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Erfahrung mit hochdosierter oraler Kortisontherapie

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  • Erfahrung mit hochdosierter oraler Kortisontherapie

    Sehr geehrter Herr Doktor,

    ich leide seit meiner Kindheit unter einer schweren Epilepsie. Mit 17 Jahren kam dann noch Asthma hinzu, welches über die Jahre immer stärker wurde. Nun lag ich mit einem Felsenbeinbruch im Krankenhaus, weil ich bei einem meiner Anfälle gefallen bin. Ich bekam 10 Tage 150mg Prednisolon als Infusion. Das Asthma wurde dabei innerhalb von kürzester Zeit besser, obwohl das Kortison ja nicht wegen dem Asthma gegeben wurde. Jetzt bin ich wieder zu hause und nehme meine üblichen Medikamente 7,5mg Decortin, Foster, Bretaris und bei Bedarf Salbutamol. Ich merke, dass mit der niedrige Kortisondosis das Asthma schnell wieder schlechter wird. Ich werde jetzt jede Nacht mit Atemproblemen und Husten wach. Die momentane Kälte sorgt dafür, dass ich draußen schnell Probleme mit dem Asthma bekomme. Außerdem komme ich nicht so gut die Treppe hoch.
    Was soll ich machen? Wurde das Kortison zu schnell abgesetzt? Ich will nicht wieder einen wochenlangen Kortisonstoß. Dabei steigen bei mir Blutdruck und Blutzucker immer stark an und ich bekomme Wassereinlagerungen. Gerade wegen dieser Abstürze nach dem Absetzen des Kortisons versuche ich immer solch hohe Kortisondosen zu vermeiden, aber in der Klinik geht das eben nicht.

    Viele Grüße


  • Re: Erfahrung mit hochdosierter oraler Kortisontherapie

    Hallo,

    leider gibt es immer wieder schwer therapierbare Asthmatiker, die ohne orale Kortisontherapie nicht auszukommen scheinen. Bei notwendigen höheren Gaben (Kortisonstosstherapie) sollte diese auf jeden Fall ausgeschlichen, d.h. langsam wieder runter reduziert werden um ein Aufflammen der Erkrankung zu vermeiden, in der Regel wählt man hier eine Reduktion um, je nach Schwere der Probleme, um 5-10 mg alle 2-3 Tage.
    Sie sollten mit Ihrem behandelnden Lungenfacharzt sprechen bzw. nach akuteller Lungenfunktion entscheiden ob eine erneute Stoßtherapie notwendig ist um dann runter zu reduzieren.

    Mittelfristig empfehle ich ebenfalls ein Gespräch über eine stationäre Therapieoptimierung ggf. die Möglichkeit einer Einstellung auf ein rekombinantes humanisiertes Antikörpermedikament gegen Immunglobulin E (Anti-IgE) zur Behandlung von schwerem allergischen Asthmas (z.B. Xolair). Die Indikationsstellung kann nur in einer Fachklinik erfolgen.
    Ausserdem sollte ggf. ein Rehabilitationsmaßnahme in Erwägung gezogen werden zur allgemeinen Stabilisierung Ihrer Situation.

    Mit freundlichen Grüssen

    Dipl. med. Thomas Hagen

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