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Gleason-Score

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  • Gleason-Score

    Sehr geehrter Herr Dr. Kahmann

    Ich habe aufmerksam Ihre Ausführungen hinsichtlich der Bewertung des Gleason-Scores in diesem Forum verfolgt und bin zu der Erkenntnis gekommen, dass hier offensichtlich doch unterschiedliche Interpretationen vorkommen können.

    Zu meiner Sitiution :

    Auf Grund eines erhöhten PSA-Wertes 6,4 ng/ml wurde eine Biopsie (-6- Stanzen) durchgeführt,
    Prostatagröße 37 ml (TRUS).
    Der Befund eine Woche später ergab "drüsenreiches Gewebe mit Kongestion und geringer Entzündung sowie Epithelhyperplasie" in Fraktion 2 -5.
    In Fraktion 1 und 6 "Ausläufer eines tubulär gebauten Prostatakarzinoms G 2, hierbei sind weniger als 10 % dieser Stanzen (10mm) vom Karzinom durchsetzt.
    Der Gleason-Score wurde mit 2+3 angegeben.

    Schon wegen meines Alters (Jahrgang 1961) wurde bereits -2- Wochen ohne unnötigen Zeitverzug eine radikale retropubische Prostataentfernung durchgeführt.
    Ergebnis : T 2c, pNO, cMO, RO, Gleason-Score 3+4, in Fraktion -1- und -2- jeweils 3 und 5 tumorfreie Lymphknoten iliakal, kein Hinweis auf Malignität.
    Die Begutachtung des Präparates nach der OP ergab, dass der Tumor in beiden Lappen bis ca. 0,1 cm an den Resektatrand wächst, also zu diesem offensichtlich einen (ausreichenden?) Abstand hat.

    Zu meinen Fragen :

    Wenn dies so ist, welche Rolle spielt in diesem Fall der Gleason-Score von 7, wenn der Tumor noch organbegrenzt ist und kein Kontakt zur Kapsel besteht ?

    Ist die so unterschiedliche Einstufung des Gleason-Scores (-5- in der Biopsie) gegen (-7- in der Endbegutachtung des Präparates) so üblich, oder wurde hier auch einfach pauschal höher eingstuft ?

    Angaben zum Tumorvolumen wurden nicht gemacht. Wie schätzen Sie dieses unter Berücksichtigung meiner Angaben ein und welche Rolle spielt dies hinsichtlich des Rezidivrisikos ?
    Ich bitte Sie um eine unverbindliche !! Einschätzung.

    Vielen Dank


  • RE: Gleason-Score


    Hallo,
    vielen Dank für Ihren ausführlichen Bericht. Der höhere Gleason in der entgültigen Pathologie ist nicht ungewöhnlich und muss getrennt von der aSituation gesehen werden, dass zwei Pathologen die gleichen Zellen unterschiedlich bewerten. Bei der Histologie nach Radikaloperation wird die komplette Prostata aufgearbeitet und nicht nur die Stanzzylinder wie bei der Biopsie. Hier treten oftmals begrenzte Areale innerhalb des Gesamttumors auf, die einen höheren Gleason wert zeigen. Diese sind bei der Biopsie nicht aufgefallen, da man sie wegen der geringen Größe nicht getroffen hat. Deshalb oftmals der Gleason shift nach höheren Werten in der entgültigen Histologie.
    Bezüglich Ihrer persönlichen pathologischen Aufarbeitung wurde die entgültige Histo als R0 angegeben, so dass alles Tumorgewebe mit der Prostata entfernt worden ist und man nun guter Hoffnung ist, dass der PSA nicht wieder ansteigt. Das Rezidivrisiko ist in einem Bereich unter 10% bei den von Ihnen angegebenen Werten.

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