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Darmkrebs, Chemo vor oder nach Lungen-OP ?

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  • Darmkrebs, Chemo vor oder nach Lungen-OP ?

    am 2.8. wurde bei mir ein Tumor aus dem Dickdarm entfernt, der bereits die Magenwand infiltriert hat (pT4 pN2, G2). Es befanden sich Metastasen in den Lymphknoten, darüber hinaus gibt es eine Lebermetastase und eine Lungenmetastase. Die Leberresektion des rechten Leberlappens erfolgt vor ca. 3 Wochen, die Lungenresektion steht noch aus. Nach all den schweren OPs soll eine Chemo (Oxaliplantin mit 5FU und Folsäure) angeschlossen werden. Ich stehe nun vor der Entscheidung, erst Chemo oder erst Resektion der Lungenmetastase. Wie kann man den Erfolg einer Chemo feststellen, wenn alle nachweisbaren Metastasen entfernt wurden. Sollte ich nicht besser vor der Lungen-OP die Chemo setzen, um feststellen zu können, daß sie auch anschlägt ?
    Der CEA-Wert lag nach der Leberresktion bereits bei 2,7.
    Viele Grüße
    Ute


  • RE: Darmkrebs, Chemo vor oder nach Lungen-OP ?


    Ich sehe, die Entscheidung steht immer noch aus, verständlicherweise ist sie nicht leicht. Bitte schauen Sie nochmal in Ihren Beitrag vom 13.10. und die nachfolgenden Antworten auf Ihre Frage.

    Kommentar


    • RE: Darmkrebs, Chemo vor oder nach Lungen-OP ?


      Sehr geehrter Herr Dr. Hennesser!
      Es steht mir zwar nicht zu, mich in die Krankengeschichte von Ute einzumischen, als indirekt Betroffener ist jedoch diese Frage auch für mich nicht ganz unbedeutend.
      Ihre Antwort ist - nach meiner Auffassung - nicht ganz befriedigend, vielleicht habe ich Sie aber auch nicht ganz verstanden.
      Die Frage von Ute - und auch meine Frage -, jeweils vom 13.10., zielen darauf ab, ob es nicht besser wäre, anhand einer bestehenden Metastase zunächst festzustellen, ob die Chemo überhaupt anschlägt. Oder besser gefragt: Wie kann bei einer adjuvanten Therapie festgestellt werden, ob eine Chemo anschlägt? Ich glaube, daß das eben nicht möglich ist, sondern gleichsam eher gehofft wird, daß sich keine neuen Metastasen bilden. Zudem ist zu bedenken, daß es neben dem Folfox-Schema auch das Folfiri-Schema gibt. Wäre es daher unter diesem Aspekt nicht eventuell ratsam, vor der Operation zunächst zu überprüfen, ob eines dieser Schemata anschlägt? Nach der Operation könnte doch die Chemo im Falle eines Ansprechens fortgesetzt werden, man hätte dann zumindest die Gewißheit, daß die Metastasen auf die Chemo reagieren. Schließlich gibt es ja auch Fälle, bei denen trotz Chemo die Metastasen wachsen und daher auf ein anderes Schema umgestellt werden muß. Ich glaube auch, daß die Operation bei einer "vorbehandelten" Metastase sicherer ist.
      Danke für Ihre Antwort.
      Vinnie

      Kommentar


      • RE: Darmkrebs, Chemo vor oder nach Lungen-OP ?


        Eine adjuvante Therapie wird immer für einen Teil der Patienten völlig umsonst durchgeführt. Dies entsteht dadurch, daß man nie im Voraus sagen kann, bei wem Mikrometatsasen vorhanden sind und bei wem nicht. Dennoch weiß man, daß adjuvant therapierte Patienten hinsichtlich Überleben und Rückfallgefahr im Vergleich zu unbehandelten mehrheitlich profitieren. Bspw. wird bei einer adjuvanten Ersttherapie nach Darmkrebs OP das Rückfallrisiko innerhalb der ersten 5 Jahre von 50 auf 20 % reduziert.
        Der Haken an einer primären Chemotherapie im vorliegenden Fall ist jedoch, daß man nicht von einer adjuvanten Therapie sprechen kann, solange eine sichtbare Metastase behandelt wird. Und was kommt insbesondere dann, wenn die durchgeführte Therapie nicht erfolgreich ist und der Tumor wächst? Dann ist eine OP evtl. sinnlos und jegliche Heilungschance dahin. Somit steht man vor der Frage: 1) OP sofort, anschließend eine adjuvante Therapie durchführen. Nachteil ist die leider hohe Wahrscheinlichkeit, daß der Tumor bereits jetzt gestreut hat und die Ausicht auf Heilung gering ist und man dennoch die OP auf sich genommen hat. Aber die Heilungschance ist eben nicht Null!
        2) zunächst Chemotherapie. Nachteil: bei Mißerfolg Gefahr des Tumorwachstums.

        Als Patient in gutem Zustand würde ich Option 1) wählen, als älterer Patient mit Begleiterkrankungen würde ich Option 2) wählen.

        Kommentar


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