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Ernährung nach Aristoteles

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  • Ernährung nach Aristoteles

    Hallo Frau Malzahn,

    neulich wollte ich den Wortlaut eines Zitats mit dem Original von Aristoteles vergleichen, und so verbrachte ich einige Zeit danach suchend. Ich habe mit Verwunderung festgestellt, daß Aristoteles nicht nur über über die Kreise der Gesellschaft geschrieben hat, sondern auch über die Ernährung und irgendwie, das ist jezt kein Scherz, hat er anscheinend mich gemeint. Der Vater von Aristoteles war übrigens ein berühmter Arzt. Aristoteles war ein berühmter Lehrer. Er war der Lehrer des Thronfolgers, des Alexanders des Großen und sollte man nach den späteren Erfolgen des Schülers urteilen, war Aristoteles ein guter Lehrer. Er hielt viel von Bewegung. Während er mit seinen Schülern sprach, ging er spazieren. Deswegen hieß seine Schule Wandelschule. Wenn ich mich mit Aristoteles etwas früher beschäftigt hätte, hätte ich es bestimmt mit dem Abnehmen leichter gehabt.
    Hier ist Aristoteles selbst (falls sie etwas nicht verstehen sollten, fragen sie, ich würde Ihnen gern den Kontext erklären):
    Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen.
    Das ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.
    Das Denken für sich allein bewegt nichts, sondern nur das auf einen Zweck gerichtete und praktische Denken.
    Erfahrung ist der Anfang aller Kunst und jedes Wissens.
    Was man lernen muß, um es zu tun, das lernt man, indem man es tut.
    Ändert sich der Zustand der Seele, so ändert sich dies zugleich auch das Aussehen des Körpers und umgekehrt: ändert sich das Aussehen des Körpers, so ändert sich dies zugleich auch den Zustand der Seele.
    Freude an der Arbeit läßt das Werk trefflich geraten.
    Wir sollten das Leben verlassen wie ein Bankett: weder durstig noch betrunken.
    Was es alles gibt, was ich nicht brauche.
    Der Glaube, das, was man wünscht, zu erreichen, ist immer lustvoll.

    Naja, Aristoteles hat das meiste vielleicht etwas anders gemeint, es ist aber legitim, ihn auch neu zu interpretieren. Ich hab es gerade einen Bekannten am Telefon vorgelesen. Er hat gelacht und sagte: Ich weiß, ich weiß, die Champagne-Clique lernt das Wassertrinken. Das letzte war aber als Scherz gemeint.

    Viele Grüße
    Detelina


  • RE: Ernährung nach Aristoteles


    Liebe Detelina,
    um noch einmal zu Aristoteles Ernährungvorstellungen zu kommen, will ich einmal ein paar Sätze einfügen.
    Ich zitieren aus einem Bildungsprogramm des Hessischen Rundfunks:
    "Bereits Aristoteles ist davon überzeugt, dass der Nutzen der Tiere darin besteht, für den Menschen da zu sein, indem sie für ihn eine bestimmte Funktion erfüllen etwa als Lieferant von Fleisch oder Wolle oder als Lasttier. Für ihn gibt es keinen Zweifel, dass es für sie alle am besten ist, wenn sie vom Menschen beherrscht werden, weil sie so bewahrt und erhalten bleiben. Daß die Pflanzen der Tiere wegen, und dann, daß die anderen animalischen Wesen der Menschen wegen da sind, die zahmen zur Dienstleistung und Nahrung, die wilden, wenn nicht alle, doch die meisten, zur Nahrung und zu sonstiger Hilfe, um Kleidung und Gerätschaften von ihnen zu gewinnen."

    Und um die Sache abzurunden und den Vegetariern unter uns zu bestätigen, dass die Diskussion, ob der Mensch nun Fleisch-, Pflanzen- oder Alles(fr)esser ist, bereits in der Antike diskutiert wurde:

    "Bereits in der Antike gibt es eine Fülle von Argumenten, die belegen sollen, dass sich der Mensch gar nicht vegetarisch ernähren könne: Zahnstruktur, Magen und Darmlänge dienen als Beweis, dass der Mensch für eine gemischt Kost geschaffen sei.

    Andere sahen in der menschlichen Fähigkeit, Waffen zu gebrauchen das natürliche Recht des Menschen, Tiere töten zu dürfen. Der griechische Philosoph Plutarch hatte dieser Argumentation widersprochen und versucht, zur Mäßigung aufzurufen: Der Mensch sei von Natur aus kein Raubtier. Schließlich fehle ihm die natürliche Ausstattung, um Tiere zu erlegen und Fleisch roh essen zu können. Doch der Mensch war gewohnt, Fleisch zu essen, deshalb fanden diese Argumente kein Gehör. Plutarch klagte den fleischverspeisenden Menschen an als einen millionenfachen Verbrecher an seinen naturgeschichtlichen Gefährten, den Tieren"

    Jaaa und hier habe ich auch noch etwas. Vielleicht ärgere ich damit einige, wie es Petronius mit seiner Fragestellung getan hat, aber auch die Philosophen der Antike wußten schon, dass auch Pflanzen Lebewesen sind.

    So sollen nämlich laut des Philosophen Thomas von Aquin im 13. Jahrhundert alle Lebewesen in ihrer Existenz geschützt werden. Er sagt: "Mord ist deshalb Sünde, weil der Mensch des Lebens beraubt wird. Das Leben ist aber allen Tieren und Pflanzen gemeinsam. Also scheint aus demselben Grund auch das Töten von Tieren oder Pflanzen Sünde zu sein."

    Ihr seht also, auch nach einigen hundert Jahren können wir Menschen uns nicht einigen und die Kontroversen erhitzen weiterhin die Gemüter, wobei auch die Argumente die gleichen geblieben sind.

    Einen schönen Tag wünsche ich.
    Ursa




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    • RE: Philosophie


      Guten Tag Detelina

      Lieben Dank für den Text. Die altgriechieschen Philosophen wie Platon, Pythagoras, Plutarch, Soskrates, Aristoteles etc. sind schon interessant, aber manchmal auch schwer zu verstehen. Dass Aristoteles Lehrer von Alexanders des Großen wusste ich nicht, wusste aber dass er auch der Lehrer von Platon war. Von Aristoteles ist mir nicht soviel bekannt, dafür umso mehr von Pythagoras. (Habe einen interesannten Text über Pythagoras, falls es dich interssiert, könnte ich ihn abbilden.)

      Falls es dir nicht zuviel ausmacht, kannst du gerne den Kontext erklären. Werde aber vorher noch selber ein bisschen die Zitate studieren.

      Wo ich aber nicht drauf komme ist unter dem folgendem Satz.

      >> sondern auch über die Ernährung und irgendwie, das ist jezt kein Scherz, hat er anscheinend mich gemeint.<<

      Kannst du mir erklären, was du damit meinst?

      und leider weisse ich noch nicht, ob du dich "nur" für Aristoteles interessierst, oder ob du nach seinen Lehren (Ernährungs evt. regel) lebst. Weisst du was über seine Gedanken in bezug auf Ernährung.

      Lieben Dank und Grüsse

      PS: sage mir bitte "DU", nicht sie.


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      • Aristoteles


        Hallo Ursa

        Dass Aristoteles dem Menschen als "Krone der Schöpfung" sah ist bekannt. Aber er befürwortete auch die Sklaverei und sah andere Menschen als niedere Geschöpfe an.

        "ARISTOTELES ist der Meinung, daß Tiere zum Zwecke des Menschen da seien. Er vertritt die Ansicht, daß die Natur eine Hierarchie sei, in der jene mit geringeren Verstandeskräften zum Nutzen derer mit größeren Verstandeskräften existierten: "Pflanzen existieren zum Wohl der Tiere und wilde Tiere zum Wohl des Menschen - Haustiere zu seinem Nutzen und seiner Nahrung, wilde Tiere (oder doch die meisten von ihnen) zur Nahrung und anderen Hilfsmitteln des Lebens wie Kleidung und verschiedene Werkzeuge" (SINGER 1982, S. 210). Tatsächlich zog ARISTOTELES in seinen weiterführenden Überlegungen daraus den Schluß, die Barbarenstämme, die er offensichtlich für weniger vernunftbegabt hielt als die Griechen, existierten nur, um den vernunftbegabteren Griechen als Sklaven zu dienen. Er meinte, einige Menschen seien von Natur aus Sklaven, und die Sklaverei sei für sie sowohl richtig als auch angemessen. ARISTOTELES Ansichten wurden zu einem Teil der späteren westlichen Tradition."


        Wie du schon erwähnt hast, war, wenn man so will, Plutarchos der gegenteiligen Meinung. (45-125)
        Folgende Zitate dazu:
        "Niemals sollen die Menschen so weit sich vergessen und die lebende Kreatur behandeln wie alte Schuhe und abgenützte tote Geräte, die sie fortwerfen mögen, wenn sie nicht mehr zu gebrauchen sind. Wir sollen es nicht tun, und uns niemals bei alten lebendigen Wesen nach dem Nutzen fragen, den sie nur schwach oder gar nicht mehr haben. Wir sollen sie behalten, und sei es auch nur, um daraus Barmherzigkeit gegen Menschen zu lernen. Ich würde kein altes Pferd und keinen alten Ochsen, der sich einmal für mich geplagt hat, verkaufen können"

        "Könnt ihr wirklich die Frage stellen, aus welchem Grunde sich Pythagoras des Fleischessens enthielt? Ich für meinen Teil frage mich, unter welchen Umständen und in welchem Geisteszustand es ein Mensch das erstemal über sich brachte, mit seinem Mund Blut zu berühren, seine Lippen zum Fleisch eines Kadavers zu führen und seinen Tisch mit toten, verwesenden Körpern zu zieren, und es sich dann erlaubt hat, die Teile, die kurz zuvor noch gebrüllt und geschrien, sich bewegt und gelebt haben, Nahrung zu nennen. Es handelt sich gewiss nicht um Löwen und Wölfe, die wir zum Selbstschutz essen - im Gegenteil, diesen Tieren schenken wir gar keine Beachtung; vielmehr schlachten wir harmlose, zahme Geschöpfe ohne Stacheln und Zähne, die uns onehin nichts anhaben könnten. Um des Fleisches willen rauben wir ihnen die Sonne, das Licht und die Lebensdauer, die ihnen von Geburt an zustehen. Wenn ihr nun behaupten wollt, dass die Natur solche Nahrung für euch vorgesehen hätte, dann tötet selbst, was ihr zu essen gedenkt - jedoch mit euren naturgegebenen Mitteln, nicht mit Hilfe eines Schlachtmessers, einer Keule oder eines Beils."

        "Für ein kleines Stücklein Fleisch nehmen wir den Tieren die Seele sowie Sonnenlicht und Lebenszeit, wozu sie doch entstanden und von Natur aus da sind."


        Wie du siehst, jeder und jede Lehre hat ihre eigenen Ansichten.
        Was für den jeweiligen Menschen das richtige ist, kann nur er selbst herausfinden.

        Mit Herzlichen Grüssen
        Ali

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        • RE: Ernährung nach Aristoteles


          Liebe Ursa,

          Ich bin ein Fan der griechischen Philosophen, aber man muß ein wenig vorsichtig sein, weil sie natürlich trotz ihrer Weisheit mit ihrem Denken in den Anschauungen ihrer Zeit verhaftet waren. Unser Aristoteles hat z.B. ernsthaft behauptet, dass Frauen weniger Zähne haben als Männer, weshalb sie auch weniger wert seinen. Auf die Idee nach Hause zu der Seinigen zu gehen und nachzuzählen ist er nicht gekommen.

          Zu Fr. Mahlzahn: Es war umgekehrt Plato (428 - 347 v.Chr.) war Lehrer des Aristoteles (384 - 322 v.Chr.). Aristoteles war Schüler an der platonischen Akademie Als er nach dem Tod des Plato nicht dessen Nachfolger wurde ist er aus Athen weggegangen und war dann Lehrer Alexander d. Gr (356 - 323 v. Chr.). Nach dessen Thronbesteigung im Jahre 335 v.Chr. ist er nach Athen zurück und hat dort seine eigene Schule das Lykeion gegründet.

          Herzliche Grüsse

          Wolfgang E

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          • RE: Ernährung nach Aristoteles


            Ja, diese Standpunkte sind alle fundiert. (haben aber nichts mit dem von "invasion ..." geäusserten "Fragen" zu tun, bei denen es offenkundig um anderes ging als um die Klärung dieser Fragen) Sie gehen jeweils von unterschiedlichen Rechtsvorstellungen aus. Meine persönliche Einschätzung, dass alle Lebewesen gleichberechtigt sind, beinhaltet durchaus die theoretische Möglichkeit der Tötung von Leben zum Selbsterhalt. Aber lediglich in einer Art Notwehr. Ich kann ohne organische Lebensmittel selbst nicht existieren. Es geht nicht darum, dass wir unsere Leben aufs Spiel setzen, damit alle anderen Lebewesen unbehelligt bleiben. Aber es kann auch nicht so richtig sein, dass wir ohne Not willkürlich unseren Mitgeschöpfen vermeidbares Leid zufügen - seien es Pflanzen oder Tiere. Wobei ich durchaus einen Unterschied mache zwischen Tieren und Pflanzen nämlich den der Leidensfähigkeit. D.h. ich versuche mich nach bestem Wissen und Gewissen möglichst unter Vermeidung von Leiden anderer zu ernähren. Da kommen die Pflanzen eher "unters Messer" als die Tiere.
            Die Argumentation, dass wir Tiere essen dürfen weil wir sie jagen können enthält eine recht gefährliche Komponente: Ich kann auch Menschen jagen, darf ich sie also töten und dann essen? Spätestens hier wird klar, dass der Ansatz: Ich kann, also darf ich zumindest hinterfragt werden muss, bevor darauf die milliardenfache Tötung von Tieren unter elenden Bedingungen gerechtfertigt wird. Und mal eine Frage: Warum wird denn nicht mal versucht, das eine zu tun, ohne das andere zu lassen? Will sagen: Warum nutzen wir denn nicht die freiwilligen Gaben der Tiere, ohne sie umzubringen (ähnlich der Argumentation mit den Früchten der Pflanzen)? Warum muss es immer der absichtlich herbeigeführte Tod sein?
            Und dass man sich bei solchen Themen lange Zeit nicht einigen kann ist allein nicht der Beweis dafür, dass die Positionen nicht unterschiedlich richtig sind. Es ist lediglich eine Machtfrage, welche der Argumentationen sich letztlich durchsetzt.
            Ja, seit Jahrhunderten gleichen sich die Argumente, aber sie werden inzwischen von immer mehr Menschen diskutiert - z.B. hier im Forum.
            Und inzwischen werden z.B. keine Hexen mehr verbrannt, obwohl es dabei sicher ähnliche Debatten gegeben hat. Es bewegt sich also doch etwas. Langsam, aber es bewegt sich.
            Im Übrigen imponiert Ihr mir sehr mit Eurem Wissen über die alten Klassiker! Ich werde mich wohl mal damit befassen müssen.

            Viele Grüße
            Andreas Saakel

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            • RE: Ernährung nach Aristoteles


              >>>...Die Argumentation, dass wir Tiere essen dürfen weil wir sie jagen können enthält eine recht gefährliche Komponente: Ich kann auch Menschen jagen, darf ich sie also töten und dann essen?...<<<

              Hallo Andreas,
              ich gebe Dir in allem Recht und ich bewundere Deine Konsequenz in Sachen Ernährung.
              Aber in o.g. Satz muss ich Dir widersprechen. Vielleicht irre ich mich auch, aber ich habe noch nie gehört, dass Fleischfressende Säugetiere (so was ähnliches bin ich ja auch *g*) ihre Artgenossen fressen, es sei denn in extremen Ausnahmesituationen. Und in solchen Situationen hat der Selbsterhaltungstrieb auch unter Menschen schon Kannibalismus hervorgerufen.

              Dass wir Menschen inzwischen selbst aus unseren friedlichen Kühen (und nicht nur aus ihnen) " ein seine Artgenossen vertilgendes Vieh " gemacht haben, indem wir sie mit Tiermehl aus eingestampften Rinderresten füttern steht auf einem anderen Blatt.

              Gruß
              Ursa

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              • Lehrer und Schüler


                Guten Tag Herr Wolfgang E.

                Vielen Dank für die Aufklärung. Mir schien es auch ein wenig komsich, dass Aristoteles der Lehrer von Plato war , habe das aber an einigen! Stellen so gelesen. Jetzt weiss ich es jedenfalls. Danke.

                Darf ich fragen, welchen (griechischen) Philosphen sie besonders fasziniert, oder sich besonders damit auskennen?

                Besten Dank und Grüsse

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                • RE: Lehrer und Schüler


                  Liebe Frau Mahlzahn,

                  Ich bin auch in der Philosophie, so wie in der Ernährungslehre nur ein wissbegieriger Laie. An den Griechen fasziniert mich, dass ohne sie unsere abendländische Kultur nicht denkbar wäre.
                  Plato hat es mir auch deshalb angetan, weil wir ja alles was wir über Sokrates wissen nur seiner Überlieferung verdanken.
                  Es gibt ünbrigens einen englischen Philosophen (Name momentan nicht präsent) der behauptet hat, dass alles Denken nach Plato eigentlich nur mehr eine Fußnote zu ihm sei.
                  Aristoteles war wiederum wahrscheinlich der wirkmächtigste Philisoph überhaupt. Er hatte einen ungeheurer Einfluß auf das christliche mittelalterliche Denken. Es gab eine Zeit, da nannte man ihn gar nicht beim Namen, wenn man von ihm sprach, sondern man sagte nur "der Philosoph" und wußte wer damit gemeint war.

                  Wenn Sie sich für die griechischen Philosophen interessieren - es gibt zwei Bücher die sehr informativ und dazu auch noch amüsant geschrieben sind:

                  Autor: Luciano de Crescento
                  Geschichte der griechischen Philosophie, Die Vorsokratiker und
                  Geschichte der griechischen Philosophie, Von Sokrates bis Plotin
                  Beide Diogenes Taschenbücher € 8,90.

                  Viel Spass beim Lesen.

                  Beste Grüsse

                  Wolfgang E.

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                  • RE: Lehrer und Schüler


                    Lieben Dank für Erklärungen und Buchhinweise. Werde sie bestimmt mal lesen, da mich die griechische Philosophie, allen voran Pytagoras, interessiert.
                    Nochmals besen Dank

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                    • RE: Lehrer und Schüler


                      Der berühmte Brite heißt Alfred North Whitehead. Er hat auch gesagt: We must be systematic, but we should keep our systems open (Modes of Thought).

                      Mittagspause zu Ende! Schönen Nachmittag!
                      Detelina

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                      • RE: Lehrer und Schüler


                        Danke, Sie haben mir eine Sucherei erspart.

                        WE

                        Kommentar


                        • RE: Lehrer und Schüler


                          Danke, Sie haben mir eine Sucherei erspart.

                          WE

                          Kommentar


                          • RE: Aristoteles & Ernährung


                            Liebe Frau Mahlzahn,

                            zuerst möchte ich meine Bewunderung zum Ausdruck bringen: mit solchen fundierten Beiträgen und so einer regen Beteiligung habe ich wirklich nicht gerechnet. Ich habe mir auch Mühe gegeben, alle Beiträge aufmerksam zu lesen. Alle Achtung! Dabei ist mir nur eine Kleinigkeit aufgefallen: der liebe Ali, er hat ja über diese hervorragende Sendung in HR berichtet, und HR ist mein Lieblingssender. Ali hat lediglich die Musikinserts vergessen. Ich meine, die Redakteure bei HR haben so toll über Aristoteles gesprochen, verstehen Sie, so wie für Menschen wie du und ich, und sie machen Musik dazwischen.

                            Ich muß jetzt vielleicht kurz begründen, warum ich mich entschieden habe, Aristoteles zu essen. Ich wollte eigentlich zuerst bei Paul anfragen, ob ich das tun sollte und in meiner besonderer Situation darf, und ob diese Form des Essens meiner Schönheit nicht schaden würde. Weil wissen Sie, entschuldigung du, ich schlafe nämlich ausreichend und wenn ich das auch mit dem ausreichenden Essen auf Dauer im Griff bekommen würde, dann stehen meiner Schönheit nur die Situps in Wege.

                            Ich habe Aristoteles gewählt, weil er so vielen Jahrhunderten geistig misbraucht wurde. Alle wollten sich mit ihm identifizieren. Im Mittelalter wollte sich die Kirche unbedingt mit ihm schmücken. Gemocht haben sie ihn aber nicht. Nicht nur Whitehead hat sich über Aristoteles geäußert, auch Marx hat gesagt, Aristoteles sei der "größte Denker der Antike". Auch Lenin hat geschrieben, daß Aristoteles Naturphilosophie fast gleich mit seinem Materialiamus sei. Er ging sogar weiter und sagte, daß Aristoteles sei der lebendige Beweis des dialektischen Suchens (frei zitiert). Also sagte ich mir, warum darf ich den nicht behaupten, daß Aristoteles, wenn er über die Ernährung schrieb, an mich gedacht hat?

                            Aristoteles spricht häufig über Ernährung. Der Kosmos besteht für ihn aus drei Schichten: anima vegetativa, das sind die Pflanzen=Ernährung; anima sensitiva = die Tiere = Ernährung und Wahrnehmung und anima cognitiva = die Menschen = Ernährung = Wahrnehmung = Denken. (In der Antike gab es soziale Schichten, eine hierarchische Struktur der Gesellschaft. Die verschiedenen Schichten haben unterschiedlich gegessen, arm oder reich. Das alte Griechenland war ein Sklavenstaat. Es ist doch nicht abwegig zu denken, daß die Sklaven eine niedrigere Herkunft haben. Wir kennen auch andere Gesellschaftsformen, wo einige Menschen bis neulich gedacht haben, sie seien ewig. Das mit den Frauen und mit den Barbaren stimmt. Bei Aristoteles waren auch die Kinder dabei. Als causa finalis meinte er Der Mensch ist das vernünftige Tier und diese Fähigkeit vernünftig zu denken haben nur die Männer, die Tugend des Denkens hat er gesagt. Nur auf diese Ebene hat er die Frauen, die Kinder und die Barbaren degradiert. Aristoteles war verheiratet und hatte zwei Kinder. Platon meinte Männer und Frauen seien gleich. Platon war aber ledig. Vielleicht liegt es daran. Aristoteles hat im Hof geheiratet, eine arrangierte Ehe, vielleicht hat er seine Frau nicht gemocht?)

                            Aber zurüch zur Ernährung. Das höchste Gut für Aristoteles war die Glückseligkeit. Wir würden ja meinen, in Übermaß leben. Aristoteles meinte aber, daß wir die Ernährung gemeinsam mit den Pflanzen und den Tieren haben. Wir müssen suchen nach etwas was uns unterscheidet und deswegen glücklich macht. Von dem vegetativen Leben der Ernährung und des Wachstums müssen wir absehen. Das Sinnesleben ist auch nicht wichtig, das teilen wir mit den Tieren zusammen. Was und allein kennzeichnet und glücklich macht ist "das tätige Leben der vernünftigen Seele".

                            Dann hat er über die Ernährung im Zusammenhang mit der Lehre der rechten Mitte gesprochen. Man solle in der Genußsucht hinter dem Maß zurückbleiben, das Innenhalten der rechten Mitte, das ist das richtige. Sonst hat man keine vornehme Gesinnung. Wer das aber tut, gewinnt an Hochachtung. Auch von Geld hat er nicht viel gehalten, wobei er mit Geld auch Nahrung meinte, alles was ein Wert hatte.

                            Und so kommen wir zu seine für mich größte und schönste Frage, die Frage des Katharsis. Die Frage der Reinigung. Hat auch viel mit der Ernährung zu tun. Alle reinigen heute etwas. Moral sollten wir haben, meinen wir, Mitleid und Furcht. Nein, so hat es Aristoteles nicht gemeint. Jammer und Schauder hat er gesagt. Der mittelalterlichen Katharsis beruht auf einen bewußten oder auch nicht Übersetzungsfehler.

                            Aristoteles war Vegetarier. Den Tieren sollte nichts schlechtes getan werden.

                            Warum ich Aristoteles so mag? Weil er so logisch klingt. Er erzählt über die Seele und über das Denkvermögen. Alles so klar. Zugeordnet hat er sie aber dem Herzen.

                            Viel Spaß, liebe Frau Mahlzahn, mit Pythagoras. Er war ein sophos mit den Zahlen, aber ein philosoph mit der Sphärenmusik.

                            Viele Grüße
                            Detelina

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                            • RE: Aristoteles & Ernährung


                              hallo Deti,
                              bei Aritoteles bist du wirklich bestens aufgehoben, zumal er k e i n Vegetarier war,
                              ebensowenig wie Kant.
                              Aristoteles war sozusagen der erste Begründer einer systematischen Ethik (Nikomanische Ethik), die mir fast moderner erscheint (kein strenger Vorschriftskanon) als der Kantsche Imperativ.
                              Pythagoras war allerdings ein Vegetarier, er glaubte an die Seelenwanderung vom Mensch zum Tier.
                              Gruß
                              Paul

                              Kommentar


                              • RE: Aristoteles & Ernährung



                                danke, Paul. Habe auch etwas gelernt. Ich wußte nicht, daß Aristoteles kein Vegetarier war. Seine ethica Nikomachea hat er seinem Sohn Nikomachos gewidmet. Ansonsten gibt es viiiele Nikomachos in Griechenland.

                                Ich wünsche dir einen eudaimonischen Tag!
                                Detelina

                                Kommentar


                                • Fragezeichen


                                  wenn ich kurz was sagen dürfte wegen aristotoles frage nach dem vegetarismus, obwohl das meines erachtes spannend, aber nicht so wichtig ist. mein bruder studierte philosophie und publizierte auch.

                                  es ist nicht klar, ob aristotoles vegetarier war oder nicht. das ist das fragezeichen bei aristotoles lehre. es ist klar, dass aristoteles frauen wie auch tiere aus niedere geschöpfe ansah, wusste aber gleichzeitig, dass der mensch das schlimmste war.
                                  zitate dazu:
                                  "Wie der Mensch in seiner Vollendung das edelste aller Geschöpfe ist, so ist er, losgerissen von Gesetz und Recht, das schlimmste von allen."

                                  bei andere griechischen philosphen wie plutarch, pythagoras, Chrysostomus etc. war der vegetarismus in dessen lehre enthalten, bei Aristoteles scheiden sich jedoch auf diesen bezug die geister, somit finde ich es falsch, wenn man behauptet, ohne dessen originalen werke zu kennen, Aristoteles sei vegetarier oder auch nicht.

                                  freundliche grüsse
                                  tatoles

                                  Kommentar


                                  • kein Fragezeichen, mein Freund


                                    völlig richtig, dein Zitat ist auch richtig, macht aber Aristoteles nicht zum Vegetarier
                                    selbst auf den meisten Vegetarierseiten (leider nicht auf allen!) wird das nicht behauptet, einen ernsthaften Streit darüber gibt es also nicht, es ist ganz zufällig einer meiner Lieblingsphilosophen. Weder in seiner Ethik noch in seinem de anima steht davon ein einziges Wort, im Gegenteil:
                                    Hier ein Auszug eines deutschsprachigen Standartwerkes:
                                    ARISTOTELES ist der Meinung, daß Tiere zum Zwecke des Menschen da seien. Er vertritt die Ansicht, daß die Natur eine Hierarchie sei, in der jene mit geringeren Verstandeskräften zum Nutzen derer mit größeren Verstandeskräften existierten: "Pflanzen existieren zum Wohl der Tiere und wilde Tiere zum Wohl des Menschen - Haustiere zu seinem Nutzen und seiner Nahrung, wilde Tiere (oder doch die meisten von ihnen) zur Nahrung und anderen Hilfsmitteln des Lebens wie Kleidung und verschiedene Werkzeuge" ( SINGER 1982, S. 210 ).
                                    Wer hier Zweifel äussert müsste schon irgend einen Satz zitieren können.
                                    Hier ebenso eindeutig:
                                    http://www.vegetarierbund.de/nv/nv_1...phenstreit.htm
                                    Gruss
                                    Paul

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                                    • RE: Aristoteles & Glückseeligkeit


                                      hallo Deti,
                                      das sog. Dreigestirn der Athener Schule (Sokrates, Platon und Aeritoteles), gilt als die eigentliche Geburt der menschlichen Philosophie (im Gegensatz zu Religionen). Der jüngste (Aristoteles) war aus heutiger Sicht sicher der grösste und bodenständigste, er hat viel Bände reine Naturwissenschaft geschrieben und in seinem de anima (über die Seele) festgestellt, dass diese ohne Körper nicht existieren kann, was ja heute noch einige nicht wahr haben wollen. Er hat nicht nur die erste "komplette" Ethik geschrieben, sondern auch die Logik als eigenständige Disziplin in einer Komplettheit geschaffen, die ca. 2000 Jahre unverändert Bestand hatte. Kant meinte ja (fälschlich), dass seine Logik ewig und unveränderlich sein würde.
                                      Das mit den Frauen musst du ihm verzeihen, es bezog sich auf die zu starke Emotionalität. A. meinte in seiner Ethik, dass es grob gesprochen das Ziel des Menschen sei, mit Hilfe seines Verstandes (Vernunft) die Kontrolle (nicht Unterdrückung) über seine Emotionen zu erlangen, nur das führte zur Glückseligkeit. Und in dieser Sichtweise konnten Kinder, junge Menschen und Frauen seiner Meinung nach nicht glücklich sein.
                                      Die Bedeutung von Emotionalität kannst du hier im Forum doch gut beobachten.
                                      Philosophischen Gruß
                                      Paul

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                                      • RE: kein Fragezeichen?


                                        hallo paul

                                        erstens muss ich dir sagen, dass ich nicht auf vegetarierseiten zu finden bin. zweites ist dein zitate nichts neues, wurde hier schon aufgezählt, drittens beweist das nicht, dass er weder einer war noch keiner war. meine familie stammt von griechenland ab, mein bruder kann die sprache altgriechisch und neu griechisch, somit sollte es für ihn nicht so ein problem sein, die überlieferungen lesen zu können. und vielleicht kannst es ja auch, dann kannst du sie auch lesen, würde ich dir anraten, wenn du dich für philosophie interessierst, aber du wirst nicht finden, ob Aristoteles ein vegetarier war oder keiner war. denn das wurde nicht überliefert, und der wahrheitsliebe sollte man auch nicht sagen, dass er keiner war, wenn man sich nicht sicher sei kann.

                                        und viertens habe ich nicht behauptet, dass er einer war. ich sage, man weiss es nicht, und sollte es dabei auch belassen.

                                        liebe grüsse
                                        tatoles

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                                        • RE: Aristoteles & Glückseeligkeit


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                                          man sollte doch die ganzen Vorsokratiker nicht vergessen, da waren schon einige wichtige darunter:

                                          Tales von Milet um 585 v. Chr. (mit ihm begann nach überwiegender Meinung die Geschichte der Philosophie, Anaxiamander um 546 v.Chr., Pythagoras um 532 v. Chr., Heraklit ca 500 v. Chr., Empedokles um 440 v. Chr. ( s. Fr. Hölderlin: Der Tod des Empedokles), und der berühmte Atomist Demokrit ca. 420 v. Chr.

                                          Darf ich noch eine Bemerkung machen: Dass Ihnen als "Rationalisten durch und durch", als der Sie sich in Ihren Postings erweisen (ist nur eine Feststellung und sicher keinerlei Wertung !!! - es ist ja durchaus legitim nur das zu glauben, was man zählen, wägen, messen usw kann) , Aristoteles bedeutender erscheint als Plato liegt auf der Hand. A. selbst hat sich ja auch schon während seiner Zeit als Schüler des Plato auch als sein Widerpart empfunden. Er soll einmal gesagt haben: "Wohl liebe ich Plato, aber noch mehr liebe ich die Wahrheit."

                                          Viel Spass noch mit den Philosophen und herzliche Grüsse

                                          Wolfgang E.


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                                          • RE: kein Fragezeichen?


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                                            ich habe dir ein eindeutiges Zitat von ihm gebracht, in dem ganzen Buch de anima findest du nichts anderes, also wo bleibt dein Zitat für deine Behauptung?
                                            Natürlich kannst du jetzt hingahen und sagen, er hat anders gelebt als das was er geschrieben hat, ok, aber was soll das.
                                            Paul

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                                            • RE: Aristoteles & Glückseeligkeit


                                              hallo Wolfgang,
                                              mit den Vorsokratikern bin ich natürlich einverstanden, für mich beruflich gehört ja noch der Hypokrates dazu; seine Berufsethik ist ja um etliches älter als unsere Religion.
                                              Gruss
                                              Paul

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