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Fragen: Asbestose-Krebsrisiko

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  • Fragen: Asbestose-Krebsrisiko

    Sehr geehrter Herr Prof. Wust,

    wie ja schon aus der Betreffzeile hervorgeht, beschäftigen mich (seit längerem) einige Fragen zum Thema "Asbestose und Krebsrisiko" - besonders hinsichtlich der Risikoabschätzung sowie Diagnosemöglichkeiten.

    Vorgeschichte: Vor nunmehr 12 Jahren arbeitete ich im Rahmen eines Studentenjobs gemeinsam mit einem Kommilitonen u.a. auch in einer Kleingartenanlage, wo alte asbesthaltige Well-Eternitplatten - größtenteils beschädigt - per Hand transportiert und zwichengelagert werden mussten. Da es hochsommerlich heiß war (über 30° C im Schatten), führten wir diese (ziemlich staubige!) Arbeit, obwohl Atemschutz zur Verfügung stand, die meiste Zeit ohne einen solchen aus - wohl auch aus teilweiser Unkenntnis und jugendlicher Selbstüberschätzung. Der ganze "Asbest-Arbeitseinsatz" dauerte nach meiner Erinnerung einen knappen (Arbeits-)Tag, also vielleicht 5-6 Std.

    Meine Fragen:
    1.) Dass wir uns einem nennenswerten Risiko, später eine Asbestose zu entwickeln, ausgesetzt haben, ist mir heute klar. Wie gesagt, handelte es sich nicht etwa um einen längerfistigen Einsatz an einer mit Asbest belasteten Arbeitsstelle, sondern um eine einmalige, aber nach meiner Einschätzung eben durchaus hohen Exposition. Kann man nach dieser Beschreibung (in etwa) eine Höhe des Risikos beziffern? Zur Information: Ich bin und war stets Nichtraucher.

    2.) Wenn sich irgendwann eine Asbestose entwickeln sollte, wie hoch ist dann wiederum das Risiko, dass in diesem Zusammenhang auch eine Krebserkrankung entsteht? (Ich hatte mal etwas von 10-20% aller Asbestosen gelesen, u.a. auch abhängig vom Tabakkonsum u.ä. Faktoren ...)

    3.) Wie sollte bzw. kann ich mich jetzt (!) nach 12 Jahren am besten verhalten? Was kann ich zwecks Abklärung oder eventueller Vermeidung zusätzlicher Risikofaktoren unternehmen? Macht z.B. bereits jetzt das Röntgen der Lunge Sinn, existieren für den jetzigen Zeitpunkt andere, aussagekräftigere Methoden?

    4.) Welche Erkenntnisse existieren bezügl. Maßnahmen, um die Risiken gewissermaßen "nachträglich" etwas zu reduzieren? Ich denke dabei z.B. an spezielle Nahrungsmittel, Ergänzugspräparate (Vitamine, Spurenelemente, andere "Vitalstoffe") usw.

    Vielen Dank!

    Mit freundlichen Grüßen
    Jordan



  • RE: Fragen: Asbestose-Krebsrisiko


    Eine Asbestose entwickelt sich (nur) nach chronischer Einwirkung, also Exposition über Jahre. Bestimmt nicht nach einmaliger Einwirkung. Außerdem hat man eine Asbestose oder nicht (das sieht man im Röntgenbild). Unsere (arme) Lunge ist täglich einigen Noxen ausgesetzt. Normalerweise vertragen wir das. Nur beim Rauchen wird der Bogen überspannt (über 90% der Lungenkarzinome sind mit Rauchen assoziiert). Bei den verbleibenden Karzinomen (unter 10%) können andere Umwelteinflüsse eine Rolle spielen (Passivrauchen, Radon, vielleicht auch Asbest als bekannte Ursachen). Aber auch hier muss eine chronische (also erhebliche) Einwirkung bestehen. Die einmalige Exposition würde ich mit einem vernachlässigbaren Risiko abschätzen.

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