Ich bin neu hier und habe mich extra angemeldet um euch schildern zu können wie ich mich die letzten Jahre schon fühle und auch in der Hoffnung das mir hier vielleicht weitergeholfen werden kann. Ich hoffe ich habe für meine Frage auch den richtigen Thread gewählt, da ich mir nicht sicher war wo mein Thema am besten hineinpasst.
Also zuerst einmal ein bisschen etwas zu mir. Ich bin 19 Jahre alt und Studiere momentan in Regensburg Biologie im 3. Semester. Ich wohne noch Zuhause bei meinen Eltern und Pendel unter der Woche mehr oder weniger häufig 70km in die Uni. Ich habe eine Freundin und führe mit ihr seit gut 2 Jahren eine glückliche Beziehung. Ich Reise gerne, spiele Gitarre, treffe mich viel mit Freunden und habe viel Spass daran Computerspiele zu spielen (auch meist mit Freunden).
Nun zu dem was ich seit etwa 4-5 Jahren fühle und weswegen ich mir tatsächlich bis vor kurzem nie so richtig den Kopf zerbrochen habe, weil ich immer dachte das es zum "älter werden" dazugehöre. Es ist sehr schwer dieses Gefühl in Worte zu fassen. Ich habe auch schon öfter versucht meiner Freundin davon zu erzählen, bin aber immer daran gescheitert das von mir gefühlte ordentlich in Worte zu fassen. Ich möchte es hier trotzdem noch einmal versuchen.
Es lässt sich am besten beschreiben indem ich sage das es sich anfühlt als würden alle meine Sinne noch funktionieren, wären aber viel eingeschränkter und unempfindlicher. Habe ich vor ein paar Jahren das Geschehen noch scharf und deutlich gesehen kommt es mir jetzt vor als sähe ich alles durch Milchglas. Habe ich im Park noch Geräusche und Gerüche viel intensiver wahrgenommen, fallen sie mir jetzt kaum noch auf. In meinem Leben bin ich ansonsten noch voll funktionsfähig! Ich schaffe es viel mit meiner Freundin zu machen, viel mit Freunden zu unternehmen und ein mehr oder weniger erfolgreiches Studium zu führen. Es bleibt trotzdem das Gefühl das ein Tag den anderen jagt und ich nicht so richtig Mitkomme. Ein Jahr fühlt sich teilweise an wie eine Woche. An Dinge die an vorherigen Tagen geschehen sind kann ich mich nicht immer unbedingt schnell erinnern und bei Details wird es richtig anstrengend bis unmöglich. Diese Entwicklung macht mich sehr traurig da ich sonst immer ein Mensch war der sehr viel Freude im Moment gefunden hat, was mir jetzt aber nicht mehr so richtig möglich ist.
Ich dachte zu Beginn das es vielleicht mit einem zu eintönigen Alltag zusammenhängen könnte und deshalb entscheiden Freunde von mir spontan für 3 Wochen auf ihrer Reise durch Südostasien zu begleiten. Auch auf dieser Reise besserte sich das Gefühl aber nicht irgendwie nicht so richtig dabei zu sein. Auch jetzt Rückblickend liegt das Gesamte Ereignis wie im Nebel so wie alles das weiter als eine Woche zurückliegt auch.
Was sich neu entwickelt hat ist das ich in den letzten Monaten Probleme bekommen habe zu unterscheiden ob ich Träume oder wach bin. Oft wache ich aus träumen auf und brauche erst einmal mehrere Minuten um mich zu versichern das ich wirklich wach bin. Auch mein Leben kommt mir immer mehr vor wie ein Traum als Wirklichkeit, was wohl größtenteils davon kommt das es sich anfühlt als wären zwar alle Sinne vorhanden aber nur eingeschränkt nutzbar.
Ich hoffe jemand hier kann mir helfen und vielleicht Tipps geben oder Aufschluss darauf was ich gerade erfahre. Vom Arztbesuch hat mich bis jetzt immer abgehalten das was ich fühle nicht direkt in Worte fassen zu können und die Angst das es vielleicht zum älter werden gehört das Leben nicht mehr ganz so "intensiv" wahrzunehmen. Ich beantworte euch gerne Fragen wenn ihr welche haben solltet ich bin in jeder Hinsicht ein offenes Buch. Über antworten von euch würde ich mich wirklich sehr freuen.
Liebe Grüße
Neckaw
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