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Chemotherapie

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  • Chemotherapie

    Meine Informationen zur Chemo-Therapie basieren zum Teil auf meinen eigenen Erfahrungen und auf Informationen meines Bruders (Chemiker von Beruf), der leider vor 4 Jahren - Diagnose Darmkrebs - nach unzähligen Chemotherapien verstorben ist.

    Bei der Chemotherapie handelt es sich um einen sogenannten "Cocktail", der sich aus ca. 3-5 verschiedenen und äußerst hochgiftigen Substanzen zusammensetzt, mindestens ein Teil des Cocktails trägt Substanzen aus Senfgas-Abkömmlingen.

    Bei den verschiedenen Krebsdiagnosen werden somit je nach Diagnose unterschiedliche "Cocktails" angewandt, ein sogenanntes "StarterKit". Falls nun die Chemo beim Patienten äußerst schlecht vertragen wird (oh Wunder), dann wird eine Substanz aus dem "Cocktail" herausgenommen und dafür eine neue Substanz hinzugefügt, eben solange bis der Patient die Chemo besser verträgt. Was heißen soll, ihm ist dann nicht mehr so übel, er muß sich nicht mehr so oft übergeben und kann auch schon mal hier und da ein Bröckchen zu sich nehmen, ohne dass er alles wieder gleich auspuckt. Austrocknung der Schleimhäute und die sonst bekannten Nebenwirkungen seien hier nicht unbedingt aufgezählt und erwähnt, kennt man ja aus den Erzählungen und Beobachtungen der Angehörigen und Freunden, Bekannten etc.

    Mein Bruder wußte von den schlimmen Folgen der Chemovergiftung und auch von der Vorgehenweise der Schulmedizin, konnte sich aber in seiner Not (er hatte natürlich auch Todesangst) trotzdem nicht gegen diese Behandlung zur Wehr setzen, da der soziale Druck (Frau, Kinder, Verwandschaft, Kollegen) zu groß war.

    Er ging jeweils einmal die Woche stationär ins Krankenhaus, wo er für 30 Stunden am Chemotropf lag. Dann eines Tages passierte es, dass das Reinigungspersonal den Flaschenständer zu Fall brachte und die Glasflasche mit der Chemosubstanz zu Boden ging und zerbrach, überall Spritzer der Chemo, an der Wand, Boden, Nachttisch, Glassplitter. Danach spielten sich Dinge ab, die man bisher nur aus dem Kino kannte:
    Hektik brach aus, er wurde sofort in ein anderes leeres Zimmer verbracht, er mußte sich ausziehen, wurde gewaschen, das Bettzeug wurde abgezogen, während in seinem bisherigen Zimmer vermummte Gestalten mit Schutzanzügen (wie nach einem Atomangriff) begannen, das Zimmer zu reinigen. Die Stimmung auf der Station war dann dementsprechend.

    So und da frage ich mich doch, was in aller Welt ist denn in diesem Chemotropf dringewesen? Dass das Zeugs nach kurzer Zeit die Haut verätzt, ist ja hinlänglich bekannt (oder etwa nicht?). Aber das sind doch in der Tat Maßnahmen wie nach einem Atombombenangriff?

    Seit einiger Zeit ist das Mischen des "Cocktails" ja in den Krankenhäusern und Chemo-Verabreichungs-Fabriken der niedergelassenen Onkologen strengtens untersagt und die fertigen "Gift-Cocktails" werden von den Pharma-Firmen in die Kliniken angeliefert - aus Sicherheitsmaßnahmen.
    Als ich im Ende Dezember 2001 im Krankenhaus lag, gab es keine Glasflaschen mehr, wenn Chemos verabreicht wurden. Die Patienten bekamen so einen grünen Kasten, der mit einer zeitgesteuerten Mechanik arbeitet. Eine Plastikkanüle (etwas dicker als eine Zigarre) liegt auf diesem Gerät und durch die Zeitsteuerung wird dem Patienten die Chemo verabreicht, dieses Gerät findet aber auch bei anderen Infusionen seinen Einsatz, mein Zimmernachbar bekam damit Marcumar, ein Mittel, das die Blutgerinnung beeinflußt.

    Allerdings fand ich Patienten im Fernsehzimmer und aber auch in der Cafeteria mit diesem Gerät vor, die Chemo bekamen. Und da war diese Plastikkanüle zusätzlich in Alu-Folie eingewickelt - ich frage mich, ist das Zeug nicht nur ätzend, sondern strahlt das etwa auch noch? Hat irgendjemand solche Fragen mal seinem behandelnden Arzt gestellt?
    Weil Alu-Folie dient ja nicht unbedingt dazu, dass die Plastikkanüle damit dicht gehalten wird.

    Was ich deshalb überhaupt nicht verstehe, weshalb man als Patient oder Angehöriger diese Vergiftung auf Raten überhaupt in Betracht ziehen kann? Wenn das Personal, das einem die Chemo in die Vene oder Port setzt, Gummihandschuhe trägt bzw. tragen muß? Welche Gedanken gehen dann einem durch den Kopf? Dass eine Chemo-Therapie mein kurzzeitiges Überleben sichern oder etwa mein Leben lebenswerter machen könnte?

    Kopfschüttelnd...
    ThomasK


  • RE: Chemotherapie


    Hallo ThomasK, ok du machst dir so deine Gedanken. Auch ich habe Darmkrebs und gerade meine Chemo beendet. Mein Arzt trug keine Handschuhe und der Mix wurde in der Krankenhausapotheke gemischt. Ich habe die Chemo zu meinem Freund erklärt und mir immer dabei vorgestellt das mir das Gift!! helfen kann meine Erkrankung zu heilen oder aber zu verzögern. Denke mal darüber nach wie sich Betroffene fühlen wenn sie deinen Beitrag lesen . Ich denke wir sind uns bewusst das Chemo Gift ist aber sie kann auch Leben retten. Mit lieben Gruss Dagmar

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    • RE: Chemotherapie


      Hallo Thomas!
      Ich finde Deinen Beitrag widerlich und zynisch. Wie soll sich jemand fühlen, der Deinen Aufsatz liest und gerade eine Chemo machen muss. Es ist erwiesen, dass die Chemotherapie vielen Menschen helfen kann und oft sehr wirksam ist. Meine Mutter hatte einen metastasierenden Darmkrebs, wurde insgesamt 4 mal an Darm und Leber operiert und bekam auch 2 Zyklen Chemotherapie. Die Verträglichkeit der Chemos war gut, obwohl meine Mutter die Haare verloren hat und darunter auch sehr gelitten hat. Mittlerweile ist meine Mutter seit einem Jahr tumorfrei, hat ihren sechzigsten Geburtstag bei bester Gesundheit gefeiert (die Haare sind auch wieder nachgewachsen) und geht sogar nach wie vor ihrer Arbeit nach.
      Welche Alternative hätte denn Dein Bruder gehabt? Die Ärzte haben eben alles versucht, und das ist auch richtig so. Aussserdem gibt es heute bessere Chemotherapeutika als noch vor 4 Jahren.
      Ich kann nur jedem betroffenen Krebspatienten empfehlen, sich durch den Beitrag von Thomas nicht entmutigen zu lassen.
      Hanno

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      • RE: Chemotherapie


        An Dagmar und Hanno
        Ich stimmme euch voll zu, Vor ein paar Tagen wollte ich mit Thomas K mails austauschen, leider keine Reaktion. Mit solch einer negativen Einstellung kann man nicht gesund bleiben/ bzw . werden.
        Ich bin selbst Betroffener (Darmkrebs + Chemo)
        und bin wieder top-fit!

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        • RE: Chemotherapie


          Hallo,

          Nun so ganz Unrecht hat Thomas da auch wieder nicht!
          Seit Jahren haben die Ärzte nichts anderes im Kampf gegen diese abscheuliche Krankheit als diesen Horror Zeugs!
          Das ist doch meist eh nur eine Verlängerung des Lebens auf Raten!
          Irgendwann wird der Tumor resistent gegen dieses Gift und dann muß der Patient doch sterben!

          Sicher es gibt Ausnahmen aber das sind meist Fälle bei denen sich noch keine Metastasen im Körper gebildet haben!
          Das die Ärzte immer nur diese Chemotherapie mit all ihren häßlichen Nebenwirkungen einsetzten ist doch nur eine Bankrott Erklärung!
          Sie wissen einfach nicht mehr weiter und pumpen dann den Patienten mit Gift voll!
          Man hätte einfach einen Weg finden müssen dem Immunsystem klar zu machen das es die Tumor Zellen angreift und vernichtet!
          Der einzige weg diese Erkrankung zu besiegen ist die eigene Abwehr gegen diese Tumoren einzusetzten.
          Aber statt dessen wird immer schlimmeres Gift erfunden das auf dauer eh nicht den gewünschten Erfolg erziehlt.

          Gruß
          Tiger 2002

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          • RE: Chemotherapie


            Hallo Torsten!

            Die Alufolie dient übrigens nicht zum Abhalten der "Strahlung" (Chemos strahlen nicht!!!), sondern soll die Zytostatika vor Licht schützen.

            Ich habe dein Schauermärchen ein wenig mit einem Lächeln gelesen. War ganz amüsant. Ich glaube, so wie du, denkt jeder über Chemo, der noch nie mit ihr in engeren Kontakt gekommen ist.

            Vielen Menschen hat die Chemo geholfen, dass sie überleben durften. Für deinen Bruder tut es mir unendlich leid, dass er nicht überleben durfte. Trotzdem solltest du die Chemotherapie nicht so arg verteufeln, wie du das hier machst. Das ist einfach falsch!!!

            Gruß und alles Gute wünscht dir Babsi

            Tiger2002 schrieb:
            -------------------------------
            Hallo,

            Nun so ganz Unrecht hat Thomas da auch wieder nicht!
            Seit Jahren haben die Ärzte nichts anderes im Kampf gegen diese abscheuliche Krankheit als diesen Horror Zeugs!
            Das ist doch meist eh nur eine Verlängerung des Lebens auf Raten!
            Irgendwann wird der Tumor resistent gegen dieses Gift und dann muß der Patient doch sterben!

            Sicher es gibt Ausnahmen aber das sind meist Fälle bei denen sich noch keine Metastasen im Körper gebildet haben!
            Das die Ärzte immer nur diese Chemotherapie mit all ihren häßlichen Nebenwirkungen einsetzten ist doch nur eine Bankrott Erklärung!
            Sie wissen einfach nicht mehr weiter und pumpen dann den Patienten mit Gift voll!
            Man hätte einfach einen Weg finden müssen dem Immunsystem klar zu machen das es die Tumor Zellen angreift und vernichtet!
            Der einzige weg diese Erkrankung zu besiegen ist die eigene Abwehr gegen diese Tumoren einzusetzten.
            Aber statt dessen wird immer schlimmeres Gift erfunden das auf dauer eh nicht den gewünschten Erfolg er....

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            • RE: Chemotherapie


              Es ist für mich immer wieder beeindruckend, wie sich das Koordinatensystem verschiebt, je nachdem ob man gesund ist oder selbst von einer Krebserkrankung betroffen. Auch die Angehörigen zähle ich zu den Gesunden und ihr Agieren ist daher nicht immer hilfreich (was natürlich unterschiedlich ist). Als Gesunder hat man es leicht, sich über eine Therapie in dieser Weise zu mokieren – ähnliche Schauergeschichten könnte man auch über Operationen oder Bestrahlungen erzählen. Als Betroffener (das können Sie mir glauben) ändert sich das schlagartig. Dann will man nur noch, daß einem geholfen wird, und dann können auch kleine Zeiträume (von z.B. einigen Monaten) ein Gewinn sein. Die Kommentare von einigen Betroffenen zu Ihrem Beitrag sprechen für sich.
              Ihre Darstellung ist aber auch oberflächlich und irreführend. Bei einer Chemotherapie wird von den behandelnden Ärzten immer sehr sorgfältig abgewogen, ob sich Nebenwirkungen und Benefit für den Patienten in einer richtigen Balance halten. Es gibt sehr viele Varianten. Dazu gehören sowohl recht verträgliche Chemotherapien (die dann eher lindernden Charakter haben) bis hin zu sehr aggressiven Formen, mit denen man aber eine Heilung anstrebt (oft bei Jüngeren). Leider ist man bei einer aggressiven Vorgehensweise nicht immer erfolgreich, aber man wird es trotzdem versuchen (natürlich in Absprache mit dem Betroffenen).
              Es gibt auch Patienten, die keine Therapie wollen (aber das ist eine Minderheit). Die meisten nutzen die Optionen, die so schlecht nun auch wieder nicht sind, wie Sie suggerieren.

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              • RE: Chemotherapie


                Hallo Herr Prof.Wust (und alle anderen, die geantwortet haben),

                ob nun gesund oder selbst betroffen - ich mokiere mich nicht - ich stelle nur die Fragen, die mich aktuell beschäftigen. Meinen Beitrag (zugegeben - ein etwas längerer, aber deshalb doch nicht automatisch falsch und schlecht?) als Schauermärchen, widerlich und zynisch zu bezeichnen, teile ich absolut nicht. Und genau das war auch definitiv nicht gewollt und gewünscht. Auch wollte ich niemanden mit meinem Beitrag entmutigen, sondern dachte lediglich einmal laut, was ich mich so als Betroffener frage.

                Zur Information: ich bin selbst Betroffener gewesen, als ich Ende letzten Jahres die Diagnose Mastdarmkrebs gestellt bekam (siehe auch meine Anfragen in diesem Forum in diesem Jahr). Es wurde lediglich eine "kleine" OP durchgeführt, was heißt, der Tumor (ca. 3cm Abstand vom Schließmuskel) wurde transanal entfernt, ohne temporäres oder endgültiges Stoma. Auf meine Frage, weshalb nicht die "übliche" Standardtherapie - nämlich Dickdarm raus und Stoma rein - durchgeführt wurde, antwortete der Chefarzt mir: "...weil sie noch so jung sind...". Ich bin jetzt 42 Jahre jung und kann mir so recht keinen Reim auf diese Antwort machen.

                Die behandelnden Ärzte erachteten eine Chemotherapie als nicht sonderlich hilfreich (und auch in meinem Fall als nicht erforderlich), da der Erfolg einer Chemotherapie aufgrund von Studien, Erfahrungen etc. bei Darmkrebs ohnehin unter 15-20% liegen würde. Das habe ich ihnen auch geglaubt, weil ich ihnen in dieser für mich scheußlichen Zeit vertraut habe.

                Jetzt lese ich hier und auch in anderen Foren, dass offensichtlich sehrwohl bei Diagnose Darmkrebs Chemotherapien durchgeführt werden. Was soll ich nun glauben und wem soll ich vertrauen?
                Was glaubt ihr und wem vertraut ihr?

                Thema Bestrahlung: kam für den Chefarzt auch nicht in Betracht, zumindest war das seine deutliche Meinung unmittelbar nach der OP und des Befundes ein paar Tage später.
                Zwei Monate später, während der 5. Nachuntersuchung, sagte mir der gleiche Chefarzt, er hätte mit seinen Kollegen im Hause und auch mit Kollegen aus dem näheren Umkreis meinen Fall besprochen und sie alle wären zum Ergebnis gekommen, dass ich mich auf jeden Fall bestrahlen lassen sollte, was ja im übrigen auch schon immer seine Meinung gewesen wäre. Auf meinen Einwand hin (dass er ja nach der OP von einer Bestrahlung nichts wissen wollte) beharrte der Chefarzt weiterhin auf seine Antwort "ich war immer schon für eine Bestrahlung". Das stimmte definitiv so nicht.

                Ich sehe mich als geheilt an, obwohl ich keine Chemotherapie und auch keine Bestrahlung habe durchführen lassen, sage also von mir, ich hatte Darmkrebs. Durch diesen Beitrag hoffe ich natürlich auch andererseits, dass ich damit vielen Betroffenen Mut machen kann. Und nochmal, ich kann nicht verstehen, weshalb mein erster Beitrag widerlich und zynisch gewesen sein sollte, es sein den,

                Wichtig finde ich nur, dass jeder selbst seinen Weg findet, dass jeder selbst Verantwortung für seine Entscheidung übernimmt und wenn ihm obendrein damit noch geholfen werden konnte - umso besser.

                Für mich ist die Chemotherapie als auch die Bestrahlung mit allen Neben-/Nachwirkungen absolut keine Option, auch wenn hier Prof.Wust - für mich unverständlich - von "recht verträglichen Chemotherapien" spricht, das finde ich wiederum ziemlich zynisch, denn wenn Chemo die einzige Option ist, die mir angeboten werden kann (aus Mangel an weiteren Möglichkeiten), heißt das nicht automatisch für mich, dass es auch die einzig richtige und wahre Behandlung für mich ist.

                Gruß
                ThomasK

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                • RE: Chemotherapie


                  Wir hatten ja Ihren Fall im Forum ausführlich diskutiert und bei Ihnen die Möglichkeit, ohne Nachbehandlung zu bleiben, als vertretbare, wenn auch mit einem kleinen Rezidivrisiko behaftete, Möglichkeit gesehen. Letztlich war es Ihre Entscheidung aufgrund einer Abwägung. Sie waren in der glücklichen Lage, ein Frühstadium einer Erkrankung mit günstiger Prognose zu haben.
                  Ich sehe wirklich keinen Zusammenhang zu der anderen Diskussion. Wenn Sie eine fortgeschrittene Tumorerkrankung hätten (was ich um Gottes willen nicht hoffe), würden Sie anders schreiben. Was ist daran zynisch, wenn ich darauf hinweise, daß es unterschiedliche Chemotherapien gibt. Da darf man eben nicht alles über einen Kamm scheren, sondern muß im Einzelfall hinsehen (und wie immer abwägen).

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                  • RE: Blasentumor


                    Nach überstandenem Blasen CA, (1999), Chemotherapie bis 2001, wurde nun ein Tumor im Harnleiter am Ostium festgestellt.
                    Nun soll die re. Niere entfernt werden.
                    Hat jemand Erfahrung?

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