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Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten

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  • Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten

    Hallo, liebe Mitbetroffene, ich brauche Euren Rat!
    Mein Vater (87) leidet seit einigen Jahren an Alzheimer-Demenz.
    Weder meine Schwestern noch ich können ihn pflegen, da wir weit weg wohnen (ich 600 Kilometer entfernt, meine Schwestern je etwa 150).
    Seit dem Frühjahr 2006 wird er von einem sehr guten Pflegedienst betreut, doch so langsam aber sicher reicht das nicht mehr aus. Die Erkrankung meines Vaters ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass er sich selber gefährdet, er kommt nicht mehr mit den einfachsten Verrichtungen klar, er hat keinerlei Zeitgefühl mehr, hat Schwierigkeiten mit der Körperpflege und ist inkontinent (zum Teil allerdings als Folge einer Blasenkrebs-OP vor 15 Jahren). Schon mehrmals ist er nachts viel zu dünn bekleidet in seinem Wohnort umher gelaufen, einmal wurde er von der Polizei nach Hause gebracht.
    Inzwischen hat uns der Pflegedienst dringlich empfohlen, unseren Vater ins Altenheim zu bringen. Und es ist wirklich ein unhaltbarer Zustand so. An den Wochenenden hat er zwar meist Besuch von meinen Schwestern oder mir, aber in der Woche ist er doch (von den wenigen Pflegestunden mal abgesehen) weitgehend unbetreut.
    Seit etwa 3 Jahren isst er im kirchlichen Altenheim zu Mittag.
    Er mag dieses Heim, das nur etwa 100 Meter von seinem Haus entfernt liegt, er verbringt dort freiwillig einen großen Teil seiner freien Zeit, ihm sind die Mitarbeiter sympathisch, findet das Essen gut - und doch wehrt er sich vehement dagegen, dort einzuziehen. Er weiß ja nicht, dass seine Geisteskräfte nachgelassen haben, glaubt, er könne vieles noch selbst regeln.

    Nun haben wir endlich die Zusage des Altenheims, dass der am 2. Januar dort einziehen kann. So froh wir darüber sind, wir wissen nicht, wie wir unseren Vater davon überzeugen können, dass es sein muss.
    Wie gesagt, der Einzug ins Heim ist absolut geboten und notwendig, eine weitere Verzögerung ist nicht mehr drin.
    Bloß wie bekommen wir unseren Vater dazu, mitzumachen? Er ist nämlich mittlerweile auch relativ starrköpfig geworden.
    Gibt es vielleicht Angehörige anderer Demenzkranker, die eine ähnliche Situation erlebt haben und mir raten können?
    Bin für jeden Tipp dankbar.
    Liebe Grüße aus Berlin


  • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


    Liebe Berlin,

    sollte euer Vater dem Heimaufenthalt nicht zustimmen, benötigt ihr eine Betreuungsvollmacht vom Amtsgericht der Stadt, in der er lebt.
    In dem Antrag wird die Situation definiert, ein Neurologe oder Hausarzt stellt eine Diagnose (Demenz?)und ein Vormundschaftrichter genehmigt diese Betreuung.
    Ihr könnt entweder gemeinsam oder einzeln die Betreuung übernehmen.
    Es besteht auch die Möglichkeit einen neutralen Vormund zu beantragen(wird vom Gericht bestellt).
    Letzteres würde ich jedoch möglichst noicht tun.
    Erfahrungsgemäß bekommt ein solcher Betreuer eine Aufwandsentschädigung, außerdem können diese Betreuer, die mehrere Klienten haben, sich nie so intensiv bemühen.

    Solltet Ihr also die Gefahr sehen, dass der Vater nicht ins Heim geht, so solltet ihr jetzt noch eine Betreuung beantragen,denn bis zur Erstellung dauert es ja auch etwas.

    Im NOtfall kann man, glaube ich, eine befristete, kurzfristige Betreuung einrichte, wenn lötzliche Gefahr im Vollzug ist(nach Psych KG 19?

    Ich hoffe ich konnte Ihnen damit weiterhelfen!
    Für den Umzug wünsche ich Ihnen allen alles Gute und wenig STress!

    becki

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    • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


      Hallo,
      Ich rate von einer Amtsgerichts-Geschichte ab. Aber selber habe ganz schlechte Erfahrung gemacht.
      Hol Dir lieber Rat bei der Alzheimerberatung vor Ort aber nicht das Amtsgericht!
      Gruß Mareike64

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      • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


        Vielen Dank für Eure Anworten,

        Betreuungsvollmachten besitzen wir, allerdings wurden diese nicht vom Amtsgericht bestätigt, aber sie tragen die Unterschrift meines Vaters(sehr krakelig).
        Ob das wohl reicht?
        Die Vollmacht, von einer meiner Schwestern ist sehr weit gehend und schließt nicht nur alle pflegerischen und persönlichen Belange meines Vaters ein, theoretisch könnte sie sogar für ihn einen Kredit aufnehmen.
        Noch vertraut uns unser Vater weit gehend und bisher hat er meist unsere Vorschläge irgendwann angenommen, von daher hoffen wir nach wie vor, dass es ohne "Zwang" geht. Jedenfalls haben sowohl eine meiner Schwestern als auch ich selber für die erste Januarwoche Urlaub genommen, damit wir ihn beim Umzug ins Heim begleiten und ihm die Eingewöhnung erleichtern können.
        Gott sei Dank bin ich mir mit meinen Schwestern absolut einig, das erleichtert so einiges.

        Liebe Grüße aus Berlin

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        • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


          Guten Abend Berlin,
          ich habe Ihnen bereits unter Privatnachricht geantwortet, möchte aber nochmal auf die Vollmachtsgeschichte eingehen.

          Ich selbst bin auch im Besitz einer solchen Vorsorgevollmacht und mir wurde vom Amtsgericht bestätigt, dass dies völlig ausreicht.Die Amtsrichterin sah mit Hinweis auf dieses Papier von einer amtlichen Vollmacht ab - wies dies sogar energisch von sich und stellte mir stattdessen einen Beschluss für "Dritte" aus, die gefälligst die Vorsorgevollmacht anzuerkennen hätten.

          Auch mein Vater hat nur "krakelig" unterschrieben und mit dem Beschluss zusammen hat bisher jede Einrichtung das Papier anerkannt - das Heim, die Bank u.a.

          Ich wünsche Ihnen allerdings, dass Sie auf dem Wege vorankommen, den wir privat schon ausgetauscht haben - ohne Gewalt.

          Alles Gute
          Leona

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          • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


            Guten Abend Berlin,
            noch ein Nachtrag -
            ich habe etwas vergessen.
            Rechnen Sie mit einer deutlich längeren Eingewöhnungszeit im Seniorenheim - eine Woche ist gar nichts, besonders bei einem Demenzpatienten. Ich bin den ersten Monat täglich hingefahren, das lief ganz gut.Doch sobald ich nur noch 2-3 Mal pro Woche kam, begannen auch die Schwierigkeiten.

            Stellen Sie sich auch auf eine Verschlechterung des Zustandes ein - meistens geht es 2-3 Monate lang bergab - oft stabilisiert sich der Zustand dann aber wieder.

            Für Demenzpatienten ist das Wegbrechen der vertrauten Umgebung -selbst wenn sie die vorher gar nicht mehr als solche erkannt haben- nun mal eine Katastrophe. Aber all das muss man u.U. hinnehmen, wenn es keine andere Lösung gibt.

            Alles Gute
            Leona

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            • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


              hallo,

              ich mußte meine mutti im september 2006 auch in ein altenheim geben.wir haben es allerdings so gemacht,weil sie auch pertu nicht wollte.

              ich habe meine mutti zu mir nach hause geholt und mit ihr ein paar schöne stunden verlebt.in der gleichen zeit hat mein bruder und mein mann alle sachen in das heim gebracht.am abend sind wir dann alle zusammen hingefahren und haben ihr erzählt das sie nur ein bis zwei wochen da bleiben soll,bis es ihr wieder besser geht.mittlerweile ist sie schon über 1 jahr da,ab und zu fragt sie noch nach ihrer wohnung,aber wir erklären es ihr dann,dass es nicht mehr geht.
              eine betreuungsvollmacht oder generalvollmacht sollte unbedingt gemacht werden,da diese menschen nicht mehr alleine handeln können.

              mfg.tina46

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              • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                Liebe Berlin,
                auch wir haben eine etwas schwammige Betreuungsbescheinigung von der Richterin erhalten. Unsere Mutter hatte uns 8 Jahre zuvor eigenhändig in einem Brief ans Amtsericht ernannt, für den Fall, dass........
                Obwohl solche Erklärungen eigentlich jährlich bestätigt werden müssen, hat die Richterin diese mit Stempel und Unterschrift versehen. Bis vor einigen Wochen gab es damit auch keinerlei Probleme. Allerdings müssen wir jetzt eine erneute, offizielle Amtgerichtsbescheinigung einholen, weil das neue Heim, in das meine Mutter Ende Januar einziehen soll, diese nicht anerkennt.

                Eigentlich finde ich das auch in Ordnung, denn die Missbrauchsgefahr bei Entscheidung nach Aktenlage ist ja wirklich gegeben.
                Mit solchen Notlügen habe ich selber ein Problem, insofern haben wir da schon mit offenen Karten gespielt. Das hat beides vor und Nachteile und muss wohl jeder für sich entscheiden.
                Wichtig ist, dass ihr selber eindeutig seid in eurem Entschluss!
                Ich wünsche euch viel Kraft und Zuversicht! Wird alles irgendwie klappen!
                Lieben Gruß
                becki

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                • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                  Hallo nach Berlin,
                  wie ist die Lage inzwischen? Geht es voran - sprich: konnten Sie Ihren Vater überzeugen? Vermutlich hatten Sie stressige Feiertage - denken Sie daran, dass es wieder besser werden wird, wenn er sich erst einmal eingelebt hat. Versuchen Sie am Anfang häufig bei ihm zu sein, damit er spürt,dass Sie auch weiterhin für ihn da sind.
                  Viel Glück wünscht
                  Leona

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                  • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                    Hallo Leona,
                    Danke der Nachfrage.
                    Noch liegt der "große Tag" vor uns, der Umzug ist für den 3.1 fest geplant, meine Schwester und ich werden gemeinsam versuchen, unseren Vater dabei zu unterstützen.
                    Im Moment bin ich ganz hoffnungsvoll, denn in einem lichten Moment hat mein Vater tatsächlich begonnen, ZU PACKEN, da er ja bald ins Heim umziehen werde.
                    Über die Feiertage war er bei meiner Schwester und da ist eigentlich auch alles recht problemlos gewesen.
                    Gestern, als ich ihn angerufen habe, wusste er allerdings nichts mehr von seinem geplanten Umzug.
                    Mal sehen, wie das alles wird. Ich melde mich am 7.1. wieder, wenn (hoffentlich) alles gut über die Bühne gegangen ist.
                    Liebe Grüße aus Berlin

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                    • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                      Hallo nach Berlin,

                      ich wünsche Ihnen für den 3.Januar viel Glück und, dass Sie ihren Vater ohne Zwang ins Heim bekommen. Meiner Erfahrung nach spüren AH Erkrankte sehr gut die Stimmung der Menschen, mit denen sie zusammen sind. Versuchen Sie mit einem guten Gefühl und fürsorglichen Gedanken den Umzug hinter sich zu bringen. Ihr Vater wird spüren, dass Sie es gut mit ihm meinen, selbst wenn er sich womöglich sträubt.
                      Liebe Grüße
                      becki

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                      • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                        Sehr geehrte/r Berlin,

                        Sorgen Sie dafür, daß vertraute und liebgewonnene Einrichtungsgegenstände, ggfs. auch im Austausch gegen vorhandene und neuere, in der neuen Wohnung/im neuen Wohnheimszimmer Platz finden. Auch Bilder sollten mitgenommen werden. Sprechen Sie möglichst oft vom Umzug am 3.1., damit Ihr Vater sich nicht überrumpelt fühlt, wenn es soweit ist.

                        Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Umzug und ein gutes neues Jahr,

                        Spruth

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                        • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                          Leider ist unser Versuch, den Vater ins Heim zu bringen kläglich gescheitert. Wir haben eigentlich alle Vorschläge, die hier gemacht wurden beherzigt, haben ihn in Telefongesprächen, bei Wochenendbesuchen, zu Weihnachten und an Neujahr auf den Umzug vorbereitet, haben versucht, sein Zimmer dort mit vielen persönlichen Gegenständen auszustatten, haben ihn bei der Auswahl dieser Dinge mit einbezogen, sind zur Eingewöhnung bei ihm geblieben, doch nichts hat geholfen. Mein Vater hat sich derart gegen den Umzug gesperrt, nachts in dem Heim randaliert, sogar gedroht aus dem Fenster zu springen, so dass der Heimleiter sagte, so gehe es nicht.
                          Wir haben ihn dann notgedrungen wieder in sein Haus gebracht, wo er sich ins Bett legte und einen ganzen Tag lang nicht mehr aufstehen wollte. Er ging nicht zur Toilette, aß nichts, trank nichts, ließ sich nicht waschen, rasieren oder die Zähne putzen.
                          Niemand durfte ihn berühren (auch meine Schwester und ich nicht). Der Leiter des Altenheimes meinte, dass für meinen Vater in dem Zustand wohl nur eine geschlossene Einrichtung in Frage käme.
                          Zu Hause kann er so eigentlich wirklich nicht mehr bleiben, denn dort wird er womöglich verhungern, verdursten oder sich wundliegen, weil er sich ja von niemandem helfen lässt, auch die Mitarbeiterinnen des Pflegedienstes, die ihn bisher betreut haben, kommen seit einiger Zeit kaum noch an ihn ran. Außerdem läuft er häufig nachts weg. Fünf Tage vor Weihnachten wurde er mitten in der Nacht von der Polizei auf der Landstraße aufgegriffen, aber selbst die Polizisten wurden mit ihm nicht fertig.
                          Es graust mich allerdings bei dem Gedanken, meinen Vater durch die Unterbringung in einem geschlossenen Heim zu vergewaltigen. Ich mag mir für ihn eigentlich weder eine Freiheitsberaubung (etwas anderes ist die geschlossene Unterbringung ja nicht), noch eine dauerhafte starke Sedierung vorstellen.
                          Jetzt ist er aber sowieso erst mal im Krankenhaus, denn nach dem gescheiterten Umzug ins Heim war er noch verwirrter als sonst und überdies völlig dehydriert. Er wurde zunächst auf einer internistischen Station behandelt und an den Tropf gehängt. In der zweiten Nacht auf dieser Station kam es allerdings auch dort zum Drama, denn er wollte mal wieder weglaufen, begann zu randalieren und ist schließlich gestürzt, so dass man ihn auf die Psychiatrie verlegt hat.
                          Tja...nun ist er also doch auf einer geschlossenen Abteilung.
                          Ich hatte allerdings das Gefühl, dass er dort relativ gut aufgehoben ist, denn die Ärzte und Schwestern machten einen freundlichen und kompetenten Eindruck. Bloß der Anblick meines Vaters war entsetzlich. Der selbe Mann, der sich am Donnerstag noch mit seinem Hütchen auf dem Kopf, mit mir gemeinsam zu Fuß auf den Weg ins Heim gemacht hat, lag nun plötzlich als willenloses Häufchen Elend im Bett, konnte kaum noch reden vom Essen und Aufstehen ganz zu schweigen.
                          Die Ärztin meinte allerdings, dass dieser Zustand nicht so bleiben werde, man müsse ihn jetzt auf eine beruhgiende Medikation einstellen und dann erst mal weiter sehen.
                          So schrecklich es klingen mag, ich bin trotz allem froh, ihn für den Augenblick unter sicherer Aufsicht zu wissen - aber natürlich weiterhin ratlos, wie es weiter gehen soll.
                          Obwohl ich eigentlich nicht besonders religiös bin, bete ich täglich darum, dass wir irgendeine dauerhafte Lösung finden werden, aber wie die aussehen mag - ich weiß es nicht.

                          So, das wars erst mal von hier.
                          Ich wünsche allen anderen Betroffenen Kraft und Mut.

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                          • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                            Nachtrag:
                            Auch wenn ich im Moment noch nicht glaube, dass mein Vater je wieder in seine eigenen 4 Wände zurück kehren kann, muss ich doch überlegen, was zu tun ist, wenn er nach seinem Krankenhausaufenthalt nicht ins Heim geht.
                            Ich denke, man bräuchte auf alle Fälle ein GPS-Gerät, mit dem man ihn gegebenenfalls auffinden kann, wenn er mal wieder wegläuft.
                            Weiß jemand wo man so etwas bekommen kann?
                            Gibt es einen Weblink?

                            Bin für jeden Tipp dankbar.

                            Kommentar


                            • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                              Hallo Berlin,
                              das ist wirklich ein Horrorszenario, das Sie da schildern und im Nachhinein kann man an dem versuchten und gescheiterten Umzug ins Heim auch nichts mehr ändern. Ich hoffe für Sie und den Vater, dass er so vergesslich ist, dass diese Ereignisse für ihn wieder verblassen und Sie einen neuen Versuch machen können - ohne lange Vorbereitung. Sie brauchen ein Haus, in dem man speziell mit Demenzpatienten umgehen kann, wo man auf die Bedürfnisse und Eigenarten Ihres Vaters eingeht. So etwas gibt es - wenn auch selten. Eine andere Möglichkeit wäre einen Dementen-WG. Dort lebt es sich in einer Kleingruppe (5 bis 8 Personen zusätzlich Pflegepersonal)verhältnismäßig normal und frei.Solche Einrichtungen muss es doch auch im Berliner Raum geben.Wenden Sie sich doch einmal an die Alzheimer Gesellschaft oder die Caritas. Viele psychatrische Abteilungen der Krankenhäuser leisten auch sehr gute Arbeit, weil man hier die Struktur der Krankheit oft besser kennt, als in den meisten Pflegeheimen.Aber dort kann er ja nur begrenzt bleiben. Ich fühle mit Ihnen mit - und bin dankbar, dass es bei meinem Vater nicht ganz so schwierig war (ich habe ihn erst sehr kurzfristig mit dem Umzug konfrontiert,das war ein Rat des Hilfswerks Demenz der Caritas)und er sich einigermaßen einlebt.Ihr Vater wehrt sich - eigentlich ein gesundes Verhalten, seine Art, sich gegen die Krankheit aufzulehnen.Da mein Vater auch eine hohe Weglauftendenz hat (4x aus dem Heim weggelaufen), habe ich mich auch mit der "Sicherheitsfrage" hier ans Forum gewandt. Dr.Spruth hat mir mit zwei Links wertvolle Hilfe gegeben. Lesen Sie doch einmal in meinen postings vom Dezember nach - ich habe die Links nicht auswendig zur Hand, muss selbst erst suchen.Ich hoffe, für Sie und den Vater, dass sie eine Lösung finden, die allen gerecht wird. Liebe Grüße, Leona

                              Kommentar


                              • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                                [www.deutsche-alzheimer.de]
                                [www.alzheimerforum.de]


                                Hallo Berlin,
                                hier sind die beiden Links, unter denen Sie wertvolle Hinweise zum Schutz gegen Weglaufen finden - technische Hilfsmittel und anderes. Mein posting finden Sie unter "Weglaufen nimmt immer mehr zu" und unter meinem hiesigen Namen "Leona". Klicken Sie sich unbedingt auf die oben genannten Seiten und melden Sie sich wieder, um zu berichten,wie es weitergeht. Gruß Leona

                                Kommentar


                                • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                                  Berlin, auch von mir noch ein Nachtrag - weil Sie offenbar doch daran denken, den Vater wieder in seine vertraute Umgebung zurückkehren zu lassen. Wäre es denn nicht möglich, eine Hilfs- und Pflegekraft zu ihm ins Haus zu nehmen? Das ist doch für viele Familien eine gute Lösung. Und da ein Haus vorhanden ist, ist vermutlich auch genug Platz und lässt sich auch finanziell einigermaßen regeln. Falls Sie dies erwägen,könnten wir uns auch noch einmal unter Privatnachricht austauschen. Meine besten Wünsche für Sie und Ihren Vater, Leona.

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                                  • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                                    Hallo Berlin,
                                    ich habe noch einen Tipp für Sie, der Ihnen möglicherweise hilfreich in Hinblick auf die Weglaufgefahr Ihres Vaters sein könnte:

                                    Technische Hilfen für Demenzkranke

                                    Orientierungshilfe für den Umgang mit technischen Unterstützungsmöglichkeiten bei der Betreuung Demenzkranker

                                    Erschienen in der Schriftenreihe der Deutschen Alzheimer Gesellschaft e.V. und auch dort bestellbar.Es handelt sich um den Band 4.(Telefonisch erreichbar unter 030-2593795-0)
                                    Falls Sie anrufen, können Sie auch gleich nach Wohngemeinschaften fragen. Es gibt auch ein spezielles Alzheimer Telefon für den Notfall: 01803-17017

                                    Alles Gute!
                                    Leona

                                    Kommentar


                                    • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                                      Danke speziell an Leona für die lieben Antworten und Tipps.
                                      Erst mal ein kleiner Hinweis: Mein Vater wohnt nicht in Berlin sondern in NRW. In Berlin, etwa 600 Kilometer von ihm entfernt, lebe ich.
                                      Einen Umzug hierher oder in eine betreute WG würde er sicher ebenso wenig tolerieren, wie den Umzug ins Heim. Er will in seinem Haus bleiben und da lässt er auch nicht mit sich reden.
                                      Über eine Haushälterin, die bei ihm einzieht, haben wir (meine Schwestern und ich) zwar auch schon mal nachgedacht, aber auch da fürchten wir strikte Ablehnung. Wir hatten schon mal den Versuch unternommen, ihn von einer Tageshelferin stundenweise betreuen zu lassen, aber die arme Frau wurde von ihm zornig aus dem Haus gejagt.
                                      Selbst von meinen Schwestern und mir nimmt er nur widerwillig Hilfe an. Es gibt eine sehr liebe Mitarbeiterin bei dem bisher für seinen Betreuung zuständigen Pflegedienst, die er zumindest gelegentlich toleriert, aber die ist ja dort fest angestellt und hat natürlich noch andere Patienten.
                                      Jetzt ist er in der Psychiatrie aber anscheinend in recht guten Händen. Sie wollen dort versuchen, erstens seinen völlig gestörten Tag-Nacht-Rhythmus wieder gerade zu rücken, seine Aricept-Medikation neu einzustellen und ihn eventuell auch mit Psychopharmaka etwas zu beruhigen. Ziel ist es, ihn wieder zu mobilisieren und seinen Zustand zumindest wieder so zu verbessern, dass er wieder so wie bisher am Leben teilnehmen kann.
                                      Meine Schwester hat Kontakt mit einem Demenzzentrum in seiner Nähe aufgenommen, und von dort werden wir wohl auch Hilfe bekommen. Falls er nach seiner Behandlung nicht in ein Heim entlassen werden kann, wird auch der krichliche Pflegedienst ihn weiter betreuen wie bisher. Zusätzlich soll vielleicht von dort auch eine Köchin zu ihm geschickt werden, so dass zumindest die Ernährungsfrage halbwegs geklärt sein dürfte.
                                      Es ist alles nicht unbedingt so, wie wir es uns gewünscht hätten, aber ein klein wenig Hoffnung haben wir jetzt doch wieder.
                                      So - und jetzt werde ich mir mal Leonas Links ansehen.
                                      Nochmals herzlichen Dank.

                                      Kommentar


                                      • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                                        Hallo Berlin,

                                        es ist immer wieder grauselig wie sich die Geschehnisse in Familien mit Alzheimer ähneln.
                                        Wir hatten das gleiche Problem vor einem Jahr mit unserer Alzheimer kranken Mutter.
                                        Seit dem geht dieser Horror weiter.Damals haben meine Schwester und ich sie beinah erpresst ins Heim zu gehen, weil wir beide nicht mehr konnten. Wir mussten alle paar Tage 200km fahren, um ihre Panikatacken zu kompensieren.
                                        Im Nachhinein war der ganze Verlauf furchtbar, aber ich glaube, dass auch wir Angehörige ein Recht auf Leben haben.
                                        Mag es sich auch sehr egoistisch anhören, aber es kann nicht sein, dass Angehörige an der AD ihrer Eltern kaputt gehen.
                                        Sowohl seelisch als auch körperlich!!
                                        Zur Zeit befindet sich meine MUtter auch in einer geschlossenen
                                        Gerontopsychiatrie, weil die Neurologin nicht mehr weiter wußte.
                                        Unsere Mutter ißt kaum noch, trinkt kaum noch und läuft den ganzen Tag weinend durch das Heim und kündigt ihren Selbstmord an.
                                        Diese Geschichte schreibe ich Ihnen, um aufzuzeigen, dass es nicht immer einen Königsweg gibt, gerade im Zusammenhang mit dieser beschissenen AD!!!!
                                        Meine Mutter ist lange schon nicht mehr da, ihre Hülle aber darf nicht gehen, so sehr sie sich das auch wünscht.
                                        Ich wünsche Ihnen Kraft und einen gesunden Selbsterhaltungstrieb!
                                        Liebe Grüße
                                        Sabine

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                                        • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                                          Liebe Becki,
                                          Du ahnst gar nicht, wie gut mir Dein Beitrag tut.
                                          Natürlich bedauere ich, dass Du Dich in einer ähnlich besch.. Lage befindest wie ich, aber geteiltes Leid ist bekanntlich halbes Leid.
                                          Auch wir haben versucht, unseren Vater zum Umzug ins Heim quasi zu nötigen - und es ist so furchtbar schief gegangen. Ich habe mich so entsetzlich geschämt, als am Sonntag mein Vater als erbärmliches Häuflein Unglück in seinem Psychiatriebett lag und wir uns sagen mussten, dass wir diesen Zustand mit verursacht haben.
                                          Man läuft ununterbrochen mit einem schlechten Gewissen herum, hat ständig das Gefühl sich rechtfertigen zu müssen ("warum wird euer Vater nicht von euch gepflegt?"), lebt in beständiger Sorge, es könnte was passieren.
                                          Aber es ist doch wirklich so: Auch wir Angehörigen haben noch ein Recht auf ein eigenes Leben, auf ein wenig Freude, Freizeit und Erholung.
                                          Ich fahre etwa einmal pro Monat für ein Wochenende zu meinem Vater, das sind jedes Mal 600 Kilometer hin und 600 zurück. Ich fahre Freitag sofort nach Feierabend los und komme Sonntag Abend zurück. Das schlaucht, denn ich brauche meine Wochenenden eigentlich dringend zur eigenen Erholung, zumal ich auch noch gelegentlich Samstags oder Sonntags arbeiten muss.
                                          Gott sei Dank ist mein Ehemann verständnisvoll und meine beiden Schwestern teilen sich mit mir den Stress, das heißt, sie machen eigentlich sogar mehr als ich, da sie nicht ganz so weit weg wohnen.
                                          Wie so etwas gehen soll, wenn man keine hilfsbereiten Geschwister hat oder der Partner nicht mitzieht, das möchte ich mir erst gar nicht vorstellen.

                                          Nochmal Danke für Deinen Beitrag und auch Dir viel Kraft für Deine Aufgabe.

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                                          • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                                            Leona, vielen Dank für die beiden Links.
                                            Die sind wirklich sehr hiflreich. Besonders die Website von Deutsche-Alzheimer ist sehr detailliert und enthält jede Menge nützliche Addressen. Dort habe ich unter anderem die Telefonnummer des Alzheimer-Projektes "Allein lebende Kranke" gefunden. (030 2593795 - 17/-15). Die Dame dort konnte mir zwar auch nicht wirklich weiter helfen, aber sie war sehr nett und hat lange zugehört. Manchmal reicht es ja schon, zu wissen, dass man nicht allein ist und solche Probleme wahr genommen und erkannt werden.
                                            Wie es mit meinem Papa weiter geht, weiß ich augenblicklich noch nicht so genau. Er liegt immer noch auf der Psychiatrie, mittlerweile aber auf der offenen Station. Deren Ziel ist es wohl, ihn "heimfähig" zu machen. Leider wird er dazu mit relativ hohen Dosen von Psychopharmaka vollgepumpt. Ich fühle mich bei dem Gedanken zwar nicht wirklich wohl, aber eine bessere Alternative fällt mir leider auch nicht ein.
                                            Ich wünsche mir doch eigentlich nur, dass mein lieber Vater noch ein wenig leben kann, dass er dabei auch noch etwas Freude hat und dass er nicht über längere Zeit unbetreut ist.
                                            Drückt mir die Daumen, dass das gelingt.
                                            Liebe Grüße aus Berlin.

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                                            • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten


                                              Hallo Berlin,
                                              Sie bleiben aktiv und versuchen, das Beste für Ihren Vater herauszuholen - das ist doch schon sehr, sehr viel! Ich wünsche Ihnen auch weiterhin Kraft und dem Vater, dass er sich mit der neuen Lebenssituation arrangieren lernt und noch ein wenig Lebensqualität hat. Halten Sie uns auf dem Laufenden! Alles Liebe, Leona

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                                              • Re: Umzug ins Pflegeheim -Tipps erbeten

                                                Aus eigener leidvoller Erfahrung weiß ich, wie hilfreich es sein kann, sich bei all den Sorgen und Gedanken nicht auch noch um die Wohnungsauflösung kümmern zu müssen. Günstig soll es auch noch sein. Deshalb empfehle ich den Rümpelheld24. Den erreichst du unter https://www.ruempelheld24.de. Ohne Scherz: Der ist wirklich kompetent, hat Verständnis und macht auch für umfangreiche Haushaltsauflösung und Entrümpelung echt gute Preise. Wenn er in deiner Nähe nicht tätig ist, empfiehlt er einen gleich guten Kollegen. Probier es aus, wenn es soweit ist.

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