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AD(H)S - ausführlichere Infos

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  • AD(H)S - ausführlichere Infos

    Leider ist der ADS-Artikel hier sehr verkürzt und oberflächlich. Einiges kommt zwar indirekt heraus, aber er wäre wesentlich verständlicher und brauchbarer, wenn die folgenden Dinge erwähnt würden:

    Hypoaktivität
    dass AD(H)S in der Regel auch im Erwachsenenalter besteht

    Dass die Diagnose sehr komplex ist und eine Menge anderer Ursachen (z.B. Schilddrüsenstörungen, Persönlichkeitsstörungen), die zum Teil sehr ähnliche Symptome auslösen, ausgeschlossen werden müssen.

    Dass ADS teils über-, teils unterdiagnostiziert wird - letzteres insbesondere bei Frauen und Mädchen, sowie bei Erwachsenen - gerade dieser Artikel hätte hierzu etwas beitragen können, dass das Wissen um AD(H)S auch bei diesen Gruppen endlich verstärkt wird.

    ADS verläuft entlang eines Kontinuums, es kann sein, dass sich das ADS erst unter besonders belastenden Bedingungen zeigt (häufig z.B. im Studium bei Menschen, die die Schulzeit dank ihrer Intelligenz noch recht locker trotz ADS packten), und es kann - im Idealfall -, der jedoch fast nie gegeben ist, durch äußere Strukturen quasi so in ideale Bahnen gelenkt werden, dass weder der/die Betroffe noch die Umgebung darunter leiden und es nicht auffällt. Dies darf aber nicht, so wie es laut dem Artikel der Fall zu sein scheint, im Sinne eines simplen und einfachen Ursache-Wirkungs-Zusammenhangs verstanden werden.

    Da es keine "objekte" Diagnose - etwa durch einen Bluttest oder ähnliches gibt - ist einerseits der Ausschluss anderer Ursachen essentiell wichtig, andererseits ist d a s entscheidende Kriterium der Leidensdruck der Betroffenen selbst - dieser kommt im Artikel gar nicht vor.

    Auch ist ADS nicht nur eine Störung, sondern eine Aufmerksamkeitsinkonsistenz - ADSlerInnen sind in der Lage, völlig normale und teils sogar außerordentliche Leistungen zu erbringen. In schweren Ausprägungen, und weil unsere Gesellschaft leider diese Bedingungen nicht bietet, ist eine Medikamentöse Behandlung erforderlich.

    Eine kombinierte medikamentös-psychotherapeutische Behandlung (Verhaltenstherapie) zeigte sich der rein medikamentösten Behandlung leicht überlegen - das Schlusslicht bildete jedoch die ausschließlich psychotherapeutische Behandlung - Personen mit ausgeprägtem AD(H)S können von einer rein psychotherapeutischen Behandlung gerade wegen ihrer Aufmerksamkeitsinkonsistenz nicht profitieren.
    Studien zeigen auch, dass ADS-betroffene Kinder (mit ausgeprägten ADS-Symptomen), die Methylphenidat (das Medikament der Wahl, das man jedoch keineswegs Nichtbetroffenen geben sollten) in der Jugendzeit und darüber hinaus nahmen, deutlich weniger zu Drogen griffen und straffällig wurden als solche bei denen man auf eine medikamentöse Behandlung verzichtete.

    Eine gute und umfassende Website zu dem Thema ist z.B. http://www.adhs.ch, die gemeinsam vom Arzt Martin Winkler und dem Psychotherapeuten Piero Rossi betrieben wird.

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