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Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

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  • Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

    Hallo!

    Ich, männlich, 37 Jahre alt, stecke gerade in einer Krise. Würde mich freuen, wenn mir hier der ein oder andere vielleicht ein paar Tipps geben könnte. Ich war schon immer etwas hypochondrisch, in den letzten 2 Jahren hat sich das alles aber sehr zugespitzt:

    Vor 6 Monaten dann Durchfälle bekommen, Arzt verunsichert mich "wurde da schonmal ein CT oder eine Spiegelung gemacht?". 2 Monate panische Ängste, mehr Durchfälle, Gewichtverlust begleitet von körperlichen Schwächegefühlen. Habe Angst vorm Tod. In dieser Zeit auch tagsüber Opipramol, schätze im Schnitt pro tag 100mg, was mich phasenweise gefühlsmäßig in einen Zombie verwandelt. Dann Ergebnis Stuhltest: Kein Darmkrebs aber eine ausgeprägte Dysbiose. Nehme auf mich abgestimmte Probiotika und bin unglaublich erleichtert. Setzte Opipramol einfach ab. Mir geht es 3 Wochen viel besser, Symptome klingen ab oder verschwinden.

    Dann kippt meine Stimmung irgendwie, ich bekomme wieder Durchfälle, außerdem habe ich öfter Nackenverspannungen und Kopfschmerzen. Ich nehme wieder Opipramol. In den nächsten 6 Wochen regelmäßig Kopfschmerzen, leichte Benommenheit im Kopf, körperliche Schwächegefühle, außerdem Schmerzen in Füßen und Händen. Panische Ängste vor neurologischer Erkrankung. Erneut wird Kopf-MRT veranlasst, wobei alles in Ordnung ist. Ich fühle mich wieder unglaublich erleichtert, setzte Opipramol dummerweise wieder ab, esse worauf ich Lust habe und meine Durchfälle verschwinden sofort, als hätte es sie nie gegeben. Auch die anderen Symptome verschwinden fast gänzlich. Nur die Schmerzen in den Füßen bleiben, sind aber auch augenblicklich sehr viel besser. Mir wird zum ersten mal klar, dass ich psychisch krank sein muss.

    Nach 2 1/2 Wochen in denen es mir gut ging, fange ich nun an zu frieren, zu schwitzen und habe ein krankes Körpergefühl. Ich fühle mich regelrecht depressiv, verliere die Hoffnung, wieder heil aus dieser Sache rauszukommen. Ich frage mich, ob es ein Entzug vom Opipramol ist. Nehme ca. die Hälfte der Dosis wieder, also 50mg. Zustände bessern sich, verschwinden z.T und kommen dann nach einigen Tagen weniger intensiv wieder. Ich habe das Gefühl ich normalisiere mich wieder, bekomme dann aber häufiger intensivere Schwächegefühle. Bekomme eine Art Nervenzusammenbruch weil das Alles einfach zu viel für mich wird. In der Psychatrie rät man mir zum stationären Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik (somatoforme Störung). Zwei Wochen später ist es so weit, ich vertrage das Essen in der Klinik aber nicht, habe stärkere Durchfälle, verliere noch mehr Gewicht (1.83m, von 70 auf 61KG in 1/2 Jahren). Außerdem extrem intensive Schwächegefühle, habe das Gefühl ich muss sterben, obwohl ich aber körperlich noch längere Spaziergänge machen kann. Breche den Aufenthalt in der Klinik ab.


    Zuhause fühle ich mich wieder besser, vertrage das Essen besser. Setzte Opipramol 50mg/Tag ab und nehme stattdessen Mirtazapin 7.5mg vor dem Schlafen gehen. Das ist 2 Wochen her. Seit dem deutlich weniger Schwächezustände, mir geht es psychisch besser und ich habe wieder etwas Gewicht zunehmen können.

    In den letzten Tagen hat sich mein Körpergefühl zunehmend verändert. Ich fühle mich innerlich etwas zittrig und wackelig auf den Beinen. Beim laufen fühlt sich die Bewegung irgendwie unrhythmisch und etwas versteift an, also irgendwie alles etwas unflüssig im Ablauf der Bewegung. Äußerlich sieht der Bewegungsablauf aber normal aus, es fühlt sich nur eben einfach nicht normal an. Schwer das zu beschreiben. Angst vor Parkinson kommt in mir auf. Ich möchte dieses bescheuerte Körpergefühl einfach wieder loswerden

    Ich habe immernoch etwas Probleme mit dem Darm. Könnte das solche Gefühle produzieren? Könnte es auch einfach nur psychisch sein? Ich merke, ich habe permanentn den Drang mich innerlich beim Bewegen zu beobachten, was schon allein irgendwie ein befremdliches Gefühl auslößt oder es verstärkt. Könnte es auch sein, dass es vllt durch das neue Medikament und das Absetzen des alten kommt? Ich weiß, dass diese Dosen sehr gering sind, ich reagiere aber sehr sensibel auf das Zeug.

    Mittlerweile habe ich festgestellt, dass meine Psyche körperliche Symptome produzieren kann oder tatsächliche Symptome immens verstärken kann. Hattet ihr schon solche Gefühle und waren dafür die Psyche der Auslöser?

    Bisher gemacht und alles unauffällig:
    -Vor 3 Monaten MRT-Kopf
    -Kürzlich MRT-Abdomen
    -Magen/Darm-Spiegelung
    -Blutbilder und Stuhltests

    Sorry, dass es so viel ist, vielleicht liest es ja der ein oder die andere trotzdem und hat vielleicht einen Rat für mich. Vielen Dank!


    Sammy


  • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

    Hi,
    ja, ich kenne das auch.
    Die Psyche bedient sich derselben Gehirnregionen wie die Physis, deshalb sind Symptome aufgrund einer psychischen oder physischen Erkrankung nicht zu unterscheiden, sie sind identisch und beide sind echt.
    Du bildest dir also nichts ein, wie es das Umfeld oft suggeriert.

    Das Hin und Her mit den Medis ist natürlich auch nicht förderlich, dein merkwürdiges Empfinden kann vom Absetzen kommen, es ist aber auch ein Symptom das man bei psychischen Erkrankungen oft hat.

    Ich würde dir raten, dir einen niedergelassenen Psychiater zu suchen und dann auch die Medikation beizubehalten, mindestens ein halbes Jahr lang.
    Wenn du dir einen Facharzt für Psychiatrie und Neurologie (Nervenarzt) suchst, dann kannst du ihm auch gleich von deiner Angst vor Parkinson erzählen, die er dann als Neurologe ausräumt.
    Wenn du dir einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie suchst, dann wird der als Psychotherapeut wahrscheinlich keinen Platz frei haben, kann dir aber vielleicht helfen die Zeit bis zu einer Therapie bei ihm zu überbrücken.
    Manche Ärzte decken auch alle drei Fachrichtungen ab, aber medizinisch wäre es halt vor allem wichtig einen Facharzt zu haben wegen der Medikamente und dann zu schauen wie und wo du eine Psychotherapie machen kannst.
    Es muss eine Psychotherapie gemacht werden, um die Ursache in den Griff zu bekommen, Strategien zu entwickeln und umzudenken, was auf lange Sicht gesehen noch wichtiger ist als die Medikamente.

    Selbsthilfemaßnahmen wären Ausdauersport, später zusätzlich noch Kraftsport, Entspannungstechniken erlernen und auch lernen deine Gedanken vorbei ziehen zu lassen ohne sie zu bewerten, oder aber sobald sie kommen umlenken.
    Du solltest dich vielleicht auch mit den Weltreligionen auseinandersetzen, mit dem Thema Tod und so versuchen deine Angst davor zu lindern, in einer Therapie kann man das auch recht gut besprechen.

    Angststörungen sind recht gut behandelbar, nur, wenn dir etwas hilft dann musst du das auch weiterführen und nicht aufhören nur weil es geholfen hat, denn die Wirkung lässt dann wieder nach.
    Die Störung hat auch etwas mit dem Hirnstoffwechsel zu tun, was ein Medikament regulieren kann, genauso wie Sport, lässt du das wieder weg wird auch nichts mehr reguliert.
    Ans Absetzen solltest du erst denken wenn die Psychotherapie und Selbsthilfemaßnahmen gut wirken und auch dann so langsam absetzen um ggf. wieder hoch gehen zu können, falls du dann doch nicht so stabil bist wie gedacht.

    Lass dich nicht einschränken durch deine Symptome, auch wenn es Überwindung kostet und schwer fällt, lebe, feire mach woran du bisher immer Freude hattest.

    Kommentar


    • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

      Vielen Dank für deine Antwort!

      Hi,
      ja, ich kenne das auch.
      Die Psyche bedient sich derselben Gehirnregionen wie die Physis, deshalb sind Symptome aufgrund einer psychischen oder physischen Erkrankung nicht zu unterscheiden, sie sind identisch und beide sind echt.
      Du bildest dir also nichts ein, wie es das Umfeld oft suggeriert.
      Meinst du damit, dass du auch schon so einen "komischen Gang" hattest?


      Lass dich nicht einschränken durch deine Symptome, auch wenn es Überwindung kostet und schwer fällt, lebe, feire mach woran du bisher immer Freude hattest.
      Ich versuche das seit ein paar Wochen immer wieder bewusst umzusetzen, empfinde es halt als schwierig... Ich frage mich immer wie Menschen die in einer ähnlichen Situation sind und ebenfalls eine Liste an Symptomen haben, es schaffen da so locker drüber hinweg zu sehen...

      Ich denke, wenn ich das gut könnte, würde ich den Angstkreislauf evtl durchbrechen und keine neuen Symptome ausbilden...


      Ans Absetzen solltest du erst denken wenn die Psychotherapie und Selbsthilfemaßnahmen gut wirken und auch dann so langsam absetzen um ggf. wieder hoch gehen zu können, falls du dann doch nicht so stabil bist wie gedacht.
      Wie wäre es, Mirtazapin wieder abzusetzen und wieder Opipramol zu nehmen? Oder ist das schlecht weil sich mein Körper nun auf Mirtazapin eingestellt hat? In den Mirtazapin Nebenwirkungen steht unter häufig (1 aus 10) unter anderem "Wackeligkeit" und "Zittern". Das trifft es zwar nicht unbedingt, aber geht so in meine Richtung...

      Wenn man solche Medis länger nimmt, verschwinden dann in der Regel die Nebenwirkungen (sofern es eine NW des Medikaments ist..)?

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      • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

        Meinst du damit, dass du auch schon so einen "komischen Gang" hattest?
        Ja, auch und das kann auch vom Mirta kommen, durch die sedierende Wirkung, es kann auich durch die Angst kommen, das ist immer so eine Huhn und Ei Sache.

        NW gehen meist nach ca. zwei Wochen vorüber.

        Du solltest nicht eigenmächtig Medikamente absetzen, wieder nehmen, wechseln.
        Deshalb, ein Psychiater wäre gut und dann auch an dessen Dosierungsanweisungen halten.
        Es gibt ja mehre Möglichkeiten, wenn du mit Mirta besser klar kommst wäre auch eine Erhöhung denkbar, wenn nicht ein Wechsel, oder eine Kombi, das ist aber halt eine Frage für den Fachmenschen.

        Andere kommen auch nicht so locker zurecht, wenn sie Angststörungen haben.
        Jeder macht da ähnliches durch wie du, es ist ein Prozess bis das Leben wieder einigermaßen läuft.
        Da kommt man aber meist nur hin, wenn man z.B. Sport und andere Aktivitäten, wie wichtige Termine behandelt die wahrgenommen werden müssen.
        Ohne wenn und aber abarbeiten, denn natürlich dauert es auch eine Weile bis die Wirkung spürbarer wird und es dann leichter fällt, weil man merkt es tut gut.

        Dein Eindruck dass andere locker über ihre Symptome hinwegsehen können ist nicht richtig, sie quälen sich genauso wie du und im besten Falle ist es so nachdem sie den langen Weg zur Normalität gefunden haben und gegangen sind.
        Natürlich werden die dir nicht zeigen wie es ihnen wirklich geht, der Zweck ist ja auch die Angst aus dem Kopf zu bekommen und nicht sie zum Thema zu machen wenn man es schafft Unternehmungen nachzugehen sich auch auf diese zu konzentrieren.
        Wenn du den Ausdauersport nimmst, so wird anfangs die Angst dabei sein, es wird dauern bis der Kopf frei wird und nicht mehr diesen Gedanken nachhängt, aber es wird so kommen wenn man stoisch dabei bleibt und dann ist es irgendwann wohltuend.

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        • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

          "Wie wäre es, Mirtazapin wieder abzusetzen und wieder Opipramol zu nehmen?"

          Jedes Absetzen eines Psychopharmakon ist ein Problem - mal mehr, mal weniger.

          Auch bei Ihnen geht das aus der Schilderung hervor.
          Deshalb ist der Rat von Tired, sich bei einem Psychiater vorzustellen und mit ihm das Thema zu bearbeiten, der richtige Weg.

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          • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

            @Tired: Vielen Dank, es tut sehr gut das zu lesen. Du scheinst eine Menge zu verstehen. Ich werde noch mal nachdenken, vielleicht fällt mir ja die eine oder andere Frage noch ein

            @Dr.Riecke: Können Sie aus Ihrer Erfahrung sagen, dass sie von solchen "Problemen" (seltsames unrhythmisches, grobmotorisches Körpergefühl, speziell beim Gehen), schon öfter gehört haben?

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            • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

              "schon öfter gehört haben?"

              Ähnliches schon. Aber die Bandbreite bei psychosomatischen Beschwerden ist so groß, dass eigentlich jede Form von körperlichen Empfindungen vorkommt.

              Das Schwierige dabei ist aber stets, dass die Beschwerden dermaßen körperlich anmuten, dass man als Betroffener eine Psychogenese nicht nur für nicht möglich hält, sondern sie meistens vehement ablehnt und immer neue Diagnostik einfordert.

              Aber offenbar haben Sie diese Phase schon hinter sich.

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              • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                "schon öfter gehört haben?"

                Ähnliches schon. Aber die Bandbreite bei psychosomatischen Beschwerden ist so groß, dass eigentlich jede Form von körperlichen Empfindungen vorkommt.

                Das Schwierige dabei ist aber stets, dass die Beschwerden dermaßen körperlich anmuten, dass man als Betroffener eine Psychogenese nicht nur für nicht möglich hält, sondern sie meistens vehement ablehnt und immer neue Diagnostik einfordert.

                Aber offenbar haben Sie diese Phase schon hinter sich.
                Danke. Ja, es fällt mir immernoch schwer, das zu glauben.

                Kann man sagen, dass solche "psychosomatischen Beschwerden" in der Regel nur auftreten, wenn z.B. gerade Angst oder andere "Stressgefühle" hat, oder können diese Beschwerden auch aus "dem Nichts" kommen, sprich wenn man eigentlich gerade "entspannt" ist? Oder kann man das nicht so pauschal sagen?

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                • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                  Das kann man sicher nicht pauschal sagen.
                  Ich würde aber annehmen dass sie besonders kommen wenn man keinen Stress hat, wenn man Zeit hat die Symptome wahrzunehmen und ihnen zu folgen.

                  Bei physischen Erkrankungen ist es ja auch oft so, dass sie im Urlaub und am Wochenende zuschlagen, eben dann wenn der Stress vorbei ist, das Adrenalin sinkt, die Schilde quasi runter gehen und der Geist nicht mehr abgelenkt ist.

                  Kommentar


                  • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                    @Tired: Danke!

                    Ich merke halt manchmal direkt den Einfluss von panischen/ängstlichen Gedanken bzw Gefühlen, auf meinen Körper und dass sich die Symptome dann direkt verstärken.

                    Manchmal habe ich auch das Gefühl, gerade geistig oder emotional eher "ruhig" zu sein und trotzdem taucht dann manchmal ein Symptom auf oder verstärkt sich. Dann frage ich mich, ob es doch nicht psycisch ist, aber womöglich existiert dieser Zusammenhang einfach nicht...

                    Hast du da mal irgendwelche Zusammenhänge bei dir beobachten können oder würdest du sagen, du weißt, dass es die nicht gibt?

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                    • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                      Es gibt eigentlich immer Zusammenhänge, zwischen Stress, oder Erlebnissen und natürlich, durch den Fokus auf den Körper werden die Symptome schlimmer, immer, da du sie ja auch intensiver wahrnimmst als normal.
                      Wenn du gedanklich wieder bei den Symptomen bist, versuche dir das auch bewusst zu machen, um dann Gegenmaßnahmen zu ergreifen und dich selber zur Ruhe zu rufen, also dich gedanklich nicht weiter zu vertiefen.
                      Wenns hilft, sprich mit den Ängsten: Mensch, ihr schon wieder, nun ist aber gut, ich geh mal ne Runde laufen, putzen, Freunde treffen und puste euch aus dem Kopf".:-)

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                      • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                        Nabend! Danke für die Tipps, vermutlich schenke ich dem allem wirklich einfach zu viel Beachtung. Ich versuche mich auf etwas anderes zu konzentrieren...

                        Fällt mir halt einfach nicht leicht, das alles einfach zu akzeptieren.. Schätze aber manchmal ist langsam schneller und ich sollte vielleicht die Möglichkeit, dass es einfach länger dauert wieder gesund zu werden, akzeptieren.

                        Ich muss auch irgendwie lernen diese "Restrisiken", also z.B., entgegen der Wahrscheinlichkeit, dass es Parkinson ist, ich dieses Restrisiko akzeptiere... Ich beschäftige mich zur Zeit öfter mit der Vorstellung zu sterben. Ich will nicht sterben aber vielleicht hilft es mir, meine Ängste zu besiegen, wenn ich besser mit der Vorstellung leben kann, dass ich irgendwann, vielleicht auch schon morgen, tot sein könnte....

                        Finde alle diese Themen recht schwer, habe noch nie so eine schwierige Zeit in meinem Leben gehabt...

                        Heute bin ich seit 6 Monaten mal wieder Fahrrad gefahren. Meine Ängste wollten mir schon einreden, das ginge nicht mehr... tat wirklich gut!

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                        • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                          Was ich noch sagen möchte und wo mich andere Meinungen interessieren würden:

                          Ich denke gerade öfter über Suizid nach. Es ist nicht so, dass ich mein Leben beenden möchte. Ich lebe gerne und genieße das Leben, ich bin zufrieden mit mir und bin stolz auf vieles was ich im Leben erreicht habe.

                          Es geht mir mehr um die Möglichkeit, was wäre wenn ich wirklich schwer krank werden sollte und das ich dann eben nicht lange leiden wollen würde. Die Vorstellung dann mein restliches Geld zu verprassen, alles auf den Kopf zu hauen und schließlich friedlich zu gehen, scheint mir in solch einer Situation ein guter Weg, so komisch es auch klingt.

                          Mein Problem ist, dass ich seit vielen Jahren eine Art Kontrollzwang habe. Ich versuche alles um nicht schwer krank zu werden, ich bekämpfe diese Gedanken sogar im Geist: "Bloß nicht denken, dass ich Krebs bekommen könnte, was wenn es wegen der Gedanken dann Wirklichkeit würde?"

                          Ich habe in den letzten 6 Monaten immer wieder erlebt, wie machtlos ich bin und dass ich meiner jetzigen "Krankheit" nur wenig entgegensetzen kann. Das hat mich mir irgendwo meiner Sterblichkeit bewusst werden lassen und ich möchte nicht länger gegen diese Gedanken, krank werden zu können, ankämpfen. Ich halte es einfach für verschwendete Energie.

                          Angesichts dieser Ohnmacht gibt mir der Gedanke Kraft, den Tod akzeptieren zu können und im Fall des Falles, sollte ich schwer krank sein, selbst einen Schlussstrich zu ziehen. Ich habe das Gefühl es gibt mir Macht über die potentielle Bedrohung einer Krankheit. Es gibt mir die Möglichkeit nicht dagegen ankämpfen zu müssen bzw kann ich es dann eher darauf ankommen lassen, weil ich einen Plan B habe und auf den Tod vorbereitet bin.

                          Wie findet ihr, klingt das für euch?

                          Kommentar


                          • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                            Für mich klingt es normal.
                            Es denken ja nicht wenige, die noch gesund sind, über dieses Thema nach.
                            Diese Sicherheit könnte der Staat eigentlich ganz leicht geben, aber leider setzt der alles daran um dies nicht zu tun, mit falschen Versprechungen dass auch anders geholfen werden kann.
                            Da sind natürlich viele geneigt sich einen Plan B zu überlegen, wenn es mal soweit ist.

                            Ich betrachte solche Gedanken als Vorsorge und die Kontrolle darüber wie man aus dem Leben scheidet, ist doch für jeden irgendwann ein Thema, die einen gehen es früher an, die anderen später und wer das nicht tut ist meiner Meinung nach eher ein guter Verdränger.

                            Wenn sich jemand gut mit dem Tod arrangieren kann, mit der Zeit des Endes die irgendwann für jeden kommt, dann nimmt das sicher auch ein Stück weit die Angst vorm Leben, bzw. vor den Gefahren des Lebens.

                            Viele schwer Kranke haben ein Medi in der Schublade, für den Fall der Fälle und das gibt ihnen eine so große beruhigende Sicherheit dass sie erst dadurch wieder am Leben teilnehmen können, es trotz allem wieder genießen, einfach durch diese Erleichterung und ein Großteil verwendet es dann gar nicht, es ist einfach etwas das ungemein beruhigen kann.

                            Kommentar


                            • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                              Verstehe... Danke! Freut mich immer wieder von dir zu lesen!

                              Kommentar


                              • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                Danke auch.;-)

                                Kommentar


                                • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                  Mal ein kurzes Update:
                                  Habe das Mirtazapin nach ca 3 Wochen abgesetzt. Die ganzen Symptome die ich in dieser Zeit entwickelt hatte, waren mir einfach zu viel.

                                  Seit 9 Tagen nun ohne Antidepressiva. Nehme 5-HTP.
                                  -Steifheit in den Händen und Füßen ist fast verschwunden
                                  -Gelenkschmerzen sind weg
                                  -Diese extreme Tagesmüdigkeit ist weg
                                  -Das innere "wackeln" und diverse "Benommenheitsgefühle" sind weg

                                  Ich habe vorher Monatelang Opipramol genommen, zuletzt aber nurnoch 50mg/Tag, dann 3 Wochen 7.5mg Mirtazapin. Ich habe seit gestern das Gefühl, mich psychisch und gelegentlich auch körperlich, unwohl zu fühlen. Meine Gedanken sind oft zwanghaft und kreisen um Krankheiten und Ängste und ich habe Probleme das abzustellen.

                                  Dieser "komische Gang" mit dem grobmotorischen Gefühl ist deutlich besser geworden, manchmal ist es aber noch da. Insgesammt habe ich seit gestern wieder häufiger ein komisches Körpergefühl, irgendwie schwer das in Worte zu fassen, z.T. fühlt es sich einfach schwach und innerlich zittrig an. Meine Atmung ist dann oft auch unregelmäßig und flach. Klingt das psychisch?

                                  Ich denke ich sitze lieber diesen Zustand aus, ertrage diese Gefühle und Ängste, als wieder Psychopharmaka zu nehmen. Ich hoffe auf ein Ende mit Schrecken, statt einem Schrecken ohne Ende :-(

                                  Wie lange würde es normalerweise dauern, bis sich die Gehirnchemie / Stoffwechsel nach Absetzen dieser Mittel wieder normalisiert?

                                  Kommentar


                                  • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                    Wie lange würde es normalerweise dauern, bis sich die Gehirnchemie / Stoffwechsel nach Absetzen dieser Mittel wieder normalisiert?
                                    Das ist individuell und die Schwierigkeit dabei, dass man oft nicht genau weiß ob es noch Absetzsymptome sind, oder die Erkrankung.
                                    Ich würde mal schätzen dass es, wenn alles gut läuft, so zwei, drei Wochen dauert, aber wenn man bedenkt dass es ca. sechs Wochen dauert bis das Medi richtig wirkt und der Körper sich drauf eingestellt hat, würde ich meinen dass es bei Absetzen auch so lange dauern kann bis sich der Körper wieder umgestellt hat.
                                    Ist aber nur eine Laienmeinung.

                                    Hast du schon mal Citalopram genommen?
                                    Vielleicht wäre das eine Alternative, wenn du weiterhin Probleme hast und es ohne Medi doch nicht geht?

                                    Kommentar


                                    • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(


                                      Hast du schon mal Citalopram genommen?
                                      Vielleicht wäre das eine Alternative, wenn du weiterhin Probleme hast und es ohne Medi doch nicht geht?
                                      Hi! Nein, habe ich noch nicht genommen. Ich empfinde mein Leben gerade zwar als sehr schwierig, kann mir aber nicht vorstellen, noch mal Psychopharmaka zu nehmen. Was das betrifft denke ich mir gerade, sitze ich lieber diese Zustände aus, wenn es sein muss, bis zum Tod. Vielleicht ist das dumm, weiß nicht...

                                      Ich hoffe und bete jetzt einfach mal, dass ich von Natur aus angstfreier werde und diese ganzen Scheiß Symptome einfach wieder verschwinden...

                                      Kommentar


                                      • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                        Hoffen und Beten wird da nicht viel helfen.
                                        Du brauchst einen Plan, in Sachen Selbsthilfemaßnahmen und Psychotherapie, denn wenn du nichts veränderst wird sich wahrscheinlich auch nichts verändern.

                                        Naja, wenn man etwas bis zum Tod aussitzen will, dann kann man eigentlich auch nochmal ein Medi versuchen, das spielt dann ja auch eine Rolle mehr, kann aber im Nachhinein eine spielen.

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                                        • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                          Nabend! Danke für die Tipps, vermutlich schenke ich dem allem wirklich einfach zu viel Beachtung. Ich versuche mich auf etwas anderes zu konzentrieren...

                                          Hallo Sammy, so ist es aber. Du baust Wege im Gehirn aus, je öfter du diese Pfade gehst, umso ausgeprägter werden sie.
                                          Was interessiert, das wird verstärkt. Auf das richtet sich dein ganzes Sein aus- egal, ob negativ, oder positiv.
                                          Wenn du meinst, ich bin krank, dann hörst du auf jedes minimale Anzeichen, dein Fokus ist konzentriert auf dieses Thema gerichtet. Du füllst deine Tage mit Erfahren, Erleben, Erkosten, Erschmecken von Unpässlichkeiten, das ist dein Alltag, das machst du GERN, also recht häufig und oft.

                                          Diese Geschichte beschreibt das gut, die hat ein User hier mal eingestellt und ich kopiere sie dir gerne.


                                          Ein alter Cherokee-Indianer sitzt mit seiner kleinen Enkelin am Lagerfeuer. Er sagt, “im Leben gibt es zwei Wölfe, die miteinander kämpfen: Der 1. ist Hass, Misstrauen, Feindschaft, Angst und Kampf. Der 2. ist Liebe, Vertrauen, Freundschaft, Hoffnung und Friede.” Das kleine Mädchen schaut eine zeitlang ins Feuer und fragt dann… “Welcher Wolf gewinnt??” Der alte Indianer schweigt… Nach einer Weile sagt er: “Der, den du fütterst…!”


                                          Fahrrad fahren ist das andere füttern, feststellen, oh, ich kann gerade gehen, ist auch füttern, füttere dir so einen Wolf an, züchte dir so einen und den anderen lass so nach und nach kleiner werden und unbeteutend. Was dir was bedeutet, worauf du deutest, das kriegst du. Der Kopf macht alles, was du vorgibst mit dir. Er bringt dich überall hin, wo du hinzielst. Hier gibts keine Bewertung. Es gibt kein richtig und kein falsch- nur: ich verbring mein Leben mit diesem Thema, ich meins mit jenem. Jeder, wie er will.

                                          Hole dir ein Tagebuch und schreib ein, was du alles tust, um dich mutig zu machen, kräftig, aufgebaut und zu deinem Vorteil- je mehr du da hineinschreibst, umso besser geht es dir natürlich.

                                          Je öfter du einen bestimmten Muskel trainierst, umso stärker wird er. Dein Hypchondermuskel ist sehr ausgeprägt, das hast du geschafft, so eine Macht hast du. Du kannst diese Macht auch ebenso für das andere nutzen.

                                          Lieben Gruß
                                          Komm gut raus aus dieser Kopfwelt und gute Reise in die andere.

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                                          • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                            Hi! Danke euch beiden! Tired, ja klar, bevor ich sterbe nehme ich wieder ein Psychopharmakon bzw probiere es aus aber im Moment will ich nur weg davon...

                                            @Elektraa: Das ist eine schöne Geschichte und ich sehe darin auch dessen Sinnhaftigkeit. Ich versuche im Moment jeden Tag immer wieder aus meinen Hypochondergedanken und Verhaltensstrukturen auszubrechen und trotz dieser Symptome, dass Leben zu genießen.

                                            Ich hoffe, dass daraus schnell eine art unterbewusster Automatismus wird, der dann für mich arbeitet, denn es kostet oft viel Kraft das zu tun und gelingt leider auch oft nicht.

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                                            • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                              Ich bin seit fast 2.5 Monaten ohne Psychopharmaka und setz jetzt auch noch das 5-HTP ab, das ich in diesem Zeitraum genommen habe. Mir geht es besser als vorher. Aktuell habe ich öfter Verspannungen im linken Bein, so am hinteren Oberschenkel und in der Kniekehle. Ist es möglich, dass auch soetwas durch die Psyche bezweckt wird oder erheblich verstärkt wird?

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                                              • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                                Ja, die Psyche kann alles was die Physis auch kann und wenn man es zu sehr beachtet, dann kann sie es sogar noch besser als die Physis.

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                                                • Re: Hypochondrie - Angststörung - Immer wieder Symptome :(

                                                  Aber nicht vergessen, ob es die Psyche ist kann man erst annehmen wenn man geschaut hat ob es nicht doch die Physis ist und egal woher es kommt, etwas gegen die Verspannungen zu tun hilft in beiden Fällen.
                                                  Neben entsprechenden Übungen, Wärme, Massagen (auch für den Rücken), kann auch progressive Muskelentspannung helfen.

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