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Diazepam bei Beerdigung

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  • Diazepam bei Beerdigung

    Hallo,

    ich weiss nichtmal ob ich hier richtig bin, aber ich schildere erstmal das Problem, wobei man vermutlich aus der Einleitung schon erahnen kann worum es geht.

    Kurz vor dem Weihnachtsfest ist meine Mutter tödlich verunglückt, das war seitdem eine wirklich harte Zeit. Jetzt steht bald die Beerdigung an, und da ich mir sicher bin das es für mich wirklich fürchterlich wird habe ich mir Diazepam besorgt. Ich bin mir aber die Dosierung noch nicht so ganz Schlüssig. Was ich weiss das es abhängig macht, das möchte ich natürlich vermeiden.

    Ich habe jetzt mit mehreren Tagen Abstand einfach mal getestet ob ich eine Wirkung spüren konnte leider ohne Erfolg, eigendlich wollte ich das Zeug nur einmal nehmen und zwar an diesem Tag aber ich bin mir eben nicht sicher welche Dosis in Ordnung ist und welche Dosis keine Wirkung hat. Ich habe Tropfen 10mg/1ml, 20Tropfen = 1ml.

    Ich habe jetzt an einem Tag 4 Tropfen genommen und habe überhaupt nichts gespürt. Ein paar Tage später habe ich 11 Tropfen genommen und auch dort blieb eine Wirkung komplett aus.

    Ich überlege jetzt ob ich kurz vor der Beerdigung 20-25 Tropfen nehme was ca. 13mg Wirkstoff entspricht. Danach werde ich das Zeug entsorgen bzw. wegkippen.

    Welche Dosis ist medizinisch vertretbar bzw. kann ich für diesen harten Weg nehmen bzw. was wäre medizinisch vertretbar und welche Dosis sollte ich nicht überschreiten ?

    Gruß


  • Re: Diazepam bei Beerdigung

    Hi,
    naja, die Wirkung kann da recht individuell sein.
    Für jemanden der es nicht gewohnt ist und bei dem es so wirkt wie es wirken soll, der dürfte bei 10mg schon gut sediert sein.

    Mehr als 5mg würde ich an deiner Stelle nicht nehmen, eigentlich dürfte schon die Hälfte reichen.
    Du musst auch bedenken, eine Beerdigung ist auch eine Verabschiedung, diese dann im Tran mitzumachen könnte später bereut werden.

    Ich frage mich auch welche Wirkung du dir erwartest?
    Es ist ja ein Beruhigungsmittel und wenn du es schon mal getestet hast und nicht viel gemerkt hast, heißt es ja nicht automatisch dass keine beruhigende Wirkung eingetreten ist, sie ist dir nur nicht aufgefallen.
    So gesehen kannst du die Wirkung für aufregende Situationen, eigentlich auch nur in einer aufgeregten Situation testen.

    Wovor hast du denn Angst was passieren könnte, wenn du nichts nimmst?
    Auf Beerdigungen ist so ziemlich alles erlaubt, vom Weinen bis zum zusammen klappen und manchmal sollte es auch einfach durchlebt werden, es gehört zum Abschied nehmen dazu.

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    • Re: Diazepam bei Beerdigung

      PS,
      so Beruhigungsmittel sind auch unter bestimmten Umständen schwer berechenbar.
      So richtet sich die Wirkung z.B. auch danach ob du was gegessen hast, oder wie ruhig bzw. aufgeregt du bist, in welcher psychischen Verfassung du bist, wie viel Schlaf du die Tage vorher hattest usw. usw..
      Es könnte also ganz schön nach hinten los gehen, wenn du mit hohen Dosen experimentierst und dann bei der Beerdigung vollkommen schlapp machst.
      Ich würde da doch eher am Abend vorher ein bisschen was nehmen um die Nacht einigermaßen durchzustehen und vor der Beerdigung eher nicht.
      Ich denke mal dass noch einige nahe Verwandte dabei sind, das gibt ja auch nochmal Sicherheit und Trost und wenn du erst mal da bist, die Trauerfeier im Gange ist, dann lässt auch die Anspannung nach.
      Wenn ihr hinterher auch noch zusammen sitzt, dann bist du mit klarem Kopf besser dran, als müde und abwesend.

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      • Re: Diazepam bei Beerdigung

        Das Problem ist einfach ich möchte nicht das mein Vater zusammenklappt und ich ihm dann keine Hilfe mehr bin. Wir sind irgendwie alle ziemlich fix und fertig wegen der Sache. Ich habe irgendwie noch nie vor etwas so eine Angst gehabt wie vor dieser Beerdigung. Ich war schon auf Beerdigungen von Tanten usw. aber da waren nicht soviele Gefühle im Spiel wie bei dieser Beerdigung. Naja ok, dann muss ich wohl damit fertig werden.

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        • Re: Diazepam bei Beerdigung

          Ich denke, wenn du die Dosis falsch einschätzt, dann wirst du deinem Vater auch nicht so gut helfen können.
          Diese großen Gefühle gehören einfach dazu, die sind nun mal da und wenn du neben deinem Vater bleibst dann kommt ihr sicher auch damit klar, er wird sich sicher auch wohler mit einer trauernden Tochter fühlen, als mit einer die nicht richtig teilnimmt.
          Wenn du noch Geschwister oder andere Verwandte hast, dann kannst du ja auch mal mit denen reden, dass du angst hast nicht in der Lage zu sein deinen Vater zu stützen und im Notfall jemand anderer bereit steht.
          Es wäre ja auch irgendwo schade wenn du für diese tiefen Gefühle keinen Ort hast, dafür sind Beerdigungen da um auch Gefühle auszudrücken, diese dann zu unterdrücken kann helfen, aber es wird etwas fehlen was einfach zum Abschied nehmen dazu gehört.

          Wie gesagt, ich würde, wenn unbedingt nötig, etwas zur Nacht was nehmen, das wirkt am Tag auch noch nach. Diazepam hat eine sehr lange Halbwertzeit und vollkommen sedieren willst du dich ja sicher nicht.
          Auf jeden Fall solltest du es weit unter den 10mg dosieren, es reicht doch schon ein bisschen Wirkung, wenn du dich betäubst bzw. weg schießt, dann wirst du später damit hadern.

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          • Re: Diazepam bei Beerdigung

            "was wäre medizinisch vertretbar und welche Dosis sollte ich nicht überschreiten ?"

            Die bereits erörterten Gründe für die Einnahme schiebe ich mal beiseite und gehe direkt auf die Frage ein: Etwa 5 mg haben Sie schon probiert und keine Sedierung bemerkt.
            Dann könnten Sie verdoppeln, dies aber am Abend nehmen.

            Tired hat schon auf die lange Halbwertszeit hingewiesen - so dass abends ausreichend wäre -, aber ein wichtiges Problem ist die muskelrelaxierende Wirkung des Diazepams.
            D.h. auch die Skelettmuskulatur ist betroffen (also auch Rumpf und Extremitäten), so dass manchmal schon kurz nach der Einnahme Schwierigkeiten beim Stehen, Gehen und Halten von Gegenständen auftreten können.

            Nachts stört das nicht. Man empfindet die Muskelrelaxation eher als Entspannung.

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            • Re: Diazepam bei Beerdigung

              Dann danke ich schonmal dir Tired, für deine grundsätzlich richtigen Moralischen Aspekte. Du hast vermutlich irgendwo recht, es ist eine Ausflucht ... vielleicht auch ein gewisses grad an Feigheit sich dieser Sache nicht komplett nüchtern zu stellen, aber ich bin was emotionale Sachen angeht sehr dicht am Wasser gebaut und dieser plötzliche Tod meiner Mutter war wirklich schlimm für mich und dem Rest der Familie.

              Die Beerdigung ist gegen 13 Uhr, ich entscheide dann Abends vor dem Schlafen gehen ob ich 10mg einnehmen werde. Insoweit danke ich auch ihnen Dr. Riecke für ihre prof. Meinung zur eigendlichen Thematik.

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              • Re: Diazepam bei Beerdigung

                für deine grundsätzlich richtigen Moralischen Aspekte. Du hast vermutlich irgendwo recht, es ist eine Ausflucht ...
                Um Moral und dass man da durch muss geht es mir gar nicht.;-)
                Ich kanns verstehen sich das etwas leichter machen zu wollen und finde auch nichts verwerfliches dabei.
                Es ist eher eine persönliche Sache, ob jemand zur Trauerbewältigung das Prozedere der Beerdigung mit all ihren Facetten braucht, oder ob es für ihn selber auch ok ist manches ausblenden zu können.
                Also ich persönlich wäre da auch für die "sanftere" Wahl, aber ich weiß halt auch genau dass ich mir keinen Kopf machen würde wenn die Wirkung stärker ist als gedacht und ich die Aufarbeitung durch eine Beerdigung nicht brauche.
                Bei vielen ist das ja anders, sie wollen alles bewusst erleben, nichts verpassen was gesagt wird und ihre Trauer spüren um es verarbeiten zu können.

                Wenn du abends was nimmst kannst du auch nichts falsch machen, Diazepam macht auch nicht so müde wie manch anderes Mittel, finde ich und es ist natürlich legitim die Möglichkeit zu nutzen.

                Ich wünsche dir jedenfalls viel kraft das durchzustehen, auch deinem Vater und hoffe dass du dir bis zur Beerdigung nicht so viele Gedanken um mögliche Überforderungen machst.
                Das ist ein Ereignis wo das auch sein darf und ihr werdet auch das überstehen.

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