ich bin seit fast einem Jahr mit meinem Freund zusammen. Wir hatten keine einfache Anfangsphase aufgrund vieler Einflüsse von außen (Arbeitskollegen, Gerüchte die verbreitet wurden, etc) und mussten deshalb von Anfang an sehr stark zusammenhalten. Unsere Beziehung ist dadurch sehr intensiv geworden, wir verbringen recht viel Zeit miteinander und grundsätzlich ist auch alles gut und ich bin wirklich glücklich mit ihm.
Es gibt jedoch einen Charakterzug an meinem Freund, der mich immer wieder fast zum Verzweifeln bringt - er macht alles mit sich selbst aus und redet nur selten darüber, wenn ihn etwas belastet.
Ich bin im Gegensatz zu ihm ein Mensch, der bei Problemen (egal ob innerhalb der Beziehung oder anderes) gerne darüber redet, alles loswerden muss, damit ich besser damit umgehen kann. Er ist da komplett anders und eher in sich gekehrt. Erstmal nichts weiter schlimmes, das was mich daran jedoch belastet ist, dass sein Verhalten mir gegenüber sich dann total verändert.
Es kommt vor, dass er von einem auf den anderen Tag plötzlich komplett andere Laune hat und ich es ihm sofort anmerke. Er meldet sich kaum, wenn dann nur sehr kurz und ist zB auch beim Schreiben relativ kühl. Wenn ich ihn frage, ob es ihm gut geht, übergeht er diese Fragen teilweise sogar oder schreibt dann, dass nichts sei. Da ich ein absoluter Kopfmensch bin, mache ich mir sehr schnell Gedanken und frage mich, was los ist, ob ihn etwas belastet, ob ggf. sogar ich etwas falsch gemacht habe usw. Ich neige dazu dann sehr oft nachzuhaken, was ihn natürlich irgendwann nervt.
Das Problem ist, dass er mir durch sein sehr kühles und distanziertes Verhalten an solchen Tagen das Gefühl gibt, dass es ihm egal ist wie es mir damit geht. Ich habe schon mehrfach versucht, ihm zu erklären wieso genau mich dieses Verhalten verunsichert und was es in mir auslöst, dass es mich wirklich belastet und auch traurig macht, weil ich natürlich möchte dass es ihm gut geht und er sich mir auch anvertrauen kann, wenn er etwas auf dem Herzen hat, egal ob es mit uns oder etwas komplett anderem zu tun hat. Ebenso habe ich ihm gesagt, dass er mir auch nicht auf der Stelle sein Herz ausschütten muss oder mir Romane erzählen soll. Manchmal hat man ja auch einfach einen schlechten Tag. Es würde mir schon reichen, wenn er mir das dann einfach sagt, damit ich mir nicht den Kopf zerbrechen muss, ob und was los ist.
Dadurch, dass ich ihm das schon öfter erklärt habe aber es trotzdem immer mal wieder vorkommt, frage ich mich dann irgendwann: Ist es ihm so egal, wie es mir damit geht? Er weiß schließlich, dass ich mich dann nicht gut fühle. Ist er dann so in seinem "Film", dass es ihn dann nicht wirklich interessiert, quasi ein kleiner Egotrip? Ist es von mir zu viel verlangt, zumindest eine kurze Antwort zu bekommen, wenn ich ihn frage ob er einen schlechten Tag hat?
Ich würde mir wünschen, dass er da etwas mehr auf mich zukommt, das habe ich ihm bereits auch gesagt und er hat mir auch bestätigt, dass er versteht was ich meine. Braucht das einfach Zeit? Wie soll ich mich in solchen Momenten/an solchen Tagen ihm gegenüber verhalten?
Das was mich daran am meisten belastet ist eigentlich das Gefühl, dass ich dadurch bekomme - dass ihm nicht unbedingt wichtig ist wie es mir damit geht (obwohl er es weiß), quasi nach dem Motto "Damit muss sie jetzt leben".
Vielleicht hat ja jemand einen Ratschlag für mich oder eine Idee, was dahintersteckt.
Danke im Voraus!
Kommentar