• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Lieb los

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Lieb los

    Gedanken zur Liebe und einem permanenten Defizit

    "Ohne Liebe ist alles nichts?"
    Stimmt das? Was ist die Triebfeder allen Tuns?
    Die Anerkennung? Das geliebt werden?

    Was machen Menschen, die ganz offensichtlich von keinem geliebt werden, bzw. die Liebe nicht körperlich zu spüren bekommen? Weder in einer kleinen Geste, noch einer kleinen Berührung, einem Blick oder einem Wort, weil sie alleine leben?

    Ein Volk von Alleinlebenden. Wie existieren sie? Denn, daß sie existieren ist unumstritten.
    Wie existiert man ohne Liebe, ohne fühlbare Zuneigung, ohne ein liebes Wort, oder nur ein Wort der Anerkennung? Reicht es zu wissen, daß jemand an einen denkt? Ist es nicht der buchstäbliche Tropfen auf den heißen Stein, der verzischt, sobald er die Oberfläche berührt? Ist es nicht immer zu wenig? Man läuft auf Sparflamme, zumindest gefühlsmäßig. Permanent unterversorgt an liebevollen Blicken, Worten, Gesten und Aufmerksamkeit schafft man sich Ersatzbefriedigungen, um überhaupt überleben zu können.
    Man lechzt nach einem lieben Wort, nach einer Umarmung, nach ein bißchen Nähe, die so unerreichbar scheint. Man wahrt den Schein und lebt in ihm. Bloß keinem zeigen, daß man sich nach Liebe und Wärme sehnt. Man ist ja so cool und eh man sich's versieht, ist man erfroren.

    Viele nette kleine Gesten summieren sich. Manchmal wünschte ich, wir würden alle wieder ein bißchen näher zusammen rücken, damit keiner erfriert.

    Es ist nicht das Wetter, daß mich zu solchen Gedanken veranlasste.
    Es war der Satz einer alten Dame, die weinte, weil ich, während einer Plauderei über ganz alltägliche Dinge, intuitiv mit meinem Handrücken über ihren Arm strich.
    "Ich weiß nicht, wann mich das letzte Mal jemand gestreichelt hat", flüsterte sie bescheiden und doch so bedürftig.
    Aus ihren müden, kleinen Augen liefen unaufhaltsam Tränen und ich musste schlucken.

    Ich stand auf, reichte ihr meine Hände, damit sie sich daran hochziehen konnte und nahm sie schweigend in den Arm.





  • RE: Lieb los


    Na also, das war ein klares Heraustreten aus der Anonymität! Kümmere dich um die Menschen, die da sind!
    Wenn man die Welt auch insgesamt nicht ändern kann, man kann sich ändern, und zumindest den eigenen Teil der Welt. Find ich super, dass du das gemacht hast!

    Kommentar

    Lädt...
    X