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Baldrian

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  • Baldrian

    Hallo,
    da wir in den letzten Monaten Erfahrungen bei meinem dementen Vater mit Baldrian gemacht haben, würde mich interessieren, wer noch darüber berichten kann. Auch Herrn Dr. Spruth würde ich gerne fragen, welche Wirkung er dem Baldrian zuschreibt.
    Habe es bei meinem Vater angefangen einzusetzen, als er im März wieder psychotisch wurde, zusätzlich zu den Medikamenten die wir damals ja auf Tropfen statt Tabletten umgestellt haben.
    Nun hatte ich vor ca. 2 Wochen versucht, die Baldrian-Ration zu senken, mit dem (Miß-)Erfolg, dass mein Vater wieder schlechte Nerven bekam. Also wurde wieder gesteigert, und schwupps, fühlt er sich wieder wohl(er). Ich rede hier von relativ kleinen Dosen, insgesamt über den Tag und Nacht ca. 16 Tropfen Lösung.

    Ich habe auch von anderen gehört, die bei psychischen Problemen wie Schizophrenie etc. u.a. Baldrian nehmen, statt anderen Beruhigungsmitteln, und es wirkt.
    Was ist der Mechanismus, warum sind bei meinem Vater z.B. die Nerven so stark angegriffen?
    MfG
    Flieder


  • Re: Baldrian


    Hei Fliederchen,

    Baldrian macht müde, sorgt für Entspannung, sagt man.
    Machts auch, wer sonst nichts nimmt.

    Ich glaube nicht, dass der Baldrian neben den sonstigen Medis der Auslöser ist, eher so zu sehen, wie wenn man Eukalyptus Bonbons lutscht.

    Lieben Gruss, seit langem mal wieder

    Über Baldrian desolates Verhalten habe ich noch nie etwas gehört. Egal, welche Art von Demenz.

    Wenn was zuschlägt, dann sind es neue Medis, oder das Reduzieren der Bisherigen.

    Herzlichst
    Auguste, die noch eine persönliche Antwort schuldet.... tut mir leid...Zeit ist alles :-) und ich habe meinen Sack ;-)

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    • Re: Baldrian


      habe meine demenzkranke 86-jährige Mutter auch auf Baldrian-Tabletten umgestellt, weil sie die verordneten Tabletten sehr schlecht vertrug (Starre hin bis zur Unterkühlung etc.) und bleibe dabei,
      wenn es mal einen Tag gibt, wo die Weinkrämpfe, der Verfolgungswahn, die Unruhe stärker werden, dann bekommt sie die doppelte Dosis. Und es wirkt bei ihr bisher sehr gut und ohne Nebenwirkung.
      herzlicher Gruß

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      • Re: Baldrian


        Danke leazinho, ist interessant zu wissen, ob andere auch Erfahrung mit Baldrian machen und welche. Wir versuchen nicht zu schwanken mit der Dosis, weil wir immer merken dass jegliches Auf- und Ab bei ihm zu verschiedensten Symptomatiken führt.
        Hallo auch Auguste, es ist aber wirklich so, dass die Nerven-Verschlechterung rein von der Baldrian-Reduzierung kam. Ich merke allerdings auch immer wieder, dass wir uns mit unserer Dosis der jeweiligen Medikamente grade so an der Grenze nach unten befinden, denn wenn sie mal nicht pünktlich genommen werden, dann merke ich schon eine Veränderung. Das hat aber den Vorteil, das mein Vater einfach wacher ist, als er mit der etwas höheren Dosis war.
        Baldrian macht übrigens nicht wirklich schläfrig, sondern beruhigt sehr stark, was bei antriebslosen Menschen leicht in den Schlaf führt.
        Viele Grüße
        Flieder

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        • Re: Baldrian


          Sehr geehrte Flieder,

          mir bleibt nur mit zwei Phrasen zu antworten: 1. "never change a winning team" und 2. "Wer heilt hat Recht". Ich selbst habe in meiner Ambulanz keine bedeutsamen Therapieerfolge unter Baldrian-Produkten von Patienten oder Angehörigen zu Gehör bekommen. Macht aber nichts. Wenn es Ihrem Vater hilft, so geben Sie es ihm. Sie sollten nur genau den Beipackzettel lesen oder auch die Informationen auf der Onmeda-Seite zu diesem Thema. "Pflanzlich" heisst eben nicht "grundsätzlich nebenwirkungsfrei".

          Mit freundlichen Grüssen,

          Spruth

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          • Re: Baldrian


            Hallo Flieder,

            könnnten Sie mir das Präparat nennen, welches Sie verabreichen? Ich würde es gerne bei meiner Mutter versuchen, schließlich kann ich damit nicht viel falsch machen!
            Mit freundlichem Gruß

            Becki

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            • Re: Baldrian


              Hallo Becki,

              wir geben Baldrian-Tinktur "Hetterich", ich glaube es gibt nicht so wahnsinnig viele verschiedene reine Produkte in flüssiger Form. Wichtig ist, dass es ein reines Baldrian-Produkt ist. Wie auch Herr Dr. Spruth immer betont, auch pflanzliche Produkte haben eine oder mehrere Wirkungen, und aus meiner Schilderung können Sie ja entnehmen, dass ich dem Baldrian schon eine sogar intensive Wirkung zuschreibe, deshalb bitte auch mit Vorsicht zu geniessen, d.h. beobachten und versuchen eine ideale Dosis zu finden, die sich nach ca. 2 Wochen erst voll zeigt. Uns sagte man, nach ca. 3-4 Tagen sollte man aber schon die Tendenz sehen.
              Wirkt übrigens nicht einschläfernd (hatte ich das schon geschrieben?) wie man immer annimmt, sondern beruhigend (normale Tagesdosis verteilt auf den Tag). Stinkt übrigens ganz schön, wir geben die Lösungen immer in etwas Saft.
              Auf die Tinktur sind wir gekommen in der Phase wo mein Vater die Tabletten im Mund "gebunkert" hat, und es micht anfangs einmal fast umgehauen hat, als ich ihm einen Baldrian-Drop gab, den er langsam im Mund aufgelöst hat. Damals war er auch noch voll psychotisch, und star und hat still gelitten, er tat mir sooo leid, weil das Zeug so eklig gerochen hat.... und wohl auch so geschmeckt hat.

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              • Re: Baldrian

                Also Baldrian kann super wirken, aber auch die Wirkung ändern. Da würde ich aufpassen. Anfangs führt er manchmal, je nach Zustand zu wohlgefühl und Entspannung, da er auf das vegetative Nervensystem wirkt. Man muss aber wissen, wann man den Baldrian absetzen muss. Die Valepotriate wirken völlig anderst ohne den anderen PFlanzenstoff, habe jetzt den Namen vergessen. Nur in Verbindung wirkt er beruhigend. Valepotriate alleine gab es vcor 30 Jahren mal, und hatten viele Nebenwirkungen und paradoxe Reaktionen. Entweder es hat nichts gebracht oder Probleme. Daher die Verbindung mit Jopfen, wobei Hopfen das Vegetativum schädigen kann und leicht euphorisierend sein kann. Es kommt auf den Grund zustand an. Ich meine es wirkt etwas außerbewußt, oder man merkt es bewußt.

                Baldiran kann super wirken, weil man die Heilungszeit verkürzen kann (gab vor 30 Jahren mal eine Studie), es kommt aber der Punkt, wo man eine Pause machen sollte.

                Es kann zu euphorischen Schüben kommen! Bei manchen vielelicht das Gegenteil, das weiss ich jetzt nicht. Baldiran hat mir wunderbar geholfen liest man manchmal bei den Ökos. Das meine ich mit diesem wohlgefühl, welches man manchmal überhaupt nicht bewußt merkt. Schwer zu beschreiben was ich meine.

                Es ist keinesfalls so schlimm wie dieser Psycho Reishi Pilz, den man nicht anfassen sollte, da er Erkrankungen auslösen kann, die kompensiert sind. Manche bekommen das nie wieder weg und landen beim Psychiater. DIe wechseln hin und her in den Stimmungen, innerhalb von Minuten oder Sekunden.

                Dieses System meine ich. Wenn der Baldrian wunderbar wirkt, ist er toll, aber man sollte nach ca. 5-7 Tagen absetzen/unterbrechen, da sich gewisse Krankheitskomponenten eingliedern. Auch die Verbindung mit Psychopharmaka kann diesen Effekt verstärken.

                Ansonsten wenn es euch damit gut geht, kein Problem. Aber nicht denken, dass eine durch Krankheit sensibilisierte Person durch Baldrian keine Anfälle bekommen kann. Vor allem die TInktur kann zu Erregungszuständen führen, eben durch die Potriate. Die wirken so gerne paradox. Die Glykoside haltren die im Zaum, jetzt ist mir der Name eingefallen. Das ist in etwa vergelichbar wie Mirtazapin, wo die beiden Metaboliten unteschiedlich lange HWZ haben. Manche merken es, andere nicht.

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                • Re: Baldrian

                  Hallo Matt,
                  Sie sind wahrscheinlich hier gar nicht mehr vertreten, möchte aber dennoch antworten.

                  Ja das mit der paradoxen Wirkung (wahrscheinlich vor allem in Verbindung mit einem eh gestörten Gehirnstoffwechsel) haben wir auch bemerkt. Dennoch war es das Mittel schlechthin. Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass man nach so einer kurzen Zeit schon eine Pause einlegen sollte? Denn der Wirkmechanismus ist, soweit ich mich erinnere, stufenartig, d.h. dass er die richtige, gewünschte Wirkung von Entspannung und Ängste lösend entfaltet, muss man den Baldrian schon länger einnehmen. Und sollte dann auch ein bisschen vom Effekt profitieren können.
                  Bei meinem Vater hat es bombig gewirkt, die anderen Medikamente runter gefahren, und die Ängste wurden weniger, er war entspannt und normal - aber eben erst richtig nach einiger Zeit.
                  SIe erwähnen irgendwo, dass man den Wirkstoff, die Valepotriate, am besten nicht gesondert einnehmen sollte, sondern am besten die ganze Pflanze - was ja bei der richtigen Baldrianlösung der Fall ist.
                  I.ü. ist es allerdings ja auch so, dass die meisten Medikamente anfangs eine paradoxe Wirkung haben können - vor allem beim Risperdal & Co. haben die uns das immer gesagt, und haben meinen Vater damit leider in die totale Psychose getrieben, weil sie meinten ich müsste eher erhöhen, statt reduzieren.

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