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Erinnerungen an alte Zeiten tun mir sehr weh!

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  • Erinnerungen an alte Zeiten tun mir sehr weh!

    Hallo.
    Ich (23j) hoffe ich bin hier mit einem seelischen Schmerz richtig. Ich habe hier kein anderes Forum gefunden, wo man über Kummer schreibt. Ich schreibe, weil ich sehr traurig bin. Ich bin nur noch ein seelisches Wrack, war deswegen auch in einer Psychatrischen Klinik letzte woche, die allerdings die Hölle war.
    Ich denke immer wieder an frühere Zeiten, in denen ich erfolgreich war und ein normales Leben führte. Kleine Probleme gab es hin und wieder aber die waren nicht der REde wert. Ich war noch vor drei Jahren sehr glücklich und hatte viele Freuden. Aber seit 2002 fing es langsam an bergab zu gehen. Ich wurde immer öfter depressiv und hatte schwere Phasen. Aber das habe ich im letzten winter erstmal überwunden und war monatelang wieder rundrum glücklich. Doch seit es im Frühling 2004 auf das Ende meiner Ausbildung zuging, fiel ich wieder in ein Loch, weil alle meine Bewerbungen wieder zurückkamen, und als ich dann nach der Prüfung arbeitslos war, bin ich senkrecht in einen Abgrund gestürzt und in der Klinik gelandet, weil ich kein Selbstbewusstsein hatte und mich immer selbst verletzte. Jetzt sitze ich hier und bin am heulen. Zum einen weil es für mich auf dem ARbeitsmarkt wirklich nicht rosig aussieht als Berufsanfängerin. (alle wollen Kräfte mit Berufserfahrung). Mein Arbeitszeugnis ist nicht so gut. Und eben war ich in einer großen Bücherei und habe mich in Bewerbungslituatur eingedeckt. Da las ich auch, dass jemand in meiner Lage (Berufsanfänger) es wirklich nicht leicht hat, eine Anstellung zu finden.

    Mir schwirren immer wieder Erinnerungen an erfolgreiche und glückliche Zeiten durch den Kopf und wenn ich mit dem Auto fahre, komme ich immer wieder an einer Ecke vorbei, die voller ERinnerungen steckt. Ich war früher beliebt und fröhlich und nun bin ich voll einsam, weil ich so eine Truseltante geworden bin. Alle rücken von mir ab.


  • Heulendes Elend


    Hallo Evelina,

    Du schreibst:
    "Ich denke immer wieder an frühere Zeiten, in denen ich erfolgreich war und ein normales Leben führte."

    Kannst Du das genauer beschreiben? Was heißt für Dich "normal" und was heißt "erfolgreich"? Sind das die von Dir gewählten Synonyme für "lebenswert"? Wann ist ein Leben für Dich lebenswert? Was macht dich traurig = unglücklich? Wie müsste Dein Leben sein, um nicht mehr traurig = glücklich zu sein?

    Es ist schon so: auf dem Arbeitsmarkt sieht es nicht rosig aus, insbesondere nicht für junge Berufsanfänger, deren Zeugnisse nicht wirklich top sind. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die nicht in Depressionen verfallen, obwohl sie auch nicht besser dran sind als Du. Die haben offensichtlich einen anderen Weg gefunden, ihr Leben zu betrachten, denn aus Deiner Sicht müssten auch sie allen Grund haben, depressiv und traurig zu sein. Wie machen die das? Hast Du da eine Theorie?

    Du schreibst:
    "Kleine Probleme gab es hin und wieder aber die waren nicht der REde wert."

    Wer sagt das? Du? Andere? Wer? Konntest Du schon früher nicht aussprechen, was Dich belastet? Warum ist das so? Wieso sollten Deine Probleme unwichtig sein? Im Vergleich zu was? Wenn Du nicht mit anderen über Deine Probleme sprichst, wie gehst Du selbst damit um? Kommen die Probleme auf einen Haufen in die Ecke (damit man nicht drüber stolpert, wenn man zufällig durch den Lebensraum geht) oder begutachtest Du Deine Probleme und versuchst sie loszuwerden? Muss "man" Probleme haben? Sind die einfach so da oder entstehen die aus irgendwelchen (Dir nicht bekannten) Gründen? Was bedeutet es für Dich, Probleme zu haben?

    "Ich war noch vor drei Jahren sehr glücklich und hatte viele Freuden."

    Aha. Woran erkennt man Freunde? Ist "viele Freunde haben" eine Voraussetzung zum Glücklichsein? Was ist, wenn ich behaupte, Du brauchst nicht viele Freunde, um glücklich zu sein, sondern nur die Liebe zur dir selbst? Hälst Du mich dann für bescheuert? Labere ich irgendwelchen Quark?

    Warum stelle ich Dir alle diese Fragen?
    Ich glaube, Du hast viel zu viele Fragen, auf die Du Antworten suchst, ohne dass Du bisher bereit warst, das zuzugeben. Ich bin mir sehr sicher, dass Dein Selbstwertgefühl herabgesetzt ist und nur Du selbst dafür sorgen kannst, es wieder an die richtige Stelle zu rücken. Du bist wertvoll! Punkt. Da gibt es nix zu relativieren.

    Ja, die Gegenwart ist ein Grund, sich Gedanken zu machen über die Zukunft. Sie sollte glücklicher für Dich werden als die Vergangenheit. Darum ist es jetzt wichtig, die Vergangenheit nicht wie einen nutzlosen Ballast mit sich herumzuschleppen, sondern positive Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Ganz wichtig erscheint mir, dass Du Dich selbst lieben lernst, so wie Du bist. Das geht. Ich bin auch gerade dabei, mir meine Strategie zurecht zu legen. Kein Mensch ist vollkommen. Liebenswert ist man trotzdem. Da ist auch nichts zu relativieren.

    Wenn Du die obigen Fragen für Dich beantwortest, dann kommen wir Deinem Lebensglück schon ein ganzes Stück näher. Möchtest Du versuchen, glücklich und zufrieden zu werden? Dann ist jetzt der Zeitpunkt, den ersten Schritt zu tun. Wenn man lange nicht gelaufen ist, fällt zunächst jeder Schritt ein wenig schwer, aber je mehr Du übst, desto besser wird es gehen. Erst nur ein paar zaghafte, kleine Schrittchen, vielleicht mit ein paar Krücken, und dann - mit ein wenig Übung und Geduld - jeden Tag ein Schrittchen mehr, bis Du keine Krücken mehr brauchst und die steilsten Treppen schaffst, vor denen Du zu Anfang noch kapituliert hast. Du kannst das schaffen! Vertrau Dir!

    Liebe Grüße
    Anke

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    • RE: Erinnerungen an alte Zeiten tun mir sehr weh!


      Hi,

      ich bin selbst im Moment nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens und kann bis zu einen gewissen Punkt mitfühlen. Mir hat es aber sehr geholfen auch hier das rauszulassen was einen bedrückt (und glaube mir ich bin immer noch fleissig dabei) und das Feedback was kommt, z.B. von Anke aber auch von anderen bewusst wahrzunehmen und darüber nachzudenken. Was man davon letztlich annimmt ist eine andere Sache. Du schreibst du warst eine Woche in Behandlung, was war so schrecklich für dich? Was hat dir so zugesetzt?
      Vielleicht hilft es auch wenn du ein paar von den von dir angeführten guten Errinnerungen hier beschreibst.. Vielleicht auch ein paar von den nicht so guten? Was ist seit 2002 passiert das es bergab geht?
      Viele Grüsse
      Tolot

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      • @tolot


        Schaust Du bitte einmal in Deine Mailbox?
        Die Post hat ein Kommunikationsproblem... :-(

        Grüße
        Anke

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        • RE: Erinnerungen an alte Zeiten tun mir sehr weh!


          Hallo Evelina 1981!

          Dein Problem scheint meinem Problem ähnlich zu sein . Ich leide unter dem burnout Syndrom ( psychisch)! Ich habe vor ca 8 Wochen eine 6 wöchige Kur beendet , die mir zumindest geholfen hat ,von der 3. Stufe herunter zu kommen . Ich habe in der Kur jemanden kennen gelernt und dachte dadurch sei mein Problem beseitigt , denn ich fühlte mich vorher allein . Nach langer Zeit war da Jemand der mich brauchte ! Nachdem sie Ihre Probleme im Griff hatte , merkte ich das ich meine Probleme noch lange nicht im Griff habe und diese nun die Beziehung stören !

          Ich möchte Dir damit sagen , das Du Deine Probleme in den Griff bekommen mußt , möglichst mit therapeutischer Unterstützung , bevor Du versuchst neue Beziehungen einzugehen ! Sonst kann es Dir so ergehen wie mir , der jetzt um seine Beziehung bangt .
          Mir stehen jetzt auch noch einige Sitzungen bei einem Therapeuten bevor und parallel dazu werde ich mich einer Gruppentherapie anschließen . Du bist jung und hast noch soviele Jahre vor Dir , pack es an und verschwende keines davon , je länger Du zögerst ,umso mehr wirst Du es später bereuen !

          gruß Rolf

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          • RE: Heulendes Elend



            Hut ab Anke, toller Beitrag!

            Liebe Grüße
            Heike

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