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Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

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  • Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

    Ich weiß einfach nicht mehr weiter und weiß auch nicht recht, wo ich anfangen soll.
    Ich bin 34 Jahre alt und kämpfe seit einigen Jahren mit meinem Leben.
    Ich habe keine eigene Familie oder Partnerschaft, nur ein extrem enges Verhältnis zu meinen Eltern, mit denen ich derzeit auch in einem Haushalt wohne.

    Seit meine Mutter an Alzheimer erkrankt ist, lebe ich kaum noch mein eigenes Leben. Ich arbeite hart daran, mir beruflich etwas aufzubauen und wenn ich nicht arbeite, helfe ich zuhause wo ich kann. Das Problem dabei ist weniger die Arbeit, sondern der krankhafte Narzissmus meines Vaters, der unfähig zu sein scheint zu begreifen, dass das neue Unvermögen meiner Mutter im Alltag krankheitsbedingt ist. Er erniedrigt sie unentwegt und ist cholerisch und meine Mutter weint den ganzen Tag, spricht davon, sich umzubringen und ich stehe unentwegt zwischen den Stühlen. Ich hatte früher schon Angstzustände, Panikattacken, Phasen von Niedergeschlagenheit und Überforderung bis hin zu Suizidgedanken, welche mittlerweile nur noch sehr selten meine Gedanken streifen, aber was sich mittlerweile manifestiert hat ist bleierne Erschöpfung und Traurigkeit. Ich schlafe teilweise 12h am Tag, wenn es mein Tagesablauf mal zulässt, ich will mich einfach dem nächsten Tag nicht stellen, wenn ich das wegen eines Termins nicht unbedingt muss. Ich bin schon seit meiner Jugend essgestört, litt unter Bulimie, mittlerweile esse ich nur noch um negative Gefühle zu ersticken und ich werde immer dicker. Mittlerweile habe ich fast 40kg zugenommen und starke Rückenprobleme.
    Angang des Jahres die Schockdiagnose meines Vaters: Knochenmarkkrebs. Unheilbar. Er verträgt die Chemo nicht, ist bis auf die Knochen abgemagert, will man helfen, wird er aggressiv. Kann aber kaum gehen und isst und trinkt nicht.
    Nun baut auch meine Mutter völlig ab, das Kurzzeitgedächtnis ist fast nicht mehr vorhanden.

    Ich pendel jede Woche 2x 500km um so gut es geht für die beiden da zu sein und habe kein Privatleben mehr. Komme auch in meinem Beruf nicht mehr weiter. Zuletzt hat mein Körper dann gestreikt und ich war 8 Wochen am Stück krank. 2x Seitenstrangangina, Mittelohrentzündung, schwere Bronchitis, usw. Ich habe lediglich 2 Tage nicht gearbeitet in dieser Zeit.
    Ich merke gerade, dass ich körperlich völlig abbaue, ich vernachlässige mich um für meine Familie da zu sein und ich "fresse" alles in mich hinein. Ich habe nur drei enge Freunde, die für mich da sind und davon leidet eine unter schweren Depressionen, weshalb ich sie nicht belaste, die andere ist ebenfalls Narzisstin ( in diesem Fall durch ihren Therapeuten diagnostiziert) mit Depressionen, die gefühlt 24h Aufmerksamkeit von mir erwartet, die dritte belaste ich nicht aus Angst, die Freundschaft zu gefährden und mir so die Chance auf das letzte bisschen Qualitätszeit mit ihr zu nehmen. Auf Wunsch meiner Eltern werden die Diagnosen weitestgehend geheim gehalten. Ein Pflegegrad wurde auf mein Drängen hin beantragt. Der Einsatz des Geldes für eine Putzhilfe zu meiner Entlastung wird durch meine Eltern aber nicht toleriert.

    Ich habe mittlerweile Albträume, Herzstolpern, wache manchmal auf, weil ich offenbar Atemaussetzer habe... Die Liste könnte ich ewig weiter führen. Mein Leben geht den Bach runter, so sehr ich auch versuche, meinen eigenen Bedürfnissen Raum zu geben, ich schaffe es nicht. Ich habe furchtbare Angst vor dem, was mich noch erwartet und wenn ich mal zur Ruhe komme, breche ich meist völlig unter dem Stress und dem Schmerz über den baldigen, brutalen Verlust meiner Eltern zusammen, die die einzigen Menschen sind, die ich habe.
    Andere "Beschwerden" als die meines Vaters werden hier allerdings belächelt und totgeschwiegen.

    Ich brauche Hilfe, psychologische Unterstützung, aber ich bin völlig damit überfordert. Ich habe versucht einen Termin bei einer Psychotherapeutin auszumachen und Wochen gebraucht um mich zu überwinden dort anzurufen. Ich hatte solche Panik nicht ernst genommen zu werden, dass ich am Telefon nicht in der Lage war, mich zu artikulieren ohne diesen ganzen Roman hier zu erzählen. Und natürlich gibt es hier im Umkreis Wartezeiten von ca 2 Jahren und mir ist auch nicht klar, welche Form der Therapie für mich richtig wäre und ob ich eine Überweisung brauche oder ob ich es einfach auf gut Glück bei den Therapeuten versuchen kann?

    Vielleicht kann mir jemand einen Rat geben, wie ich am besten vorgehen kann um Hilfe zu finden. Ich glaube, ich habe bis zum Tod meiner Eltern und danach noch einen langen Weg vor mir und ich brauche professionelle Unterstützung, weil ich sonst selbst daran kaputt gehe.

    Vielen Dank fürs Lesen. Ich bin für jeden Rat sehr dankbar.







  • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

    Hi,
    kein Therapeut erwartet von dir dass du am Telefon diesen ganzen Roman erzählst, es muss, wenn überhaupt, nur umrissen werden um was es geht.
    Ruf ein paar Therapeuten an, lass dich auf die Wartelisten setzen, sind die zu lang, setze dich mit deiner KK in Verbindung, die müssen bei einer gewissen Menge an Absagen oder unzumutbaren Wartezeiten eine private Abrechnung genehmigen, dann geht es schneller.

    Schau ob es bei dir Vereine gibt, etwas wie die Lebenshilfe, oder/und städtische Unterstützung, medizinischer Dienst, Sozialamt, wende dich an einen Sozialarbeiter die dort meist beschäftigt sind, lass dich beraten, beantrage mit deinen Eltern Pflegestufen, damit jemand immer mal vorbei kommt und Arbeit abnimmt.
    Wende dich an deinen HA, lass dir einen Termin bei einem Psychiater geben und frage auch die was du da tun kannst.

    An erster Stelle stehst aber du, überlege was du gerne verändern würdest, such dir Anschluss in Vereinen, betreibe Sport, tu Dinge für dich und mach dir weniger Gedanken um deine Eltern.
    Schau dass du mindestens einmal am Tag, zwei Stunden für dich hast, einen Spaziergang, Sport, oder Vereinsmitglied werden, oder einfach in die Badewanne legen, Entspannungstechniken anwenden, einfach zwei Stunden zum auftanken.
    Auch wenn es hart klingt, sie sind erwachsen, besonders dein Vater hat die Verantwortung und nicht du, du kannst nicht mehr tun als dich darüber zu informieren welche Unterstützung die beiden bekommen können und dies in die Wege leiten, annehmen müssen es deine Eltern.
    Tun sie dies nicht, dann ist es nicht deine Sache den Unwillen deines Vaters zu egalisieren, das ist zu viel des Guten.
    Du kannst dich nicht über deinen Vater hinweg setzen, du kannst seine Einstellung nicht beeinflussen, also solltest du dich auch nicht mehr darüber aufregen sondern möglichst gelassen damit umgehen.

    Sorge für dich, lebe dein Leben und schau dass du genug Zeit für angenehmes hast, bei all dem kann dich eine Psychotherapie unterstützen und bis dahin, wie gesagt, schau nach einem Verein wie der Lebenshilfe (nennt sich aber regional auch mal anders), dort wird oft ein wöchentliches und offenes Treffen zum Kaffee angeboten.
    Darüber bekommst die Kontakte zu Sozialarbeitern und Unternehmungen die dich wieder ins Leben zurück holen und nur für dich sind, während denen du nicht über deine Familie nachdenken musst, sondern auch einfach mal einen Ausflug mit netten Menschen (die Verständnis für dich haben) zum Weihnachtsmarkt machen kannst.

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    • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

      Hallo liebe Bea...

      Mach mal einen Vertrag mit dir, :""diese drei, vier Jahre halte ich noch durch...""

      Du kannst uns hier als deine Freunde anschreiben, wir werden dich bestmöglichst unterstützen und dich immer wieder "anhauchen", damit du dich wieder kräftiger fühlst.

      Echt ein Wahnsinn, was dir aufgebürdet ist.

      So schlimm es klingt, aber das Beste, was deinen Eltern passieren kann, das ist doch das, was auf sie zukommt. Deine Mutter löst sich bereits so nach und nach von der Welt hier und ist dann nur noch zeitweise anwesend, mehr drüben, wie da.

      Ich war wochenlang mal im Koma und laut meinen Angehörigen gings mir sehr schlecht, aber davon merkte ich nichts. Ich wusste nicht, dass ich geschrieen habe vor Schmerzen und ganz und gar schockierend war für sie. Mir gings gut. Ich habe ein anderes Leben gelebt, während ich auf der Intensiv lag. So real, dass ich mich heute noch genau an alle Details erinnern kann.

      Vielleicht wird da im Körper etwas freigesetzt, das uns schützt vor dem bewussten Erleben solcher Ausnahmezustände und als "Ersatz" träumen wir uns dann wo anders hin.

      Eins ist mal sicher, ewig hält dein Stress sicher nicht an.
      Jetzt musst du Luft anhalten und durch. So gut es geht.
      Empfinde lieber null, schalte auf ganz kalt, benimm dich wie ein Automat, der macht, was zu machen ist und deine Gefühle stelle mal auf Eis. Lass dir Mittel verschreiben zu deiner Beruhigung. Es ist wirklich mal wichtig, dass du zu dir sagst, ich kann nicht mehr tun, als ich eh schon mache und reg mich jetzt über nichts mehr auf.

      Du wirst eines Tages verliebt sein, ein Kind haben vielleicht, liebe nette Leute um dich haben, die du noch nicht kennst. Warum nicht? Glaub nicht, dass das Leben für dich aus ist, weil es diese Passagen zu durchqueren gibt.
      Es gibt ein danach.

      Das können wir ja miteinander hier planen und davon plaudern, wie es aussehen kann und wie man dahin kommen kann.

      Wer sagt, dass du in diesem Ort bleiben musst, wo du derzeit wohnst? Wer sagt, dass du nicht irgendwann eine Kur machen kannst, wo du eine gute Rehabilitation erfährst, wer sagt, dass du nicht eines Tages herumwanderst über Wiesen und Wälder, Hand in Hand mit deinem besten Freund und Gefährten.
      Warum nicht??

      Denk an diese Zeit, diese hier bring gut hinter dich.

      Lieben Gruß vorerst

      Freuen kommt nach Leiden

      Alles Gute derweil wünscht dir

      Elektraa



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      • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

        Vielen Dank euch beiden, dass ihr euch die Zeit genommen habt, mir so ausführlich zu antworten und für eure unterstützenden Worte.
        Das sind für meinen gestressten Kopf gerade viele Informationen, die ich erstmal sacken lassen muss und die mich natürlich auch aufwühlen, weil ich mir zwischen dem Versuch meine Situation zu verdrängen eher selten erlaube, das Thema wirklich an mich ran zu lassen und es überrollt mich dann doch immer sehr, wenn ich mit anderen Menschen darüber spreche. Da sich gerade heute hier wieder alles so zugespitzt hat, werde ich mich erst in den nächsten Tagen ausführlicher zurückmelden können, wenn wieder etwas Ruhe einkehrt und ich den Kopf etwas frei krieg. Es war mir wichtig, dass ihr das wisst, weil ich euren Einsatz für eine euch unbekannte Person sehr schätze.

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        • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

          Bei mir haben nicht selten gerade Fremde, Unbekannte mehr Beistand geleistet, als meine Bekannten. Das wird damit zu tun haben, dass man sich denen ( Freunden, Bekannten, Familienmitglieder) immer im gleichen Ton begegnet, den man gewohnt ist miteinander. Rollenspiele, kennst eh...

          Deine Freundin, die dich immer braucht, die wird sich daran gewohnt haben, dass du ihr Helfer bist und sich schwer tun, diese Rolle umzudrehen, wo sie DIR mal zuhört und mal schweigt, statt dir die Ohren vollzudröhnen.

          Sie geht so vor, weil sie denkt, so ist es richtig. Wir ändern uns nicht, wenn wir nicht gebremst werden.

          Ich konnte mal nur staunen, als ich aus dem Bauch heraus entschieden habe, so, ich bin nun du und ich benehme mich jetzt genau so, wie du dich benimmst.

          Da war zum Beispiel jemand, der sich immer Geld geliehen hat von mir. Als dieser Jemand wieder mal aufgetaucht ist, da habe ich gleich zu Beginn, bevor er zum sprechen gekommen ist den Spieß umgedreht..kannst du mir bitte Geld leihen..?? Es hat geklappt, ab da konnte ich sehen, nur das hat es gebraucht und er hat sich geändert.

          So ist es auch bei dir. Hilf deinen Leuten, sich zu ändern, indem du anders zu ihnen bist, als gewohnt.



          Auch Hilflose wollen mal Helfer sein dürfen. Auch Helfer wollen irgendwie gern mal selbst Hilfe erfahren und daher, brauch etwas von deinem Vater, brauch etwas von deiner Mutter, auch von deinen Freunden, bitte sie um etwas, dann sind sie in der Rolle des Helfers und das fühlt sich besser an für sie, als wenn sie die Armen sind.

          Mein Ex hat sich von einer Minute auf die andere komplett gedreht, als ich, statt ihm zuzuhören am Telefon, wie schlecht es ihm geht, das Gespräch begonnen habe mit einem Heulanfall. Der war zuerst gespielt und dann aber spürte ich, wie richtig wohltuend, ihm von meinen Sorgen zu erzählen. Auf einmal gabs ganz ein anderes Gespräch in Folge. ER hat mich jetzt getröstet und mir dann sogar Mut zugesprochen, das kannte ich nicht von ihm und vor allem, ich konnte merken, er fühlte sich gut, endlich mal für jemand da sein zu können, endlich mal der Starke sein zu können, was ihm ja nicht ermöglicht wurde, weil man ihn immer mitleidsvoll behandelt hat.

          Ich hoff, mich nicht zu sehr verwirrend ausgedrückt zu haben.

          Es sollte dir klar sein, dass Menschen gern stark sind und gern helfen mal zur Abwechslung, wenn sie es sonst nicht sind. Das gilt auch bei dir- sei mal gern hilflos und gern schwach und endlich mal der, der zusammenbricht, nicht immer da steht. Lass mal die anderen stehen, fall du mal um und wecke dadurch die Kraft deines Umfeldes.

          Das ist wie beim Sprechen. Ein Zuhörer wird zum Redner, wenn ihm zugehört wird.

          Lieben Gruß

          Elektraa

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          • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

            "Ich pendel jede Woche 2x 500km um so gut es geht für die beiden da zu sein und habe kein Privatleben mehr."

            Dann wohnen Sie also nicht bei den Eltern?

            Das bedeutete ja, dass Sie die meiste Zeit der Woche allein ohne das belastende Erleben durch die Eltern sind, den Stess also quasi "mitnehmen".

            Vielleicht gelänge es, an dieser Stelle anzusetzen, ehe eine Psychotherapie irgendwann eine Hilfe bedeutet.

            Ich habe mal einen Patienten erlebt, der in einer ähnliche Lage war, die fast unlösbaren Probleme im Elternhaus stets mit nach Hause nahm und die ganzen Tage allein darunter zu leiden hatte.

            Wie haben dann in der Verhaltenstherapie harausgefunden, dass die lange Rückfahrt auch eine Chance bedeutet.
            Er hat sich ein Ritual ausgedacht. Dass er nämlich an einer bestimmtem, sehr markanten Stelle seines Rückwegs anhielt, im Auto etwas verharrte, dann draußen ein paar körperliche Übungen machte, zurück im Auto etwas meditierte und dann in einer anderen Befindlichkeitsebene weiter nach Hause fuhr.

            Die Zeit bis zu seiner nächsten Fahrt konzentrierte er sich voll auf seine Tätigkeit, dachte eher "distanziert" an das Elternhaus - in der Erkenntnis, dass er aus der Entfernung ohnehin nichts Konkretes tun könne.

            Vielleicht können Sie aus dieser Kasuistik etwas für sich entnehmen...

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            • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

              Da habe ich mich vielleicht missverständlich ausgedrückt. Ich lebe tatsächlich mit meinen Eltern zusammen, aber ich arbeite freischaffend am Theater und bin deshalb zum Arbeiten an den Wochenenden nicht zuhause. Ich arbeite aber natürlich auch unter der Woche von zuhause aus.
              Allerdings ändert sich meine berufliche Situation auch ständig. Es gibt Phasen, da bin ich wochenlang zu Hause und bereite das nächste Projekt vor, dann gibt es Phasen, in denen ich seltener zuhause bin.
              Momentan versuche ich sehr im "jetzt" zu leben und einen Tag nach dem anderen zu schaffen, aber das gelingt mir nicht immer und die Ängste vor der Zukunft sind schon enorm und überrollen mich oft völlig unvermittelt. Denn mir ist bewusst, dass meine Eltern momentan noch zeitweise ohne mich auskommen, aber es zeichnet sich bereits sehr deutlich ab, dass dies nicht mehr lange so sein wird.

              Tatsächlich sind die langen Autofahrten eine Chance. Ich danke Ihnen für den Tipp. Momentan ist es eher so, dass gerade dann, wenn ich zur Ruhe komme (ich fahre meist nachts) oft alles über mich hereinbricht und ich die halbe Fahrt nur grübel und weine.
              Aber sie haben Recht - es liegt auch in meiner Hand, mit welchen Gedanken ich mich abs Steuer setze und auch mit ähnlichen Ritualen habe ich in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gemacht.

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              • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                "aber es zeichnet sich bereits sehr deutlich ab, dass dies nicht mehr lange so sein wird."

                Dann wäre es vielleicht sinnvoll, schon jetzt externe Hilfe von Profis zu beantragen.
                Gerade bei Demenzen ist es oft erstaunlich, wie gut Hilfe durch erfahrene Leute von den Betroffenen angenommen wird.

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                • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                  Als du deinen ersten Beitrag verfasst hast, da war bestimmt gerade eine Spitze und ein "Übergraus".

                  Diesen Zustand kann man lernen abzuflachen.

                  Die Herausforderungen, denen du gerade ausgeliefert bist, die lassen sich besser bewältigen, wenn du ein paar gute Strategien lernst, damit wenigstens mental leichter umzugehen.

                  Mir hilft die Idee von einem Gott, der auf mich schaut und mir zusieht und eh hilft. Das macht gelassener und wenn man gelassen ist, dann kann man viel leichter überlegen und nachdenken und natürlich auch besser schlafen und vertrauen auf morgen.

                  Du hast bestimmt nicht mehr den gleichen Stresslevel wie vorgestern, oder?
                  Sprechen darüber kann schon sortieren helfen und hilft auch, aufzuhören mit der Meinung, man trägt alles ganz alleine, keiner sonst da.
                  Hilfe gibts, die muss jetzt gesucht werden, wo überall die zu finden ist.

                  Alles Gute für heute, schlaf gut.

                  Lieben Gruß

                  Elektraa

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                  • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                    Liebe Ekektraa,

                    Ja, es ist ein Auf und Ab, aber die besseren Tage sind meistens ein Produkt meiner Verdrängung. Wenn ich ehrlich zu mir bin, merke ich allerdings, dass mich das auf Dauer zuviel Kraft kostet und es mir schon lange merklich an die Substanz geht. Ich war immer eine Kämpferin, aber ich stoße schon länger immer deutlicher an meine Grenzen bzw. übergehe sie regelmäßig körperlich und mental.
                    Ich versuche mir seit 2 Jahren ein Leben aufzubauen, das auch ohne Angehörige lebenswert sein wird, aber durch die familiäre Situation habe ich einfach weder zeitliche noch energetische Kapazitäten.

                    Da meine Eltern die Diagnosen verheimlichen, wird leider auch keinerlei Hilfe von außen toleriert.
                    Solange alles "läuft" hält mein Vater das für unnötig. Und auch wenn ich diejenige bin, die maßgeblich dafür sorgt, dass der Alltag funktioniert, wage ich nur mit Vorsicht zu erwähnen, dass mich die Situation überfordert, da ich ja auch mein ganzes Leben lang in allen Dingen von meinen Eltern unterstützt wurde.

                    Übrigens hattest du recht, es erleichtert sehr über all das zu sprechen und auch eure Ratschläge nehme ich mir sehr zu Herzen.

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                    • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                      Du wirst draufkommen, dass dein Hauptkummer deine Fähigkeit ist, diesem Kummer immer nachzugeben.
                      Du sitzt im Auto, es kommen Gedanken, diese Gedanken bringen dich zum in die Knie gehen, du fühlst Verzweiflung, tiefes Versagen und schwerste Last und schluchzt sofort los.

                      Meine Mutter hat mir oft erzählt, wie sie sich darüber lustig gemacht hat, weil ich so schnell zum weinen gebracht werden konnte. Alle haben sich köstlich darüber amüsiert , wie ich stets und immer beim gleichen Satz losgebrüllt hab.

                      Das gleiche habe ich auch bei meiner Nichte gut beobachten können. Ihr Bruder hat bestimmte Worte gesagt und schon gings los, sie brüllte und brach zusammen.

                      Einmal, das ist gar nicht lange her, da habe ich mich mitten drin, als dieses Leiden mich erfasst hat wegen irgendwas abgebrochen und hab statt dessen den Tisch abgeräumt und mir die Haare gewaschen- so etwa, ich weiß nicht mehr was, aber ich habe einfach entschieden, nee, mir ist was anderes wichtiger, als dasitzen und in Verzweiflung eintauchen.

                      Das war wie wenn mir der Knopf aufgegangen wäre.

                      Fühl mal nach, bei welchen Ideen und Gedanken du sofort und ohne lang zu zögern niedergehst.
                      Schreib mit..
                      Mir wird alles zuviel, ich kann nicht mehr, ich komme nie zum Zug...

                      Ungute Vorstellungen, ungute Zustände.

                      Verwandle dich. Erstens, du bist ein junges Mädchen, du hast noch keine Herzerkrankung und Nierenversagen. Sich ab und zu zum Verzweifeltsein zu bringen, das verkraftet ein gesunder Körper leicht. Diese aggressiven Stresshormone auf so lange Dauer in sich zu vermehren, das bringt dich um.
                      Rette dich, bewahre dich davor, dich stressen zu lassen.
                      Lass deine Eltern sich gegenseitig genug sein. Was deiner Mutter an gewissen Fähigkeiten fehlt, das ergänzt er derzeit, umgekehrt, was ihm fehlt an Kräften etc. das ergänzt sie noch. Es muss keiner in eure Wohnung, lebt wie es geht, irgendwie halt und lass dich halt nicht rausbringen, wenn sie streiten. Das ist auch eine Form von Unterhaltung und wehe sie wär nicht da. Sie sind schon sehr lange zusammen und wollen es so. Oder meinst du, da gehören nicht zwei dazu, beim Spiel: ich schhrei Buhhh und du weinst...

                      So etwas darfst du nicht mitmachen, wenns heißt renn, schnell, schnell, dann renn nicht. Fasse dich und sag dir, es muss auch in einem gelassenen und ruhigen Zustand möglich sein, über diese Situation nachzudenken. Nicht weinen. Nicht buhhh, huch..schlimm...

                      Angela Merkel sagt: das schaffen wir...

                      Zieh dich warm an und geh mal einfach nur so raus in die Luft. Tieeef einatmen, aber nicht vergessen auch tiiiiiief auszuatmen. Lass raus dieses buuuuhh und hol Kraft mit dem nächsten Atemzug.
                      Du musst gesund bleiben, wegen deiner Familiengründung später, weißt eh, mit dem, der auf warm, weich und gepolstert voll abfährt. Sag dir nicht vor, ich bin jetzt aber dick, sag, ich hab jetzt die Figur, die gesucht wird von wem.
                      Den größten Fehler macht man, wenn man sich bei den falschen Leuten erkundigt, ob man gefällt.
                      Jeder Mensch hat seine Fans, die sind zu befragen.

                      Ich bin ein Fan von deiner mitfühlenden Natur. Ich kann auch nicht haben, wenn es jemand schlecht geht. Aber ich zergehe nicht wegen dem, ich bin da etwas pragmatischer veranlagt.
                      Was brauchst du?
                      Wo gibts das? ...

                      Du brauchst tiefen, guten Schlaf. Da arbeiten dann die guten Botenstoffe leicht die gesammelten, schlechten Botenstoffe ab.

                      Oder lies mal etwas, das sich gut anhört, da im Internet gibt es so tolle Videos, wo man mit jedem Satz mitgehen kann und sich aufrichten kann an diesen klugen Sätzen und Vorgaben.

                      DIESE rede dir vor.

                      Lieben Gruß

                      Servus derweil, dir und deinem Daheim, wo auch immer. Ich wohne derzeit bei minus zehn Grad. Hinter mir brennt aber das Feuer im Herd und daher werde ich es überleben.

                      Du überlebst diese Geschichte, auch wenn du dir das einfach noch nicht vorstellen kannst.

                      Die Monatsletzten sind die Tage vor dem Monatsersten.

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                      • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                        Solange alles "läuft" hält mein Vater das für unnötig.
                        Genau das ist der Punkt und diue sorgst quasi dafür das es gut läuft und er es weiter für unnötig hält.
                        Ein Teufelskreis, zwischen Verantwortungsgefühl und dem was es braucht, damit Vadder einlenkt.
                        Er braucht den Leidensdruck der dafür nötig ist einsichtig zu sein, diesen hat er aber nur wenn es nicht gut läuft und er darunter sehr leidet.

                        Kannst du deine Unterstützung vielleicht aufteilen, wenn er nicht auf dich eingeht ihn auch nicht mehr unterstützen, aber dafür sorgen dass es deiner Mutter nicht zu sehr schadet?

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                        • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                          Man hat halt viel falsch gemacht und nun muss man den Schaden begrenzen.

                          Bea, man ist ständig nur müde, nicht fit, nicht richtig, wenn man verschlackt ist und schlecht versorgt mit Sauerstoff, Hormone und Co.

                          Die Eltern haben es sicher gut gemeint, aber zum hüpfen, rumrennen, sausen und viel Bewegen als Selbstverständlichkeit scheinst du nicht erzogen worden zu sein. Sie werden dich als kleines Mädchen bereits dazu angehalten haben, sie ja nicht zu verlassen, immer schön bei ihnen zu bleiben. Du warst ihr Glück, du warst ihre große Liebe, ihr Hab und Gut und dafür haben sie dich sicher sehr verwöhnt und zugleich hast du die Gelegenheit nicht gehabt, einfach bloß loszuziehen und weg zu fliegen.
                          Dein Beruf war, bei den Eltern zu bleiben und ihr Kind zu sein.
                          Das ist schon mal ein Grund, warum man Panikattacken kriegt, Bulimie und Versagensängste.

                          In der Schule un draußen haben alle anderen bereits einen ganz anderen Lebenswandel, gehen mit der Clique die Welt entdecken, leben unabhängig mal auf Risiko und du bist nicht fähig dafür, weil du so gut behütet und versorgt bist und immer brav ganz nach dem Geschmack der Eltern.

                          Jetzt kommt aber die Zeit, wo du das dann nachholen darfst und musst. Davor brauchst du dich nicht fürchten. Du hast nicht viel versäumt. Zum Beispiel hast du nicht zig Männer getroffen, die dir vorgemacht haben, dich zu lieben, um dich dann für ein paar Wochen als Übungs und Trainigscoach anzuheuern für ihre Gelüste auszuleben.
                          Dann....weder Wettkämpfe, wer wohl die Schönste, Schnellste und Beste ist musst du bedauern, noch die Hierarchie bei Cliquen.

                          Rundherum behütet ist auch nicht schlecht. Da bist du wenigstens nicht eine von den alleinerziehenden Müttern, die bei Edeka vierhundert Euro kriegen für Laden einräumen, weil sie nie eine Ausbuldung machen konnten.

                          Aber das mit dem wenig bewegen, das musst du so schnell wie möglich anders machen. Du musst deine Zellen mal so richtig durchbluten und deine Schlacken los werden.

                          Verschreibe dir alle Stunde ein Glas Wasser mit Zitrone, alle halbe Stunde aufstehen und hundert Schritte machen, etwas vorsichtig mal dehnen, was gedehnt gehört, immer mehr, jeden Tag ein Quentchen dazu und so nach und nach wirst du wenigstens schon mal kräftiger und in Folge verlernst du müde durch die Gegend zu schlurfen.
                          Die Arme heben ist bereits Krafttraining und bis zu den Zehenspitzen greifen ist Dehnen.

                          Es gibt kein Medikament, das dir diese Arbeit abnimmt.

                          Es gibt auch nichts, das uns abnimmt, durch das Tor des Vergessens zu gehen.

                          Deine Eltern werden mal aus ihrem Krankenstand befreit werden. Man wird ihnen helfen, diese Tage noch gut durchzustehen. Beizeiten muss dein Papa wieder ins KH und da wird er dann einnehmen müssen, was verschrieben wird und er wirds gern nehmen.
                          Es gibt so gute Mittel gegen Schmerzen, die kriegt er dann ausreichend und verwöhnt wird er dann auch von lieben Schwestern und Ärzten. Deine Mutter wird nicht bemerken, wenn sie sich beim Pflegen später von einem Pfleger waschen lässt, statt von "Angehörigen" und glaub ja nicht, dass ihr das nicht auch gut tut, vom Vater weg zu sein.

                          Die Liebe, die wir Menschen nötig haben, die kommt von allen Seiten, nicht bloß von einem Menschen.

                          Wenn du mich fragst, ich wär fürchterlich im Stress, wenn man mich dafür anhält, jemanden alles zu geben, was dieser braucht. Eine Freundin zum Beispiel deckt einen Bruchteil ab, das alles, was man hat, was einem umgibt, was alles da ist, das alles ist als Liebe an uns gegeben.

                          Wir auch. Dein Auto auch. Dein PC ebenso und ob du glaubst oder nicht, selbst das Tor der Vergessenheit ist ein Liebesakt an uns.

                          Ich wünsch dir für heute nette Minuten und gutes Essen. Koch dir was Feines. Nimm Liebe zu dir.

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                          • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                            "Er braucht den Leidensdruck der dafür nötig ist einsichtig zu sein"

                            Es könnte doch geschehen, dass Sie aus eigenen gesundheitlichen Gründen zu einer (länger dauernden) stationären Behandlung müssten. Z.B. an Ihrem weit entfernten Arbeitsort.

                            Das muss ja nicht stimmen. Aber es entstünde eine Situation zu Hause, dass Ihr Vater dem Anspruch auf externe Hilfe endlich zustimmt.

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                            • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                              So, jetzt habe ich endlich mal ein wenig Zeit gefunden, mich mit euren Ratschlägen und Anregungen der letzten Tage auseinanderzusetzen.

                              @Tired

                              Vielen Dank für den Rat bzgl. Wartelisten und Krankenkasse. Ich werde mein Glück in den nächsten Tagen versuchen.
                              Ich werde mich auch tatsächlich mal nach einer Stelle der Lebenshilfe in meiner Nähe erkundigen, einer Selbsthilfegruppe o.Ä., denn ich merke, dass es mir sehr gut tut und mir auch hilft klarer zu denken, wenn ich mit jemandem außerhalb meiner familiären Strukturen darüber sprechen kann.

                              Deinem Rat, mir weniger Gedanken um meine Eltern zu machen, würde ich sehr gerne folgen, aber genau das ist mir in der Theorie absolut bewusst, aber der praktischen Umsetzung steht oft ein Berg von Schuldgefühlen im Weg, die, wenn ich mal mehr an mich denke, leider oft dafür sorgen, dass ich mich furchtbar fühle und so dannn doch keinen Mehrwert für mich daraus ziehen kann. Ich arbeite seit 2 Jahren hart an mir, was das betrifft. Nach meinem absoluten Tiefpunkt, an dem ich das erste Mal darüber nachgedacht hatte, meinem Leben ein Ende zu setzen, gab es für mich nur diese Alternative. Ich musste anfangen, mir ein Leben aufzubauen, das es auch wert war es zu leben, unabhängig von meinen Eltern. Ich habe wirklich Fortschritte gemacht seitdem. Ich habe mich oft gegen meinen Vater gestellt, habe angefangen zu filtern, ob die Entscheidungen, die ich treffe meine eigenen sind oder ob ich durch ihn manipuliert wurde und auch angefangen, ihm klarzumachen, dass wir ein Team sein müssen, weil ich das allein nicht schaffe. Mein Vater hatte sich in eine erstaunlich gute Richtung entwickelt, aber mit seiner Diagnose in diesem Jahr und vor allem mit seiner sich kürzlich massiv verschlechterten Gesundheit, wurde alles schlimmer als je zuvor. Mit der Stärke, die ich ihm zuvor entgegenbrachte, kann ich einem so kranken und momentan hilflosen Menschen, den ich ja trotz aller Schwierigkeiten liebe, nicht mehr entgegentreten.
                              Ich versuche noch einen Weg zu finden, aber momentan fühle ich mich tatsächlich wie gelähmt.

                              @Elektraaa

                              Danke, dass du deine sehr persönliche Geschichte mit mir geteilt hast. In gewisser Weise gibt der Gedanke, dass sie irgendwann "in ihrer Welt ist" mir Mut. Aber es geht mir nicht nur ganz selbstlos um das Befinden meiner Mutter mit der Demenz.
                              Momentan spielt das eine Rolle, ja, denn sie leidet furchtbar darunter, weil sie spürt, wie sie alles verliert und nichts dagegen tun kann, weil sie sich unfassbar schämt, vor allem und verständlicherweise vor meinem Vater, der sie pausenlos maßregelt und erniedrigt. Und weil sie sich nutzlos geworden fühlt und ungeliebt, wenn ich nicht da bin und nun immer öfter sagt, dass sie sich am liebsten das Leben nehmen würde, statt das noch weiter zu ertragen.
                              Was mich betrifft...für mich ist meine Mutter der wichtigste Mensch in meinem Leben. Wir hatten immer ein unfassbar enges Verhältnis und sie ist der einzige Mensch, der mich immer bedingungslos geliebt und wortlos verstanden hat. Ohne die Sanftmut und Liebe meiner Mutter, die immer an mich geglaubt hat und mir Mut gemacht hat zu tun, was ICH für richtig halte, wäre ich nie geworden, wer ich heute bin und hätte vermutlich noch mehr Schaden von der Dominanz meines Vaters genommen.
                              Diesen Menschen auf so furchtbare Weise zu verlieren, wird für mich ein unfassbarer Verlust, denn da ist niemand, der diese Lücke schließen kann und graust es vor dem Tag, an dem sie nicht mehr wissen wird, wer ich bin.
                              Deshalb fällt es mir so schwer, mich "rauszuziehen", wenn es um sie geht und auch positiv an ein "Danach" zu glauben. Hätte ich einen Partner, meine eigene Familie, hätte ich einen emotionalen Halt. Ich versuche diese Ängste und auch die alltäglichen Sorgen meist zu verdrängen, um leistungsfähig zu bleiben und nicht einfach in ein Loch zu fallen, das gefühlt nur auf einen schwachen Moment von mir wartet. Aber wenn es zuviel wird, kommen die Angstzustände und Albträume. Ich weine im Schlaf, hab Luftnot, presse meine Zähne zusamnen etc. Und bin dann den ganzen Tag wie gerädert. Das zeigt mir, dass das Verdrängen auf Dauer nicht die Lösung sein kann. Ich suche gerade nach neuen Strategien, habe nach Jahren wieder angefangen zu meditieren, lese auch gerade ein Buch zum Thema Selbsthilfe bei narzisstischem Vater und ziehe viel daraus. Aber Muster zu erkennen ist nur der erste Schritt. Verhaltensänderung kostet viel Kraft und Überwindung und auch Geduld natürlich und irgendwie trauer ich jetzt schon um meine Mutter, obwohl sie ja noch da ist.

                              Und sie ist mittlerweile so hilflos geworden, dass ich das Gefühl habe, sie beschützen zu müssen. Früher, als sie noch die Wahl hatte bei meinem Vater zu bleiben oder zu gehen, war sie eine starke Frau, die sich auch wehren konnte. Heute ist sie ein Opfer der Launen meines Vaters und durch die Krankheit abhängig von ihm. Deshalb hat das weniger mit Streiten zu tun, wenn er sie attackiert. Für sie ist das wirklich existenziell und hat nichts Unterhaltsames und da stelle ich mich dann meist dazwischen.

                              Meine gute Freundin habe ich übrigens vor ein paar Tagen gebeten, mir etwas Zeit und Raum für mich selbst zu geben und sie hält sich daran, was mir sehr gut tut und mir die Kapazitäten gibt, um z.B. das hier gerade zu schreiben.
                              Das habe ich auch deinen wie du selbst sagst "pragmatischen" Sichtweisen zu verdanken, die mich dazu gebracht haben, an dieser Stelle einzufordern, was ICH gerade brauche.

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                              • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                Hi Bea, ich habe dir gerade ein stundenlanges Textchen geschrieben und aber alles wieder gelöscht...

                                Leider bist du nicht so Gott-glaubend, wie ich es bin. Ich habe dir zig Beispiele beschrieben, die mich davon überzeugt haben und noch überzeugen, dass es jemand gibt, geben muss, der eh alles weiß offenbar, auch was zukünftig passiert.

                                Es sind so unvorstellbar viele "Zufälle" in meinem Leben, da kann ich nicht mehr daran glauben, dass das Zufälle waren.
                                Zum Beispiel habe ich mich mal in die Frage über den Tod vertieft, weil zu diesem Zeitpunkt einer nach dem anderen gegangen ist von meinen Angehörigen und Freunden.
                                Jedenfalls, ( wer konnte das wissen????) ich geh zum Friseur, spontan, offenbar war das eine Eingabe, wie ich sie oft habe- beim frisieren fällt meine Friseuse um und ist tot. Aber vorher haben wir uns noch ausführlich unterhalten über...den Tod...
                                Sie hatte einen Hirnschlag.
                                Mal umgekehrt, ich fahr zufällig zur richtigen Minute wohin und erlebe die Geburt eines Kindes, bin dabei, war nicht geplant..
                                Oder, man besucht sich, zufällig treffen alle ( sieben Geschwister) Kinder von hunderten Kilometer im Umkreis zusammen, um Papa zu besuchen und tags darauf wird er wegen eines Akutfalles, (der auch nicht vorhersehbar war) eingeliefert und es passiert ein Kunstfehler und er stirbt daran..
                                ich kaufe Dinge, wo ich nicht weiß, warum, wozu, aber ich spür, das ist dran und dann Monate später retten sie mich, helfen mir extrem raus, diese Dinge, die ich ohne nachzufragen warum, gekauft habe, aus "innerem Befehl"...oder ich geh wo hin, wo ich zufällig einen Geschäftsauftrag erhalte, auf den ich gerade so zufällig gebraucht habe..oder jemand kommt und kauft mir etwas ab, zufällig am Tag, wo meine Geldbörse leer war...oder oder oder...ich erlebe keinen Tag, wo ich nicht spür, wo ich nicht weiß, danke, da wurde mir aber wieder mal sehr geholfen..

                                Gute Nacht, du Ungläubige..

                                Ich hoffe schwer, dass auch du überzeugt wirst, dass du nicht alleine bist und etwas Geistiges, hochheiliges bei dir ist, immer, allzeit bereit, für dich da zu sein...

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                                • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                  Hi Bea, ich bin wieder da !

                                  Schönen guten Morgen erstmal, mein Frühstück war grad dran, also ist erst "früh am Morgen" für mich und bei den Feiertagen habe ich es auch so. Wenn Zeit für Nichtstun ist, dann ist das der Sonntag, egal, ob das für andere Leut der Dienstag ist, für mich ist es der Feiertag und Ruhetag, also ein Sonntag.

                                  Du hast derzeit etliche Dienst- Tage ( wo man viel tun muss für andere) und auch viele Mond-Tage ( wo es nicht Tag ist, sondern Nacht) und wenige Frei- Tage ( wo man sich frei fühlt) und im Moment wenige Sonn- Tage.

                                  Dein Papa hat viele Donner-Tage. Krankheitsbedingt geht er herum wie ein Narzisst.
                                  Das ist man nicht von Ungefähr. Das ist meist angelegt und ein genetisches Programm, ein Erbgut, das man in sich trägt und das bei manchen herauskommt, bei manchen schlummert.
                                  So ist es auch mit vielen Phobien, die sind nicht selten und viele plagen sich damit herum.

                                  Ich zum Beispiel habe eine Sozialphobie und viele Wege gefunden, sie zu kaschieren, sie in den Hintergrund treten zu lassen, sie zu meistern und einfach auch damit zu leben gelernt.

                                  Manchmal kommt mir vor, gibt es eigentlich einen Menschen, der sich nicht plagen muss mit irgendwelchen Störungen in der Seele? Mich wundert es nicht, wenn wir das alles haben und keiner wirklich frei ist von Nöten und von Herzschmerz.

                                  Meine Theorie ist, wir sind da, um diese Nöte und Schmerzen in den Griff zu bekommen und uns selbst, wie auch uns gegenseitig daraus zu befreien, daher werden wir damit auch konfrontiert und daher erleben wir das alles.

                                  Ich hab eine Mutter erlebt, die recht unbeherrscht war und ihren Emotionen nicht Herr war. Von einer Minute auf die andere war sie mitten in Wutanfällen, dann wieder in größtem Herzleid, dann wieder jauchzte sie und und sang sie und tanzte sie überschwänglich und beim Liebe schwören war sie Weltmeister, ebenso beim Zuschlagen.
                                  Es ist verständlich, dass mir Menschen suspekt sind und mein Weg ein anderer war, als von jemand, dem die Familie ein Hort der Geborgenheit war und der Sicherheit.

                                  Alles hat seine Vor und auch Nachteile. Ich habe praktisch von Kind an kein Anlehnungs"objekt" gehabt. Da gab es niemand, dem ich traute und wegen dem bin ich auch nicht betroffen, falls jemand nicht da ist. Ich wurde durch diese Erziehung zur Selbstständigkeit gezwungen, ggg..was anderes war ja nicht machbar.

                                  Hinkuscheln und Unterschlupf gibt es dort, wo man sich sicher fühlt, wo man Frieden spürt und keine Angst mehr spürt vor Übergriffe oder Angriffe aller Art.
                                  Das habe ich bei mir selbst, mit mir alleine am meisten, das Gefühl des Friedens und des richtig frei seins von Attacken aller Art.
                                  Dann, was noch dazu kommt, ich habe im Laufe meiner Geschichte gelernt, mich so zu benehmen, dass Attacken möglichst ausbleiben und ich kaum jemandes Zorn wecke, oder jemandes Angst, was ja fast das Gleiche ist.

                                  Unsere Mam, das habe ich heute erkannt, die war sehr schnell in Angst-Stress und wenn sie das war, dann kam halt das Fletschen und das Beißen.

                                  Ich vermute, deinem Papa gehts auch ähnlich. Du und deine Mutter dürft euch nicht sagen, er ist ungerecht, schlecht, bösartig, denkt lieber, er hat grad sehr viel Furcht und Stress und Not, darum greift er an.

                                  Wenn ich auf meinen Hund zugehe, dann wedelt er, dann wirft er sich auf den Rücken und zeigt mir seinen Bauch und freut sich offensichtlich. Ich löse bei ihm keinen Stress aus, keine Furcht, sondern Freude.

                                  So weit möchte ich es bei meinen Kindern schaffen, dass sie wedeln, wenn ich auftauche..aber, weil ich mal gestresst gebissen habe in ihrer Kindheit, ( ich war sicher für sie nicht immer ein Hort der Geborgenheit und Liebe und Wärme) zeigen sie nicht sofort den Bauch. Das dauert immer etwas. Ich kann es verstehen und daher auch nachsehen, mich darüber nicht mehr wirklich grämen, wie früher oft.
                                  Das ist wie ein Kreislauf- sie sind erstmals bedeckt und bei Distanz, ich war darüber gekränkt und hab dementsprechend reagiert und fertig war die unendliche Geschichte, Unfriede...Unbehaglichkeit, Furcht, Ärger....

                                  Warum schämt, grämt sich deine Mutter, wenn ihr Mann sie anreift? Bei ihr und bei dir müsste Mitgefühl auftauchen für ihn und vor allem die Einsicht, dass er krank ist in seiner Psyche.
                                  So wurde er gemacht, so wurde er, wegen was auch immer. Dafür kann er leider nichts.

                                  Schaden begrenzen, indem man sich nicht mehr kränkt, oder gar wegen dem fürcherlich schlecht fühlt. Mitleid haben geht besser.

                                  Ich habe mit mir Mitleid, mit meiner Mama, mit meinem Papa und mit allen, denen es einfach nicht immer gelingt, sich "normal" wohlig, wonnig zu geben, sich so zu fühlen, sich so auszudrücken. Der Stress ist schuld. Der ist nur "umzubringen", wenn man sich nicht stressen lässt und auch nicht stresst.

                                  Ich wünsche dir für heute Gelassenheit, Liebe und Friede im Kopf und in deinem Herzen.

                                  Für dich, für deine Familie, für alle auf der Welt.

                                  Viele nette Momente und geh sorgfältig um mit dir, bewahre dich vor Aufregungen aller Art. Verströme Ruhe und Friede, damit beruhigst du deine Leute am meisten. Das wird auch dir sehr helfen, ganz komplett leise in dir sein mal, zu dir, zum Geschirr, zum Besen, zum Papa, zur Mama, zu deinen Freunden..zur Tastatur..ruhig, lieb sein.. das bringt in einen Zustand des Friedens.

                                  Lieben Gruß
                                  bis nachher, hoffentlich..

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                                  • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                    "da wurde mir aber wieder mal sehr geholfen.."

                                    Sie haben einen sehr fähigen Schutzengel, Elektraa.

                                    Den haben viele Menschen - auch Atheisten. Sie nennen ihn nur anders...

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                                    • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                      Hi liebe Bea,

                                      ich melde mich auch mal zu Wort

                                      Also, meine Mutter ist vor knapp zehn Jahren gestorben, Nieren- und Leberversagen, sehr wahrscheinlich im Zuge von Depressionen, Ängsten und vor allem dann Alkoholismus. Mein Vater ist ein klassisches Patriarch, der seine Familie wohlmeinend, aber doch auch recht autoritär dominiert (hat). Er lebt noch.

                                      Zu Lebzeiten meiner Mutter hab ich in ihren letzten Jahren einige Gespräche mit ihr geführt, warum sie ihn nicht verläßt, sich nichts eigenes aufbaut. Sie wollte/konnte nicht.

                                      Wie schon gesagt, lebt mein Vater noch. Aber allein. Zwischenzeitlich beziehungsunfähig, wie er selbst es auch mit eigenen Worten sagt. Auch an ihn habe ich in den vergangenen Jahren oft drangeredet, sich Anschluß zu suchen, einen Freundeskreis aufzubauen, eine Putzhilfe zu akzeptieren, etc. etc. Hat er alles abgeblockt, er kommt allein zurecht.

                                      Mittlerweile habe ich es aufgegeben.

                                      Er ist 69, er ist "groß", er ist erwachsen, und reinreden und überzeugen kann ich ihn nicht. Würde ich Dinge über seinen Kopf hinweg entscheiden, wäre die Kacke am Dampfen...

                                      Was man zudem wissen muß, ist, daß es in der Familie - ich habe zwei Brüder - mit einem der beiden in seiner Jugend ziemlichen Trubel bis Ärger gab, was am Ende soweit gegangen ist, daß mein Vater ihn praktisch verbal verstoßen hat. Jeder Versuch, da etwas zu kitten, scheitert sowohl an meinem Bruder, als auch am Unverständnis meines Vaters zu erkennen, zuzugeben und sich dafür zu entschuldigen, daß auch er damals einige Fehler gemacht hat.

                                      Warum ich Dir das erzähle?

                                      Zum einen, um Dir zu zeigen, daß es außer Dir, Tired und Elektraa noch viele viele andere Menschen auf dieser Welt gibt, die Probleme mit ihren Eltern haben. Leider. Ich wage mal zu behaupten, daß das sogar eher die Norm ist als die Ausnahme... auch leider.

                                      Fakt ist aber auch:
                                      Unsere Eltern sind erwachsen!! Sie wissen selbst, was sie im Leben erfahren und erlebt und erlitten haben, und wenn sie nichts ändern, dann deshalb, weil sie es nicht wollen bzw. können. Und ich denke, sowohl Tired als auch Elektraa können so wie ich ein Lied davon singen, wie schwierig es ist, alte Gewohnheiten zu ändern und durch etwas neues und vor allem unbekanntes zu ersetzen.

                                      Das ändert aber nichts daran, daß Du erkennen und annehmen mußt/solltest/darfst, daß Dein Vater für sich selbst verantwortlich ist.

                                      Das ist hart. Das ist schwer.

                                      Ich hab vor ein zwei Wochen selbst noch um meinen Vater geweint, der sich in seiner Einsiedelei isoliert hat.
                                      Aber ich komme nunmal nicht näher an ihn heran, als er mich heranläßt. Punkt. Muß ich akzeptieren. Auch, wenn es mir für ihn leid tut, weil ich weiß, daß er mit seiner Situation nicht wirklich glücklich sein kann. Aber er hat sich arrangiert, wie er selbst sagt - was also kann ich dagegen tun? Nichts... leider... also hab ich es aufgegeben.

                                      Was Deine Mutter mit ihrer Demenz anbetrifft, sieht die Sache sicher ein klein wenig anders aus, weil sie sich zunehmend weniger selbst helfen kann.
                                      Das ist schade und traurig, und ich kann es Dir insofern sehr gut nachfühlen, als die letzten Wochen und Monate meiner Mutter ebenfalls sehr leidvoll gewesen sind bzw. gewesen sein müssen und ich - vor allem auf eine Entfernung von 140km mit Job und hochschwangerer Ehefrau - nicht viel für sie tun konnte.

                                      Aber auch hier habe ich mir irgendwann gesagt:
                                      Ich habe im Laufe der Jahre zuvor so oft mit ihr gesprochen, ihr zugehört, versucht, ihr Mut zu machen, ihren eigenen Weg zu gehen. Aber sie wollte sich ebenfalls nicht helfen lassen. Sie hat sich immer stärker dem Sekt und dem Wein ergeben, versucht, ihren Kummer und ihr Leid wegzuspülen, und auch, wenn sie mit zunehmendem Alkoholismus und fortschreitender Erkrankung sicher immer weniger bewußt gehandelt hat, so hat sie doch zumindest in den Anfängen noch wissen müssen, was ihr passieren könnte bzw. würde...

                                      Und ja - ich will definitiv keinen Scheinheiligenkranz - ich bin selbst depressiv-ängstlich-zweifelnd-hadernd-hoffnungslos, immer wieder und viel zu oft - und ja - ich weiß, daß ich selbst einiges ändern müßte, wenn ich denn erstens nur etwas genauer wüßte, was und wie, und zweitens den Mut dazu aufbrächte, mit einigen schlechten Angewohnheiten zu brechen (Trinken tue ich allerdings nicht, auch sonst keine Drogen, nur, damit da keine Mißverständnisse aufkommen ).

                                      Ich habe also eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, wie schwer es ist, schlechte und falsche Gewohnheiten zu ändern, etwas Neues auszuprobieren und sich darauf einzulassen.

                                      Aber: Nur ICH kann das für MICH tun. Niemand anders! kann das für mich tun. Nur ICH für MICH.

                                      D.h., auch, wenn ich mir manchmal sehr wünsche, ich könnte meine Verantwortung an meine Frau, meinen Sohn, meine Freunde, meine Umwelt abtreten - ich werde sie letztlich niemandem wirklich aufbürden, weil es ausschließlich an mir liegt.

                                      ***

                                      Daher ist mein Ratschlag für Dich - auch, wenn es sehr hart klingen mag:

                                      Beginne, Dich wirklich von Deinen Eltern zu distanzieren!!

                                      Warum?
                                      => Weil Du selbst bereits massive körperliche, gesundheitliche und psychische Beeinträchtigungen bei Dir selbst feststellst!!

                                      "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst."
                                      Das bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als daß Du für Dich selbst genauso eine Verantwortung hast und für Dich exakt genauso sehr sorgen sollst wie für Deine Familie und Deine Freunde.

                                      Du kannst nur ausreichend geben, wenn Du gesund (genug) bist und Dich die Situation nicht auslaugt und fertigmacht.

                                      Vielleicht muß Dein Vater lernen, daß es eben doch nicht so gut läuft, und das lernt er vielleicht nur, wenn Du Deine Mutter und ihn nicht umsorgst und Dich um sie kümmerst. Denn ihr braucht Hilfe und Entlastung - und zwar IHR, IHR alle drei. Nicht nur Deine Mutter und Dein Vater, sondern auch Du.

                                      Ich weiß, daß das wie gesagt ziemlich hart klingt, und ehrlich gesagt: Wenn ich in Deiner Situation wäre, wüßte ich nicht, wie ich das anpacken sollte... ich liebe meine Eltern auch.
                                      Und trotzdem mußte ich lernen, daß es mich seelisch-psychisch aufreibt, wenn ich mich zu sehr mit den inneren Zwistigkeiten meine Eltern und ihrer jeweiligen Probleme identifiziere. Ich habe gelernt, auf Distanz zu gehen - und ja - es tat scheiße weh... tut es immer noch, wenn ich tiefer drüber nachdenke und hineinfühle. Aber ich bin nicht voll verantwortlich für zwei erwachsene Menschen, die sich ihr Leben so aufgebaut haben, wie sie es getan haben.

                                      Was wiederum nicht heißen soll, daß Du nicht helfen sollst, wenn sie um Hilfe bitten.
                                      Aber laß sie darum bitten. (Und ich meine wirklich normal bitten, selbstverständlich nicht betteln )

                                      Wie wäre es, wenn Du Dir im gleichen Ort eine eigene kleine Wohnung suchst, in der Du wenigstens stundenweise immer wieder auf Abstand gehen kannst? Du wärest trotzdem in der Nähe, könntest einmal am Tag bei Deiner Mutter vorbeisehen und wärest auch ansonsten da, wenn sie Dich brauchen. Hättest aber ein sicheres Refugium.
                                      Und Dein Vater würde vielleicht etwas besser erkennen, was geht und was nicht geht.

                                      Okay - vielleicht ist er auch noch von der patriarchalischen Generation, die keine Hilfe von Außen annimmt, weil sie "keine Probleme" hat und alles mit sich selbst ausmachen will. Kenne ich... ;/
                                      Trotzdem erwartet er damit implizit, daß Du da bist - und das darf er nicht!

                                      Du bist auch ein Mensch.
                                      Ein liebenswerter Mensch.
                                      Ein eigenständiger Mensch.
                                      Ein Mensch mit eigenen Rechten.
                                      Ein Mensch mit Rechten, die gewürdigt und akzeptiert werden müssen.
                                      Ein Mensch mit unglaublicher Macht.
                                      Aber auch ein Mensch mit erschöpfbaren Grenzen, wenn diese nicht respektiert werden!


                                      Liebe Bealadiva,

                                      ich kann Dir wirklich gut nachfühlen, was da für ein Konflikt in Dir toben muß, weil ich ihn im Ansatz auch erlebt habe und manchmal immer noch spüre.

                                      Aber wir müssen uns echt bewußt machen, daß wir auch ein Recht auf Leben haben - und zwar nicht erst, wenn unsere Eltern beide gestorben sind. Vorher schon. Mit jedem Atemzug

                                      Es ist keine einfache Situation, in der Du steckst.
                                      Aber ich hoffe, ich kann Dir mit meinen Worten ein ganz klein wenig helfen


                                      Du bist ein wunderbarer und liebevoller Mensch - sei also auch wunderbar und liebevoll zu Dir selbst, dann kannst Du es umso mehr für Deine Mutter und Deinen Vater sein


                                      Paß auf Dich auf

                                      LG,
                                      Alex

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                                      • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                        "da wurde mir aber wieder mal sehr geholfen.."

                                        Sie haben einen sehr fähigen Schutzengel, Elektraa.

                                        Den haben viele Menschen - auch Atheisten. Sie nennen ihn nur anders...
                                        Wenn, dann hat den jeder Mensch, anders kann es nicht sein. Wie nennen Sie den??

                                        Ich wär aufgeschmissen, ich würde mich nur fürchten, wenn ich mich nur auf mich verlassen müßte und auf meinen kleinen Durchblick.

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                                        • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                          Hi Alexilein

                                          Ich freu mich immer so, wenn ich deine langen Briefe lese. Du bist so ein herzlicher Mensch und hast so eine berührende Art zu schreiben.
                                          Das klingt wie: ""Kopf hoch Liebes..alles wird wieder gut...""
                                          ...wie eine richtig gute, liebe tröstende Mama kommst du mir vor, obwohl du ein Mann bist.





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                                          • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                            Im Nachbarforum hat jemand einen Namen genannt, ich habe gegoogelt und da war eine religiöse Veranstaltung mit einer ( in Amerika wohl recht bekannten) Rednerin, die ich mir dann angehört habe.

                                            Obwohl das mit "Jesus", Gott und Co" bestimmt auch nur eine Parabel ist, eine von mehreren "Fabeln", die bei uns etwas auslösen und bewirken sollen, (zB. bestimmte Regeln einhalten, mehr aufpassen etc.) , diese Rednerin hat echt das Zeug, eine klar verständliche Anweisung zu geben, wie "es" geht.

                                            Ich suche den Namen heraus und verlinke. Bitte zuhören, bis zuletzt und dann finden, so wie ich auch, das ist eine brauchbare Variante, wie man hinschauen sollte.

                                            Wenn man sich zurechtlegt, es gibt eine negative Kraft, auch eine positive, dann ist man schon mal am Unterscheiden und glaubt nicht mehr alles, folgt nicht mehr allem. Das ist sicher nicht schlecht, wenn man selektieren lernt. Um das geht es ja. Man muss einen "Feind" ausdenken, der nicht mag, dass es uns gut geht und dem gegenüber steht wer, der zeigt, wie man da hin kommt, dass man sich gesund und gut fühlt ( statt krank und leidend und ängstlich etc.)

                                            Unsere Denke, unsere Ansichten, unser Dogma, unsere Grundsätze und und und sind im Laufe der Geschichte verfranst und verdreht und vermurkst und so kompliziert geworden, dass man echt nicht mehr weiß, was richtig ist und was falsch.

                                            Damit alles einfacher geht, haben wir einen Teufel erfunden und einen Gott. So könnte man das sehen. Mir hilft jedenfalls der Gedanke, dass es einen Herrgott gibt ( auch wenn es vielleicht ich selbst bin in einer höheren Form meines Geistigen Leibes, dessen ich mir nicht bewusst bin) und um das ganze rund zu machen gibts eine andere Form des Seins, eine, die eben nicht gerade für Gesundheit und Wohlstand sorgt.

                                            Alex, nimm mal diese Kost zu dir und dann sag mir, wie du diese Geschichte in der Geschichte anehmen kannst als Hilfestellung.

                                            Wart, ich schau mal, Diana hat diesen Namen genannt.

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                                            • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                              Joyce Meyer...bitte nachsehen..

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                                              • Re: Ich brauche Hilfe und weiß nicht wie

                                                Alex, du hast bei deiner Mutter mitverfolgen können, wo man landet, wenn man sich in eine bestimmte Form von Denke verfranst.

                                                Sie hat etwas geglaubt und nach diesem Glauben gehandelt.

                                                Ebenso der Vater- er glaubt etwas und danach handelt er...

                                                Haben sie mal gefragt, stimmt eigentlich, was ich glaube?

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