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Abschied von einer Vertrauensperson

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  • Abschied von einer Vertrauensperson

    Ende des Monats steht mir ein sehr schwerer Abschied bevor.
    Es geht um eine Sozialarbeiterin aus dem Heim. Sie ist möglicherweise der einzige Mensch in ganz Brandenburg, den ich persönlich kenne und mit dem ich über alles reden würde (wirklich über alles).
    (Das Problem stand schon im vorigen Jahr, aber sie bekam eine Verlängerung. Als ich das erfuhr, fiel ich ihr vor Freude um den Hals - aber gleich danach mußte ich weinen).
    Hat vielleicht jemand einen Tip, wie ich leichter darüber hinwegkomme? Wenn ja, im voraus vielen Dank.

    Freddy


  • RE: Abschied von einer Vertrauensperson


    Hallo Freddy,

    wie lange kennst du die Sozialarbeiterin schon. Meist baut sich so ein intensives Vertrauensverhältnis ja erst über lange Jahre auf.

    Wenn auch von ihrer Seite ein intensiver Bezug zu dir besteht, hält sie vielleicht den Kontakt mit dir auch gerne aufrecht, wenn auch nur (bei weiter Entfernung) telefonisch oder brieflich.

    Hast du mit ihr schon darüber geredet, wie schwer dir ihr Weggang fällt ? - das wäre vielleicht ein Ansatzpunkt, daß sie den Kontakt mir dir auch weiterhin zumindest sporadisch aufrechterhält.

    Es ist schon sehr schlimm, wenn man den einzigen Menschen verliert, mit dem man über alles reden konnte.

    Das betrifft jedoch viele Menschen.

    Auch Menschen, die nicht im Heim leben müssen, haben oft zwar einen großen Bekanntenkreis aber nur sehr wenige Menschen, denen sie sich voll öffnen können.

    Viele Freunde und Bekannte zu haben, bedeutet nämlich nicht automatisch, auch viele Menschen zu haben, denen man sich voll öffnen kann.

    Es tröstet dich vielleicht ein bißchen, wenn du bedenkst, daß es vielen Menschen so geht wie dir, nämlich daß es für jeden oft nur eine oder sehr wenige Personen gibt, zu denen man volles Vertrauen hat und daß ein Verlust oft sehr schmerzt.

    Der Verlust eines derartigen Menschen bietet dann jedoch gleichzeitig auch eine Chance auf andere Menschen wieder offener zugehen zu können und neue Vertrauenspersonen oder gute Freunde zu finden.

    Nach dem Ende einer Beziehung ist man oft erst wieder offen für neue Begegnungen, so daß jeder Verlust auch immer eine neue Chance bedeutet.

    Leben heißt auch Veränderung und Mut sich auf Neues einzulassen.

    In diesem Sinne wünsche ich dir Alles Gute und ein schönes Wochenende

    Marybeth


    Freddy schrieb:
    -------------------------------
    Ende des Monats steht mir ein sehr schwerer Abschied bevor.
    Es geht um eine Sozialarbeiterin aus dem Heim. Sie ist möglicherweise der einzige Mensch in ganz Brandenburg, den ich persönlich kenne und mit dem ich über alles reden würde (wirklich über alles).
    (Das Problem stand schon im vorigen Jahr, aber sie bekam eine Verlängerung. Als ich das erfuhr, fiel ich ihr vor Freude um den Hals - aber gleich danach mußte ich weinen).
    Hat vielleicht jemand einen Tip, wie ich leichter darüber hinwegkomme? Wenn ja, im voraus vielen Dank.

    Freddy

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    • RE: Abschied von einer Vertrauensperson


      Hallo, marybeth!
      Heute muß ich es kurz machen (Computerprobleme noch und "nöcher").
      Zuerst einmal vielen Dank für Deine liebe Zuschrift.
      Wie Du hat auch die Sozialarbeiterin (die ich seit knapp vier Jahren kenne) auf Anhieb mein Vertrauen erobert.
      Zum Glück bekam sie eine Verlängerung; leider nur bis Februar.
      Eventuell ist sie auch nicht die einzige, mit der ich über alles reden würde. Eine Schwester gehört vielleicht gerade noch dazu, aber dann ist wirklich Schluß, wenn ich mich nur auf Brandenburg beziehe.
      Nochmals vielen Dank und alles erdenklich Gute!

      Freddy

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      • RE: Abschied von einer Vertrauensperson


        Hallo, marybeth!
        Hier wie versprochen die "Langversion" meiner Antwort. Eigentlich müßte es heute klappen. Meine Schwester war noch nicht da, aber ich habe heute einen Glückstag. (Hoffentlich liegt es nicht daran, daß ich morgen Geburtstag habe).
        Zunächst war die Sozialarbeiterin ein Jahr bei uns, dann ein Jahr woanders und jetzt wieder fast zwei Jahre bei uns.
        Wenn auch von ihrer Seite ein intensiver Bezug ...
        Das nehme ich sehr stark an. Einmal lag ich im Bett; ich weiß nicht warum. Eines Tages hörte ich sie sagen: "Ich muß doch mal sehen, was mein Kranker macht", und gleich darauf stand sie in meiner Tür.
        Hast du mit ihr schon darüber gesprochen, wie schwer ... Ja, gleich bei der ersten Gelegenheit. Sie hatte noch eine Verlängerung bis Februar bekommen. Wieder fiel ich ihr um den Hals, aber diesmal, ohne hinterher zu weinen.
        Hier liegt aber noch ein weiteres Problem: Vor knapp 2 ½ Jahren (April/Mai) war ich wieder mal in psychologischer Behandlung.
        Es waren fünf Termine (nicht zehn, da es keine Verlängerung gab). Beim vierten Mal sagte mir die Psychologin, daß - je länger die Behandlung gedauert hat -auch der Abschied um so schwerer fällt. Ich finde, da hat sie recht. (Hier geht es aber nicht um WOCHEN, sondern um JAHRE).
        Manchmal habe ich den Eindruck, daß es bald wieder ganz schlimm werden könnte (s. u.).
        Es ist schon sehr schlimm, wenn man den einzigen ,,,
        Eventuell gehört noch eine Schwester dazu, die heute wieder Spätschicht hat. Aber auch sie steht schon "auf der Kippe", obwohl ich zu ihr - wie zu einigen anderen - sehr viel Vertrauen habe.
        Auch Menschen, die nicht im Heim leben müssen ...
        Wem sagst Du das? In meiner schlimmsten Zeit (etwa November 89 bis April 90) waren Menschen, denen ich voll vertraute, genauso selten wie dreieiige Zwillinge; mit anderen Worten, es gab keine.
        Viele Freunde und Bekannte zu haben, bedeutet nämlich ...
        In dieser Zeit hätte ich eher einem Menschen begegnen können, der mit 70 noch beide Eltern hat, als einem, dem ich voll vertraut hätte; und das schreibe ich nicht nur so, das MEINE ich auch so!
        Es tröstet dich vielleicht ein bißchen, wenn du bedenkst ...
        Auf einer früheren Station gab es eine Schwester, die ich als Stern in der Dunkelheit ansehen würde. Sie war die einzige, der ich in dieser Zeit vertraute! Der GRUND, warum das so war, ist allerdings sehr traurig: Sie hat in einer einzigen Nacht beide Eltern und beide Schwiegereltern verloren!!
        Der Verlust eines derartigen Menschen bietet dann ...
        Eine andere Schwester dieser Station war genau das Gegenteil. Sie trägt die Hauptschuld an meinem damaligen Zustand (physisch wie psychisch).
        Nach dem Ende einer Beziehung ist man oft erst wieder ...
        So kann man das nicht sehen (s. o.).
        Leben heißt auch Veränderung und Mut sich auf Neues einzulassen.
        Damit bin ich vorsichtig geworden: Auf ebendieser Station gab es eine Stationshilfe, die nach drei Tagen meine zweite Vertrauensperson war; und nach drei JAHREN war sie die zweite von UNTEN!!
        Nochmals vielen Dank und alles erdenklich Gute!

        Freddy

        PS: Wie alt bist Du? Ich werde morgen 44. (Bist Du "m" oder "w"?)
        Übrigens werde ich den Gedanken nicht los, daß auch Du ernste Sorgen haben könntest.

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        • RE: Abschied von einer Vertrauensperson


          Hallo Freddy,

          vorab erstmal alle guten Wünsche zu deinem heutigen Geburtstag und für das neue Lebensjahr.

          Zu deinen Fragen an mich.

          Ganz Sorgenfrei ist niemand, aber ich kann mit meinen Problemen so leidlich umgehen, ich bin übrigens eine Frau und 38. Habe aber am 23. November Geburtstag.

          Ich wünsche dir nochmals alles Gute für den heutigen Tag und viele liebe Grüße
          von Marybeth

          P.S.
          Besonderen Dank für deine ausführliche Antwort !

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          • RE: Abschied von einer Vertrauensperson


            Hallo, marybeth!
            aber ich kann mit meinen Problemen so leidlich umgehen.
            Das liest sich ja nicht gerade beruhigend. Sind es gesundheitliche, private oder berufliche Probleme.
            Du mußt es mir nicht schreiben, wenn es Dich zu sehr belastet. Ich weiß nur zu gut, was es heißt, wenn andere auf meinen Gefühlen - ich muß wirklich sagen - herumtrampeln. (B

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            • RE: Abschied von einer Vertrauensperson


              Hallo, marybeth!
              aber ich kann mit meinen Problemen so leidlich umgehen
              Das liest sich ja nicht gerade beruhigend. Sind es gesundheitliche, berufliche oder private Probleme?
              Du mußt nicht darüber schreiben, wenn es Dich zu sehr belastet. Ich weiß nur zu gut, was es bedeutet, wenn andere Menschen auf meinen Gefühlen - ich muß wirklich sagen - herumtrampeln.
              Bezieht das bitte nicht auf euch, und heute ganz bestimmt nicht!! Ich finde es ganz toll, aus dem Internet Glückwünsche zu bekommen.
              @Biggi:
              Ganz wichtig, daß du wieder eine Person findest, der du vertrauen kannst.
              Wie erwähnt, gibt es durchaus einige, denen ich voll vertraue. (Gestern ist übrigens wieder eine Schwester dazugekommen). Aber die Sozialarbeiterin hält nach wie vor die Spitze, und das, seitdem ich sie kenne!
              Ich weiss zu wenig von dir,als das ich dir viel Gesundheit wünschen kann.
              Diesen Satz verstehe ich nicht ganz.
              Ein grosses Stück Torte mit 44 Kerzen soll es sein.
              Die passen ja nicht mal auf eine GANZE Torte. Trotzdem vielen Dank dafür.
              Ganz herzlich bedanken möchte ich mich auch für die guten Wünsche zu meinem Geburtstag.

              Freddy

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              • RE: Danke !


                Hallo Freddy,

                für deine Rückfrage nach meinen Problemen bedanke ich mich sehr.

                Ich hatte in meinem Leben schon alle möglichen Hürden zu überwinden, und zwar im privaten, gesundheitlichen und beruflichen Bereich.

                Ich bin jedoch daran gewachsen und ich kann heute durch meine Erfahrungen mit Problemen anders umgehen als früher und ich sehe eine belastende Lebenssituation nicht mehr als Schicksal und als unabänderlich an.

                Die Vergangenheit kann man nämlich nicht mehr ändern, man hat nur auf die Zukunft Einfluß.

                Deshalb konzentriere ich mich auf die Zukunft, ohne jedoch die Vergangenheit zu "vergessen", wenn ich das nämlich tun würde, würde die Gefahr bestehen, daß ich Fehler aus meiner Vergangenheit wiederholen würde, was ich natürlich vermeiden möchte.

                Auch für Dich alles Gute und vor allem Gesundheit !!

                Marybeth


                Freddy schrieb:
                -------------------------------
                Hallo, marybeth!
                aber ich kann mit meinen Problemen so leidlich umgehen.
                Das liest sich ja nicht gerade beruhigend. Sind es gesundheitliche, private oder berufliche Probleme.
                Du mußt es mir nicht schreiben, wenn es Dich zu sehr belastet. Ich weiß nur zu gut, was es heißt, wenn andere auf meinen Gefühlen - ich muß wirklich sagen - herumtrampeln. (B

                Kommentar


                • Es wird langsam kritisch


                  Jetzt kommt unsere Sozialarbeiterin nur noch dreimal, und dann nicht wieder! Ich weiß auch nicht, ob wieder jemand kommt.
                  Die nächsten Tage werden für mich ganz schlimm sein: Schon mehrmals hatte ich Tränen in den Augen, ohne jedoch zu weinen. Morgen könnte es schon "klappen".

                  Freddy

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