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Depressionen Mobbing keine AU

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  • Depressionen Mobbing keine AU

    Guten Abend,

    ich habe das folgende Problem: ich bin seit 2 Jahren in therapeutischer Behandlung u.a. wegen mittelschweren Depressionen und einer selbstunsicheren Persönlichkeit. Ich habe jetzt 3 Jahre durchgängig gearbeitet, meinen jetzigen Job habe ich - ohne Unterbrechung zum vorherigen Job - im Juni angetreten. Zuerst war alles okay, doch dann fing eine Kollegin an mich sehr massiv zu mobben, immer von oben herab zu behandeln und alles was ich tat zu kritisieren. Andere Mitarbeiter beteiligen sich seit längerem daran, das Ganze wurde richtig schlimm, seitdem eine andere Kollegin (seit Ende Oktober bis heute) krank geschrieben ist und wir ihre Aufgaben übernehmen mussten. Seitdem macht sie mich für jeden kleinen Fehler fertig und ich habe das Gefühl, sie will mich weg haben.
    Ich habe es wirklich versucht, aber es hat nichts gebracht, es wurde immer schlimmer.
    Letzten Freitag habe ich heulend das Büro verlassen, nachdem sie mich mit einem anderen Kollegen zusammen wieder fertig gemacht hat. Habe das meinem Hausarzt erzählt und um eine Krankmeldung gebeten. Er hat mich dann bis zum 05.02 (also morgen) krank geschrieben. Er hat mir gesagt, es wäre gut wenn mein Therapeut ihm auch einen Brief schickt in dem steht, dass ich unter Depressionen leide. Heute war ich dann wieder da, denn ich möchte wirklich nicht mehr in diese Arbeit zurück. Der Brief meines Therapeuten war noch nicht da, allerdings hatte mir mein Therapeut davon eine Kopie davon per Mail geschickt. Dort steht auch meine Diagnose drin, dass ich eine mittelschwere Depression habe. Die habe ich de Arzt für den Übergang gezeigt, bevor hoffentlich morgen oder am Montag der Originalbrief ankommt. Der Arzt hat mich jetzt nochmal eine Woche krank geschrieben aber mir gesagt, mit sowas muss ich im Arbeitsleben rechnen und es wird immer so Menschen geben. Vielleicht geht es ja dann in einer Woche wieder und ich kann wieder arbeiten.
    Ich fühle mich ehrlich gesagt nicht sehr ernst genommen. Im Grunde hat er mir ja gesagt, ich solle mich doch einfach zusammen reißen. Ich habe ihm auch gesagt, dass ich sicher nicht untätig zu Hause sitzen will, ich habe auch bereits neue Bewerbungen geschrieben, denn ich WILL arbeiten, aber nicht unter solchen Umständen, vor allem mit meiner Vorbelastung. Ich habe nur noch die Hoffnung, dass er das ganze endlich ernst nimmt, wenn der Originalbrief meines Therapeuten ankommt.

    Meine Frage an das Forum hier ist vor allem, ob es möglich/erlaubt ist, dass ich zu einem anderen Arzt gehe, wenn er mir nächste Woche sagt, dass er mich nicht mehr krank schreibt und ich dort wieder hin muss. Wirklich, ich bin kein fauler Mensch und möchte nicht daheim "rumgammeln", aber diese Arbeit hat mich psychisch so fertig gemacht, dass ich mehrmals pro Woche geweint habe und nachts nicht mehr schlafen konnte. Ist es erlaubt, sich hier nach Krankschreibung durch meinen Hausarzt von einem anderen Arzt krank schreiben zu lassen?

    Ich weiß wirklich momentan nicht weiter und bin ziemlich verzweifelt.

    Danke an alle im Voraus


  • Re: Depressionen Mobbing keine AU

    Hi, ja es ist erlaubt zu einem anderen Arzt zu gehen und vielleicht hängt der auch noch eine Woche dran.
    Das Problem ist gar nicht mal der Unwillen deines Arztes, sondern dass er einfach nicht lange krank schreiben darf, dazu kommt noch dass psychische Ursachen nicht sein Fachgebiet sind, er also nicht die Möglichkeiten so ausschöpfen kann wie ein Facharzt, also ein Psychiater.

    Ich würde dir raten bei einem Psychiater einen Termin zu machen, wenn ein schneller Termin nicht möglich ist, dann nimm telefonisch Kontakt zu einer psychiatrischen Institutsambulanz auf, sag dass du am Ende bist und unbedingt ein Gespräch brauchst.
    Die haben dann die Möglichkeit dich wesentlich länger krank zu schreiben als der HA und dich auch in Sachen Therapiemöglichkeiten zu unterstützen bis du bei einem niedergelassenen Psychiater einen Termin hast.

    Es wäre auch möglich dass du von einem Psychiater eine Bescheinigung bekommst, dass du diesen Job nicht mehr machen kannst, die Umstände für eine dauerhafte Erkrankung sorgen, Änderungen nicht möglich sind usw.
    Wenn es hart auf hart kommt und mit ein bisschen Glück, würde das vom Arbeitsamt akzeptiert (was aber besser vorher erfragt werden sollte) so dass du bei eigener Kündigung um eine Sperre herum kommen würdest.

    Aber wie gesagt, AU am Besten vom Psychiater, der darf dich länger krank schreiben wegen psychischer Probleme, der HA ist da sehr eingeschränkt und das System lässt von ihm nur in Ausnahmefällen längere Krankschreibungen zu, aber dein Fall gehört eben nicht zu dessen Fachgebiet.
    So ist leider das System vielleicht auch zum Glück, da der HA meist auch nicht geeignet ist deine Situation zu beurteilen da er das nicht gelernt hat.

    Kommentar


    • Re: Depressionen Mobbing keine AU

      Hallo Neutrogena

      Du bist sicher inzwischen wieder in der Firma gewesen, wie ist es dir dann ergangen?

      Man wird nicht einfach so gemobbt, meist passiert das, sobald man gefühlt anders ist, als der Rest.
      Auch Tiere mobben- sie hacken auf den ein, der nicht ist, wie sie. Daher kränk dich nicht, sag dir einfach, diese Gruppe und ich, wir trennen uns, da gehöre ich nicht hin zu denen und sie nicht zu mir.

      Vielleicht bist du einmal jemand, der Leuten hilft, die gemobbt werden und daher hast du das nun erlebt und erfahren- Was man aus eigener Erfahrung kennengelernt hat, das kann man viel besser verstehen, als wenn man nur darüber berichten hört.

      Mich hat man mal auch derart angegriffen in einer Firma, wo vierzig Weiber auf mich eingehackt haben, dass ich mir damals sogar das Leben nehmen wollte wegen denen. Ach war ich blöd...ich hätte kichern sollen über sie alle und einfach gehen, wo anders hin, wo andere Sitten herrschen und nicht solch primitive.

      Dir wird es auch mal so gehen, wo du nicht mehr leidest unter solchen Leuten, sondern wo du weißt, wie man drauf reagiert, dass dir das nie wieder passiert. Man wird ja reifer und statt sich zu kränken über wen, oder über etwas, ist man kreativer und lässt sich etwas einfallen, gegebenfalls zeigt man solche Kollegen an, weil das ja ein Delikt ist, der unter Strafe steht.

      Komm gut über die Runden, lern dazu, erkundige dich, wie man am besten umgeht mit Menschen, die anfangen, so zu sein und reagier dann richtig drauf. Komm in keinster Weise wegen so etwas mehr zum heulen, fürchte solche Szenen nie wieder. Das ist übrigens ein riesen Grund, warum man gemobbt wird, weil man sich fürchtet. Das ist lustig dann, den weiter zu sticheln und zu quälen, so etwas stachelt manche erst an dazu. Das hat mit Macht zu tun- ich habe die Macht, den nervös zu machen, also muss ich toll sein.... finde sie lieber dumm, als zum "Schrecken". Hast du verstanden?

      Ich hoffe...

      Ganz, ganz liebe Grüße und eine tolle berufliche Zukunft und viel Erfolg auf deinem weiteren Lebensweg. Wen Bemitleidenswerten mobbt man nicht.... geh stolz und mit erhobenem Haupt an solchen Menschengruppen vorbei. Die beste "Rache" ist, selbst ein weiterer kostbarer Mensch zu bleiben, egal, wie fies andere sein mögen, du bist es nicht. Nie.

      Sei klug, sei halt weg, statt dich mit so etwas länger abzugeben.

      Best Wishes, du wirst mal heiter zurückschauen auf diese Zeit, wie ich ja auch.

      Elektraa

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