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Generalsierte Angststörung - Schlafprobleme

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  • Generalsierte Angststörung - Schlafprobleme

    Erstmal ein herzliches Hallo an alle hier,
    erstmal schon mal im Vorhinaus ein Dankeschön, es ist wirklich beeindruckend wie sorgsam, geduldig und empathisch hier auf alle Probleme eingegangen wird.
    Zu meiner Person, ich bin 27, männlich, Student und litt in meiner Kindheit an Krankheitsängsten (Sars, Ebola, Tollwut, Menningokken je nach Saison und Wahl, bzw Medienpräsenz) Diese bekam ich auch eigentlich gut in den Griff und mache mir darüber keine Sorgen mehr.
    Danach leistete ich meinen Zivildienst mit 20 in einer psychatrischen Rehainstiution ab und kam so zum ersten Mal in Kontakt mit schizophrenen Menschen. Dadurch entwickelte ich eine massive Angst davor selbst zu erkranken. Aber auch diese Ängste konnte ich in einem langwierigen Prozess bändigen und bis vor einem Jahr lief alles bis auf einige kleinere Rückfälle sehr ruhig und gut ab.
    Dann aber probierte ich auf einer Party Extacy und hatte einen massiven Rückfall. Für Monate lies mich die Angst trotz Psychater, der mir eine generalsierte Angstörung diagnostizierte und einer Therapeutin die die dies bestätigte und einer Therapie mit SSRI Medikamenten, die mir leider gar nicht halfen, nicht mehr los. Dann wurde es besser und bis vor kurzem gelang es mir mein Leben Stück für Stück wieder unter Kontrolle zu bringen. Davor hatte ich wie viele andere hier massiv mit dem Gedanken überprüfen, sich zu fragen ob man verfolgt wird (wobei man genau weiß, dass dem nicht so ist), quasi jeglichem Symptom der Schizophrenen Checkliste zu kämpfen.
    Mit all diesen immer wieder auftretenden Problemen kann ich halbwegs umgehen, aber seit neuestem kann ich nicht mehr gut schlafen.
    Ich hatte schon seit Kindheitstagen mit Schlafparalysen und Hypnagogen Halluzinationen zu tun, aber vor kurzem las ich zufällig einen Artikel in der Zeitung über einen Schizophrenie Betroffenen, der mit ähnlichen Problemen zu tun hatte. Ich dämmere oft ewig zwischen Wach und Traumzustand hin und her und wenn ich mal für ein paar Stunden einschlafe träume ich sehr intensiv. Besonders erschreckt hat mich dabei ein Albtraum den ich hatte, während dem ich aufgewacht bin und irgendwie zwischen Wach und Schlafzustand ganz deutlich eine Stimme in mein Ohr sprechen hörte. Ich weiß nicht mehr was sie gesagt hat, aber seitdem habe ich furchtbare Angst vor dem einschlafen. was mich rastlos und täglich übereizt und ängstlich macht, da ja auch Schlafmangel einen Psychoseausbruch begünstigen kann. Außerdem rasen mir oft sobald ich die Augen schließe, wahlose Bilder/Gesrpächsfetzen vom Tag und ganz wirre ,unnsinnige Gedanken durch den Kopf, wobei ich dabei definitiv noch nicht schlafe (denke ich). Sobald ich richtig wach bin legt sich das sofort wieder. Manchmal komme ich mir auch, wenn ich dann Nachts aufwache sehr verwirrt vor und brauche einige Momente bis ich Traum und Realität trennen kann. Kennt außer mir noch jemand diese Symptome?
    Ich weiß langsam wirklich nicht mehr weiter und würde mich über jeden Tipp oder Gedanken dazu freuen. Bitte entschuldigt den langen Text, ich dachte vl würde ein bisschen Kontext nützen, außerdem tats gut sich das mal von der Seele zu schreiben.
    Liebe Grüße


  • Re: Generalsierte Angststörung - Schlafprobleme

    "Manchmal komme ich mir auch, wenn ich dann Nachts aufwache sehr verwirrt vor und brauche einige Momente bis ich Traum und Realität trennen kann"

    Das ist aber nicht ungewöhnlich, sondern hängt davon ab, nach welchem Schlafstadium Sie aufwachen.

    Lange Zeit dachte man, dass man nur nach einer mittleren Schlafphase träumt, wenn sich die Kurve nach oben in Richtung REM bewegt.

    Das ist inzwischen widerlegt, man träumt eigentlich immer, kann sich aber leichter an die Träume in flachen Stadien kurz vor dem Erwachen erinnern.

    Machen Sie sich auch wegen der kurzen Desorientiertheit keine Gedanken. Auch das passiert immer im Schlaf, scheint nur bedeutsam, wenn es bewusst wird und man dem eine negative Färbung gibt.

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    • Re: Generalsierte Angststörung - Schlafprobleme

      Vielen, vielen Dank für die prompte Antwort! Das beruhigt mich wirklich sehr, dann kann ich das hoffentlich bald zu den Akten legen und endlich wieder ein und durchschlafen!
      Mit freundlichen Grüßen j

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      • Re: Generalsierte Angststörung - Schlafprobleme

        Hi,
        das was du zu deinem Schlaf beschreibst kenne ich sehr gut.
        Träume bei denen man nicht zwischen Schlaf und Wach sein unterscheiden kann (Luzide Träume, ein bekanntes Phänomen und es hat nichts mit Psychosen zu tun), auch Stimmen hören und allerhand mehr.
        Mich hat das auch ins reale Leben verfolgt, da ich Träume die auf vieles zutreffen können verwechselte und oft meinte dass Begebenheiten mit Freunden schon mal stattgefunden hatten, war immer sehr lustig die Reaktionen der anderen.;-)
        Das gehört wohl einfach individuell dazu, jeder erlebt sein schlafen anders, auch Phasenweise, ich denke besonders wenn ,man schlecht schläft und quasi aus einer Schlafphase hoch schreckt, während die nächste schon beginnt.
        Wie gesagt, diese Wachträume sind nichts unbekanntes und die kenne ich auch sehr gut.

        Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Schizophrene durchaus ihre Erkrankung erkennen und unterscheiden können, aber meist erst nachdem sie in Behandlung sind, entsprechende Medikamente bekommen, Therapien gemacht haben und bei Halluzinationen diese aufgrund ihrer Erfahrung vom realen trennen können, aber ohne dass es wirklich eine gefühlte Trennung gibt.

        Der Wahn ist ja vollkommen identisch mit einem realen Erleben, das ist bei dir nicht so, du kannst da unterscheiden und das geht bei einer Psychose eben nicht mehr, außer durch Erfahrungswerte.
        Du würdest nicht mutmaßen dass du das Gefühl hast jemand würde dich verfolgen, du würdest es einfach wissen und real erleben.

        Bei einer Angststörung scheint es auch ziemlich häufig so zu sein, dass sich die Seele Psychosen als Gegner aussucht, vielleicht weil sie einem so krank erscheinen dass man dem hilflos ausgeliefert ist.
        Das ist aber auch nicht so, mach dir klar,. selbst wenn du solch eine Erkrankung bekommen würdest, in den meisten Fällen ist dennoch ein relativ normales Leben möglich.

        Aber da du die Grenzen erkennst und weißt was ins Reich der Einbildung und was in die Realität gehört, ist es keine Psychose, denn da gibt es diese Grenzen nicht und man muss sich erst hart erarbeiten diese aufgrund der Symptome zu erkennen.
        Du hast eine Angststörung, schlimm genug, also versuche diese anzugehen und auch durch Selbsthilfemaßnahmen in den Griff zu bekommen, dann bekommst du auch automatisch die Schizophrenieangst in den Griff.

        Hast du eine gute Schlafhygiene?
        Hast du vielleicht Angst vor deinen Träumen?
        Wahrscheinlich, aber genau das gibt dem wieder Futter, ich hatte das Glück meine Träume meist als spannend zu empfinden, wodurch mir die meisten keine Angst machten, auch wenn ich nachts wirklich die Kontrolle verloren habe, dennoch sehnte ich sie regelrecht herbei weil ich sie so spannend fand.
        Ich hatte und habe aber auch welche die ganz furchtbar sind, da hat sich aber mittlerweile eine Art Traumkontrolle eingeschlichen die das ein wenig abmildert.
        Du kannst diese Kontrolle auch bewusst lernen, deine Therapeutin kennt diese Übungen sicher, aber das eigentliche Problem ist ja die Angst vor Schizophrenie und damit die Angststörung, bei der du konsequent an dir arbeiten musst um sie im Griff zu haben.

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        • Re: Generalsierte Angststörung - Schlafprobleme

          Hast du eine gute Schlafhygiene?


          Das ist fast die wichtigste Voraussetzung für einen erholsamen Schlaf.

          Die Modalitäten stimmen nur dann, wenn man sich gern seinem Schlafplatz nähert, sich auf die anstehende Nacht freut und sich gelassen dem Schlaf hingeben kann.

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          • Re: Generalsierte Angststörung - Schlafprobleme

            Vielen Dank für die weiteren Antworten!
            Ich versuche mir so gut wie möglich eine immer bessere Schlafhygiene anzueignen und die letzten Tage scheint es auch immer besser zu funktionieren! Ich hab leider momentan durch einen Umzug bedingt keinen Therapeuten mehr, bin aber schon dabei das so schnell wie möglich zu ändern, daher auch meine Fragen hier im Forum
            Eine letzte Frage hätte ich noch...ist es möglich, dass sich durch die Angstörung Ohrwürmer und immer mal wieder auftretende plötzliche "sinnlose Gedanken" in meinen Alltag einschleichen. Ich hab vor längerem gelesen, dass diese plötzlichen Gedanken oft mit Schizophrenie assoziert werden? Natürlich fallen sie mir seitdem besonders stark auf, was ja wiederum die Krux an der Angsterkrankung ist, das ich diesen "Symptomen soviel aufmerksamkeit schenke oder?
            Nochmals vielen Danke für die ausführlichen und wirklich netten und hilfreichen Antworten! Ich bin unglaublich froh auf dieses Forum gest0ßen zu sein! Und zu dem verfolgt Gedanken, ich denke ja nicht das dies so ist, ich habe nur den Gedanken und weiß im selben Moment, dass das totaler Blödsinn ist.
            lg Jack

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            • Re: Generalsierte Angststörung - Schlafprobleme

              Ja das ist normal, besonders wenn sich die Angst auf Schizophrenie bezieht ist es auch klar dass diese genau solche Erlebnisse kreiert, die man mit einer Schizophrenie verbindet.
              Allerdings ist das was ein Schizophrener wahrnimmt so echt, dass er, zumindest zu beginn der Erkrankung, kaum solche Gedanken darüber anstellt wie du.
              Stimmt, die Krux ist die Aufmerksamkeit die du diesen Symptomen widmest.
              Versuch mal dich zu zwingen deine Gedanken in eine andere Richtung zu lenken, sobald dir bewusst wird dass sie sich mit den Symptomen beschäftigen.
              Entweder gezielt die Gedanken in eine andere Richtung lenken, sei es etwas was noch ansteht, oder die Planung des nächsten Tages, ein Kreuzworträtsel, ganz egal.
              Zur Unterstützung, also wenn es nicht so klappt, einfach raus gehen und dich bewegen, dich praktisch ablenken und auf anderes konzentrieren.
              Oder versuchen die Gedanken vorbei ziehen zu lassen.
              Das braucht alles Übung und sicher gibt es noch mehr Möglichkeiten, du musst nur raus finden welche dir hilft und die effektivste, aber auch gefühlt schwerste, dürfte sein zu versuchen den Gedanken nicht mehr zu folgen.

              Wenn dich das auch verfolgt beim Versuch zu schlafen, dann denk dir schöne Geschichten aus, in denen du dich wohl fühlst und die du dir quasi im Wachzustand erträumst.
              Das kann sogar deine Träume beeinflussen, wenn du dich schon vorm einschlafen in eine angenehme Traumwelt begibst.

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