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Angst alleine zu bleiben

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  • Angst alleine zu bleiben

    Hallo,
    Ich hoffe, dass ich hier in dem Bereich richtig bin, aber er erschien mir als passend.
    Ich mache mir seit einiger Zeit ziemliche Sorgen. Kurz zu mir: Ich bin weiblich, (noch) 28 Jahre alt und schon lange Single (bzw. hatte ich eigentlich noch gar keine „richtige“ Beziehung).
    Ich habe Angst davor immer alleine zu bleiben
    Vielleicht denken die meisten jetzt die Angst ist bescheuert, aber eigentlich (in meinen Augen) gar nicht so unbegründet.

    Ich hatte bisher „nur“ 2 „Freunde“. Die erste Beziehung war… nicht so schön. Wir waren auch nicht lange zusammen, nur ein paar Wochen. Er hat relativ schnell gesagt, dass er mich liebt (viel zu schnell), war ziemlich eifersüchtig und hat ständig ein Drama aus allem gemacht. Wir sind (im Nachhinein muss ich „Leider“ sagen) auch recht schnell im Bett gelandet. Ich war damals schon ein kleiner Spätzünder und wollte es auch irgendwie hinter mich bringen. War nicht so der Knaller. Nachdem er bei unseren letzten sexuellen Aktivitäten mein „Nein“ und „Er solle aufhören“ gekonnt ignoriert hat habe ich mich dann von ihm getrennt. Danach hatte ich was mit einem Typen, aber es war mehr eine Sexbeziehung. Ich war schon verliebt in ihn, aber er wollte halt nur seinen Spaß. Da ich wirklich einsam war hab ich mich leider darauf eingelassen. War auch nicht so der Knaller. Ich hatte immer Schmerzen wenn wir im Bett gelandet sind, das Vorspiel war eigentlich recht kurz und wenn es dann doch mal länger war hat er blöde Sprüche gebracht und sich beschwert (z.B. als ich Oralsex bei ihm ausprobiert habe meinte er ich solle mehr Pornos gucken um besser darin zu werden. Danach hab ich mich dann nicht mehr getraut). Ich hab also praktisch nicht besonders viel Erfahrung, obwohl ich schon „so alt“ bin. Das macht mir natürlich auch Sorgen, dass Männer damit nicht besonders zufrieden sind. Ich bin auch recht schüchtern bzw. ängstlich (Ich habe leider eine Angststörung, die bisher auch noch nicht zufriedenstellend therapiert werden konnte).

    Durch meine psychischen Probleme kann ich nicht arbeiten und wohne noch mit meiner Mutter zusammen. Für mich stellt das eigentlich kein großes Problem dar, wir sind beide alleine und so muss keiner von uns einsam sein. Aber andere Menschen (und gerade Männer) finden das furchtbar und sehen es als großes Problem an.
    Ich gehe leider nicht besonders oft raus, wenn dann nur zu Arztterminen oder mal einkaufen. Dabei lernt man, glaube ich, ja auch nicht unbedingt jemanden kennen. In verschiedenen Online-Portalen war ich schon mal unterwegs, aber das fand ich eigentlich auch nicht so toll (und auf Dauer doch recht teuer). Ich habe wirklich große Angst davor für immer alleine zu bleiben. Auf der einen Seite wünsche ich mir jemanden an meiner Seite, auf der anderen Seite habe ich aber auch ziemlich große Angst davor. Angst wieder enttäuscht zu werden, nicht gut genug zu sein, eben weil ich nicht besonders viel Erfahrung habe etc.
    Dazu kommt noch, dass ich mich selbst jetzt auch nicht unbedingt attraktiv finde. Ich habe moderates Übergewicht, an dem ich auch arbeite, aber es geht leider nur schleppend (obwohl ich schon einiges abgenommen hab). Eine Bekannte von mir ist doppelt so breit wie ich und ist vergeben, also muss es ja möglich sein… aber ich glaube ich würde auch keinem Kerl glauben, dass er mich attraktiv findet. Mein 2. „Freund“ ist ja auch mit mir ins Bett gegangen obwohl er mich zu dick fand (und mir das auch öfter gesagt hat, dass er mich nicht attraktiv findet).

    Ich bin verzweifelt. Diese Angst vor dem alleine bleiben begleitet mich fast jeden Tag, auch die Einsamkeit. Ich weiß aber auch nicht wie ich jemanden kennenlernen könnte… und vor allem die Angst abstellen und Vertrauen fassen könnte.
    Ich hab jetzt bestimmt einiges vergessen, aber ich hoffe mich hier ein bisschen austauschen zu können.

    LG
    Nadya


  • Re: Angst alleine zu bleiben

    Hallo Nadya,

    keinen Partner zu haben hat auch sehr viele Vorteile, die solltest du dir bewusst machen.

    Ansonsten wirst du natürlich niemanden kennen lernen, wenn du nur zu hause hockst.
    Du solltest mal überlegen welche Aktivitäten du gerne machen würdest und dir einen Verein suchen, oder einfach mal auf eine Veranstaltung gehen, dahin könntest du auch deine Mutter mit nehmen um erst mal damit warm zu werden.
    Sportliche Aktivitäten können auch dabei helfen Kontakte zu finden, zudem sind sie auch gut gegen Angststörungen, bringen die Figur in Form und man kann sie sowohl alleine als auch in einem Verein oder Studio betreiben.

    Ich denke du solltest das nicht tun um einen Mann kennen zu lernen, sondern für dich und genauso wichtig wäre es sicher Kontakte unabhängig von einer Partnerschaft zu knüpfen, Leute zu finden die Zeit mit dir verbringen, Freunde.

    Was machst du denn gegen deine Angststörung?

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    • Re: Angst alleine zu bleiben

      Hallo und danke für deine Antwort

      Du hast Recht, es hat auch Vorteile keinen Partner zu haben. Aber wenn man schon lange Single ist bzw. noch nie eine wirkliche Beziehung hatte wünscht man sich so etwas schon mal.

      Dass ich niemanden kennenlerne wenn ich nur Zuhause hocke ist mir bewusst. Ich versuche ja auch es zu ändern und öfter mal rauszugehen. Allerdings ist das auch ein wenig schwierig. Kennenlernen ist bei mir ohnehin schwierig, weil ich so schüchtern bin und auch Augenkontakt vermeide. Flirten wäre bei mir glaube ich gar nicht drin, ich wüsste auch gar nicht wie ich das anstellen sollte.

      Mit meiner Mutter unternehme ich öfter etwas. Wir gehen z.B. auf Konzerte oder dergleichen oder auch mal zusammen essen oder in ein Café. Da ich auch eigentlich so gut wie keine Freunde habe (Bekannte im Internet einmal ausgenommen), ist sie eigentlich die einzige mit der ich hin und wieder etwas unternehme.

      Gegen meine Angststörung mache ich aktuell nichts. Ich habe lange Tabletten genommen, aber die hatten mehr Nebenwirkungen als positive Wirkungen. Ich habe versucht eine Therapie zu finden aber kein Therapeut hat sich für mich zuständig gefühlt und mich weitergeschickt. Mit Depressionen und alleine schon Angst einen Termin irgendwo auszumachen ist das natürlich schwierig sich immer wieder zu überwinden weiterzusuchen, sodass ich irgendwann aufgegeben habe. Meine neue Hausärztin hat allerdings mal in der örtlichen Psychiatrie gearbeitet und mir die ambulante Gruppentherapie dort empfohlen. Finde ich gut und möchte ich machen, nur habe ich große Hemmungen dort anzurufen (telefonieren fällt mir sehr schwer, persönlich geht das immer leichter für mich. Aber ich weiß auch nicht ob ich da einfach vorbeigehen könnte, da müsste ich nochmal mit meiner Ärztin sprechen).

      LG

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      • Re: Angst alleine zu bleiben

        nur habe ich große Hemmungen dort anzurufen (telefonieren fällt mir sehr schwer, persönlich geht das immer leichter für mich.
        Kommt mir irgendwie bekannt vor.;-)

        Du kannst sicher dort vorbei gehen, nur nicht direkt in die Therapie da es natürlich auch einen freien Platz geben muss.
        Du kannst aber bei der Anmeldung fragen wie das ist und ob du ggf. einen Termin bei dem zuständigen Psychiater bekommen könntest, um das zu besprechen.
        Da solltest du auch sagen das dir das deine Ärztin empfohlen hat und optimal wäre natürlich wenn dich diese vorab schon mal ankündigen könnte.

        Ausdauersport hilft gut gegen Angststörung und natürlich auch Überwinden, immer wieder, auch wenns schwer fällt.
        Irgendwann wird es auch wieder leichter.

        Hier bei mir gibt es etwas das nennt sich Lebensräume, ähnliches gibt es auch in anderen Bundesländern, halt unter anderen Namen.
        Das ist ein Verein der sich für psychisch kranke Menschen engagiert, viele Kontakte hat und auch einige gemeinsame Unternehmungen organisiert.
        Meist bieten die auch einen offenen Treff an, zum Kaffee trinken und quatschen, da kann man einfach hingehen und mal schauen was da so gemacht wird.
        Vielleicht wäre das was für dich, um einfach mal was ohne deine Mutter zu machen und neue Impulse zu bekommen.
        Über Google müsste näheres herauszufinden sein, ansonsten über die Stadt, Sozialamt, Jobcenter.

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        • Re: Angst alleine zu bleiben

          Ich werde mal sehen, dass ich bei meinem nächsten Termin bei meiner Hausärztin nochmal mit ihr über die Gruppentherapie spreche. Das letzte Mal hatte sie leider wenig Zeit, sodass wir darüber nicht mehr geredet haben.

          Sport ist etwas schwierig wegen anderen gesundheitlichen Problemen, ich darf da nicht alles machen. Aber vielleicht finde ich ja doch etwas was ginge und mir auch Spaß macht. Obwohl ich eigentlich schon immer eher ein Sportmuffel war

          Hier gibt es glaube ich auch etwas für Leute mit psychischen Problemen. Hab die Adresse schon mal bekommen, mich dort aber nicht gemeldet. Wie gesagt, das fällt mir auch alles ein wenig schwer. Der Umgang mit Menschen im Besonderen, weil ich in der Teenager-Zeit eher kaum Umgang mit jemandem hatte und danach oft enttäuscht wurde. Da ist das Vertrauen ein bisschen weg und auch das Knowhow ein bisschen. Ich kann zwar Gespräche führen, aber ich bin halt auch oft unsicher und weiß gar nicht was ich sagen soll. Oder hab auch Angst etwas falsches zu sagen. Schüchternheit kommt natürlich auch noch dazu. Alles nicht so einfach irgendwie.

          Danke für deine Tipps auf jeden Fall

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          • Re: Angst alleine zu bleiben


            Danke für deine Tipps auf jeden Fall
            Gerne.

            Wie gesagt, das fällt mir auch alles ein wenig schwer. Der Umgang mit Menschen im Besonderen, weil ich in der Teenager-Zeit eher kaum Umgang mit jemandem hatte und danach oft enttäuscht wurde. Da ist das Vertrauen ein bisschen weg und auch das Knowhow ein bisschen. Ich kann zwar Gespräche führen, aber ich bin halt auch oft unsicher und weiß gar nicht was ich sagen soll. Oder hab auch Angst etwas falsches zu sagen. Schüchternheit kommt natürlich auch noch dazu. Alles nicht so einfach irgendwie.

            Das Gute an diesen Organisationen ist, das da so ziemlich alle ähnliche Probleme haben und es keinen stört wenn du einen etwas holprigen Start hast.
            Da ist dann meist auch eine Sozialarbeiterin dabei, die dir wirklich wertvolle Hinweise geben kann und die Betroffenen sowieso.
            Du verpflichtest dich ja zu nichts, einfach mal hingehen und ansehen, wenns nicht gefällt gehst du eben wieder.;-)

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            • Re: Angst alleine zu bleiben

              "Hier gibt es glaube ich auch etwas für Leute mit psychischen Problemen."

              Tired hat schon eine richtige Empfehlung gegeben.

              Eine Gruppe Gleichgesinnter hat den großen Vorteil, dass Sie viel besser verstanden werden, andere sich einfühlen können und Sie erleben, dass es viele sympathische Menschen gibt, die Hemmungen haben.


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              • Re: Angst alleine zu bleiben

                Ich bin verzweifelt. Diese Angst vor dem alleine bleiben begleitet mich fast jeden Tag, auch die Einsamkeit. Ich weiß aber auch nicht wie ich jemanden kennenlernen könnte… und vor allem die Angst abstellen und Vertrauen fassen könnte.
                Ich hab jetzt bestimmt einiges vergessen, aber ich hoffe mich hier ein bisschen austauschen zu können.
                Also, ich bin fast 50ig und "behindert" und kann diese "Angst" nachvollziehen. Aber in deinem Alter ist das echt noch zu früh solche Ängste zu haben.
                Gehe einfach ohne innerlichen Zwang durch dein Leben und LEBE!
                Genieße das Leben und stärke dein Selbstbewusstsein. Erst wenn du DICH selbst leiden kannst, werden auch die anderen auf dich so aufmerksam werden wie du es dir gerne wünschst.
                Egal wie dein Gewicht ist! Wenn du dich so wohlfühlst, dann zeige es auch der Welt.

                Katzenauge

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                • Re: Angst alleine zu bleiben

                  Liebe Nadya,

                  manchmal steht man sich einfach "selbst im Weg". Du bist so in alten Geschichten und Erfahrungen von früher gefangen, dass Du gar nicht im jetzt und hier lebst. Die gute Nachricht ist: das kannst Du ändern. Die anstrengende Nachricht ist: Du musst es selbst machen und auch wollen

                  Ich hatte 2006 einen Burnout, habe dadurch viele Freunde verloren und habe danach eigentlich nur noch etwas mit meiner Schwester bzw. Familie gemacht. Es hat mich immer wieder Überwindung gekostet, Verabredungen einzuhalten, mich auf neue Leute einzulassen, Vertrauen zu fassen. Nimm Dir selbst den Stress der zu großen Erwartung. Triff Leute, versuche alles verhältnismäßig locker zu sehen, und guck was passiert. Aus Fremden werde Bekannte, aus Bekannten werde Freunde, aus einem Freund vielleicht der Partner?

                  Gib Dir Zeit, setz Dich nicht unter Druck. Ich war fast 9 Jahre nicht in einer Beziehung, weil ich niemanden gefunden hab - weil ich auch niemanden brauchte - weil es einfach nicht die Zeit dafür war. Im letzten Jahr habe ich abgeschlossen, dachte, dass ich vielleicht in 10 Jahren jemanden kennenlerne, den ich in mein Leben lasse... Was soll ich sage: In diesem Jahr bin ich mit meinem besten Freund zusammengekommen. Wir kennen uns seit über 13 Jahren, aber erst jetzt ist es uns bewusst geworden.

                  Manches braucht seine Zeit. Lern einfach erstmal Leute kennen - in Deinem Tempo! Es muss nicht immer sofort DIE Freundin oder DER Passende dabei sein, erweiter doch vielleicht erstmal den Kreis der Leute, mit denen Du mal zum Bowlen gehen kannst, Dich zum kurzen Kaffee verabreden oder vielleicht auch andere gemeinsame Interessen zu unternehmen.

                  Glaub an Dich.

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