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Hyperthermie & Nanotechnik

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  • Hyperthermie & Nanotechnik

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wust,

    meine Mutter erkrankte vor gut 5 Jahren an Zungenkrebs (Plattenepithelkarzinom), damals T1, keine Lymphknoten befallen. Sie gehört zu keiner Risikogruppe, hat nie geraucht oder getrunken und immer viel Wert auf eine gesunde Lebensweise gelegt. Damals sagten die Ärzte (HNO), es gäbe eine 90%ige Wahrscheinlichkeit, dass der Krebs nicht wieder zurückkommt.

    Nach fünf Jahren (November 2007) kehrte der Krebs leider doch zurück, dieses Mal T2/T3 (es gibt seltsamerweise Berichte, die beide Stufen nennen, am Ende hieß es dann T3). Dieser wurde erneut operativ entfernt, Haut vom Arm wurde an die Zunge transplantiert, Lymphknoten waren wieder keine befallen. Das Transplantat wuchs gut an, alles sah gut aus.

    Es folgte eine konventionelle Strahlentherapie. Noch während der Strahlentherapie wurde jedoch ein Lymphknoten dicker. Dieser erwies sich leider als Metastase (April/Mai 2008). Diese wurde entfernt, es wurde beratschlagt, was man noch tun könne, aber eine erneute Strahlentherapie kam nicht Betracht, da meine Mutter laut Aussage des Strahlenarztes bereits die Maximaldosis erhalten hatte. Sie sollte nun engmaschig kontrolliert werden.

    Kurz darauf gab es wieder eine dickere Stelle am Hals, die sich vor zwei Tagen wieder als Metastase herausstellte. Diese ist sehr schnell gewachsen und ist leider so ungünstig gelegen (zwischen Hauptschlagader und Halswirbelsäule), dass die Ärzte (HNO) meiner Mutter von einer Operation abgeraten haben. Sie sagten, aufgrund der Lage wäre es wahrscheinlich, dass meine Mutter nach der OP gelähmt wäre, außerdem würde die operierte Stelle aufgrund der Strahlenschäden der Haut wahrscheinlich offen bleiben und der Krebs würde wohl auch sicherlich wiederkommen (die Metastase ist binnen zwei Monaten „aus dem Nichts“ gekommen und hat einen Durchmesser von ca. 3 cm). Sie rieten meiner Mutter, wiederzukommen, sobald sie Schmerzen bekäme, damit man sie dann mit Schmerzmitteln einstellen könne. Sie solle sich noch ein paar schöne Monate machen. Das wäre besser, als ihre letzten Monate gelähmt zu verbringen, womit die Ärzte sicherlich auch Recht haben.

    Eine konventionelle Chemotherapie ist bisher ausgeschieden, da meine Mutter aufgrund einer Hüft-OP auch ein chronisch-rezidivierendes Erysipel hat, das antibiotisch behandelt wird.

    Nun suchen wir nach möglichen Alternativen und stießen dabei auf Informationen zur hyperthermischen Behandlung mit Nanoteilchen. Vielleicht wäre das noch eine Möglichkeit, ehe wir ganz aufgeben? Über Informationen dazu würden wir uns sehr freuen.

    Haben Sie jetzt schon vielen Dank für Ihre Antwort!


  • Re: Hyperthermie & Nanotechnik


    Ich könnte mir eine nochmalige Bestrahlung mit stereotaktischer Technik (z.B. am Novalis oder CyberKnife) vorstellen. Auch eine interstitielle Bestrahlung kommt in Betracht. Experte ist Prof. Kovacz in Lübeck. Mit anderen Worten: eine hochdosierte Kleinraumbestrahlung ist eine Option. Die Haut könnte limitierend sein.
    Die Nanotherapie ist vermutlich nicht geeignet. Eine Implantation der Nanoflüssigkeit in dem Knoten ist sicher schwierig. Eine Erwärmung in Gefäßnähe ist vermutlich nicht möglich. Außerdem ist die Nanotherapie (möglicherweise war das nicht deutlich geworden) nur in Verbindung mit einer Radiotherapie (oder Chemotherapie) sinnvoll. Die effektivere Therapie ist die Radiotherapie.
    Außerdem möchte ich noch eine Antikörpertherapie mit Cetuximab zur Diskussion stellen. Hier ist gerade der Einsatz beim Rezidiv erwägenswert.

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    • Re: Hyperthermie & Nanotechnik


      Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Wust,

      vielen Dank für Ihre Antwort und die damit verbundene Mühe! Schade, dass die Hyperthermie ausscheidet, aber dafür haben Sie uns zwei andere Möglichkeiten aufgezeigt. Wir werden uns an Herrn Prof. Kovacz wenden. Außerdem hat meine Mutter am Mittwoch einen Termin in einem Tumorzentrum in der Nähe. Dort werden wir dann die Antikörpertherapie ansprechen.

      Vielen, vielen Dank für Ihre Ideen!

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