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Wie weiter??

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  • Wie weiter??

    Hallo erstmal!

    Ich weiß gar nicht so wirklich, wo ich anfangen soll. Hm, naja, ich versuche einfach mal nicht so sehr durcheinander zu schreiben...

    ..:: Ist ganz schön viel geworden, aber über eine Meinung wäre ich trotzdem dankbar. Hab schon einiges rausgelassen ::..

    Ich bin jetzt (fast 25.12.) 24 Jahre alt, ansich glücklich verheiratet und beruflich auch erfolgreich. Ich habe meine Ausbildung zur Arzthelferin mit sehr gut abgeschlossen im letzten Jahr. Da ich aus privaten Gründen jedoch nicht mehr in dem Beruf arbeiten wollte bzw. kann mache ich jetzt eine verkürzte Ausbildung zur Bürokauffrau in einem Landeskrankenhaus in der Verwaltung.

    Ich wohne jetzt seit knapp 5 Jahren mit meinem Mann zusammen bei seinen Eltern und wir sind seit 1,5 Jahren verheiratet. Ansich alles in bester Ordnung. Nächstes Jahr, wenn er mit seiner Meisterschule fertig ist wollen wir bauen, die Genehmigungen und alles haben wir schon. Mit seinen Eltern verstehe ich mich auch total gut. Klingt soweit alles gut, ist es ansich auch.

    Was mein Problem so genau ist und ob ich überhaupt eins habe weiß ich gar nicht wirklich. Obwohl ich doch schon glaube, dass es ein Problem ist. Ich fang einfach mal vorne an.

    Meine Mutter war alleinerziehend, nicht verheiratet. Ich habe noch eine Schwester, die ist 11 Monate älter. Wir sind damals wegen dem neuen Partner von meiner Mutter in eine andere Stadt gezogen. Da war ich ca. 4 Jahre alt. Als Kind war ich ansich, genau wie heute, immer recht ruhig. Hab nie was gesagt, immer das gemacht, was mir gesagt wurde oder was von mir verlangt wurde. Was ich wohl noch aus meiner Kindheit weiß ist, dass ich sehr lange noch eingenässt habe (bis ca. 6 oder 7, nachts dann allerdings nur) und das ich nie geweint habe. Ich konnte mir noch so sehr weh getan haben, aber es hieß ja immer man weint nicht. Naja, da habe ich mich dann auch immer dran gehalten. Später, als ich dann etwas älter war (so ca. 6 oder 7) habe ich nicht geweint, weil ich meiner Mutter den "Gefallen" nie tun wollte. Ihr ist oftmals schnell die Hand ausgerutscht und meinem "Stiefvater" auch. Dass ich mich z.B. noch an eine Situation erinnern kann, wo er mich "krankenhausreif" geschlagen und getreten hat. Worauf hin er von meiner Mutter ein Verbot bekommen hat, mich nochmal anzufassen. Meine Mutter hat, als ich so ca. 10 war eine Umschulung angefangen. Wir haben dann immer mit ihr gelernt. Meist mehr unfreiwillig als freiwillig, naja. Sie hat sich dann von ihrem Partner getrennt, da sie "teilweise" Angst vor ihm hatte. Er hatte öfters "Anfälle" von Selbstmordgedanken. So hat er sich z.B. einmal mit Benzin übergossen und stand mit einem Feuerzeug vor meiner Ma. Wir wurden rausgeschickt, wir sollten den Benzinkanister verstecken und drausen warten. Danach hat sie dann als Nachtwache gearbeitet und wir waren immer alleine zuhause die Nacht über. Wir waren da immer auf uns alleine gestellt. Essen kochen, Wäsche waschen, bügeln, ... zählte alles zu unseren Aufgaben. Wenn mal was nicht gemacht wurde, gab es gleich ärger. Sie ist wegen jedem bisschen total ausgerastet und hat selbst Kochlöffel oder Gürtel zum Schlagen genommen. Selbst bei unbegründeten Situationen. Als ich 13 war sind wir dann wieder in Richtung Familie gezogen, da die alle in einem Landkreis gewohnt haben damals. Meine Mutter meinte, sie wollte uns unter Kontrolle haben, da sie Angst hätte, dass meine Schwester mit sonst tod schlafen würde. Nach dem Umzug wurde aber nichts besser. Daraufhin sind wir dann bei meiner Oma mit eingezogen. Hatten aber unsere eigene Wohnung. Meine Mutter war weiterhin streng und das Verhältnis zu meiner Schwester war auch wie immer. Naja, irgendwann meinte ich dann, dass ich vom Gymnasium runter will. Ich habe eh nur noch geschwänzt und mich nicht mehr für die Schule interessiert. Es gab dann zuhause richtig Theater. Als wir dann wieder umgezogen sind (nach ca. 1 Jahr), wieder mit meiner Oma zusammen, wurde ich dann auch auf der Realschule angemeldet. Besser wurde aber nichts. Meine Schwester wurde immer aggressiever und ich wurde öfters ins Krankenhaus eingeliefert. Meine Mutter wollte davon nicht viel wissen. Habe wohl Unterstützung von ihrem Bruder bekommen, der auch noch bei meiner Oma gewohnt hat.

    Tja, was und ob das alles was mit meinen Problemen zu tun hat weiß ich nicht, aber ich denke mal. Auf der Schule habe ich zum ersten mal schnell anschluß gefunden und es ging mir gut. Ich hatte ansich viele Freunde und war zufrieden. Mit ca. 16 habe ich meinen ersten Freund kennengelernt. Nach etwa 10 Monaten haben wir uns getrennt, da wir uns nicht mehr verstanden hatten. Bis dahin war alles okay. 00 ist dann sein Bruder, den ich auch gut kannte, auf dem Rückweg von der Schule tödlich verunglückt. Irgendwie war es, als wenn die ganze Welt zusammen brach. Ein paar Monate später dann hat mein Bester Kumpel einen Bekannten überfahren, er war sofort tot. Das war irgendwie so unglaublich. Das Jahr verlief dann weiter so und danach meinte meine Mutter, wir ziehen um! Gefiel mir ganz gut der Gedanke, endlich ein neuanfang dachte ich und das auch noch ohne meine Schwester. Sie hatte inzwischen einen festen Partner und wollte auch mit ihm zusammen ziehen.

    Jetzt hier fühle ich mich ansich nicht sehr wohl. Ich habe auch nicht viele Freunde. Bin einfach viel zu Mißtrauisch und gucke mir die Leute erstmal alle genau an. Das hatte ich ansich schon immer, aber noch nie so heftig wie seit ca. 5 Jahren. Ich weiß zum Beispiel ganz genau, dass mein Mann mich liebt und mich auch nicht betrügen würde. Trotzdem habe ich immer die Befürchtung, dass er immer auf der Suche nach einer anderen ist oder so. Ich kann keinem Menschen wirklich vertrauen oder mich jemanden anvertrauen. Ich trinke kaum Alkohol, weil ich immer angst habe, dass meinem Mann vielleicht mal was passiert und ich ihm dann nicht helfen kann, weil ich nicht mehr fahren darf oder so. Letztes Jahr ist ein Onkel von mir gestorben, er war Alkoholiker. Er wurde erst ein paar Tage später gefunden. Dementsprechend sah er natürlich auch aus. War schon heftig dieser Anblick. Die Wohnung dazu, der Gestank, wie er da lag, ...
    Kurz vorher ist eine Klassenkameradin von mir tödlich verunglückt. Sie, ihr Freund und ihre Cousine, alle drei tod. Das war kurz vor unserer Abschlußprüfung als Arzthelferin beides. Naja, das ist auch ein Grund, weshalb ich in dem Beruf nicht mehr arbeiten will.
    Im Januar diesen Jahres ist ein guter Bekannter von mir tödlich verunglückt. Mitte des Jahres ist dann eine gute Bekannte von mir an Anorexie gestorben. Sie war im Krankenhaus, sollte entlassen werden und einen Tag vorher ist sie gestorben. Jetzt, beim Transrapid-Unglück saß ein Verwandter mit drin, auch gestorben.

    Klingt alles vielleicht etwas utopisch, ist aber die Wahrheit. Naja, ich weiß einfach nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Ich will ansich nicht mehr, als ein "normales" Leben führen. Ohne Ängste und Zweifel. Ansich sollte es mir doch gut gehen, oder nicht?

    Meine Essstörung hab ich damals selber in den Griff bekommen, da ich mir dachte, ich schaffe das auch ohne Hilfe. Das habe ich bis jetzt immer gedacht und es auch immer geschafft. Egal, ob es die Bankgeschäfte von meiner Mutter waren, als ich noch klein war, meine Prüfung, Krankheiten, ...
    Doch so langsam holt mich das alles wieder ein und ich weiß einfach nicht mehr, wie ich es in den Griff bekommen kann...
    Auch mit meinem Gendefekt (Hyperkaliämische Periodische Paralyse und Thomsen Myotonie) hab ich mich gut arangiert, auch wenn es schwer ist.
    Ansich bin ich immer die Starke, die auf alles ne Antwort weiß und die sich immer gut selber helfen kann und nie auf Hilfe angewiesen ist. Doch ich habe angst, dass es diesmal nicht so ist. Ich merke, dass ich so langsam wieder in meine Essstörung rutsche, ich schon wieder nur arbeite oder zuhause sitze. Nichts mehr unternehmen will. Das ist doch nicht normal, oder??

    Ich wollte immer anders sein, als meine Schwester und das habe ich geschafft. Aber man kann doch anders sein und trotzdem normal? Oder ist es normal, dass wenn ich als Beifahrer irgendwo im Auto mitfahre, ich immer auf die Strecke achte. Das wenn mal ein Unfall passiert, das ich auch weiß, wo wir genau sind.

    Ich habe Angst, dass ich durch mein Verhalten und meine Ängste meine Ehe zerstöre oder später die selben Fehler bei meinen Kindern mache, die meine Mutter bei mir gemacht hat. Ich habe Angst, dass ich zu fordernd bin, weil ich es nicht haben kann, wenn etwas nicht 100%ig richtig ist. So hab ich z.B. bei Schlechten Noten, die schon bei ner 2 bei mir anfangen das gefühl faul gewesen zu sein...

    Ich habe Angst, meinen eigenen Ansprüchen irgendwann nicht mehr zu genügen...


  • RE: Wie weiter??


    ich finde du soltest deine ängste und sorgen deinem mann erzählen, mit ihm darüber reden. er könnte dir sicherlich helfen. und für dich da sein. ihr könntet es zusammen durchstehen. ich habe den eindruck ihr führt eine glückliche ehe . du schaffst das schon

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    • RE: Wie weiter??


      Das habe ich getan.
      Seite Antwort war, ich könnne mich melden, wenn ich ein Problem hätte.
      Ich solle ihm aber nicht mit Dingen belasten, die gar nicht da sind...

      Naja, das oder so ähnliches hab ich mir auch schon gedacht.

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      • RE: Wie weiter??


        Hi kleiner Stern,

        ich würde mal sagen Deine Seele ist krank. Was ich verständlich finde nachdem ich Deinen Beitrag gelesen habe.
        Du merkst selber das es eng wird um Dich. Nehme Deine Eßstörung als ganz deutliches Warnsignal Deines Körpers wahr. Gehe zum Arzt, wichtig ist das Du ihm vertraust. Erzähle ihm Deine Geschichte und sage ihm ganz deutlich, das Du spührst, diesmal nicht stark genug zu sein und Du hilfe brauchst. Bevor Dein Körper Dich selbst aus dem Verkehr zieht.

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        • RE: Wie weiter??


          Hallo!

          Das glaube ich auch, jedoch nach einem Gespräch mit meinem Mann gestern abend weiß ich selber nichts mehr wirklich. Er meinte, ich würde mir alles nur einbilden und ich sollte mir einfach mal nicht so viele Gedanken machen. Denn das mache ich eigentlich immer. Naja, er ist etwas genervt und meint, ich solle mich mal nicht so "anstellen".
          Mein Problem ist nur, dass ich mich nur sehr schwer jemanden anvertrauen kann. Ich kann zwar über meine Gedanken, Gefühle, ... schreiben (da sieht mich dann ja auch keiner, dass ich am Heulen bin) aber ich kann da nicht drüber reden. Wenn ich nur drüber nachdenke, habe ich gleich wieder Tränen in den Augen und wenn ich darüber reden will, bekomme ich erst gar keinen Ton raus. Deshalb hab ich auch hier geschrieben.

          Danke!

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          • RE: Wie weiter??


            hallo kleiner stern,

            zunächste einmal möchte ich dem zustimmen, was dein mann sagt. viele (oder alle) deiner ängste kommen aus deinem kopf und haben nichts mit der realität zu tun. du hast sehr viel schlimme dinge erfahren (die vielen unfälle in deinem bekanntenkreis) und das belastet dich offensichtlich so sehr, dass du angst hast, es könnte bald auch bei dir, deinem mann etc. passieren. und ich sage dir: natürlich kann es das. das betrifft aber speziefisch nicht dich, sondern uns alle, die wir hier auf dieser welt leben. es gibt gefahren, natürlich, aber sollen wir die ganze zeit angst haben, dass wir überfahren werden könnten? du kannst nichts gegen sie machen, außer achtsam sein. richte deinen blick doch mal auf die schönen dinge: du denkst doch auch nicht die ganze zeit daran, dass du einen blumestrauss bekommen könntest oder ein lächeln von einer dir fremden person auf der straße? darauf solltest du dein augenmerk richten und nicht so sehr die schlechten dinge fokusieren. ich habe auch den eindruck, dass du denkst, dass du das alles anziehst oder aber, dass du indirekt damit zu tun hast?

            lass dir eines sagen: ängste blockieren einen nur und bringen einen überhaupt nicht weiter, weder in der ehe, noch sonstwo.

            ich rate dir, wirklich professionelle hilfe in anspruch zu nehmen. gehe zu einem psychotherapeuten, er kann dir bestimmt helfen und auch die zusammenhänge zu deiner vergangenheit herstellen.

            ich wünsche dir alles gute
            gazelle09

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            • RE: Wie weiter??


              Ja, du hast wohl Recht. Ich weiß auch, dass das meiste ansich quatsch ist.
              Ich mache mir anisch ständig über unnütze Dinge Gedanken, die gar nicht sein müssten.
              Es ist nicht so, dass ich das Gefühl habe, dass ich mit den Unfällen oder sonstiges zu tun habe, auch habe ich nicht das Gefühl, das ich sie anziehe oder so. Ich werde bei jedem mal nur wieder an die "anderen" erinnert und irgendwie wird es mit jedem mal etwas schwerer. Aber das ist auch normal, denke ich mal. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, warum mich das diesmal so aus der Bahn geworfen hat. Ich weiß ansich auch nicht, warum ich mir immer Gedanken darüber mache, ob mein Mann überhaupt glücklich ist oder nicht. Es fällt mir einfach unglaublich schwer, einfach mal glücklich zu sein. Das bin ich ansich auch gar nicht gewohnt. Es war ansich immer irgendwas und das ist nun nicht mehr. Klar bin ich froh darüber, trotzdem ist es irgendwie nicht leicht damit umzugehen. Ich mache zur Zeit aus gesundheitlichen und persönlichen Gründen eine neue Ausbildung. Ich möchte bzw. will ansich wieder mit sehr gut bestehen. Was ansich auch quatsch ist. Nur weil ich mal ne zwei schreibe in einer Klausur hab ich gleich schlechte Laune und das Gefühl faul gewesen zu sein. Aber warum ich die Ansprüche immer so hoch setze, das weis ich nicht. Denke auch, dass das ansich das Problem ist...

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              • RE: Wie weiter??


                Hallo, großer Stern.

                Das ist kein Tippfehler, denn so schonungslos Dein Leben auch war, hast Du Deinen Weg gemacht, aus Deinen Zeilen ese ich: sogar ausgezeichnet.
                Klar bist Du Dir auch dessen bewusst, daß es Kraft, Mut, Ausdauer und Stärke bedarf, all das zu überstehen,
                klar hastu du Dich dadurch kennengelernt,
                klar weißt Du daß auf Dich Verlaß ist ("Essstörung krieg ich selbst in'n Griff, brauch nicht Hilfe von Außen"),
                aber die ganzen bedrohlichen Situationen, die vielen Trennungen,
                haben Dich geprägt.
                Das Hirn denkt in eingefahrenen Bahnen, und wenn Du wirklich zum ersten Mal völlig glücklich bist, dann müssen ja in Dir alle Alarmglockel läuten: "Halt, wann kommt denn nun das nächste Problem, so war's doch bisher immer?!?".
                Ich wünsche Dir, daß Du den Mut findest Dich jemandem vom Fach zu öffnen. Das ist gar keine große Sache, es gibt ganz leichte, aber wirkungsvolle Dinge: z.B. Verhaltenstherapie. Man zählt auf was einen stört, was man gerne ändern möchte, und dann wird darauf hingearbeitet. Ohne zermürbende Tiefenanalysen.
                Du hasst Ängste, Du möchtest sie los werden- klar kriegst Du das hin. Aber das musst Du nicht alleine tun, sei achtsam zu Dir selber und nehme Hilfe in Anspruch. Dafür sind die Leute da. Noch was: es ist vielleicht kein akutes problem, das Du hast, aber Deine Lebensqualität leidet!! Das ist ein Grund sich an einen Psychotherapeuten zu wenden!

                Viel Glückt,
                auf daß Du noch lange leuchtest!

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