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Schicksalsschläge...

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  • Schicksalsschläge...

    Ich bin fast 17Jahre und letztes Jahr bekam mein Vater ende Oktober eine "Rippenfellentzündung", so diagnostizierten es die Ärzte...Monate lang haben sie gesagt er braucht Krankengymnastik und besteht keine Lebensbedrohliche gefahr...Seid K-Freitag wissen wir: Lungenkrebs. 2 seiner Rippen sind fast ganz zerfressen und er lebt fast nur noch von dem Schmerzmittel Morphium. Trotz dieser Tatsache hat er das Rauchen nicht aufgegeben. Innerhalt von kürzester Zeit hat er über 30kg verloren und man sieht das es ihm sehr schlecht geht. Die Chemotherapie läuft ambulant den rest der zeit ist der zu Hause.
    Jedes mal wenn ich ihn sehe habe ich einen Klos im Hals besonders wenn ich sein dürres gesicht anschaue...
    Ich weißt nicht wie ich damit umgehen soll...Die Ärzte sagen er ist definitiv in einem Lebensbedrohlichem Zustand und ganz gesund wird er nie wieder. Man kann nur noch sein Leben verlängern .
    Ich weiß nicht wie soll ich damit umgehen? Wie kann ich das verarbeiten ohne das ich mitten im Sportunterricht anfangen muss zu weinen weil ich an meinen Vater denken muss?
    Ich hoffe auch ein paar Tips...ich würde mich sehr über antworten freuen weil ich nicht mehr weiter weiß.


  • RE: Schicksalsschläge...


    Hallo Svenja,
    mein Mitgefühl für Dich. Ich weiss, wie es Dir geht. Mein Vater starb vor einem Jahr an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es war schlimm, zu sehen, wie er mehr und mehr verfiel, er schmolz richtig weg. Und die Schmerzen... selbst jetzt noch wird mir ganz anders, wenn ich an diese Zeit denke. Und dennoch, als er tot war, fand ich den dümmsten Spruch von allen (den leider viele sagen) "jetzt hat er endlich ausgelitten". Das ist so dumm. Denn er wollte nicht sterben. Er wollte lieber ein Held sein, kämpfen.
    Aber zu deiner Frage. Uns Kindern und unserer Mutter hat es sehr geholfen, mit dem behandelnden Onoklogen zu reden und ihn zu fragen, was gut für unseren Vater ist. Die kennen sich gut aus mit Sterbenden. Der Arzt hat uns gesagt, dass er spürt, ob jemand über den Tod reden will. Dass jeder Sterbende weiss, welche Stunde geschlagen hat, aber nicht alle wollen ihre weinende Familie sehen und letzte Liebesschwüre hören. Das kommt gut in irgendwelchen Kitschfilmen, aber in der Realität ist es oft einfach wichtiger, seine Hand zu halten, berühren, also, vor allem viel berühren, dass er sieht, er ist nicht alleine. Und ihn einfach fragen, wie er sich heute fühlt, ob besser oder schlechter als gestern, zuhören. Es ist der einzige Vorteil des Krebstodes, dass man lange Abschied nehmen kann und viele Wege hat, dem Sterbenden seine Liebe und Nähe zu zeigen. Ich habe bei meinem Vater versucht, mich zusammenzureissen und nicht zu weinen (habe auch im Sport geweint - sieh es mal so, das ist doch auch gut! Da entspannst Du und dann kommt das eben hoch - möchte wetten, du bist nicht die einzige, der das passiert. Und von dort kannst Du vielleicht etwas Kraft schöpfen).
    Vielleicht ist es Dir ein kleiner Trost, dass dieses Abschiednehmen und die viele Zeit, so schwer sie auch jetzt für euch ist, euch später hilft, mit allem klarzukommen.
    Alles Gute und viel Kraft!!!

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    • RE: Schicksalsschläge...


      ich wünsche dir ganz viel kraft bei eurem weg. es ist sicher sehr schwer, dieser endgültigkeit machtlos gegenüber zu stehen. ich habe mich schon oft mit dem gedanken befasst, dass jemand aus meiner familie an krebs erkranken könnte und kann mir ungefähr vorstellen wie dir zumute ist, auch wenn ich es natürlich nicht ganz verstehen kann.
      vielleicht hilft das wissen sich einmal wiederzusehen ?
      alles gute

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      • RE: Schicksalsschläge...


        ganz ganz lieben dank für den beitrag Paola! du hast mir sehr geholfen jetzt bin ich ein stückchen weiter!

        auch vielel lieben dank an fritzi...ein gutes wort tut immer sehr gut!!!
        vielleicht können wir ein wenig in kontakt bleiben.

        MfG
        Svenja

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        • RE: Schicksalsschläge...


          warum nicht ? aufmuntern ist meien spezialität...

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          • RE: Schicksalsschläge...


            Hallo Svenja,

            ich weiss es ist jetzt eine schwere Zeit für die ganze Familie. Mein Bruder starb vor einem Jahr an Lungenkrebs.
            Spreche sehr viel mit Deinem Vater, nütze die Zeit, denn am Ende wird es ihm sehr schwer fallen zu sprechen. Mein Bruder hat mir seitenweise diktiert, was ich noch alles tun soll und weil ich ihn so schlecht verstand, war ich sehr schlampig mit dem Aufschreiben. Heute tut mir das leid. Also mach es besser.
            Das mit dem Rauchen ist jetzt nicht mehr so wichtig. Dein Vater hat noch eine begrenzte Zeit. Willst Du wirklich, dass er jetzt einen Nikotinentzug macht? Sterbende haben andere Prioritäten.
            Mit wem kannst Du über Deine Situation sprechen? Du solltest nämlich schon über Deine Ängste und Nöte sprechen. Nur nicht mit Deinem Vater.
            Ich wünsche Dir viel Stärke.
            Alles Gute
            Ilupeju

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            • RE: Schicksalsschläge...


              ja fritzi ich merk das schon...

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              • RE: Schicksalsschläge...


                Hallo Svenja!
                Ich möchte auch etwas sagen, obwohl es nicht so gant passt.
                Meine Oma ist vor 5 Jahren gestorben, ganz plötzlich. Sie war nicht krank und auch erst 60. Plötzlich ist sie umgefallen und war tot... Das schlimmste für mich ist, dass ich nicht mehr mit ihr gesprochen habe, kurz bevor sie gestorben ist. Meine Mutter fragte mich einen Tag davor noch, ob ich auch noch mit ihr telefonieren will, aber ich lehnte ab, weil ja so vieles wichtiger war... Und am nächsten Tag war sie nicht mehr da.
                So ist es auf der einen Seite gut, dass du dich lange von deinem Vater verabschieden kannst, dass du ihm alles noch sagen kannst, was du willst, dass du ihn lieb hast... Auf der anderen Seite ist es bestimmt total schlimm ihn so leiden zu sehen.
                Nutz die Zeit, die du noch mit ihm hast und denk einfach nur dran, dass er dich und deine Familie jetzt ganz fest braucht.
                Alles Liebe und Gute,
                Luna

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                • RE: Schicksalsschläge...


                  Danke Luna-Stella,
                  ich kann sehr gut verstehen was du meinst!
                  Du hast recht es gibt 2 Seiten. Und es ist schwer ihn leiden zu sehen. Sehr schwer.
                  Nochmal vielen dank,
                  MfG
                  Svenja

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                  • RE: Schicksalsschläge...


                    Hallo, ich weiß es ist sehr schwer mit dieser Situation umzugehen, ich selber erlebe es gerade auch, wobei meine Mutter im Finalstadium Pankreaskarzinom ist. Mein Onkel ist an Lungenkrebs gestorben! Bei Dir stellt sich die Frage, ob Dein Vater Metatstasen hat. Wenn nicht, können die Ärzte da schon einiges bewirken. Gebe Deine Hoffnung nicht auf!!! Er hat vielleicht eine Chance. Bei uns sieht das anders aus! Wir müssen uns schon mit anderen Dingen auseinander setzen. Sehe einfach die positiven Dinge, die dein Vater hat oder möchte und mache Dich nicht verrückt!!!! B.Müller

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                    • RE: Schicksalsschläge...


                      Ihr Vater hat einen fortgeschrittenen Tumor, offenbar mit Pleurabeteiligung und Rippendestruktion. Sie beschreiben, dass er an Gewicht abnimmt und schlecht aussieht. Sie müssen sich allmählich damit vertraut machen, dass Ihr Vater an diesem Tumor sterben wird. Ihre Beschreibungen deuten darauf hin, dass der Tumor voranschreitet. Die Chemotherapie kann das noch etwas aufhalten, aber nicht vollkommen verhindern. Nutzen Sie jetzt die Zeit, noch die Dinge zu besprechen, die für Sie wichtig sind. Ich weiss, dass es hart ist, aber Sie müssen der Realität ins Auge sehen. Aber bitte sagen Sie das so nicht Ihrem Vater. Da sollten Sie mit Äußerungen über den Krankheitsverlauf eher zurückhaltend sein. Genau weiss es sowieso keiner.

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                      • RE: Schicksalsschläge...


                        das habe ich mir schon fast gedacht. mein vater hat im ganzen rechten lungenflügel metastasen und die chemo musste sie jetzt abbrechen weil er davon wasser in den beinen bekam so das er nicht mal mehr alleine laufen konnte.
                        danke nochmal an die einträge

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                        • RE: Schicksalsschläge...


                          es tut mir so leid für dich bzw. eure ganze familie....wie gut kann denn dein vater damit umgehen, zu wissen, dass er bald nicht mehr für euch dasein kann ?
                          ich denke wirklich das einzige was ihr machen könnt ist ihm zu zeigen, wie dankbar für jeden zeitpunkt mit ihm seid und dass ihr um nichts in der welt einen anderen vater haben wolltet. zeigt ihm, dass eure liebe stärker als der tod ist.
                          alles liebe und alle kraft der welt
                          ich werde für euch beten

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