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Magenkrebs:Chemo vor OP?

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  • Magenkrebs:Chemo vor OP?

    Sehr geehrter Herr Professor Wust,
    Bei meiner Mutter wurde Magenkrebs im Stadium T3 festgestellt. Die Klinik behandelt in diesem Fall wohl zunächst mit Chemo, anschließend kommt erst die OP. Ist diese Reihenfolge nicht ungewöhnlich? Schließlich bleibt der Tumor dabei ja noch mindestens 8 Wochen unverändert im Magen. Was passiert, wenn die Chemotherapie nicht wirkt? Verliert man dann nicht sehr viel Zeit? Für eine (rasche) Antwort wäre ich sehr dankbar.


  • RE: Magenkrebs:Chemo vor OP?


    Die präoperative (sog. neoadjuvante) Chemotherapie ist ein sehr modernes Konzept und wird bei verschiedenen Tumoren angewendet, wenn sie fortgeschritten sind. Eigentlich ist Ihr Gedan-kengang, daß man Zeit verliert, genau verkehrt herum gedacht. In Wahrheit wird die Prognose beim Magenkarzinom durch die kleinen Zellnester außerhalb des Tumors (Mikrometastasen) bestimmt. Die wachsen aber während und nach der Operation zunächst munter weiter, bis eventuell eine postoperative (adjuvante) Chemotherapie folgt. Gerade durch den möglichst früh-zeitigen Einsatz der Chemotherapie können diese Zellnester erfaßt werden.
    Den Primärtumor kann man auch noch später operieren (er ist sozusagen nicht das entscheidende Problem). Dieser wird außerdem i.d.R. unter der Chemo kleiner oder bleibt zumindest konstant. Bewiesen ist das Konzept nicht, aber es ist plausibel und wird in vielen Bereichen der Onkologie eingesetzt. Daher würde ich ruhig so verfahren.

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