehen, er würde ja während der Woche nichts trinken. Aber ich kann auch diese verbale Gewalt nicht mehr aushalten. Ich mache Fehler, ja, auf jeden Fall, aber das rechtfertigt das Verhalten nicht. Das ist so bitterböse und gefühllos.
                                        Ich weiß nicht, ob er denkt, ein Mann müsse so dominant sein, aber da irrt er. Ich weiß gar nicht mehr, ob er mich überhaupt noch liebt. Ich jedenfalls, liebe ihn nicht, wenn er so viel trinkt. Ich sehe wirklich so viel Schwäche und kann das nicht mehr ernstnehmen.
                                        Ich würde mir wünschen, er ginge nur einen Hauch auf mich ein, auf meine Wünsche, aber er tut es nicht.
                                        Traurige, verzweifelte Grüße

                                        Kommentar


                                        • Re: Ratlos


                                          [quote Caro35]
                                          er würde ja während der Woche nichts Trinken. Aber ich kann auch diese verbale Gewalt nicht mehr aushalten. Ich mache Fehler, ja, auf jeden Fall, aber das rechtfertigt das Verhalten nicht. Das ist so bitterböse und gefühllos.[/quote]

                                          Das Verhalten ist aber erklärbar.
                                          Er trinkt in der Woche nichts und erwartet sehnsüchtig das Wochenende, in der Woche nichts zu trinken schlägt sich auf sein Verhalten nieder, gute Laune bekommt er davon jedenfalls nicht.
                                          Wenn man süchtig ist und in der Woche "ohne" auskommen muss schlagen sich die Entzugserscheinungen durchaus auch im Benehmen nieder. Jeder weiß das Raucher die aufhören in der ersten Zeit sehr gereizt sind, das ist bei einem Trinker nicht anders, bei deinem Freund geht es aber nicht vorüber da er jede Woche aufs Neue aufhört und durch sein Trinken am WE geht es wieder von vorne los.

                                          Kommentar


                                          • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


                                            ...ich mache Fehler....

                                            Welche Fehler machst du Caro?

                                            Kommentar


                                            • Re: Ratlos


                                              Hallo Caro,

                                              Ihr Beitrag ist ein Klassiker für den Umgang mit Abhängigen. Es enthält die typischen Mechanismen, die immer wieder beobachtet werden: die Gereiztheit schon beim Annähern an das Thema, das Versprechen „etwas zu ändern“, die ständige Verschlechterung der Situation, das Ultimatum auf der Gegenseite (bei dem beide Teile wissen, dass es nicht eingehalten wird) und über allem die Liebe (nur noch der Gegenseite, denn der Betroffene beweist sie längst nicht mehr), deren Macht doch noch „alles zum Guten“ wenden wird.

                                              Ich habe eine große Zahl ähnlicher Beziehungen bisher gesehen, aber nicht ein einziges Mal erlebt, dass nur Liebe ohne professionelle Hilfe das Problem lösen konnte.

                                              Also: das Ultimatum ist richtig, aber nicht auf die Beziehung, sondern auf die Hilfe bezogen, ist dringend angebracht. Und dann sofort gehen!

                                              Pardon für die klaren Worte und viel Kraft.
                                              Und vergessen Sie nicht, Ihre Konsequenz ist seine einzige Chance!

                                              Dr. Riecke

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                                              • Re: Ratlos


                                                Danke für Ihre klaren Worte, Dr. Riecke.
                                                Ja, die Gereiztheit bei jedem Annähern an das Thema Alkohol ist schlimm. Er schlägt sofort sehr aggressiv zurück, greift mich an und wertet mich ab.
                                                Er beweist mir auch seine Liebe lange nicht mehr. Ich höre nur Kritik, fast glaube ich, dass sie manchmal kommt, ohne ihm bewußt zu sein, Es ist wie ein Automatismus. Teilweise sehr kalt, sehr herz- und respektlos, so dass ich oft fassunglos aufgrund solcher Kälte bin. Ich habe ihn gefragt, warum er mir das antut, aber es kommt nur, dass er wohl gar nichts mehr sagen dürfe, weil ich alles übertreiben würde, auch seinen angeblichen Alkoholkonsum. Er sagt nichts, wirklich nichts nettes mehr zu mir. Hin und wieder kommt im angetrunkenen Zustand der Wunsch bei ihm durch, sexuell aktiv zu werden. Aber ich kann es nicht, wenn er so angetrunken ist. Bei mir ist dann alles tot. Er unternimmt nichts mehr mit mir. Jede Aktivität hängt vom Alkohol ab. Er geht nicht die Spur auf meine Wünsche ein. Verlangt das nur von mir.
                                                Ich glaube auch nicht, dass meine "Restliebe" ihn heilen kann, das geht nur über eine Therapie. Ich möchte nur einfach dieses Angetrunkensein nicht mehr erleben. Es ist schwer, ihn alleine zu lassen, aber ich muss es tun, weil das seine Chance zur Erkenntnis ist und ich auch nicht mehr diese dunklen Wolken über mir ertrage. Bisher habe ich gesagt, geh alleine, wenn du meinst, du willst da richtig viel trinken, ich unterstütze das nicht, oder hol dir deinen Alkohol allein, wenn er mich bat, ihn zu holen, ich unterstütze das nicht und trotzdem ist es schwer, wenn er so relativ unauffällig nach dem Motto "Och ist das Wetter schön, ich möchte entspannen und trinke mal was" sich aus der Situation zu entfernen. Aber wie Sie sagen, Konsequenz ist das einzige Mittel.
                                                Und ehrlich: ich kann selber nicht mehr, ich kann das arme Bild eines Trinkers nicht mehr ertragen, ich ertrage diese Langweile nicht mehr, wie ein Gefängnis, weil man nichts unternehmen kann, wo es keinen Alkohol gibt. Ich trinke auch gern mal ein Glas Wein, aaber so, nein, ich werde wohl demnächst konsequenter sein müssen. Seine Familie tut es nicht, sie sagen, nein, er ist nicht unbedingt ein Alkoholiker, aber ich weiß, sie sind alle verstrickt, weil sie finanzielle Interessen haben etc, keinen Mut haben, die Wahrheit zu sagen. Sie lassen ihn einfach trinken.
                                                Grüße
                                                Caro

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                                                • Re: Beziehungsunfähiger Partner - Ratlos


                                                  Er sagt oft, ich verhalte mich wie ein verzogenes Kind. Ich denke einfach, er empfindet das so, weil ich mir nicht mehr alles gefallen lasse. Ich habe in meiner Vergangenheit einen kühlen, vielleicht auch abwertenden Elternteil gehabt, wiederhole vielleicht frühere kindliche Verhaltensmuster des öfteren. Beleidigtsein etc, ohne Dinge klar zu benennen. Aber ich arbeite dran.
                                                  Ich denke, eigentlich sollte ich mir seine Probleme nicht zu meinen machen. Ich kann immerhin eigenes Verhalten kritisch reflektieren. Der Alkoholismus ist aber sein Problem.
                                                  Er sagt, ich sei ein Fall für den Psychologen, als ich ihn bat, zusammen hinzugehen, sagte er, er sei 100% ig ok und kein Fall für einen Psychologen. Wie gesagt, es bringt alles nichts, Die einzige Chance für ihn, zu gehen, wenn er trinkt und vielleicht endgültig zu gehen, wenn er es nicht lässt.

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