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Gefühlschaos

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  • Gefühlschaos

    Guten Tag,

    ich bin sehr durcheinander und weiß einfach nicht, was mit mir falsch ist. Mein Opa ist vor ein paar Tagen überraschend verstorben und ich verstehe meine Gefühle nicht.

    Teilweise bin ich wirklich traurig und weine so sehr, dass ich Kopfschmerzen bekomme und im nächsten Moment habe ich das Gefühl, dass es mir völlig egal ist, mir schießen Gedanken wie "es geht ja auch ohne ihn" durch den Kopf und ich bin entsetzt von meiner eigenen Gefühlskälte. Dann fühle ich mich, als wäre das allen gar nicht real und in nächstrn Moment bin ich wütend auf mich selbst, dass ich nicht "traurig" genug bin und habe Angst mir selbst nur vorzumachen, dass ich ihn vermisse und wirklich um ihn trauere. Dazu kommt noch, dass ich meine Gedanken sehr gut auf etwas anderes lenken kann, wie ich in einem anderen Beitrag schon mal geschrieben hatte und somit für einen kurzen Moment alles vergesse, was geade passiert. Das gibt mir das Gefühl, dass es mich gar nicht interessiert. Ich mache mir dann Vorwürfe, wie ich es nur wagen kann, auch nur für kurze Zeit nicht an ihn zu denken.

    Was ist nur los mit mir? Bin ich wirklich ein gefühlskalter Mensch? Spiele ich meine Trauer nur vor? Warum kann ich manchmal einfach nicht weinen und zwei Studen später kullern mir schon die Tränen, wenn ich ihn mir nur vorstelle?

    Kann mir vielleicht jemand eine Antwort auf das Chaos geben?

    Vielen Dank im Voraus.


  • Re: Gefühlschaos

    Ich glaube du hast eine Vorstellung wie Trauer auszusehen hat und da deine Gefühle nicht perfekt dazu passen, machst du sie zu etwas schlechtem.
    Es ist normal dass die Gefühle wechseln, das passiert auch damit man die Trauer aushalten kann.
    Lass das einfach zu genieße es wenns dir gut geht und sei traurig wenn du traurig bist und hört auf darüber nachzudenken, das macht nämlich gar keinen Sinn.

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    • Re: Gefühlschaos

      Vielen Dank für Ihre Antwort.
      Mich erschreckt eben besonders diese Gleichgültigkeit, so, als wäre es mir egal...gehört auch das dazu? Das ist ein schreckliches Gefühl, weil man eigentlich nicht möchte, dass es ohne denjenigen weitergeht, bzw. ich möchte, dass es wehtut, dass er nicht mehr da ist.

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      • Re: Gefühlschaos

        Ja, das ist normal.
        So schützt sich deine Psyche vor Überforderung, grenzt sich vom unfassbaren ab um nicht daran zu verzweifeln.
        Wenn du soweit bist, wird sich auch das wieder ändern, dann lässt deine Psyche immer etwas mehr an diesen starken Gefühlen der Trauer zu.
        Ein Schutzmechanismus, um nicht von den Empfindungen erschlagen zu werden.
        Es ist also gut dass das bei dir so funktioniert, du nicht mehr ertragen musst als du ertragen kannst.

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        • Re: Gefühlschaos

          Ok, vielen Dank! Das beruhigt mich ein bisschen.

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          • Re: Gefühlschaos

            Das klingt, als ob du meinst, du bist "undankbar", wenn du ihn nicht genug betrauerst. Im Sinne von: er hat verdient, dass man heftig um ihn weint..

            Hallo liebe Soni, wir haben bestimmt alle eine falsche Vorstellung vom Tod. Ich würde wollen, dass meine Kinder nicht lang nachdenken über mich, sondern einfach akzeptieren, dass ich abgereist bin, die "Party" verlassen hab und fertig, weiter gehts.
            Was mich betroffen machen würde, das wäre, wenn sie sich sagen, oh, die Arme, sie ist nun tot.. ich hatte doch ein langes und herrliches Leben! Darüber sollten sie sich freuen!

            Ich kann mich erinnern, einmal, da fiel ich in Ohnmacht, das war ein Black-out. Zack, weg. Komplett schmerzlos, Ende, ich hab nicht bemerkt, dass ich "tot" bin.
            Nimm ein Zettelchen, schreib Danke, lieber Opi drauf und vergrab den an dem Ort, wo ihr eine Gedenkstätte für ihn angelegt habt. Du bist praktisch ein Zweig, der aus ihm herausgewachsen ist, irgendwie die Fortsetzung von ihm, also mach ihm alle Ehre, mach was draus, was er angelegt hat in dir, freu dich, dass er dich hinterlassen hat.

            Wegen deines "Gefühls-Chaos"- ist das nicht normal, dass man sich so fühlt, wenn man irritiert wurde? Du warst nicht vorbereitet auf dieses Geschehen, das hat dich aufgewühlt, erschreckt, benommen gemacht. Jetzt musst du alles neu einsortieren und das erste Mal in deinem Leben wirst du volle Breitseite konfrontiert mit so einem Erlebnis. Gib dir die Zeit, die du brauchst, um alles zu sortieren und zu verarbeiten. Dein Gehirn ist ja dabei, dir diese Arbeit abzunehmen, es arbeitet ja dran, Etappenweise legt sich dein Schock. Dein heftiges Weinen wird dir helfen, sicher auch die Zeiten, wo du nichts fühlst. Find okay, was da gerade abgeht. Jeder verarbeitet anders.

            Ganz liebe Grüße

            Elektraa

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