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PAP III

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  • PAP III

    Hallo!

    Ich habe ein dringendes Anliegen! Und zwar geht es um meine Mutter (58 Jahre). Sie hatte vor einer Woche plötzliche Unterleibsblutungen. Ihr Frauenarzt entnahm eine Gewebeprobe und das Ergebnis war "kritisch"! Sie soll sofort eine Ausschabung vornehmen lassen, um das restliche Gewebe untersuchen zu können! Sie ging, um eine zweite Meinung zu hören, zu einem anderen Arzt, der ihr überhaupt keine Hoffnung machte. Er sah angeblich im Ultraschall, das die Schleimhaut bösartig ist und riet ihr dringend zu einer Totaloperation (einschließlich Lymphknotenentfernung)!!! Meine Mutter ist nun völlig hilflos und am Boden! Ich riet ihr doch erst die Ausschabung machen zu lassen und dann muß man weitersehen! Ich frage mich, warum die Pathologen den Befund als PAP III einstufen und der andere Arzt gleich von Krebs spricht! Kann man das denn so genau über Ultraschall beurteilen?
    Bitte um Antwort!!!

    Liebe Grüße

    Tina


  • RE: PAP III


    also eigentlich geht es bei den PAP befunden um gebärmutterhalsabstriche (Cervixabstrich) die in sog. PAP-gruppen eingeteilt und beurteilt werden! dieser befund hat primär erst mal nichts mit der gebärmutterschleimhaut zu tun! bei bösartigen veränderungen der gebärmutterschleimhaut (endometrium) kann es allerdings vorkommen, dass auch bösartige oder veränderte zellen im Cervixabstrich gefunden werden! da diese hier schwer zu beurteilen sind, da sie meist zerstört sind bis sie ihren "weg nach draussen" gefunden haben, sind viele cytologen erst mal vorsichtig vom abstrich ausgehend gleich die diagnose krebs zu stellen sollten diese endometriumzellen auffällig sein! deshalb entscheidet man sich zu recht für eine PAP III und gibt eine dringende empfehlung zur weiteren diagnose! in diesem fall eben ausschabung oder wenn der ultraschallbefund wirklich so eindeutig ist gleich zur total op! hoffe ich konnte ein wenig helfen! LG

    Kommentar


    • RE: PAP III


      Hinsichtlich der Ursache für den PAP III völlig korrekt.
      Ansonsten würde ich auch zur Ausschabung raten.
      Hierbei erhält man dann eine genaue Diagnose hinsichtlich eines möglichen Gebärmutterschleimhautkrebses.
      Im Ultraschall kann man zwar Hinweise finden, kann aber keine histologische Diagnose stellen.
      Daher würde ich keine Radikal-OP ohne vorherige Diagnose machen.

      Im Falle eines Gebärmutterschleimhautkrebses, oder auch Gebärmutterkörperkrebs genannt, sollte man auf jeden Fall die Gebärmutter und die Eierstöcke entfernen.
      Dann sollte die Infiltrationstiefe bestimmt werden, also wie weit der Tumor in die Muskulatur hineingewachsen ist.
      Davon ist abhängig, ob man Lymphknoten entfernen muss.
      Als Nachbehandlung kommt am ehsten mal eine Bestrahlung in Frage.

      Kommentar


      • RE: PAP III


        Zu Deinem Problem habe ich Dir etwas beigefügt:

        Pap-Abstrich zur Krebsvorsorge

        Zur Krebsvorsorge wird ein Zellabstrich vom Gebärmuttermund entnommen. Diese Zellen werden mikroskopisch untersucht und das Untersuchungsergebnis wird dann in verschiedene Klassen eingeteilt. Benannt ist dieses "Klassensystem" nach dem griechischen Begründer der Zytodiagnostik Papanicolaou. Deshalb wird es auch häufig als PAP-Abstrich bezeichnet.


        Zellveränderungen sind nicht immer bösartig. Frühe Diagnose hilft heilen.
        Zytodiagnostik ist der Fachbegriff für die Herstellung der gefärbten Ausstriche und die mikroskopischer Untersuchung des Abstrichs. Es wird dabei eine aus dem Gewebeverband gelöste Einzelzelle untersucht. Es wird beurteilt, ob die Zellen normal entwickelt sind, oder ob Veränderungen feststellbar sind. Diese Veränderungen können z. B. durch Entzündungen zustande kommen. Sie sind nicht immer auf eine bösartige Entartung zurückzuführen. Wichtig ist bei Veränderungen die engmaschige Wiederholung der Untersuchung. Die Zytodiagnostik dient der Früherkennung von Krankheiten, besonders von Tumoren und Entzündungen. Mit ihrer Hilfe ist es z. B. möglich, schon im Vorstadium, bzw. in einem Frühstadium der Karzinomentstehung auftretende Zellveränderungen zu entdecken.


        Quelle:
        Buch dazu anzeigenPschyrembel
        Buch dazu anzeigenPschyrembel CD-ROM
        Die PAP Einteilung des Zellbildes kann man auf folgende Weise vereinfacht zusammenfassen:


        Gruppe

        Zellbild

        Bewertung / Maßnahmen
        Pap I

        normales Zellbild

        negativ
        keine Maßnahmen
        Pap II

        normales Zellbild mit entzündlichen und veränderten, geschädigten Zellen deren Veränderungen wiederherstellbar sind. Beimengungen von Leukozyten und Mikroorganismen.

        negativ
        Kontrolle des Abstrichs nach drei Monaten. Evt. Behandlung der Entzündung.
        Pap III

        unklares, schwer beurteilbares Zellbild, bedingt durch stark entzündliche, verkleinerte oder geschädigte Zellen. Ein Rückbildung ist möglich.

        suspekt
        Eine Behandlung sollte eingeleitet werden. Finden sich nach der Menopause Schleimhautzellen der Gebärmutter im Abstrich, sollte eine Ausschabung (Abrasio) durchgeführt werden.
        Pap III D

        leichte bis mittelgradige Zellveränderungen

        suspekt
        Kontrolle in drei Monaten. Zeigt sich keine Veränderung oder sogar eine Verschlechterung des Zellbildes, wird eine therapeutische Konisation (kegelförmige Gewebeentnahme vom Muttermund) und eine Ausschabung (Abrasio) durchgeführt.
        Pap IVa

        Krankhaftes Zellbild (schwere Zellveränderungen, untypische Zellen). Verdacht auf Karzinom in einem ganz frühen Stadium (Carcinoma in situ)

        positiv
        Gewebeentnahme (Biopsie), diagnostische oder therapeutische Konisation, Ausschabung (Abrasio) oder evt. Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie).
        Pap IVb

        Verdacht auf Mikrokarzinom, möglicherweise beginnende Invasion

        Pap V

        zahlreiche eindeutig bösartige Tumorzellen. Invasives Karzinom.

        Positiv
        Eine Gewebeuntersuchung ist zwingend erforderlich. Je nach Befund operative, nuklearmedizinische bzw. chemotherapeutische Maßnahmen.


        Manche Ärzte fangen bei PAP 3 an, Gewebeproben zu gewinnen, manche ernst mit PAP 4a. An Stelle Deiner Mutter würde ich eine Ausschabung vornehmen lassen, wenn nicht in örtliche Betäubung (Pudendusblock) kann sie auch in einer Rückenmarksnarkose machen lassen. Je ehr, desto besser, wenn dieser unklare Befund geklärt wird.

        Alles Gute für Dich Deine Ma.

        Kommentar



        • RE: PAP III


          Vielen Dank für eure Antworten! Meine Mutter geht morgen ins Krankenhaus, um am Mittwoch eine Ausschabung machen zu lassen. Sie ist verständlicherweise sehr ängstlich, die Diagnose "Krebsverdacht" hat sie sehr mitgenommen. In dem pathologischen Befund wurde Endometriosekarzinom erwähnt, aber warum wird sie dann in PAP III eingestuft, wenn es sich hierbei schon um Krebs handelt?

          Gruß Tina

          Kommentar

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