• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Hyperthermie bei Rippenfellkrebs

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Hyperthermie bei Rippenfellkrebs

    Guten Tag Herr Dr. Wust,
    mein Vater ist an einem Pleuramesotheliom erkrankt. Die Diagnose erhielten wir vor 10 Wochen. Im Krankenhaus ist eine Biopsie und eine Teilpleurektomie gemacht worden. Ob die Teilpleurektomie zur Entfehrnung von Tumormasse oder zur Gewinnung von Material zur histologischen Untersuchung entfehrnt wurde wissen wir nicht. Die Aussagen sind wiedersprüchlich. Der Arzt hat meinem Vater und auch mir unabhängig von einander erzählt, dass die makroskopisch sichtbare Tumormasse entfernt wurde - im Bericht steht es aber so, dass es eine Entnahme für die Histologie war. Anschließend wurde noch eine Talkumpleurodese gemacht.

    Mein Vater hat einen guten Allgmeinzustand - keine Probleme nach der Entlassung aus dem KH. Keine Atemnot - keine Schmerzen ausser Wundschmerzen von den Drainagen etc.

    Inwischen erhält er Chemo mit Cisplatin und Alimta. Die erste chemo hat er gut vertragen - bei der 2. gab es Probleme mit Übelkeit und Verstopfungen (9 Tage). Dann waren die Blutwerte schlecht und er erhielt eine Bluttransfusion. Der Blutdruck war abgefallen - daraufhin setzte man seine Blutdrucktabletten ab. Als Folge bekam er nach der Transfusion einen extrem hohen Blutdruck eine Ruhepuls von 145 und Herzrhythmusstörungen. Sie gaben ihm Heparin im Krankenhaus - die Thrombozyten fielen runter und die 3. Chemo wurde um eine Woche verschoben.

    Inzwischen hat mein Vater sich sehr gut erholt - u.a. hat er den Gewichtsverlust der letzten Wochen wieder aufgeholt und die 3.Chemo hat er vor 3 Tagen erhalten.

    Zu Beginn der 2. Behandlung hatten wir mit einer Hyperthermiebehandlung angefangen. Sie wird bei Herrn Dr. Moormann in Hamburg durchgeführt. Durch das ganze Durcheinander hatte mein Vater jetzt seit 2 Wochen keine Hyperthermieanwendung mehr.

    Nun zu meinen Fragen:
    Er erhält eine regionale Tiefenhyperthermie (ca. 60 Minuten). Wie oft sollte diese Behandlung durchgeführt werden?
    Wäre es sinnvoll eine GKH direkt nach der chemo zu machen und die RTH hinterher in den Wochen zwischen den Chemos?
    Welche Erfahrungen haben Sie bei der Anwendung von Hyperthermie bei dieser Erkrankung?
    Die Blutdruckwerte sind inwischen wieder deutlich runter gegangen. Der Wert liegt jetzt bei 150/80 und der Puls um 70. Ist eine Hyperthermie zu anstrengend für die Blutdruckwerte?

    Über eine Antwort freue ich mich sehr.


  • Re: Hyperthermie bei Rippenfellkrebs


    Das Pleuramesotheliom befällt die gesamte Pleura. Daher ist mit Teilentfernungen, aber auch mit teilweisen Bestrahlungen oder Hyperthermien nur bedingt ein Vorteil für den Patienten zu erreichen. Ich kann mir kaum vorstellen, was eine Hyperthermie, die ja nur einen Teil der Thoraxwand (wenn überhaupt) überwärmt, bringen soll. Es sei denn der behandelnde Arzt hätte eine genaue Vorstellung, in welchen Bereichen des Tumors bzw. der Thoraxwand er einen Verstärkungseffekt erzielen will. Außerdem sollte dann die Hyperthermie zeitlich an die Chemotherapie gekoppelt werden (im Idealfall gleichzeitig). Die weitere Frage ist die erreichte Temperatur und ob sie überhaupt ausreicht.
    Eine GK-HT auf ca. 42 °C würde theoretisch sinnvoller sein, da hier ein echter systemischer Zusatzeffekt bestünde. Allerdings ist die GK-HT belastend und konnte bisher in den Studien nicht überzeugen. An der Universitätsklinik in Lübeck wurde die GK-HT auch beim Pleuramesotheliom eingesetzt (Fr. Dr. Bakhshande), aber die Überlebenskurven waren nicht so berauschend, dass man es unbedingt empfehlen sollte. Eine kontrollierte Studie gibt es erst recht nicht.
    Aufgrund der Vorerkrankung könnte die GK-HT hier mit Risiken verbunden sein. Das ist gut zu überlegen.

    Kommentar


    • Re: Hyperthermie bei Rippenfellkrebs


      Vielen Dank für Ihre Antwort Herr Dr.Wust.
      Allerdings bin ich ein wenig erstaunt darüber, dass bei einer Regionalen tiefenhyperthermie wie sie sagen "wenn überhaupt" ein Teil der Thoraxwand erwärmt wird. Dr. Moormann scheint sich seiner Sache da sehr sicher zu sein.
      Was für andere Möglichkeiten gibt es noch? Ich habe von der HITCHOC Methode aus München gelesen. Dort wird in einer OP die Pleura entfehrnt und direkt im Aschluß eine regionale Chemotherapie durchgeführt. Etwas ähnliches wird wohl auch an der Uniklinik in München und auch im Ausland (England und USA) gemacht.
      Weiterhin habe ich Informationen über eine Thermochemotherapie mit Hyperthermie diein Bochum gemacht wird und übereine Protonenbestrahlung im Rinecker Protonen Therapy Center in München.
      Sie werden sicherlich verstehen, dass man als Angehöriger wie auch als Betroffener jeden Strohhalm gerne annimmt.

      Mit freundlichen Grüßen

      Kommentar


      • Re: Hyperthermie bei Rippenfellkrebs

        Guten Tag,
        meine Schwester bekam die Diagnose Rippenfellkrebs im Anfangsstadium, Entfernung des Rippenfells unumgänglich. Vorausgegangen war Wasser in der Lunge, welches abgesaugt wurde und Krebszellen aufwies. Danach wurde bei den Gewebeproben ebenfalls Krebszellen gefunden. Im CT wurde nichts gesichtet. Meine Schwester kam wissentlich nie mit Asbest in Berührung. Was kann die Ursache sein?

        Kommentar



        • Re: Hyperthermie bei Rippenfellkrebs

          Einen Tumor des Rippenfelles, Sie meinen vermutlich auch ein Mesotheliom, kann durchaus im CT nicht erkennbar sein. Man wird Ihrer Schwester eine Spiegelung des Rippenfelles vorschlagen, evtl. auch eine sofortige OP wenn Sie sich in einem guten Zustand befindet. Offenbar waren die Tumorzellen im Punktat drin, also in der Flüssigkeit. Da muß man davon ausgehen daß es dazu auch keine zwei Meinungen gibt und der bösartige BEfund stimmt.

          Kommentar


          • Re: Hyperthermie bei Rippenfellkrebs

            Manchmal kann aber die Art der bösartigen Zelle und damit genauere Rückschlüsse auf den Ursprung erst durch eine Gewebeprobe erkannt werden, nicht durch "schwimmende" Tumorzellen in einer Flüssigkeit. Deswegen wäre auch die Idee nachvollziehbar mit der Spiegelung des Spaltes und damit des Rippenfelles. Denn wenn es sich in einer weiteren Untersuchung doch heraussetllen würde als Lungentumor müßte man auf die OP verzichten.

            Kommentar

            Lädt...
            X