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Frage an Prof. Wüst - Schilddrüsenkarzinom

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  • Frage an Prof. Wüst - Schilddrüsenkarzinom

    Hallo Forum!
    Ich habe eine Frage bezüglich Schilddrüsenkarzinom.
    Meine Lebenspartnerin (33) ist vor ca. 2 Jahren daran erkrankt. Sie selber teilt wenig vom Verlauf und Behandlung der Erkrankung mit.
    Meine Gefühl sagt mir aber, dass Ihr psychische Haushalt sehr stark angegriffen ist. Ich erlebe Sie nur, dass Sie sehr häufig (1-2mal täglich) Nasenbluten hat.
    Sie verhält sich verändert und zurückgezogen.
    Ich stelle mir schon die Frage, ob es an mir liegt.
    Gibt es Erfahrungen von Forumsteilnehmer/innen, dass im Verlauf der Krankheit eine seelische Wesensänderung eintritt.
    Schon jetzt herzlichen Dank für Ihre Ratschäge.
    Mit freundlichen Grüßen
    sh-teffy


  • RE: Frage an Prof. Wüst - Schilddrüsenkarzinom


    Hallo sh-teffy,

    bei mir wurde Anfang 2003 auch ein Schilddrüsenkarzinom festgestellt. Welche Art von Schilddrüsenkarzinom hat deine Freundin denn? Die weitaus häufigsten und auch am besten behandelbaren sind das papilläre und das follikuläre Schilddrüsenkarzinom.
    Abgesehen davon, dass eine Krebsdiagnose zunächst natürlich immer ein Schock ist, wird ja die komplette Schilddrüse entfernt und man wird mit künstlichen Schilddrüsenhormonen so eingestellt, dass man in einer leichten Schilddrüsenüberfunktion ist.
    Nach der Schilddrüsenoperation erfolgt eine Radiojodtherapie, zuvor müssen entweder die Hormone wochenlang abgesetzt werden (das ist psychisch enorm belastend für die Patienten) oder es wird ein Medikament namens Thyrogen gespritzt (dieses ist extrem teuer und es ist nicht so einfach, es zu bekommen, weil die Kassen rumzicken).
    Die Kontrolle erfolgt hauptsächlich anhand eines Tumormarkers, des Tg. Wenn dieser einen Wert von 2 übersteigt, wird eine weitere Radiojodtherapie notwendig.
    Abgesehen von den Unterfunktionsphasen vor einer RJT und der oft langwierigen und nicht ganz einfachen Einstellung nach der Operation gibt es da im Normalfall eigentlich keine Komplikationen, von Nasenbluten hab ich in dem Zusammenhang noch nie etwas gehört.
    Vielen hilft es auch, eine Kur zu machen.

    Erwähnen sollte man aber auch, dass die Einstellung, auch wenn sie den Werten nach auf dem Papier stimmt, für die PatientInnen keineswegs immer optimal ist. Insbesondere gibt es deutlich mehr als von den Ärzten gemeinhin zugegeben wird, die mit reinen Monopräparaten (nur T4) nicht allzugut zurechtkommen. Mir persönlich hat der Umstieg auf ein Kombipräparat enorm geholfen. (Allerdings ist das alles wirklich individuell unterschiedlich, und es gibt auch Fälle, wo es umgekehrt ist, da aber standardmäßig zunächst immer mal nur T4 verschrieben wird, ist das das häufiger auftretende Problem. Menschen, die ganz extrem empfindlich sind, hat auch schon der Umstieg auf Armour - das ist ein natürliches Schilddrüsenpräparat, das aus Schweineschilddrüsen gewonnen wird, geholfen, allerdings zahlen das die Kassen nicht.)

    Für Selbstbetroffene und Angehörige zum Austausch wirklich empfehlenswert ist das Schilddrüsenkrebsforum (übrigens nicht nur für Schilddrüsenkrebserkrankte, sondern für alle ohne Schilddrüse, die vor Schilddrüsenoperationen stehen usw.):
    http://www.sd-krebs.de

    Es gibt dort auch einige FAQ, in denen du alles Wissenswerte rund um den Behandlungsverlauf nachlesen kannst.

    Auch PatientInnen mit medullärem Schilddrüsenkrebs (der anders behandelt wird) sind dort vertreten.

    Für spezielle medizinische Fragen rund um die Schilddrüse ist auch
    http://www.schilddruesenforum.de zu empfehlen.

    Alles Liebe,

    eze

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