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Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?

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  • Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?

    Ich habe gelesen, daß es im wesentlichen 4 Gruppen von Alkoholikern gibt, die mit Alpha bis Delta bezeichnet werden.
    Zwei davon sind sogenannte Spiegeltrinker, die zwar Maß halten, aber nicht verzichten können; die anderen beiden, bei denen das Gegenteil der Fall ist, bezeichne ich als "WDR-Trinker" (wenn, dann richtig).
    Dann gibt es noch die sehr seltenen Epsilon-Trinker, die zwischen beiden Typen hin und her schwanken.
    Was ist dazu zu sagen?

    Freddy


  • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


    Ich weiß nur, dass viele Alkoholiker länger leben. Alkohol konserviert anscheinend.
    Meine Schwiegermutter trank nie Alkohol und hatte nie fett gegessen. Als Quittung bekam sie ALS und starb mit 61.
    Ich trinke ebenfalls nicht und bekam mit 34 Doppelbilder.
    Fange demnächst an zu trinken, wenn ich dadurch gesünder werde (grins, grins). Bei uns gibt es 4 Alkoholiker in der Stadt, die sich selbst bei eisigster Kälte morgens um 6.00 Uhr treffen. Denen gehts gut- sie sind schon älter.

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    • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


      Lieber Freddy,

      gehe mal in ein offenes AA-Meeting, zu dem auch Angehörige gehen können. (Selbsthilfegruppen der Anonymen Alkoholiker).

      Ein Alkoholiker ist nicht an der Trinkmenge oder an der Häufigkeit des Trinkens festzumachen, es liegt am
      Denkprozeß des "nassen Denkens".

      Ich bin seit einigen 24-Stunden trockene Alkoholikerin und kann aus tiefsten Herzen nur sagen, daß ich durch das
      AA-Programm ein neues Leben aufbauen konnte.

      Ich möchte freiwillig nicht wieder in die Hölle des nassen
      Denkens zurück. Ich weiß nicht, wie ich es einen Nicht-
      Kranken erklären soll.

      Wir sind dabei, von den AA-Gruppen Prävention in den Schulen und Infos in Suchtkliniken durchzuführen. Es besteht eine hohe Dunkelziffer dieser Krankheit und
      erheblicher Aufklärungsbedarf über die Krankheit Alkoholismus.

      Liebe Grüße

      Morgenfrau

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      • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


        Hallo, Morgenfrau!
        Erstmal herzlichen Glückwunsch zu Deinem Erfolg.
        Er ist m. E. um so größer, je länger man getrunken hat.
        Was Du jetzt am nötigsten hast, ist Hilfsbereitschaft und vor allem Verständnis für Deine Lage.
        Mir ist der Fall eines Mannes bekannt, der 10 Jahre lang "trocken" war, dann betrog ihn seine Frau mit einem anderen - und er trank drei Tage und drei Nächte durch.
        Ein Alkoholiker ist nicht an der Trinkmenge oder an der Häufigkeit des Trinkens festzumachen.
        Da ist was dran. In meinem ersten Beitrag erwähnte ich die sog. "Spiegeltrinker", die zwar Maß halten, aber nicht verzichten können. Bei anderen ist es genau umgekehrt. Daß Alkoholismus eine Krankheit ist, wußte ich schon vor dem Beitrag, den ich vor etwa 1 1/2 Jahren dazu gesehen
        hatte; aber den Begriff "nasses Denken" kannte ich nicht.
        (Ich bin kein Alkoholiker, aber meine Mutter hat mir mal ein Buch über solche Themen ausgeliehen).
        Weiterhin viel Erfolg und Kopf hoch!

        Freddy

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        • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


          Hallo Morgenfrau, gerade in den Schulen wäre es heute wichtig, da die Lehrer selbst nicht umgehen können damit, da sie meist selber davon betroffen sind ist zwar traurig aber wahr.

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          • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


            Mag sein. Ich kannte auch mal einen 80-jährigen, sehr gesunden Mann, der schon jahrzehntelang sehr stark geraucht hatte.. Aber das sind Ausnahmen, die die Regel bestätigen.
            Nicht trinken heißt ja nicht, daß man keinen Tropfen Alkohol anrührt. Einmal wurde ich im Krankenhaus danach gefragt.und ich antwortete: "Normal", soll heißen, ich trinke durchaus mal einen Schnaps, aber ich BEtrinke mich nicht. (Kann man sich eigentlich auch beessen?)
            Normaler Umgang mit Alkohol - wie bei uns beiden - ist völlig okay. Gar kein Alkohol - nichts für mich, aber das muß jeder für sich entscheiden.
            Ich war einmal richtig betrunken - aber nie wieder! Also fang bloß nicht an zu saufen. Davon wird man höchstens KRÄNKER, aber niemals gesünder.

            Freddy

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            • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


              Guten Morgen, Freddy,

              danke für Deine nette Antwort.

              Ich muß jeden Tag aufmerksam sein.

              Damit wollte ich eigentlich nur verdeutlichen, daß
              sich jeder Mensch verändern kann, wenn er sich
              die kraft dazu holt.

              Einen schönen Tag

              Morgenfrau.

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              • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                Guten Morgen, Wasseronkel.

                Die Krankheit Alkoholismus zieht sich durch alle
                Gesellschaftsschichten.

                Es kann jeden treffen.

                Wir haben reichlich Akademiker in unseren Gruppen,
                ohne daß ich ihre Anonymität verletzen möchte.

                Von mir kann ich sagen, daß ich den "normalen
                Lebensdruck" nicht ohne "Stoff" aushalten konnte.

                Andere Menschen werden anders krank, z. B.
                psychosomatisch, Depression.

                Übrigens sind "Spiegeltrinker" körperlich abhängig,
                weil sie ihren Suchtstoff jeden Tag brauchen.
                Alkoholismus ist eine seelisch/geistige/körper-
                liche Erkrankung.

                Ich konnte trocken werden, weil ich noch nicht im
                Endstadium war.

                Je eher der Absprung geschafft werden kann, um
                so besser.

                Einen schönen Tag

                wünscht

                Morgenfrau

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                • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                  Was heißt das: physische oder psychische Abhängigkeit (wo liegt der Unterschied)?
                  Gibt es Suchtmittel, von denen man nur physisch bzw. nur psychisch abhängig werden kann; bei denen es also die andere Möglíchkeit gar nicht gibt?

                  Freddy

                  Kommentar


                  • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                    Hallo Freddy,

                    es gibt Suchtstoffe, oder Suchtstadien, wobei man
                    noch nicht körperlich abhängig ist.

                    Sollte man aber süchtig sein, wird man körperlich
                    abhängig und braucht zum Schluß täglich seine
                    Dosis, die sogar gesteigert werden kann/muß,
                    je nach dem Stadium, in dem sich ein Süchtiger
                    befindet.

                    Die körperliche Abhängigkeit kommt zum Schluß,
                    dann auch die Entzugs-Symptomatik (z. B. harmlos
                    Zittern, Übelkeit, Kreislaufstörungen), schlimmer
                    mit einem Delir, bzw. Krampfsymptomatik.

                    Diese Zeichen deuten eindeutig auf eine körperliche
                    Abhängigkeit.

                    Es wird für jeden Kranken schwerer von seinem
                    Suchtstoff loszukommen, je weiter er sich in seinem
                    Suchtstadium befindet.

                    Die Psyche drückt sich bei Entzug mit Angstzu-
                    ständen, Unruhe, Gefühlschaos aus.

                    Das Entzugsstadium kann von 2 Tagen bis zu
                    2 Wochen dauern, dann ist der körperliche Entzug
                    überstanden, dann beginnt die Therapie.

                    Wie kann ich lernen, ohne Suchtstoffe mein Leben
                    zu meistern?
                    Konfliktfähiger werden, Selbstbewußtsein aufbauen,
                    Alle diese Dnge ohne Filter.

                    So, jetzt hab ich Besuch, Tschüssi

                    Grüße Morgenfrau.

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                    • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                      Hallo, Morgenfrau!
                      Wahrscheinlich hast Du mich falsch verstanden.
                      Bei Alkohol ist beides möglich - physische wie psychische Abhängigkeit. Meine Frage lief darauf hinaus, ob es Suchtmittel gibt, von denen man NUR physisch bzw. NUR psychisch abhängig werden kann.
                      Nun noch eine Frage: Für Drogensüchtige, die von ihrer Sucht loskommen wollen, gibt es das Medikament Methadon, das eine ähnliche Wirkung hat wie Heroin oder Kokain, ohne süchtig zu machen.
                      Wenn man es dann nach und nach absetzt, dürfte es eigentlich nicht die von Dir erwähnten Nebenwirkungen geben. Sehe ich das richtig?

                      Freddy

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                      • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                        Lieber Freddy,

                        von dem Ersatz Methadon halte ich gar nix, weil durch
                        Entzug der einen Droge eine Ersatzdroge gegeben
                        wird, nur ohne den nötigen Kick, und um die Süchtigen
                        zur Beschaffung ihrer Droge nicht kriminell werden zu lassen.

                        Für mich sind das kassenbezahlte Junkies (mit dem
                        Ersatzstoff Methadon).

                        Durch meinen Beruf komme ich mit vielen kranken Menschen zusammen. Ich kenne einige Menschen,
                        die noch jahrelang nach dem eigentlichen Drogen-
                        entzug immer noch das Methadon einnehmen.

                        Sie lernen ja gar nicht, ohne Stoff auszukommen.

                        Es ist ja für sie bequem, Ersatzdrogen zu bekommen,
                        weil sie ja dann ihr Leben/Einstellung nicht ver-
                        ändern müssen.

                        Sie wissen ja gar nicht mehr, wie Leben ohne Stoff
                        überhaupt funktioniert.

                        Bei Hasch/Gras wird eine überwiegend psychische
                        Abhängigkeit vermutet.

                        Dann gibt es noch sehr viele Medikamenten-Abhängige,
                        von Beruhigsmittel über Schlafmittel und Schmerzmittel
                        oder eine Kombination von mehreren Suchtstoffen.

                        In einer Suchtklinik konnte ich feststellen, daß der
                        Medikamentenentzug wesentlich härter ist als
                        z. B. der Alkoholentzug. Ich hätte es vor dieser
                        Erfahrung niemals geglaubt.

                        Ich hoffe, damit konnte ich Deine Fragen beantworten.

                        Liebe Grüße

                        Morgenfrau

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                        • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                          Hallo, Morgenfrau!
                          Methadon ist sozusagen eine Ersatzdroge, mit den Wirkungen "echter" Drogen, aber OHNE süchtig zu machen.
                          Wer wirklich von der "richtigen" Droge (Hasch, Heroin, Kokain oder was auch immer) loskommen will, setzt das Methadon nach und nach ab. Wer das nicht will, kann gleich bei der Droge bleiben, denn auch Methadon ist nicht gerade billig.
                          Nun habe ich noch eine Frage: Viele Monate lang nahm ich Fluktin-Kapseln (oder heißt es Fluoxetin?) gegen Traurigkeit und übermäßiges Weinen.
                          Im Januar wurden sie abgesetzt (ich war der Meinung, daß sich die Sache erledigt hätte). Bis in den Juli hielt ich meine Tränen noch in Schach, aber dann wurde es plötzlich wieder ganz extrem.
                          Seit 2 Wochen nehme ich wieder die Kapseln - und von einem Tag zum anderen hörten die Tränenausbrüche wieder auf.
                          Könnte das ein Zeichen von Gewöhnung sein?

                          Liebe Grüße von Freddy

                          Kommentar


                          • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                            Lieber Freddy,

                            leider habe ich meine Rote Liste (dort sind alle genehmigten Medikamente auf dem Deutschen Markt
                            mit Wirkstoffen beschrieben) nicht zur Hand.
                            Ich weiß nicht, ob Dein verschriebenes Medikament
                            ein Antidepressiva (nicht süchtig machend) oder ob
                            es ein Psychopharmaka (süchtig machend) ist.
                            Montag kann ich Dir nähere Auskünfte geben.
                            Bis dahin liebe Grüße
                            Morgenfrau

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                            • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                              Hallo Freddy,

                              hier die Info:

                              Fluoxetin ist der Wirkstoff, gibt es von verschiedenen
                              Pharma-Firmen in 10mg/20mg/40mg Wirkstoff-
                              menge pro Tablette/Kaps.

                              Es handelt sich eindeutig um ein Psychopharmaka und ist auch dementsprechend mit Vorsicht zu genießen.
                              Soll einschleichend begonnen werden und wahrschein-
                              lich auch erst langsam abgesetzt werden

                              Du wirst ja selber in der Packungsbeilage die Infos
                              gelesen haben mit Neben- und Wechselwirkungen.

                              Meiner persönlichen Meinung nach wäre ein
                              Antidepressiva vorzuziehen, aber Dein Arzt kennt
                              Dich und wird Dich aufgeklärt haben.

                              Liebe Grüße

                              Morgenfrau.



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                              • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                                Liebe Morgenfrau!
                                Vielen Dank für Deine beiden Nachrichten.
                                Wenn ich es richtig sehe, heißt das Medikament Fluktin und der Wirkstoff Fluoxetin. Allerdings ist es viel wichtiger, da0 es wirklich hilft - und das tut es bestens!!
                                Gestern brachte mir meine Mutter eine Kassette mit (mit Aufnahmen auf Sendern, die ich selbst nicht habe). Die erste Aufnahme hätte nur Platz verbraucht (sie war sowieso unvollständig), aber bei der zweiten mußte ich ganz tüchtig lachen - erstmalig seit meinem großen Tief.
                                Ich habe mal eine Schwester gefragt (Psychopharmaka oder Antidepressiva), aber sie hatte noch keine Zeit, nachzusehen. Allerdings bin auch ich mir zu 90% sicher, daß es zu den Antidepressiva gehört.
                                Du schreibst auch etwas von Gewöhnung. Könnte es damit zusammenhängen, daß einerseits die Kapseln von heute auf morgen abgesetzt wurden und andererseits ein halbes Jahr ohne "besondere Vorkommnisse" verging und dann mit solcher Wucht die Depris kamen (und später ebenso wieder vergingen)?

                                Liebe Grüße von Freddy

                                Kommentar


                                • RE: Alkoholiker - wodurch unterscheiden sie sich?


                                  Lieber Freddy,

                                  ich bin persönlich der Meinung, meine Probleme ursächlich anzugehen, und nicht durch Medikamente
                                  zu überlagern.

                                  Seit ich im AA-Programm lebe, geht es mir viel besser.
                                  Ich brauche keine Suchtstoffe und keinerlei Medikamente.

                                  Ich weiß, es geht, ist aber anstrengend. Aber ich wachse an meinen Aufgaben und bin sehr dankbar.

                                  Ich verstehe unter einer Depression "Wut gegen sich selbst" , aus meiner persönlichen Sicht gesehen.

                                  Dann würde ich mal für mich gucken, wo mein Defizit liegt und daran arbeiten. Natürlich ganz langsam, Schritt für Schritt. Das setzt Mut, Kraft und Bereitschaft voraus.
                                  Vielleicht mal ein Versuch, eine Selbsthilfegruppe zu besuchen. in jeder Stadt gibt es Gruppen für unterschiedliche Krankheiten/Probleme.

                                  Ist nur ein Tipp von mir.

                                  Liebe Grüße

                                  Morgenfrau.

                                  Kommentar