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Aggressionen sind vorrangig

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  • Aggressionen sind vorrangig

    Herr Spruth,
    bei meinem Vater (86 J) sind die Aggressionen vorrangig, aber genauso auftredend , wie bei Demenz beschrieben
    Ich kann das bald nicht mehr aushalten, fahre jeden Tag zu meinem Vater, weil mir meine Mutter leid tut. Mein Vater sortiert das Risperdal oft aus der Medidose heraus und ein Wechsel von guten und schlechten Phasen ist die Folge.
    Es läuft dann so ab, daß er, solange ich da bin, nicht ablässt von mir, mit seinen Beleidigungen und beschimpfungen. Immer wieder nimmt er Anlauf. Mein Herz klopft bis oben hin und ich bekomme körperliche Beschwerden. Meiner Mutter tut das leid.
    Ich weiß nicht mehr, wie ich das aushalten soll.
    Für Validation müßte mein Vater erst einmal jemanden an sich heranlassen. Doch es hat niemand eine Chance.
    Danke für Ihre Antwort.


  • Re: Aggressionen sind vorrangig


    Lieber Finkendorf,

    besteht nicht die Möglichkeit, dass ihr Vater die Pillendose gar nicht in die Hände bekommt? Wir verabreichen meiner Mutter zu den jeweiligen Zeiten die Medikamente und passen auf, dass sie die Tabletten auch schluckt, zwar mit viel Murren und Geschimpfe aber wenn man konsequent bleibt, nimmt sie die Medi´s auch. Bei Risperdal ist die regelmäßige Einnahme wichtig. Es handelt sich um ein Neuroleptikum, was beim abrupten Absetzen oder nicht Einnahme zu Absetzerscheinungen führen kann. Dies Medikamente müssen langsam ein- bzw. ausgeschlichen werden. Und wenn ihr Vater mal eine nimmt mal nicht, kann das Medikament auch nicht die Wirkungsweise entfalten. Risperdal ist eigentlich recht wirksam bei Aggressionen. Falls aber bei regelmäßiger Einnahme bzw. bei auftretenden Nebenwirkungen kein Erfolg erzielt wird, sollte der Neurologe ggf. ein anderes Neuroleptikum einsetzen.

    Wichtig ist, dass Situationen, die Aggressionen hervorrufen ggf. durch Überforderung/Ängste, vermieden werden. Man muss genau prüfen, wann treten die Aggressionen auf? Ein Teil kann bestimmt vermieden werden, ein Teil wird aber auch krankheitsbedingt sein.

    Auch der Besuch einer Tagespflege kann bei Ihrem Vater für Ablenkung sorgen und beschert Ihnen und ihrer Mutter eine Ruhezeit. Denn der Erkrankte merkt schnell wenn der pflegende Angehörige überlastet ist und reagiert auch dann aggressiv.

    Beschreiben Sie doch mal, in welchen Situationen die Aggressionen auftreten...dann kann man Ihnen gezielter Tipps geben.

    Lieben Gruß

    Petra S.

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    • Re: Aggressionen sind vorrangig


      Sehr geehrte/r Finkendorf,

      so wie ich Sie verstehe, verträgt Ihr Vater Risperdal und spricht auch darauf an.
      Eine Möglichkeit, eine regelmäßigere Einnahme sicherzustellen bestünde darin, die Medikamentengabe durch eine häusliche Krankenpflege vonehmen zu lassen. Dies kann vom Hausarzt verschrieben werden und geht nicht zu Lasten der Pflegeversicherung.
      Wenn Ihr Vater die Tabletten nicht mag, versuchen Sie es mit der Lösung. Einige Patienten akzeptieren ihren täglichen "Schnaps" eher als die Pillen.

      Mit freundlichen Grüssen,

      Spruth

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