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nur unzufrieden

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  • nur unzufrieden

    hallo leute,
    bin seit ein paar monaten vater eines mädchens. meiner frau geht es nicht gut, denn sie hat
    ständig irgendetwas rumzunörgeln. fremde leute sind alle blöd, die wohnung ist sch..., meine
    eltern nerven, ... aber vor allem, das baby wird ihr zu viel. das äußert sich in rückenschmerzen,
    ständig müde sein und schlafen. dabei mach ich schon alles; räume die wohnung auf, wechsel
    die windeln auch nachts, kaufe ein, spiele mit dem kind. ausserdem kümmert sich meine
    mutter jeden tag so 2-3 stunden um die kleine.
    das einzige was meine frau heute gemacht hat, war mittags zu füttern. mittendrin wurde sie
    wütend und schmiss die brocken hin. das kind würde sie nerven und sie könnte es nicht mehr
    sehen.
    das hat mich getroffen. ich weiss nicht mehr was ich machen soll. ist sowieso alles falsch in
    ihren augen. ich bin ein sehr geduldiger mensch, aber ich bekomme da so ein komisches
    gefühl. was meint ihr?


  • RE: nur unzufrieden


    Ein paar Monate geht das schon so? Ist wirklich ein bisschen zu lang:

    Als Wochenbett bezeichnet man die Zeit von der Nachgeburt bis zu 6–8 Wochen nach Geburt eines Kindes. Während dieser Zeit erholt sich die Mutter von Schwangerschaft und Geburt: Die Gebärmutter und andere Organe bilden sich zurück, die Haftstelle des Mutterkuchens, welche eine Wunde in der Gebärmutter darstellt, heilt unter Absonderung des Wochenflusses ab. Bei stillenden Müttern beginnt innerhalb von 3–4 Tagen die Bildung von Muttermilch. Eventuelle Geburtsverletzungen heilen in der Zeit des Wochenbettes.

    Die Beziehung zwischen Kind und Mutter entsteht und entwickelt sich. Zentrale Themen für Mutter und Kind sind in der ersten Zeit meist die Gewöhnung an das Stillen, der Schlaf- und Trinkrhythmus des Kindes und allgemein seine Zufriedenheit.

    Die Wöchnerin bedarf, insbesondere im Frühwochenbett (1.–10. Tag nach der Geburt), besonderer Ruhe und Pflege. Sie sollte keinerlei körperliche Arbeit verrichten, sondern sich voll auf ihr Neugeborenes und sich selbst konzentrieren. Deshalb besteht auch seit 1952 in Deutschland im Rahmen des Mutterschutzgesetzes ein absolutes Beschäftigungsverbot für Mütter in den ersten acht Wochen nach der Niederkunft.

    In der Zeit des Wochenbettes hat jede Mutter Anrecht auf medizinische und beratende Hilfe durch eine Hebamme. Deren Leistungen werden von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt.

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    • Psychische


      Störungen nach der Entbindung

      Häufigkeit
      Die nach einer Entbindung auftretenden depressiven Störungen kann man grob in drei Kategorien einteilen: Die bei uns umgangssprachlich "Heultage" genannte Zeit stimmungsmäßiger Labilität und depressiver Verstimmung in den ersten drei bis fünf Tagen nach der Geburt wird im englischen Sprachraum "postnatal blues" oder "baby blues" genannt. Nach den Studien verschiedener Autoren sind solche Veränderungen nach etwa 50 bis 70% aller Entbindungen zu beobachten. Wesentlich seltener sind dagegen die sogenannten Wochenbettdepressionen bzw. postnatalen Depressionen mit einer Häufigkeit von etwa 1 bei 10 Geburten. Sie treten meist in den ersten Wochen nach der Entlassung aus der Entbindungsklinik auf und können in der Regel ambulant therapiert werden. Übergänge von Wochenbettdepressionen zu den insgesamt sehr seltenen Wochenbettpsychosen (nach etwa 1 bis 2 von 1.000 Geburten) kommen vor.


      Symptomatik
      Im Rahmen einer depressiven Verstimmung nach einer Geburt kann eine Vielzahl verschiedener Symptome auftreten, wie etwa depressive Verstimmung mit häufigem Weinen, Grübeln, Hoffnungslosigkeit, Minderwertigkeits- und Schuldgefühle, Angst, innere Unruhe, Interesselosigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen, Denkhemmung, innere Leere sowie Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen oder auch Gefühle wie Liebe oder Sympathie zu empfinden (oft resultierend in dem Problem, gegenüber dem Kind noch keine "Muttergefühle" zu haben).

      Auch das körperliche Befinden ist in der Regel gestört, z.B. durch Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Verstopfung, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden, Engegefühl in der Brust, Kloßgefühl im Hals sowie eine Vielzahl anderer körperlicher Mißempfindungen und vermindertes sexuelles Interesse. Diese körperlichen Symptome können auch im Vordergrund der Symptomatik stehen und werden dann oft mit den Folgen der Entbindung, der Belastung durch das Kind, das Stillen, den Schlafmangel etc. erklärt. Depressionen nach einer Entbindung gehen in der Regel mit Schlafstörungen einher (Einschlaf- und Durchschlafstörungen und eventuell auch vorzeitiges Erwachen). Es kann zu typischen Schwankungen im Laufe des Tages kommen mit Stimmungstief am frühen Morgen und Stimmungsaufhellung im Laufe des Tages.

      Sehr quälend kann für die betroffene Mutter das Auftreten von Zwangsgedanken und Zwangsimpulsen sein (wiederkehrende unangenehme Gedanken und Impulse, die in der Regel als unsinnig angesehen werden) - so etwa der Gedanke bzw. Impuls, dem Kind vielleicht etwas anzutun, es zu verletzen, zu töten etc. Solche Zwangsgedanken versetzen die Mutter meist in starke Angst; sie sieht darin einen Beweis, daß sie eine schlechte Mutter ist und ihr Kind nicht liebt, und lebt in Angst davor, daß sie eines Tages das Schreckliche umsetzen könnte. Schuldgefühle und Scham verhindern oftmals, daß Mütter über solche Gedanken berichten - sie sind der Überzeugung, "die einzige schlechte Mutter" auf der Welt zu sein.

      Sehr ernstzunehmen ist das Symptom Suizidalität, das bei schweren Depressionen fast regelmäßig auftritt und dann zur stationären Behandlung führen muß (ca. 10 bis 15% der Depressiven sterben durch Suizid, bei jungen Müttern besteht dann auch das Risiko des erweiterten Suizids, siehe unten).

      Bei den sogenannten psychotischen Depressionen nach einer Entbindung kann die Patientin auch wahnhaft (d.h. absolut und unkorrigierbar) davon überzeugt sein, daß sie das Kind nicht richtig versorgt hat, daß sie eine schlechte Mutter ist und daß das Kind dadurch geschädigt wird etc. Folge solcher schweren psychotischen Depressionen ist in tragischen Einzelfällen die Tötung des Kindes (Infantizid, Häufigkeit insgesamt etwa 1:50.000 Geburten) im Rahmen eines sogenannten "erweiterten Suizids". Dabei steht im Vordergrund die Suizidalität der Mutter, die aus ihrer depressiven Sicht heraus keinerlei Hoffnung für sich und ihr Kind mehr sieht oder das Kind von seinem vermeintlichen Leiden erlösen möchte und erst das Kind und dann sich tötet.

      Im Rahmen solcher Wochenbettpsychosen können sich Depressionen auch mit anderen psychotischen Symptomen mischen, wie Störungen des formalen Gedankenganges, Verfolgungs- und Beeinträchtigungswahn, Halluzinationen(optische oder akustische Wahrnehmung ohne äußeren Reiz, z.B. Stimmen mit kommentierendem oder befehlendem Charakter) oder auch Ich-Erlebnis-Störungen (Überzeugung, daß die Gedanken oder Körperbewegungen von außen beeinflußt werden). Thema der Wahnsymptome ist bei diesen sogenannten schizodepressiven Wochenbettpsychosen sehr häufig die Überzeugung, verfolgt oder umgebracht zu werden, oder die Idee, das Kind sei vertauscht, das Kind sei ein Satan etc. Auch hieraus kann u.U. eine dramatische Entwicklung folgen.

      Tritt die einer Depression entgegengesetzte manische Symptomatik auf, nämlich eine gehobene Stimmungslage mit Euphorie, Antriebssteigerung, Enthemmung, vermindertem Schlafbedürfnis, Größenideen etc., handelt es sich am ehesten um eine manische bzw. schizomanische Psychose nach der Entbindung. Eine Gefährdung resultiert in diesen Fällen durch falschen Umgang mit dem Kind bzw. eine Störung der allgemeinen Urteilsfähigkeit.


      Beginn
      In den ersten Tagen nach der Entbindung treten am ehesten die als "normal" anzusehenden Heultage mit Stimmungsschwankungen etc. auf. Innerhalb der ersten beiden Wochen ist die Gefahr für das Auftreten von Psychosen am größten; etwa 70% aller Psychosen nach einer Entbindung beginnen in dieser Zeit. Postnatale Depressionen dagegen können sowohl direkt nach einer Entbindung als auch noch Wochen und Monate später beginnen.

      Wochenbettpsychosen und auch Depressionen treten am häufigsten nach der ersten Entbindung auf. Alter, Familienstand, Schulbildung, Beruf, Entbindungsmethode oder auch Geschlecht des Kindes haben keinen direkten Einfluß auf das Auftreten. Allerdings ist das Erkrankungsrisiko größer bei psychischen Störungen in der Vorgeschichte oder bei einer familiären Belastung, z.B. wenn bereits Frauen an einer postnatalen Depression oder Psychose erkrankt waren, oder auch wenn psychische Störungen insgesamt in der Familie vorgekommen sind.


      Verursachung
      In den ersten Wochen der Schwangerschaft sinken die Hormone Progesteron und Östrogen nicht wie üblicherweise in der zweiten Hälfte des Menstruationszyklus wieder ab, sondern steigen weiter an auf ein hohes Niveau und bleiben dort während der gesamten Schwangerschaft. Nach der Entbindung kommt es durch den Ausfall der in der Plazenta produzierten Hormone dann zu einem sehr abrupten Hormonabfall. Es liegt nahe, diese raschen hormonellen Veränderungen nach der Entbindung für dann auftretende psychische Störungen verantwortlich zu machen. Die intensive Erforschung dieser Thematik konnte aber keinen zwingenden Zusammenhang zeigen; am ehesten sind die hormonellen Veränderungen noch für die bereits erwähnte stimmungsmäßige Labilität nach der Entbindung (Heultage) verantwortlich.

      Da postnatale Depressionen nicht bei allen, sondern nur etwa bei einer von 10 Frauen nach der Entbindung auftreten und Wochenbettpsychosen noch seltener sind, ist die hormonelle Umstellung nach der Geburt wahrscheinlich nur ein Faktor in einem multifaktoriellen Geschehen. Verschiedene weitere Faktoren können bei den Depressionen und Psychosen post partum eine Rolle spielen: die bereits erwähnte familiäre Belastung mit psychischen Störungen, die körperliche Belastung einer Geburt im allgemeinen, evtl. verstärkt durch Kaiserschnitt oder auftretende Infekte etc., soziobiographische Parameter wie etwa eine ungewollte Schwangerschaft oder ansonsten schwierige soziale Situation, Beziehungsprobleme, die von der jungen Mutter geforderte Einstellung auf ihre veränderte Rolle, oftmals verbunden mit dem Rückzug aus dem Berufsleben, und schließlich die psychologischen Belastungen, die mit einer Entbindung einhergehen können, wie etwa Krankheit oder Tod des Kindes oder andere zusätzlich auftretende relevante Lebensereignisse. Es muß allerdings auch gesagt werden, daß bei einer Reihe von erkrankten Frauen keinerlei Belastungsfaktoren erkennbar sind.


      Therapie
      Die Behandlung der psychischen Störungen nach einer Entbindung ist abhängig von Ausprägung und Schweregrad: Die "Heultage" sind in der Regel nicht behandlungsbedürftig und gehen von selbst vorbei. Wochenbettdepressionen dagegen werden zu selten erkannt und behandelt, oftmals auch deshalb, weil auftretende Beschwerden als "normal" für eine junge Mutter angesehen werden oder diese sich schämt, über ihre Beschwerden und Ängste zu berichten. In Abhängigkeit von der Symptomatik bietet sich eine kombinierte psychotherapeutische/ pharmakotherapeutische Behandlung an. Dabei ist für schwere Depressionen der Einsatz von Medikamenten (Antidepressiva) meist unerläßlich, was allerdings erschwert wird, wenn die Mutter weiter stillen möchte (die meisten Medikamente treten in die Muttermilch über).

      Ziel der psychotherapeutischen Maßnahmen ist die Bewältigung der Krankheitssymptome, Aufklärung über die Erkrankung unter Einbeziehung des Ehemannes, Erlernen des Umgangs mit Symptomen (besonders wichtig beim Auftreten von Ängsten und Zwangsgedanken), aber auch die Einstellung auf die neue Situation in Familie und Beruf.

      Bei psychotischen Depressionen bzw. schizodepressiven Wochenbettpsychosen ist eine stationäre Behandlung unbedingt erforderlich (z.B. wegen des Suizidrisikos); hier steht die medikamentöse Behandlung an erster Stelle. Das gleiche gilt für Psychosen mit manischer Symptomatik - eine stationäre Behandlung ist unbedingt erforderlich, auch wenn die betroffene Mutter selbst keinerlei Krankheitsgefühl hat. Nach Abklingen der psychotischen Symptomatik muß auch in diesen Fällen die Behandlung durch psychotherapeutische Maßnahmen ergänzt werden, da die Betroffenen und ihre Angehörigen oftmals große Schwierigkeiten haben, mit der Erfahrung dieser Erkrankung fertig zu werden. Hilfreich dabei kann auch der Kontakt zu anderen Betroffenen sein, z.B. im Rahmen von Selbsthilfegruppen.


      Literatur

      Ann Dunnewold, Diane G. Sanford: "Ich würde mich so gerne freuen!" Verstimmungen und Depressionen nach der Geburt. Hilfen für Mütter und Väter. Trias Verlag 1996

      Elisabeth Geisel: "Tränen nach der Geburt". Kösel Verlag 1997

      Petra Nispel: "Mutterglück und Tränen. Depression nach der Geburt verstehen und überwinden". Herder Verlag 1996

      Autorin

      Prof. Dr. med. Anke Rohde
      Universitätsklinikum Bonn
      Gynäkologische Psychosomatik
      Sigmund-Freud-Str. 25
      53105 Bonn
      Tel.: 0228/287-4737
      Fax: 0228/287-4738
      E-Mail: Prof. Dr. Anke Rohde

      Homepage: http://www.meb.uni-bonn.de/frauen/UFK/start_psycho.html

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      • RE: nur unzufrieden


        Du hast sicherlich auch die beiden Antworten gelesen, dementsprechend kann ich Dich nur anbetteln, Deiner Frau ganz deutlich zu sagen, welche Sorgen Du Dir machst und dass Du möchtest, dass Sie sich helfen und behandeln lässt - nicht nur für oder wegen dem Baby, sondern ganz besonders für sich selbst...dass Du ihr ganz bestimmt auch beistehen und helfen wirst, das aber nur kannst, wenn sie professionelle Hilfe annimmt...

        Ich verstehe, dass Du mittlerweile schon Panik hast und das Schlimmste befürchtest - und es trotzdem bisher vermieden hast, klar und deutlich Deinen Befürchtungen Ausdruck zu verleihen - Du bist nämlich ebenfalls von der Erkrankung Deiner Frau betroffen und hast bisher nur versucht, auf Deine Weise für Besserung zu sorgen...es ist fürchterlich, wenn man irgendwann begreift, dass nichts was man tut, zu einer Besserung oder wenigstens Entspannung führt...gerade wenn es um die Versorgung und die Fürsorge für ein hilfloses Kind geht...ich kann mir gar nicht vorstellen wie verzweifelt Eure gesamte Familie mittlerweile sein muss....

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        • den Teufel an die Wand malen....


          Danke für Deine Unterstützung, Catflap -
          und ich leg jetzt noch eins drauf:
          Mir ist eine junge Mutter bekannt, die seit der Geburt Ihres Kindes in einer fürchterlichen seelischen Verfassung war, nach über 1,5 Jahren !! hat Sie mit Ihrem Kleinwagen, sehr hohes Tempo, einen Baum angesteuert, Sie und Ihr Kleinkind waren nicht angeschnallt - wir vermuten deswegen, dass es ein "Freitod" und ein "Kindesmord" war.

          Also um professionelle Hilfe suchen ! ; Oli, und zwar schnellstens !!

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          • ABC-Regel


            zunächst einmal solltet ihr versuchen, das Familienleben mit Kind aus eigener Kraft hinzukriegen. Nix gegen die Oma als Amme, Haushaltshilfe und Babysitter, aber es ist euer KInd, eure Partnerschaft und ihr solltet euch "abgrenzen".
            Ganz logisch, dass ihr anfangs gestresst seid, der Tagesablauf mit Kind sieht anders aus als vorher.
            Es hilft nichts, der Arbeit im Haushalt, usw. hinterher zu hetzen und sie zu erledigen, wo sie sich findet. Die ABC-Regel ist hier ein wirksamels Mittel für Zeit- und Arbeitsmanagement.
            Macht euch Tages- und Wochenpläne, was zu erledigen ist, stuft die Aufaben ein in A = unbedingt wichtig, möglichst sofort erledigen, B = wenn erledigt ein Plauspunkt für den Tag und C = kann warten.
            Streicht alle C- Punkte, somit fällt ein Drittel überflüssiger Aufagben weg, daraus ergibt sich ein enormer Zeitgewinn für A und B- Aufgaben.
            Beispiel: Die Wohnung aufräumen ist eine Aufgabe der C-Klasse, also vergiß es. A-Aufgaben sind Baby, Baby, Baby. B- Aufgaben notfalls konsequent streichen, sonst ist der Tag um, und ihr steht vor dem nächsten.
            Und wenn ihr dann noch lernt, euch gegenseitig zu "belohnen", jeder dem anderen die Chance gibt, ein bißchen der Zeit, die euch bleibt für sich zu nutzen, dann seid ihr einen ganz großen Schritt weiter.

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            • RE: den Teufel an die Wand malen....


              Nicht außer acht lassen sollte man, dass das Leistungsdenken der anonymen, modernen Gesellschaft den Druck auf junge Familien erhöht, statt vermindert, es ist unmöglich die wirtschaftlich schlechte Lage (vieler) junger Familien durch psychiatrische Hilfe auszugleichen!

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              • RE: ABC-Regel


                Im Grunde würde ich Dir gerne Recht geben, son kleines Menschlein bedeutet eben nicht nur zufriedenes Glucksen und Freude....und auch der Druck neben den Klugen Sprüchen von Außen wie "Wir haben das doch auch geschafft" und "reiß Dich mal zusammen" etc tragen nicht unbedingt dazu bei, dass die "neue" Situation und die ganzen Umstellungen leichter zu bewältigen sind...

                Aber: Nach dem was Olli schreibt, ist seine Frau nicht nur überfordert und genervt und die ganze Familie einfach nur unorganisiert (was zugegebener Maßen zu ganz viel Stress führen kann)...sondern Olli´s Frau scheint ganz ernsthaft krank zu sein...psychisch - so krank, dass sie bereits schon andere "Krankheiten" wie ihren Bandscheibenvorfall hernimmt, um sich und ihrer Umwelt zu "beweisen" und zu verdeutlichen, dass sie mit absolut ALLEM überfordert ist, dass sie PATIENTIN ist...und wer ihr nicht alles abnimmt und für sie sorgt, hasst sie ja offensichtlich...sie kann sich in ihrem "Zustand" unmöglich um irgendwas kümmern...schon gar nicht um "das Kind"....das will dauernd irgendwas, das scheint sie nicht verstehen zu wollen, das scheint Schuld zu sein, dass sie sich dauernd verteidigen und erklären muss, das ...etc....Ich habe das Gefühl, Ollies Frau hat kein beschützendes Gefühl für ihr Baby, sondern fühlt sich von dem Kleinchen sogar noch provoziert und angegriffen....wenn das nicht wäre, dann würde ihr keiner sagen, koch mal, fütter mal, wasch mal, mach mal hier und da...und das mach gefälligst auch noch gerne, DU wolltest doch das Kind! Und das ist eine extremst gefährliche Situation.

                Jede Mutter und Jeder Vater und Jeder der Jemals für länger ein Kind in seiner Obhut hatte, unterscheidet ganz schnell alle Tätigkeiten in "Mach ich sehr gerne, weil es mir Freude bereitet und deswegen wollte und hab ich jetzt mein Baby", "mach ich überhaupt nicht gerne, muss aber sein (Windeln wechseln, Nachts aufstehen, beim Kinderarz stunden sitzen, ) etc...für Olli´s Frau scheint es keinen Unterschied zu geben - gefühlsmäßig und mental - das Kind bedeutet NUR Arbeit und Stress für sie.... Und dann kommt auch noch dazu, dass sie anscheinend schon so selbstverständlich mit ihren Negativ-Emotionen umgeht, dass sie auch vor Dritten keinerlei Hemmungen hat, ihrem Frust und ihrer Aggression Ausdruck zu verleihen...es gibt ne Menge Frauen, die fühlen sich ganz schrecklich weil sie keine Gefühle für das Baby haben, weil eben nicht dieses warme Gefühl in ihnen aufsteigt und die sind dann auch oft traurig...über ihren eigenen Verlust...

                Aber es gibt auch genügend Mütter und Väter, die finden es schon sehr bald ganz normal, wenn sie ihr Kind wie einen Feind empfinden - und je mehr Leute sie fragen, was ist denn nur los mit Dir, das kannst Du doch nicht machen, je wütender werden sie...weil sie eben sehr wohl finden dass sie sich wehren dürfen und müssen, dass sie bestrafen müssen...

                Ich weiß nicht was Ollie´s Frau wirklich braucht...wir wissen ja auch nicht, unter welchen Umständen sie schwanger geworden ist, etc....das alles spielt vermutlich auch noch eine sehr große Rolle...es sei denn, sie benötigt wirklich "nur" medizinische Hilfe, um ihren Hormonhaushalt etc wieder in ein gesundes Gleichgewicht zu bringen....was ich hoffen möchte....aber es muss ja erstmal eine Diagnose erstellt werden, und Ollie darf und kann nicht warten und hoffen, dass sie selbst auf die Idee kommt, dass da irgendwas nicht so ganz richtig ist....und sich dann vielleicht von irgendeinem drögen, selbst genervten Kinderarzt sagen lässt, ist alles ganz normal, sie wäre nur gestresst....die Frau braucht ganz dringend Fachärztliche Hilfe und eine Diagnose....sie wäre nicht die erste Mutter, die sich mit solchen negativ Gefühlen für sich arrangiert - und es irgendwann Normal findet, wenn sie allen Frust an ihrem Kind ausläßt....soweit muss es ja nicht kommen.

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                • so wie du es beschreibst...


                  scheint es sich eher um eine depression nach der schwangerschaft zu handeln und ich halte es für unwahrscheinlich, dass sie sich von selber davon erholt. allerdings stellt sich mir durchaus auch die frage, war deine frau wirklich bereit das kind zu bekommen, oder war es eher ein "unfall" bei geplant kinderloser ehe? das könnte den ansonsten auch auftretenden normalen überforderungsgefühlen den letzten kick geben.
                  da ich zwei mittlerweile größere zwerge habe, kann ich ein lied davon singen, wie anstrengend der nächtliche schlafentzug (wenn du nachts windeln wechselst, wie siehts mit füttern aus, wirst du es auch kennen) sein kann. bei kind nummer eins war es besonders schwer, weil ich erstens keine erfahrung im umgang mit babys hatte und es zweitens reichlich schlafresistent war, so dass die kinderkrankenschwestern auf der entbindungsstation schon sagten, sie hätten noch nie ein baby da gehabt, das so wenig geschlafen hätte.
                  alles in allem, die kleinen können einen auch ganz gut an den rand des wahnsinns bringen.

                  dir/euch ganz viel kraft für die aufgabe.
                  lg
                  nornen

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                  • RE: nur unzufrieden


                    vielen Dank für die ausführlichen und hilfreichen Antworten. Ich habe selbst schon mal das Thema Depressionen angesprochen, danach war für einige Zeit wieder alles gut - aber eben nur für ein paar Tage. Das Kind hat sie sich übrigens sehr gewünscht. Alles in allem ist es genau so gekommen wie sich meine Frau das gewünscht hat. Und jetzt ist //Überraschung// das ziemlich anstrengend. Und ich bin bald nicht mehr bereit mir jeden Abend anzuhören, wie schwer sie es hat.
                    Unser Intimleben existiert fast nicht mehr- sie braucht es nicht. Nur kuscheln - höchstens. Tjaja.

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