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Warum?

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  • Warum?



    Liebe erwachsene Menschen,

    warum lassen sich Beziehungen auf eine reine sexuelle Ebene herunterbrechen?
    Der Sex ist schlecht und die Beziehung/Liebe ist tot? Warum?

    Ist es denn dann nicht besser, wenn nur eine Seite generell keine Lust hat bsw. wie in Afrika, hier gibt es den barbarischen Akt der Beschneidung. Warum wird denn beschnitten? Kein Vergnügen für eine Partei, scheint doch eine Lösung für langlebige Beziehungen anzubieten.

    Warum glauben immer noch so viele Menschen, dass soziale Herkunft oder Gemeinsamkeiten Ihre Beziehung bestimmen? Wird die Beziehung nur vom Trieb bestimmt und was unterscheidet uns "besondere Wesen" dann vom Tier?

    Warum ist Sex komplizierter und wichtiger, als alle anderen Bereiche der Beziehung?
    Warum spielt Sex in fast allen therapoltischen Ansätzen - zur Rettung von Beziehungen- keine nennenswerte Rolle?

    Dankeschön fürs zuhören...


  • RE: Warum?


    Genau, lasse uns schnell opa und oma werden...dann blüht die liebe und die "sinne" hämm... die errinnerung wird vergessen...ups?

    Véro

    Kommentar


    • RE: Warum?



      Liebe Vero!

      Auch Oma und Opa haben Sex und auch die Beziehung älterer Menschen ist ohne Sex kaum vorstellbar, oder? Die Lebenserwartung nimmt zu, schon der Begriff zeigt, dass mehr erwartet wird als einfach nur später sterben.

      Grüße und vielen Dank für Deine Antwort

      Kommentar


      • RE: Warum?


        a) warum lassen sich Beziehungen auf eine reine sexuelle Ebene herunterbrechen?
        Der Sex ist schlecht und die Beziehung/Liebe ist tot? Warum?

        =>weil die Menschen sich auch auf anderer Ebene nichts mehr zu sagen haben udn sich nur auf diesen Aspekt konzentrieren? <==

        b) Ist es denn dann nicht besser, wenn nur eine Seite generell keine Lust hat bsw. wie in Afrika, hier gibt es den barbarischen Akt der Beschneidung. Warum wird denn beschnitten? Kein Vergnügen für eine Partei, scheint doch eine Lösung für langlebige Beziehungen anzubieten.

        =>ist es das? Schmerzen, traumatische Erfahrungen auf der einen Seite und Wonne auf der anderen? Bedeutet langlebige Beziehung für dich auch automatisch glücklich sein, selbst wenn man nur aus den traditionellen, kulturellen Gründen etc. nicht aus einem Desaster rauskommt?<=

        c) Warum glauben immer noch so viele Menschen, dass soziale Herkunft oder Gemeinsamkeiten Ihre Beziehung bestimmen? Wird die Beziehung nur vom Trieb bestimmt und was unterscheidet uns "besondere Wesen" dann vom Tier?

        => angeblich die Intelligenz <=

        d) Warum ist Sex komplizierter und wichtiger, als alle anderen Bereiche der Beziehung?
        Warum spielt Sex in fast allen therapoltischen Ansätzen - zur Rettung von Beziehungen- keine nennenswerte Rolle?

        => wer sagt, dass das generell so ist? Man kann an der Lust, dem Sex arbeiten, warum auch nicht an andéren Bereichen? Nicht alle Menschen trennen sich, bei denen der Sex nicht mehr gewollt oder ungewollt praktiziert wird, werden kann.
        Das miteinander Schlafen ist ja nur ein einziger Aspekt des Sexuallebens. Nähe, Zärtlichkeit, Gefühl gehören zu einer funktionierenden Beziehung genauso dazu und werden, wenn man den Umfragen glauben schenken darf, auch wieder stärker von den Partner eingefordert. Inwieweit der Egoismus aber dabei im Wege steht, ist ein anderes Kapitel <=

        Gruß
        Shanti

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        • RE: Warum?


          Gut geantwortet, Shanti .

          Der renommierte Sexualwisschenschaftler Prof. Haeberle sagte einmal den bemerkenswert richtigen Satz:
          (sinngemäß) Eine Partnerschaft, die sich nur auf Sexualität gründet, ist von Anfang an eine Fehlentwicklung.

          Kommentar


          • RE: Warum?



            Guten Morgen *Shanti*,

            =>weil die Menschen sich auch auf anderer Ebene nichts mehr zu sagen haben und sich nur auf diesen Aspekt konzentrieren? <==

            ...und wenn die anderen Ebenen nur scheinbar existieren, nur zum einen Zweck der Fortpflanzung...nur konstruiert - Lust und Gewalt kann jeden Tag, überall auf der Welt betrachtet und erlebt werden. Deine anderen Ebenen halten der Realität(meiner Realität) nicht stand, sind aber eine schöne Idee aber letztlich doch nur eine Fiktion...

            =>ist es das? Schmerzen, traumatische Erfahrungen auf der einen Seite und Wonne auf der anderen? Bedeutet langlebige Beziehung für dich auch automatisch glücklich sein, selbst wenn man nur aus den traditionellen, kulturellen Gründen etc. nicht aus einem Desaster rauskommt?<=

            Das Desaster ist kein Desaster, wenn der Betroffene seine Situation nicht als Desaster definiert. Wer keine sexuelle Lust empfinden kann, wird aus dieser Motivation heraus keine Partnerschaft beenden. Wozu also therapieren, wenn operieren hohe Lösungsraten verspricht? Die Ehe, die Krönung der monogamen Ideologie ist für ein ganzes Leben angedacht, also langlebig. Bedeutet dieses nicht zwangsläufig, dass es das Ziel von Beziehungen sein muss, langlebig zu sein?

            => angeblich die Intelligenz <=
            Was ist denn Intelligenz? Ist Intelligenz nicht nach fast beliebiger Definition, dass was in Intelligenztests gemessen wird? Also genau betrachtet, sprechen wir über einen Begriff dem letztlich die Beschreibung fehlt. Das scheint mir zu wenig und trotzdem werden wichtige Entscheidungen( wer wird die Mutter/Vater meiner Kinder) sicher nicht mit Intelligenz getroffen. Der Auswahlprozess hat damit erschreckend wenig gemeinsam, wohl spielt der Sexualtrieb eine entscheidende Rolle. Hier erkenne sehe ich mit Tieren immer noch erstaunlich viele Gemeinsamkeiten, wer Diskotheken besucht hat schnell einen fundierten Eindruck.

            => wer sagt, dass das generell so ist? Man kann an der Lust, dem Sex arbeiten, warum auch nicht an anderen Bereichen? Nicht alle Menschen trennen sich, bei denen der Sex nicht mehr gewollt oder ungewollt praktiziert wird, werden kann.
            Das miteinander Schlafen ist ja nur ein einziger Aspekt des Sexuallebens. Nähe, Zärtlichkeit, Gefühl gehören zu einer funktionierenden Beziehung genauso dazu und werden, wenn man den Umfragen glauben schenken darf, auch wieder stärker von den Partner eingefordert. Inwieweit der Egoismus aber dabei im Wege steht, ist ein anderes Kapitel <=

            Wie kann Ekstase "erarbeitet" werden? Lust ist nicht erzwingbar und doch so gravierend innerhalb einer Beziehung. Natürlich ist das in Afrika nicht so entscheidend, wie im aufgeklärten Europa. Wenn sexuell eine Beziehung nicht harmoniert, sind Zärtlichkeit und Gefühl in der Regel bereits erledigt. Forderungen nach Lust und Ekstase sind schnell ausgesprochen bleiben aber unerfüllbar. Eine Therapie, die nur den sexuellen Aspekt behandelt, muss wenn Sex Hauptkriterium ist den maximalen Erfolg garantieren. Die Beziehung funktioniert ohne Sex? Wie funktioniert eine Beziehung denn und wer bestimmt was, wie dazugehört.
            Auch kann ich hier meine Meinung nicht revidieren, Sex ist wichtigster Bereich einer Beziehung - aller Beziehungen.

            Danke *Shanti* für Deine Denkanstöße und Deine Meinung

            Kommentar


            • RE: Warum?


              <Auch kann ich hier meine Meinung nicht revidieren, Sex ist wichtigster Bereich einer Beziehung - aller Beziehungen. >

              Das hast Du für Dich so entschieden.Jemand anders sieht das vielleicht anders.

              Kommentar



              • RE: Warum?




                Schönen guten Morgen,

                -Das hast Du für Dich so entschieden.Jemand anders sieht das vielleicht anders-

                Eine Entscheidung ist damit nicht verbunden. Die Aussage ist ein Resultat von Beobachtung und Erfahrung. Wie viele Partnerschaften zwischen Mann und Frau ergeben sich ohne sexuelle Lust, oder dem Gefühl des Verlangens.
                Der Wunsch sich fortzupflanzen, ist allen Menschen eigen. Die Erhaltung der Art, nach Darwin definiert, ist doch allgemeingültig.

                Danke für Deine Meinung und Deinen Beitrag

                Kommentar


                • RE: Warum?


                  wenn man eine Beziehung NUR mehr an Sex festhält, wird diese irgendwann scheitern.

                  Was man nicht kennt, kann man nicht vermissen - keine Frage. Aber wenn einem ein funktionierendes Körperteil nur aus ideologischen Gründen entfernt wird, ist das abzulehnen. Außerdem empfinden gerade dann diese Frauen den erzwungenen Beischlaf oft als sehr schmerzvoll, weil die Verstümmelung noch dazu auf sehr brutale Art und Weise durchgeführt wurde. (Beispiel Afrika)

                  Wichtige Entscheidungen, wie Partnerwahl sollten auch nicht aus reinen Verstandesgründen getroffen werden. Hier fließt eben der Aspekt mit ein, den ich vorhin schon erwähnt habe. - Zärtlichkeit, Gefühl, Nähe.
                  Für die reine Fortpflanzung ist es natürlich nicht erforderlich, aber ich verbinde Sex im Prinzip auch mit den vorgenannten Komponenten. Allerdings geht da die persönliche Definition öfters weit auseinander.

                  Wie bereits auch in meinem ersten Posting erwähnt. Eine Beziehung kann auch sehr gut ohne Sex (spreche jetzt hier den Beischlaf an) funktionieren, wenn aus welchen Gründen auch immer, die sexuelle Erfüllung seitens des Partners nicht mehr möglich ist. Hier verschieben sich dann die Prioritäten und man bietet den Partner eben ein nicht minder schönes Gefühl von Liebe, Vertrauen, Zärtlichkeit, Streicheleinheiten und anregende Gespräche. Gemeinsame Interessen herausfinden oder neu entdecken.

                  Lust kann übrigends sehr wohl gesteigert werden, wenn beide Teile daran interessiert sind, auch die Wünsche des Partners zu berücksichtigen.

                  Und damit wünsche ich dir noch eine gute Nacht.

                  LG Shanti

                  PS: Sex ist zwar sehr schön, aber trotzdem nicht alles in einer Beziehung. ;-))

                  Kommentar


                  • RE: Warum?


                    Wie kann Ekstase "erarbeitet" werden?
                    ---------------------------
                    erarbeiten ist nicht erzwungen
                    ----------------------------------

                    Lust ist nicht erzwingbar und doch so gravierend innerhalb einer Beziehung. Natürlich ist das in Afrika nicht so entscheidend, wie im aufgeklärten Europa.
                    ----------------------------
                    siehe unten
                    ----------------------------

                    Wenn sexuell eine Beziehung nicht harmoniert, sind Zärtlichkeit und Gefühl in der Regel bereits erledigt.
                    ------------------------------------------------------
                    das ist nicht so.
                    --------------------------------------------
                    Forderungen nach Lust und Ekstase sind schnell ausgesprochen bleiben aber unerfüllbar.
                    -------------------------------------------------
                    Eine Therapie, die nur den sexuellen Aspekt behandelt, muss wenn Sex Hauptkriterium ist den maximalen Erfolg garantieren. Die Beziehung funktioniert ohne Sex?
                    -------------------------------+
                    eine therapie endet mit dem gebot, das zur funktionierenden sexualiät ein minimum an hemmung bei maximaler stimulation unabdingbar ist,
                    die kann erarbeitet werden und auch zur ekstase führen
                    -----------------------------------------------------

                    Wie funktioniert eine Beziehung denn und wer bestimmt was, wie dazugehört.
                    -----------------------------------------------------

                    aus der Sicht des Mannes:

                    Mangel oder Verlust erotischer Welten

                    Der Verlust erotischer Welten ist neben dem Leistungsdruck und der Versagensangst das für die klinische Praxis bedeutsamste Grundproblem der Sexualität.
                    Die auf den Soziologen Davis (1983) zurückgehende Unterscheidung von Alltagswelt und erotischer Welt zielt auf den Sachverhalt, dass Menschen, die sich sexuell verhalten oder sexuelle Phantasien haben, die Welt in einer Weise erleben, die sich deutlich von der Alltagswahrnehmung unterscheidet.
                    Sexuelle Erregung verändert unsere Wahrnehmung und ist eine realitätsgenerierende Aktivität.
                    Die meisten Menschen erfahren Alltagswelt und erotische Welt als klar voneinander abgegrenzte Bereiche.
                    Doch beide Welten durchmischen sich: bei einer langweiligen Alltagsbeschäftigung oder unter Anspannung können erotische Vorstellungen auftauchen, und auf der anderen Seite kann es vorkommen, dass man ungewollt aus der erotischen Welt herausfällt und an Alltagsprobleme denkt.
                    Für viele Menschen ist der Grenzgang zwischen beiden Welten problematisch:

                    der Übertritt in die erotische Welt kann als gefährlich empfunden werden und wird deshalb nicht zugelassen.
                    Andere halten sich am liebsten in der erotischen Welt auf und suchen diese - ob in der Phantasie oder real - auf, wann immer sie können.

                    Männer werden oft in eine defensive Haltung geführt und ihr Selbstverständnis nachhaltig gestört.........

                    Schon vor Jahren hat Schorsch (1989) das problematische Doppelgesicht der oberflächlichen Pazifizierung der männlichen Sexualität mit der Ausgrenzung aggressiver Anteile aufgezeigt.
                    Inzwischen sind derartige Spaltungstendenzen im Sinne einer zwischen den Sexualpartnern „ausgehandelten", einvernehmlich geregelten, „sauberen" Sexualität einerseits
                    und der ab- und triebgründigen Nachtseite andererseits
                    eher stärker geworden.

                    Es hat den Anschein, als ob viele Männer ein sexuelles Doppelleben neuer Prägung führen - mit einem gleichsam politisch korrekten, eher vorsichtig-verzagten offenen 'Verhalten, aus dem die unerwünschten Anteile ausgefiltert sind und allenfalls „unter Männern", überwiegend aber in der Masturbation zum Zuge kommen.

                    Die Selbstbefriedigung ist dabei immer weniger Ersatz für nicht verfügbare Partnersexualität, sondern Ausdrucksmöglichkeit für eine einfachere, weniger anstrengende und reglementierte Sexualität.
                    Diese veränderte Spaltung der männlichen Sexualität, die nicht mehr primär - wie von Freud (1912) aufgezeigt - zwischen Liebe und Begehren verläuft, sondern zwischen einer verunsicherten „sauberen" (Partner-)Sexualität
                    und den „unpassenden" inneren Bedürfnissen schafft neue Probleme,
                    die sich etwa in der deutlich erhöhten Rate von männlichen Appetenzproblemen äußert.
                    In einer neueren Untersuchung zur Sexualität jugendlicher (Starke 1997) zeigte sich, dass schon 16- bis 17jährige jungen im Zusammenhang mit sexuellen Themen von Versagens- und Kompetenzängsten geplagt werden, dass sie die sexuelle Begegnung mit einer Frau weniger herbeisehnen als oftmals geradezu fürchten, und dass sie die sexuelle Lust verlieren bzw. gar nicht entwickeln können.

                    Hinter der vermeintlichen Gelassenheit oder gar Desinteressiertheit Jugendlicher bezüglich Sexualität dürfte sich demnach nicht selten eine profunde Verunsicherung und Angst verbergen. deren Masken und Erscheinungsformen lediglich zeitabhängig ihr Gesicht verändern.

                    Hier liegt das Bindeglied zwischen basalen Unsicherheiten und Ängsten.
                    Die starke Leistungsbezogenheit der männlichen Sexualität scheint - sicher auch beeinflusst durch soziokulturelle Entwicklungen und durch die Verfügbarkeit medizinischer Behandlungsoptionen - eher auf dem Vormarsch (etwa in höhere Altergruppen) als auf dem Rückzug zu sein. Aus der Sicht des Mannes sind die sexuellen Leistungsanforderungen ubiquitär und unerbittlich.
                    Sie werden verstärkt durch das Gefühl des im Vergleich zur Frau größeren Angewiesenseins auf die genitale Funktion und durch eine raschere Störbarkeit der genitalphysiologischen Reaktionen.
                    Stärker noch als durch diese Gesichtspunkte wird die Leistungsbezogenheit und die daran gekoppelte Störanfälligkeit der männlichen Sexualität durch das sogenannte Phantasiemodell der Sexualität bestimmt, das v.a. von dem amerikanischen Sexualtherapeuten Zilbergeld (1978, 1994) beschrieben und therapeutisch aufgegriffen wurde.

                    Die Sexual-Mythen nach Zilbergeld (1994)
                    1. Wlr sind aufgeklärte Leute und fühlen uns wohl beim Sex
                    2. Ein wirklicher Mann mag keinen „Weiberkram" wie Gefühle und dauernd reden
                    3. Jede Berührung ist sexuell oder sollte zu Sex führen
                    4. Männer können und wollen jederzeit
                    5. Beim Sex zeigt ein wirklicher Mann, was er kann
                    6. Beim Sex geht es um einen steifen Penis und was mit ihm gemacht wird
                    7. Sex ist gleich Geschlechtsverkehr
                    8. Ein Mann muss seine Partnerin ein Erdbeben erleben lassen
                    9. Zum guten Sex gehört ein Orgasmus
                    10. Beim Sex sollten Männer nicht auf Frauen hören
                    11. Guter Sex ist spontan, da gibt es nichts zu planen oder zu reden
                    12. Echte Männer haben keine sexuellen Probleme

                    Nutzt man dieses Konzept zur Analyse der Probleme männlicher Sexualität, dann wird deutlich, dass unsere Patienten mit der Beziehung von Alltags- und erotischer Welt Schwierigkeiten haben.
                    Grundsätzlich wollen sich viele Männer - v.a. in länger andauernden Beziehungen - den Übertritt in die erotische Welt am liebsten ersparen.
                    Sexualität wird in der Alltagswelt gleichsam miterledigt, der Aufbau einer erotischen Atmosphäre, der Grenzgang zwischen den Welten als überflüssig oder mühselig angesehen. Bei einem Teil der Patienten scheint die erotische Innenwelt verarmt. Der Kopf ist leer, alles muss extern zugeführt werden.
                    Diese Betrachtungsweise ist darin begründet, dass keine erotische Kodifizierung von Reizen und Interaktionen mehr gelingt.
                    Eigentlich wäre alles möglich, aber nichts geht, kein Funke springt.
                    Offenbar hat die naturalistische Modernisierung der Sexualität - oft einseitig als sexuelle Befreiung beschrieben - hieran ihren Anteil, da ihre Botschaft, nach der Sexualität kein „big deal" mehr, sondern ein Lüstchen wie andere auch ist,
                    zusammen mit dem sexuellen Aktivitätsgebot die sexuelle Motivation eher geschwächt als gestärkt.
                    Sicher üben auch andere Entwicklungen wie die immer stärkeren Zerstreuungen, die Informationsflut, der Freizeitstress und die entsinnlichende Wirkung der steten Beschleunigung der Lebensvollzüge entsprechende Wirkungen aus.

                    Darüber hinaus spielt bei dem Problem der Verfügbarkeit und des Zugangs zu erotischen Welten auch die in den letzten Jahren stärker gewordene negative Konotierung männlicher Sexualität eine Rolle

                    Die Identifizierung männlicher Sexualität als Problem und (potenzielle) Bedrohung macht den Grenzgang, den Identitätswechsel, der für das erotische Erleben so zentral ist, für viele Männer zum Risiko.
                    Kein „Walk on the wild side" mehr, sondern erstarrte Harmonie- und Symmetrie-Ideale mit dein Versuch, das Aggressive aus der Sexualität auszutreiben, was nach Schorsch (1989) zu einer „Strangulation" des Sexuellen führt, zu seiner Aushöhlung und Abtrennung von der Lebendigkeit.

                    Da im Unbewussten Sexuelles und Aggressives nicht auseinander zu dividieren sind, resultieren daraus die oben angesprochenen neuen Spaltungen, durch welche die subjektive erotische Welt zu verkümmern droht und - zumindest für die partnerschaftliche Sexualität - unzugänglich wird.

                    Kommentar



                    • RE: Warum?


                      nein den Wunsch sich fortzupflanzen, haben viele schon lange aufgegeben und ist sicher nicht mehr allgemeingültig. Hier sind die Interessen oft schon ganz anders festgelegt => auch nicht immer freiwillig, wie ich allerdings hinzufügen möchte.

                      Kommentar


                      • RE: Warum?


                        Dann lass es mich so sagen,oder fragen:
                        Was ist mit den Herren und Damen die jenseits der Fertilität in's Bett gehen?
                        Hmm?Welches Argument zieht da?
                        Und was ist mit den Frauen und Männern die sich sterilieren haben lassen?
                        Wie ich,zum Beispiel?
                        Meinem biologischen Alter zufolge könnt ich noch locker für Nachwuchs sorgen,geht aber technisch nicht mehr....

                        Kommentar


                        • RE: Warum?



                          Guten Abend,

                          Wie kann Ekstase "erarbeitet" werden?
                          ---------------------------
                          erarbeiten ist nicht erzwungen
                          ----------------------------------
                          ==========================
                          Antw: Lust ist Grundlage der Ekstase, wobei Lust nicht erzwingbar ist.
                          Ziel der Lust ist aus meiner Sicht Ekstase. Die Optimierung des (Libido)Triebes
                          ist in der höchsten Stufe Ekstase.

                          Wenn sexuell eine Beziehung nicht harmoniert, sind Zärtlichkeit und Gefühl in der Regel bereits erledigt.
                          ------------------------------------------------------
                          das ist nicht so.

                          Antw: Meine Behauptung ist abgeleitet aus dem ehemaligen Schuldprinzip bei
                          Scheidungen, der Zeitpunkt des Beziehungsendes musste auch
                          juristisch fixiert werden. Den Geschlechtsakt nicht mehr
                          vollziehen, war Voraussetzung für eine zerrüttete
                          Ehe. Meine Interpretation ist eine Vereinfachung, die dem fehlenden
                          sexuellen Trieb versucht Symptome zuzuordnen.

                          Forderungen nach Lust und Ekstase sind schnell ausgesprochen bleiben aber unerfüllbar.
                          -------------------------------------------------
                          Eine Therapie, die nur den sexuellen Aspekt behandelt, muss wenn Sex Hauptkriterium ist den maximalen Erfolg garantieren. Die Beziehung funktioniert ohne Sex?
                          -------------------------------+
                          eine Therapie endet mit dem gebot, dass zur funktionierenden Sexualität ein Minimum an Hemmung bei maximaler Stimulation unabdingbar ist,
                          die kann erarbeitet werden und auch zur Ekstase führen
                          -----------------------------------------------------
                          Antw: Die Verleumdung des Sexualtriebes kann meiner Auffassung nach, nur zufällig
                          zu Ekstase führen. Die mechanischen Randbedingungen wie der Abbau von
                          Hemmungen und Stimulation, stellen Sex als Kommunikationsform der Seele
                          keineswegs sicher. Beschrieben wird dieses in den Anforderungen der
                          modernen Sexualtherapie und ergänzt um die Forderung hierzu auch eine
                          gemeinsame Spracheregelung zwischen Mann und Frau einzuführen.

                          Wie funktioniert eine Beziehung denn und wer bestimmt was, wie dazugehört.

                          Antwort: Meine Argumentation ist nicht widerlegt, der angeblich freie Wille des
                          Menschen reduziert sich auf seinen Trieb. Die freie Entscheidung ist
                          triebgesteuert(?), eine unbehagliche Theorie vergleichbar der These,
                          dass die Sonne sich um Erde dreht. Wissenschaftliche Erkenntnis
                          konnte ein religiöses Dogma ad absurdum führen.
                          Die Fortpflanzung aller Lebewesen(Tiere) dieses Planeten, dient der Erhaltung
                          der Art sowie der Weitergabe der "stärksten" Gene. Die Selektionstheorie
                          von Darwin ist hierfür wissenschaftliche Grundlage. Wir Menschen sollen
                          hiervon ausgenommen sein - warum?

                          Theoretische Fragmente:

                          Der Begriff „Sexualverhalten" bezieht sich auf alle Handlungen und Reaktionen, die zu einer Befruchtung führen können, Dies ist die älteste, einfachste und engste Definition. Sie ist Ausdruck der Beobachtung, dass alle höheren Tiere in zwei Gruppen verschiedenen Geschlechts eingeteilt werden können, männliche und weibliche Tiere, und dass sie sich „sexuell" fortpflanzen. Das bedeutet, dass vom männlichen und weiblichen Geschlecht verschiedene sich ergänzende Geschlechtszellen (Gameten) produziert werden, die sich vereinigen müssen, damit neues Leben entsteht. Um diese Vereinigung zu erzielen, müssen die beiden beteiligten Individuen eine Folge ganz bestimmter, sehr spezifischer Verhaltensweisen und Reaktionen durchlaufen. Diese Folge (oder ein Teil davon) wird im engeren Sinn als Sexualverhalten bezeichnet.


                          Bei den höheren Säugetieren genügen die angeborenen physiologischen Kontrollen des Sexualverhaltens nicht, um „erfolgreiche" Paarung zu sichern, sondern es sind hierfür auch Lernprozesse erforderlich. Affen, die isoliert aufwachsen und keine Gelegenheit haben, Paarungsverhalten zu sehen oder zu lernen, haben zwar die Fähigkeit, auf Signale plötzlich erscheinender anderer Tiere zu reagieren, wissen aber unter Umständen nicht, wie sie sich ihnen gegenüber verhalten sollen. Ihre Körperbewegungen wirken dann plump und ungelenk und eine Befruchtung kann nicht stattfinden. Man kann daraus sehen, dass „normales" Sexualverhalten bei diesen Tieren in hohem Maß von Übung und Erfahrung abhängt. Außerdem wird deutlich, dass das Sexualverhalten vieler höherer Tiere sehr differenziert ist und nicht nur eine reproduktive Funktion erfüllt. Es dient auch dazu, soziale Strukturen und Zusammenhänge zu erhalten.

                          ===> kein Widerspruch sondern Konsense, wenn dieses mit dem Darwinismus kombiniert wird. Das "stärkste" Tier soll sich fortpflanzen können.

                          Zu Beginn unseres Jahrhunderts wurde der Begriff der Sexualität unter dem wachsenden Einfluss psychoanalytischen Denkens noch umfassender. Er bezog sich nun nicht mehr nur auf Fortpflanzung und erotische Lust, sondern auch auf das Bedürfnis nach Liebe und persönlicher Erfüllung, das heißt, auf die „Lust am Leben" selbst. Die Sexualität von Männern und Frauen wurde nun als wesentlicher Aspekt ihrer Persönlichkeit gesehen, als grundlegende und allumfassende Eigenschaft, als Inbegriffe der Gefühle und Handlungen, derer sexuell reagierende Menschen fähig sind. Freud und seine Schüler entdeckten so sexuelle Elemente in fast allen menschlichen Handlungen und beschrieben dies als Ausdruck eines „Urinstinkts", als Wirkung eines grundlegenden, machtvollen inneren „Triebes".

                          Die sexuelle Reaktion als solche ist unter Umständen offensichtlich, aber die Motivation und das Ziel bleiben im Dunkeln. Dies wird gelegentlich mit dem Ausdruck beschrieben, dass jemand „Sex für nicht-sexuelle Ziele" gebraucht. Die Frage, was diese Ziele im Einzelnen sind, bleibt jedoch oftmals ungelöst. (Der Ausdruck „Sex für nichtsexuelle Ziele" zeigt im übrigen sehr genau die Schwierigkeiten, die bei der Definition sexuellen Verhaltens entstehen können. Denn genau genommen ist der Satz sinnlos. Es ist, als spräche man von „Politik für nicht-politische Ziele". Offenbar hängt eben alles davon ab, was man unter „politisch" versteht.)

                          ====> wird nicht verstanden, weil hierzu die Theorie des Triebes wenn sie mit
                          Darwin kombiniert eine Widerlegung des freien Willens darstellt(?)

                          Der Begriff,,Sexualverhalten" bezieht sich auf alle Handlungen und Reaktionen, die der Lustbefriedigung dienen. Dies ist eine moderne, sehr weit gefasste Definition, die auf Sigmund Freud und seine psychoanalytische Theorie zurückgeführt werden kann. Es war Freud, der das Konzept der „Libido" (lat: Lust) entwickelte.

                          Bei ihm fasste es zunächst die mit sexuellen Bedürfnissen verbundene körperliche Energie zusammen, später alle konstruktiven Bestrebungen des Menschen. In seiner Theorie wird das menschliche Leben insgesamt von zwei entgegengesetzten grundlegenden Trieben bestimmt: Eros (der Lebenstrieb) und Thanatos (der Todestrieb). Nicht alle seiner Schüler teilten diese Ansicht, aber der Begriff eines starken, angeborenen erotischen Triebes wurde weitgehend aufgenommen und sogar Bestandteil des Alltagswissens. Für viele wurde „Sexualtrieb" gleichbedeutend mit jedem Streben des Menschen nach Befriedigung. „Sex" wurde zum grundlegenden Motiv jeder das Leben steigernden oder verschönenden Handlung.

                          ===> ähnlich der theoretischen Physik, muss verstärkt ein vernetztes Denken stattfinden. Der Mensch als Geschöpf Gottes, hat einen selbstverständlich freien Willen?

                          Deine anderen Punkte kann ich bejahen, wenn die modernen Ansätze der Sexualtherapie berücksichtigt werden. Sexualität ist die Kommunikation der Seele und benötigt eine Sprache um diese auszudrücken. Die sexuellen Anforderungen an Männer steigen stetig, die Gründe für Masturbation innerhalb von Partnerschaften sind valide. Vorwiegend junge Menschen erfahren erwachsenen Sexualität nicht aus Primärquellen sonder vorwiegend aus medialen Sekundärquellen das steht auch in Einklang mit deinen Ausführungen zum Thema sexuelle Störungen bei jungen Menschen.

                          Vielen Dank für Deine Ansichten und Darlegungen


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                          • RE: Warum?


                            Hallo Nerea!

                            Die Frage der Zeugungsfähigkeit beeinflusst nicht die Theorie, dass es sich
                            um den Urtrieb handelt. Der Urtrieb ist bei allen Menschen gleich ausgeprägt.
                            Das Du Dich hast sterilisieren lassen, verändert nicht Deine Physiologie(Geschlechtorgane) oder bist Du keine Frau mehr?

                            Noch einen angenehmen Abend und Dankeschön

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