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Psychische Erkrankung?

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  • Psychische Erkrankung?

    In der Partnerschaft mit meiner Lebensgefährtin Pe. (47 Jahre) zeigt sich alle paar Monate immer wieder folgender Ablauf:
    Aktuelles Beispiel von Gestern (Donnerstag). Meine Lebensgefährtin ist seit Mittwoch wegen Übelkeit (eine Magen-Darm-Geschichte) für drei Tage von ihrer Hausärztin krankgeschrieben. Gestern will sie dann unbedingt noch mal zu einem Internisten weil sie Schmerzen im Magen-Bereich hat, er soll mal Ultraschall machen ... . Ich rate ihr davon ab, weil ich diese Schmerzen zur Genüge kenne. Wenn mir der Streß zu groß wird, meldet sich mein Körper mit diesem Warnsignal. Ich rate ihr dazu die drei Tage Krankmeldung zu nutzen um mal etwas zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen.
    Sie will aber unbedingt zu dem Internisten und so fahre ich sie Donnerstag Abend nach Wä. in die Praxis. Während sie bei dem Internisten ist, soll ich nach ihrer Anweisung verschiedenes für das Abendessen einkaufen.
    Nach dem Arztbesuch ist sie völlig verstört! Die Arzthelferin hat wohl die derzeit grassierende Augenerkrankung Staphylokkus aureus!
    Aus Angst vor einer Erkrankung desinfiziert meine Lebensgefährtin Pe. zu Hause ihre Hände mit Sterilium und ich setze mich telefonisch mit dem medizinischen Beratungsdienst meiner Krankenkasse in Verbindung. Dort war die Auskunft, daß ein normales Waschen schon fast alle Krankheitskeime sicher abtötet. Sie soll dann einfach noch viel an die frische Luft gehen, damit das Immunsystem gut arbeitet. Dann ist eine Erkrankung eigentlich ausgeschlossen.

    Pe. dreht jetzt aber durch! Ich, Matthias, bin an der ganzen Sache schuld weil ich sie nach Wä. gefahren habe! Außerdem ist es sehr verdächtig, daß ich nicht in die Arztpraxis mitgekommen bin ... ! Wegen ihrer Magenschmerzen ist bei dem Besuch sowieso nichts herausgekommen.
    Sie kann jetzt nichts mehr anfassen und sich in ihrer Wohnung, aus Angst vor Verseuchung, nicht mehr hinsetzen (PS.: wir haben aus Platzgründen zwei nebeneinander liegende getrennte Wohnungen). Sie wird die Krankheit bekommen, weil sie sowieso alles einfängt.
    Ich bereite dann im Eiltempo das Abendessen vor, weil es ihr vor Hunger schon schlecht ist. Sie macht mir dabei ständig Vorwürfe daß ich sie nach Wä. gefahren habe.

    Das Brokkoli-Nudel-Gratin ist dann endlich fertig, sie will aber nichts Essen da sie nichts mehr anfassen kann. Sie kann nur noch auf der Toilette sitzen oder im Raum stehen, weil sie sonst ihre Wohnung verseucht.
    Sie setzt mir dabei so zu, daß ich vor Schmerzen in der Herzgegend und Kribbeln in den Armen wegen Durchblutungsstörungen den Medizinischen Notdienst aufsuchen muß.
    Als ich eine Stunde später wieder zu Hause bin macht sie mir Vorwürfe, daß ich die Herzprobleme nur vorgetäuscht habe, obwohl ich im letzten Jahr deswegen schon bei einem Herzspezialisten war! Außerdem weiß jetzt der ganze Ort, daß Pe. mit ihrem Lebensgefährten "familliären Streß" hat ... !

    Sie schließt sich dann in ihre Wohnung ein und steckt auch den Schlüssel von innen in das Schloß, damit ich auf keinen Fall ohne Gewalt in ihre Wohnung eindringen kann.
    Heute morgen stehe ich um 5:30 Uhr auf um an meine Arbeitstelle zu fahren. Die Wohnung von Pe. ist immer noch verriegelt, ich kann also nicht ihren Autoschlüssel holen um ihr Auto aus der engen Garage auf die Straße zu stellen. Brot kann ich ihr mit meiner Brotmaschine auch keines aufschneiden.

    Punkt 7:00 Uhr klingelt bei mir an der Arbeit das Telefon. Pe. brüllt mich an, daß ich der letzte Dreck bin. Ich kann ihr noch nicht einmal das Auto auf die Straße stellen oder eine Scheibe Brot abschneiden. Zu essen bekommt sie auch nichts vorgesetzt. Bevor ich nur irgend etwas erwiedern kann knallt sie den Hörer auf die Gabel.

    Dieses Verhaltensmuster mit der völligen Verdrehung der Tatsachen und der Projektion alle Ursachen für Probleme auf meine Person zeigt sich immer wieder. Ich bin dann jedes mal tagelang nicht arbeitsfähig bis sich die Lage entspannt hat, dadurch ist mittlerweile sogar schon mein Arbeitsplatz in Gefahr den ich seit 23 Jahren gerne ausfülle. Nach den ganzen Jahren der Partnerschaft fühle ich mich durch diesen Irsinn in meinem Leben stark behindert. Ich bin jetzt 39 Jahre alt und wollte eigentlich noch mal eine glücklichere Zeit erleben. Aber andererseits kann ich meine Lebensgefährtin Pe. nicht einfach verlassen, denn ich liebe sie noch immer und bin auch schon oft für sie durch das Feuer gegangen. Obwohl ich keine anderweitigen Erfahrungen mit Partnerschaften habe denke ich, daß Pe. am Geist erkrankt ist! Ich kann doch einen Kranken nicht wie eine heißé Kartoffeln fallen lassen und dem Schicksal überlassen.

    Meine Fragen zu der Geschichte:
    Ist das noch normal?
    Ist das schon eine psychische Erkrankung die behandelt werden muß?
    Wo kann ich Hilfe finden?
    Kennt noch jemand ein solches Verhalten mit der völligen Verdrehung der Tatsachen?


  • Ganz kurz gesagt....


    1.Das ist ganz entschieden nicht mehr normal
    2.Das ist eine psychische Erkrankung,die dringendst in
    psychotherapeutische Behandlung gehört
    (bin da Laie,hört sich aber so ein bißchen nach
    "Hypochondrie gepaart mit einer ausgewachsenen
    Psychose" an)
    3.Unter anderem bei Deinem Hausarzt,der Dir eventuell
    Adressen der in Deiner Umgebung ansässigen
    Psychtherapeuten vermitteln kann.

    Anschließend wird auf Dich zukommen,Deiner Lebenspartnerin zu vermitteln,daß sie ärztliche Hilfe benötigt.Und ich habe die Befürchtung,dies wird das schwierigste Unternehmen werden.

    MfG

    PSer Staphylokokkus aureus ist keine eigenständige Erkrankung (des Auges z.Bsp) sondern ein weit verbreitetes Bakterium,welches verschiedene Krankheitsbilder verursachen kann

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    • RE: Psychische Erkrankung?


      Ja, deine Partnerin hat eine psychische Krankheit.
      Diese Schuldzuweisungen und die Angst etwas anzufassen sind absolut typisch für eine psychose (ich habe selbst schonmal einen Menschen mit psychose erlebt).
      Das Alter und der Zyklus passen auch prima ins Bild.
      Nimm diese Schuldzuweisungen nicht persönlich, sie weiss praktisch nicht, was sie da redet und wie wichtig du für sie bist.
      Du solltest umgehend dafür sorgen, dass sie in psychiatrische Behandlung kommt. Bei dem Ausmaß der Krankheit erscheint mir eine speziell für psychische Krankheiten eingerichte Klinik am geeignetsten; der Hausartzt kann einen da aber genauer beraten.

      Sollte die psychose durch einen nicht richtig arbeitenden Gehirnstoffwechsel hervorgerufen sein (so war es bei dem Fall den ich erlebt habe), so gibt es wirksame Medikamente dagegen.
      Ein echter Psychologe wird das Problem auf jeden Fall in den Griff kriegen.

      Du musst jetzt stark sein und dafür sorgen dass sie sofort von einem Spezialisten behandelt wird. Dadurch tust du ihr und dir einen großen gefallen. An eine Trennung würde ich auf gar keinen Fall denken, denn wenn die Beziehung vor diesem Fall gut war, so wird sie es sobald deine Partnerin geheilt ist auch wieder sein.

      Mfg Bruno

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      • RE: Psychische Erkrankung?


        Hallo Mattias, sag mal, wie lange seid Ihr eigentlich schon ein Paar? Wann haben die beschriebenen Probleme angefangen? Wie häufig treten sie auf (1 x pro Monat/Woche)? Habt Ihr auch noch "gute" Phasen? Würdest Du sagen, daß Ihr Euch noch liebt? Ich finde, Ursachenforschung geht hier zunächst mal vor. Es gibt leider tatsächlich Menschen, die in der Psychiatrie enden, obwohl das durch die Änderung der Lebensumstände relativ leicht vermeidbar gewesen wäre!
        Grüße
        TJ

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        • RE: Psychische Erkrankung?


          sorry, habe wohl etwas schnell geantwortet - die meisten meiner fragen sind ja durch deine schilderung bereits beantwortet. da war ich wohl etwas naiv - auf jeden fall liegt jetzt wohl schon eine pysch. störung vor . trotzdem wüßte ich noch gerne, wie lange ihr schon zusammen seid und wann die probleme zuerst aufgetreten sind (sofern das noch nachvollziehbar ist). übrigens hast du offensichtlich ja selbst (inzwischen?) pyschosomatische probleme, ausgelöst durch den beziehungsstress, wie du annimmst - sehe ich da sowas wie gegenseitige projektion?
          Grüße

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          • RE: Psychische Erkrankung?


            Hallo Matthias500,
            zu den Fragen: Natürlich ist das kein normales Verhalten. Für eine genaue diagnostische Einordnung genügen die Angaben aber nicht. Hilfe -auch ärztliche- gibt es, hier liegt aber das Problem. Krankheitssymptome scheinen bei Ihnen Beiden eine große Rolle zu spielen. Wenn sie in einer Partnerschaft (manchmal auch in einer ganzen Familie) eine konkurierende Rolle bekommen, dann entstehen sehr leicht somatoforme -bzw. psychosomatische- Beschwerden, die konfliktregelnde Funktionen übernehmen sollen, tatsächlich aber Konflikte schaffen. Eine derartige Situation scheint bei Ihnen im Entstehen. Grundsätzlich gilt: Körperlich erscheinende Beschwerden müssen abgeklärt werden.Ist das erfolgt -wie sicher in Ihrem Fall-, dann müssen von dem somatischen Fachgebiet ( Internist, Hausarzt, Orthopäde etc.) die Befunde erklärt und gewertet werden (auch die normalen!!) und bei Weiterbestehen der Symptome ein mit psychosomatischen Erkrankungen erfahrener Arzt oder psychologischer Psychotherapeut hinzugezogen werden. Das wäre der richtige Weg. Soviel zum Medizinischen.
            Das Miteinander scheint ziemlich beeinträchtigt. Trotzdem Hochachtung, wie Sie sich kümmern, obwohl das Ihnen nicht leicht gemacht wird. Zu den auffälligen Verhaltensweisen Ihrer Partnerin kann man vorerst soviel sagen, dass ich diese nicht primär losgelöst von den Beschwerden sehe, denn das würde auch den periodischen Charakter erklären. Mehr wäre zu spekulativ. Ohnehin sollte als erstes eine adäquate Behandlung erfolgen. Sie wird das aber nur akzeptieren, wenn der Startschuss von einem ihrer behandelnden Ärzte ausgeht, sicher nicht, wenn Sie versuchen, sie zu einem Psychiater zu bringen.
            MfG
            Dr.Riecke

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