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Fragr an Prof. Wust

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  • Fragr an Prof. Wust

    Sehr geehrter Herr Professor Wust,

    im Mai 04 hat man bei meinem 51 j. Partner ein Plattenepithelcarinom ohne Primärtumor diagnostiziert. Die Beurteilung im Arztbrief: ausgedehnte Osteolyse im Bereich des Os ileums links sowie eine ca. 6 cm große Lebermetastase im Segment 8. Weder im Gastrointestinaltrakt noch an der Lunge oder dem HNO-Bereich wurde etwas gefunden. Eine sofort eingeleitete Chemo mit Carboplatin, VP 16 an drei aufeinander folgenden Tagen im Abstand von 22 Tagen brachte nichts. Die darauf folgende Untersuchung im August, hat ergeben, daß im Bereich des Leberhilius eine Ausdehnung von jetzt 10 x 8 x 9 cm gegenüber 8 x 7 x 8 cm bei der Voruntersuchung vorliegt. Darüber hinaus lassen sich einzelne kl. Satellitenherde cranial im re. Leberlappen abgrenzen. Einzelne kleinere wenige mm große Herdbildungen kommen auch caudal im re. Leberlappen zur Darstellung. Im Skelettsystem findet sich eine ausgedehnte osteolyitische Metastase d. li. Beckenschaufel mit einem ausgedehnten begleitenden Weichteilprozess von 7 x 7 cm. Neu aufgetreten ist eine umschriebene Osteolyse von 1cm im Bereich der re. Beckenschaufel ohne gr. Weichteilprozeß. Die Chemo wurde auf Cisplatin 100 mg und Taxol 347 mg
    umgestellt. Doch auch nach den weiteren Behandlungen kein Erfolg. Die gestrige Unters. hat ergeben, daß im Vergleich zur Vorunters. eine deutliche Größenzunahme der hepatischen Metastasierung zentral vorliegt. Auch im übrigen Leberparenchym findet sich eine inhomogene Kontrastmittelanreicherung wohl als Folge einer zytotoxischen Schädigung der Leberzellen. Es besteht der Verdacht auf neu aufgetretene kl. metastatische Herde im li. Leberlappen. Der kl. Herd caudal im re. Leberlappen im Segment 6 ist in seiner Gr. ebenfalls progredient. Im Vergleich zur Voruntersuchung Größenzunahme d. ausgedehnten Metastase der linken Beckenschaufel. Es finden sich darüber hinaus weitere Metastasen im LWK 5, im SWK 1, in der rechten Beckenschaufel und im li. Hüftkopf. Hier liegen z.T. neu aufgetretene Metastasen, z. T. auch größenprogrediente, retrospektiv auch bereits bei der Voruntersuchung abgrenzbare Metastasen vor. Paraaortale Lymphknotenmetastasen, ebenfalls größenprogredient. Wir haben erst Montag einen Termin beim Onkologen, waren aber so erschrocken und deprimiert über diesen Befund, daß wir die Chemo, die eh nichts bringt abbrechen wollen. Wir wissen nicht weiter... Bringt es etwas, wenn wir eine Fachklinik aufsuchen????? Was raten Sie uns? Gibt es Hoffnung???Warum kann man denn den Primärtumor nicht finden??? Sorry daß ich so viel frage, aber wir sind, wie wohl viele andere in unserer Situation auch, einfach nur am Ende. Vielen Dank


  • RE: Fragr an Prof. Wust


    Es liegt leider ein in Knochen und Leber metastasierender Tumor vor. Die Chemo ist wohl unter der Annahme eines Bronchialkarzinoms erfolgt (zumindest sind das typische Schemata). Die weiter Therapie sollte vielleicht mit einer Monotherapie er-folgen, die auf jeden Fall verträglich ist und (wenn man Glück hat) das Wachstum aufhält oder stoppt: z.B. Gemcitabin oder Vinorelbin. Ein Therapieversuch mit iressa könnte hilfreich sein, aber ein Ansprechen bzw. eine Stabilisierung ist (nur) bei 20% zu erwarten (aber man kann es versuchen). Leider ist dieses Medikament teuer und ich weiss nicht, ob es die Kasse übernimmt. Natürlich können Sie die Klinik wechseln oder nach einer Studie Ausschau halten (www.astrazeneca.de). Oder auch: www.iressa.com oder www.lungenkarzinom-info.de.

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