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Krebs und Kosten!

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  • Krebs und Kosten!

    Hallo!

    Ganz Deutschland redet von der Einführung der DRG`s , die den Krankenkassen erhebliche Kosten sparen sollen.

    Die Ärzte lehnen die Einführung jedoch strikt ab, da sie Ihre behandlunsgfreiheit und die Qualität der Behandlung gefährdet sehen. Standard-0815-Therapien statt individuelle Betreuung.

    Ich suche auf diesem Wege Informationen über Behandlungskosten verschiedener Krebserkrankungen, da ich an einem Projekt mitarbeite, welches sich mit der Problematik befaßt!

    Hat jemand Infos zu diesem heiklen Thema? Gerne auch persönliche Efahrungsberichte u.ä.!

    Gruß
    Maik


  • RE: Krebs und Kosten!


    Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Zunächst werden DRG`s im stationären Bereich eingeführt, haben also mit der ambulanten Versorgung nichts zu tun. Es ist wünschenswert, die Zeiten für den stationären Aufenthalt zu verkürzen oder ganz zu vermeiden, da das ein Problem des deutschen Gesundheitswesens ist (und das wird durch Einführung der DRG´s vermutlich erreicht).
    Gerade in der Krebsbehandlung ist eine Standardisierung dringend erforderlich. Das soll nicht heißen Behandlung nach 0815. Es muß aber an einem Zentrum erfolgen, welches über die entsprechenden Methoden und die Expertise der verschiedenen Fachrichtungen (Chirurgie, Radiotherapie, Innere Medizin etc) verfügt. Gerade bei der Erstdiagnose ist die interdisziplinäre Betreuung an einem Zentrum für den Patienten lebenswichtig. Was bei der Erstdiagnose versäumt wird, läßt sich später oft nicht mehr reparieren.
    Es ist sicher nicht zutreffend, wenn Sie sagen, dass die Ärzte die Einführung der DRG´s ablehnen. Das bezieht sich nur auf die Ärzte, mit denen Sie gesprochen haben. Leider ist das Gesundheitssystem so kompliziert, dass eine Steuerung sehr schwierig ist und die meisten dabei (wie man sieht) scheitern.

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    • RE: Krebs und Kosten!


      Zum diesem interessanten Thema DRG möchte ich gleich auch mal ein Statement abgeben.

      Warum beklagen sich eigentlich nicht die Beitragszahler und die Patienten über diese menschenverachtende neue "Regelung"? Es müßte ein Aufschrei durch die Republik gehen, Demonstrationen und anderes mehr hätte ich eigentlich erwartet.

      Der Bürger ist offentsichtlich immer noch nicht bereit und in der Lage, Verantwortung für sich und seine Gesundheit zu übernehmen. Wie sonst könnte es anders sein, dass die Regelung sowenigen bekannt ist und was das für sie, die Patienten, bedeutet?

      Bisher hört man nur, dass die Ärzteschaft und deren Verbände diese - bereits im November 2000 von der Bundesregierung beschlossene - Regelung strikt ablehnen. Da stellt sich natürlich für mich als ehemaliger Patient sowie Zwangs-Beitragszahler zunächst die Frage, weshalb ist man dagegen?

      Klar, die Begründung lautet - wie sollte es anders sein - man fühlt sich da in der Behandlungsfreiheit beschnitten, was durchaus politisch korrekt ist, aber ist das der tatsächliche Grund?
      Nein, ich habe da meine Zweifel, ich denke vielmehr, dass da von der Bundesregierung der Griff der Ärzte in die allseits immer vollen Kassen (die Beiträge werden deshalb auch nach wie vor ständig weitersteigen, denn der Beitragszahler wird es schon richten) etwas gezügelt werden soll, weil sonst zu auffällig. Die Bundesregierung, unabhängig welcher Gesinnung, war bisher immer ein guter Freund der Ärzte- und Pharmalobby.

      Wenn ich mit meiner Diagnose 13 Monate später ins Krankenhaus gekommen wäre, dann hätten wir den Januar 2003 gehabt und das hätte gravierende und negative Folgen für mich gehabt - denn: bei Diagnose Darmkrebs wäre mir mit Sicherheit eine große Operation mit dauerhaften Anus Praeter - und nicht zu vergessen - Chemo- und Bestrahlungstherapie nicht erspart geblieben, weil in erster Linie die Bestimmungen und deren Abrechnungsmodi nichts anderes mehr zugelassen hätten, ala Dickdarm raus - Stoma rein.

      Stattdessen wurde bei mir im Dezember 2001 nur eine recht kleine OP vorgenommen, ohne die übliche "Standardtherapie" und Anus Praeter - die würde im Januar 2003 so nicht mehr gemacht werden dürfen, da die neuen Bestimmungen eine Abweichung der Behandlung dieser Art nicht mehr vorsieht, geschweige denn problemlos und ohne großen Zeitaufwand abgerechnet werden könnte.

      Und Zeit ist ein Faktor, der in der Behandlung von Erkrankten schon lang überhaupt keine Rolle mehr spielt und spielen darf - von zugegeben einigen vorzeigbaren Ausnahmen abgesehen.

      Außerdem sieht diese Regelung vor, dass man selbst bei frühzeitiger Genesung innerhalb eines veranschlagten Zeitraumes - der abhängig ist von der Diagnose - das Krankenhaus nicht vorzeitig entlassen darf (da wird einem der Chef-/Stationsarzt schon plausibel ins Gewissen reden), da es sonst Probleme mit der Abrechnung geben wird. Und jeder unnötiger und zusätzlicher Schreibkram mit den Abrechnungsstellen ist in jeder Form zu vermeiden, da wird dann der Patient lieber noch ein paar Tage - so wie es die Regelung bei der entspechenden Diagnose vorsieht - im Krankenhaus gehalten.

      Insofern bin ich froh, dass mich meine Diagnose noch vor dem Jahr 2003 ereilte.

      Also - wo sind die erzürnten Bürger, die sich dieses unglaubliche System der "Gesundheit" nicht weiter gefallen lassen wollen?
      Denn ein übleres System, wie das, was uns ab 2003 erwartet, hat es bisher in der BRD noch nicht gegeben. Die Bürger werden noch schlechter - weil noch weniger individuell als bisher - behandelt und müssen obendrein durch noch höhere Beiträge dieses sogenannte System und mit ihrer Gesundheit doppelt bezahlen.

      Denn das der Mensch individuell ist, scheint doch unbestritten oder gilt das bei Krankheit nicht? Ist Darmkrebs gleich Darmkrebs und hilft dem Patienten A auch ebenso selbstverständlich was dem Patienten B hilft? Werden beide am gleichen Tag wieder genesen sein? Ich finde nein.

      ThomasK

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      • RE: Krebs und Kosten!


        Hallo Thomas K. ich stimme Ihnen in vollem Umfang zu!!!

        Kommentar



        • RE: Krebs und Kosten!


          Ich verstehe überhaupt nicht, was Sie eigentlich sagen wollen. Was Sie beschreiben, trifft nicht zu. Die DRG sehen vor, dass in Zukunft eine Behandlung im Krankenhaus nach einer sog. „Fallpauschale“ vergütet wird. Wie das genau läuft, weiß noch keiner (also können auch Sie es nicht wissen). Die meisten Länder weltweit haben ein solches System längst eingeführt. Nur Deutschland hinkt (wie immer) weit hinterher. Die Einführung des Systems wird dazu führen, dass Aufenthalte im Krankenhaus verkürzt oder vermieden werden. Das ist mehr als wünschenswert, da Deutschland das Land mit fast den meisten Krankenhausbetten pro Kopf der Bevölkerung ist (verglichen mit USA, England, Niederlanden etc.). Das ist mit ein Grund für die überbordenden Kosten im Gesundheitswesen.

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          • RE: Krebs und Kosten!


            Hallo Herr Wust,

            Sie schreiben:

            >> Ich verstehe überhaupt nicht, was Sie eigentlich sagen wollen. Was Sie beschreiben, trifft nicht zu. <<

            Ich bezweifele das sehr stark, dass Sie nicht verstanden haben..
            Einerseits, wenn Sie es nicht verstehen - wie Sie schreiben - , dann können Sie natürlich auch nicht beurteilen, was auf meine Beschreibungen zutrifft und was nicht.
            Andererseits habe ich meine Ausführungen doch klar dargestellt.

            >> Wie das genau läuft, weiß noch keiner (also können auch Sie es nicht wissen). <<

            Das ist unlogisch.
            Sie möchten uns jetzt doch nicht erzählen, dass die Bundesregierung eine solch einschneidende Änderung einführt und vorab nicht wissen soll, welche Auswirkungen das bei uns in der Gesundheitspolitik in Bezug auf Kosten, Dauer der (Fehl-)Behandlung etc. haben wird? Da sind doch bestimmt wieder Studien gemacht worden, die eine Beurteilung zulassen, zumal dieses System, wie Sie schreiben, in einigen anderen Ländern bereits gefahren wird?

            >> Nur Deutschland hinkt (wie immer) weit hinterher. <<

            Und das scheint mir auch nicht immer so schlecht, allerdings kommen wir jetzt in der Tat "vom Regen in die Traufe".

            >> Die Einführung des Systems wird dazu führen, dass Aufenthalte im Krankenhaus verkürzt oder vermieden werden. <<

            Sie schreiben doch oben bereits, dass - "Wie das genau läuft, weiß noch keiner" - also was denn nun, wissen Sie es oder wissen Sie es nicht?

            Ich dagegen meine, dass diese Neuregelung dazu führen wird, dass nicht mehr soviele Betten leer stehen werden, diese Befürchtung bestätigt auch meine Krankenkasse inoffiziell. Da die Kosten sprich Beiträge erst einmal heftig steigen werden, da ist die Rede von 3-5 Jahren, in der die Beiträge weiter steigen werden, so sieht es aus, Herr Wust.

            >> Das ist mehr als wünschenswert, da Deutschland das Land mit fast den meisten Krankenhausbetten pro Kopf der Bevölkerung ist <<

            Abgesehen davon, dass diese "Neuregelung" menschen - sprich patientenverachtend ist, wird es meiner Meinung nach definitiv nicht dazu führen, dass die übergroße Anzahl an Krankenhausbetten generell abgebaut werden wird. Das ist ja genau das Ziel der "Maßnahme", dass dies nicht geschieht.

            Als ich Mitte Dezember 2001 (14.122001) im Krankenhaus lag und es auf den 20./.21.12 zuging, wurde dafür gesorgt, dass möglichst wenige Patienten entlassen wurden.

            Ich lag auf Station 4A und es wurde bereits die Station 4B "dicht gemacht" um die "Unterbelegung" optisch vollends zu vermeiden, wurden u.a. ich selbst über Weihnachten nicht entlassen, obwohl ich bereits genesen war, ich bin erst am 31.12. (!) auf meinen Wunsch und mit viel Theater und Unterschriften entlassen worden (Blutwerte stimmten angeblich nicht, blalbla) - darüber ärgere ich mich heute selbst, dass ich nicht
            Mut genug hatte, dass ich früher auf meine Entlassung gedrängt habe.

            Denn während der Feiertage (erstmal kam das Wochenende 22./23.12 und dann am Montag der Heilige Abend mit anschließenden Feiertagen und wieder ein Wochenende) wurde absolut nichts gemacht - klar außer Fiebermessen, Blutdruck etc.

            Ich durfte wohl mit Unterschrift ab 24.12. jeden Mittag nach Hause und mußte gegen 21.00 Uhr wieder im Krankenhaus sein, wobei das eine Art "illegaler" Vorgang insofern war, da bei der Krankenkasse der komplette Tagessatz für diese Zeit abgerechnet wurde, obwohl ich in dieser Zeit vor dem Mittagessen und nach dem Abendessen erst wieder anwesend war, klar und die üblichen "Untersuchungen" (Fiebermessen, Blutdruck, Blutabnahme etc.) während meiner Abwesenheit auch abgerechnet wurden.

            Ich schreibe das nicht, Herr Wust, um Ihnen etwa Neuigkeiten mitzuteilen - die geschilderten Vorgänge sind Ihnen sicherlich geläufig -sondern eher um die Leute wachzurütteln. Ich bin mir sicher, dass es vielen Patienten um diese besagte Zeit ähnlich ergangen ist und ich erwäge ernsthaft, diese Machenschaften mit Rücksprache mit meiner Krankenkasse zur Anzeige zu bringen - aber ob es etwas hilft, zur Ordnung wieder beizutragen - ich weiß es nicht.

            >> Das ist mit ein Grund für die überbordenden Kosten im Gesundheitswesen. <<

            Die Kosten für dieses System, ja, das ist wieder ein neues Thema, wenn Sie wirklich wollen, diskutieren wir darüber gern in einem neuen Thread.

            Gruß
            ThomasK

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            • RE: Krebs und Kosten!


              Hallo Thomas,
              Du warst wenigstens über Nacht in der Klinik. Ich wurde für 4 Tage beurlaubt,(allerdings nicht Weihnachten) weil man das Bett brauchte, und es wurden 4 volle Tage abgerechnet.
              Gruß
              Martina

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